logo_nachtkritik_klein.png
Drucken

Gedächtnis des Tanzes

29. April 2021. Die Preisträger*innen des Deutschen Tanzpreises 2021 stehen fest: Heide-Marie Härtel (Gründerin und Leiterin des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen) erhält den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis. Zudem wird mit der schottischen Choreografin Claire Cunningham eine Künstlerin mit Behinderung geehrt. 

Heide Marie Haertel Eva RadünzelHeide-Marie Härtel © Eva RadünzelHeide-Marie Härtel wird für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Dokumentation und Archivierung von Tanzinszenierungen ausgezeichnet, das gab der Dachverband Tanz Deutschland in einer Pressemitteilung bekannt. Zudem vergibt die Jury drei Ehrungen, jeweils dotiert mit 5.000 Euro. Diese erhalten Adil Laraki (nordrhein-westfälischer Landesverbandsvorsitzender bei der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und Beisitzer am Bühnenschiedsgericht) für sein kulturpolitisches Engagement und die Ballettpädagogin Ursula Borrmann, Entwicklerin der Borrmann-Methodik – einem Ausbildungskonzept, nach dem heute viele Ballettschulen arbeiten. Zudem: die Choreografin und Tänzerin Claire Cunningham.

Die 1950 geborene Heide-Marie Härtel ist ausgebildete Tänzerin. Nach ihrer Bühnenkarriere begann sie Anfang der 1980er Jahre Tanzinszenierungen für TV-Sendungen zu filmen. 1988 gründete sie das Deutsche Tanzfilminstitut, das Bühnentanz auf zehntausenden Medien archiviert, sowie Material in Form von Plakaten, Fotos und Programmheften. Das Institut gilt heute als weltgrößtes Tanzfilmarchiv.

Claire Cunningham ©Colin MearnsClaire Cunningham © Colin MearnsClaire Cunnigham, geboren 1977, identifiziert sich als multidisziplinäre Künstlerin mit Behinderung und tritt mit Krücken auf. Sie wird für ihre herausragende künstlerische Entwicklung im Tanz geehrt. Cunnighams Arbeiten setzen sich unter anderem mit Konzepten von Selbst- und Fremdfürsorge sowie deren Auswirkungen auf künstlerische Praxen auseinander.

Weitere Themen ihrer Arbeiten sind (Bühnen-)Repräsentation von Künstler*innen mit Behinderung, religiöse Perspektiven auf den Themenkomplex und gesellschaftliche Auffassungen von Normalität.

Mit dem Deutschen Tanzpreis werden seit 1983 Persönlichkeiten des Tanzes in Deutschland geehrt. Träger ist der Dachverband Tanz Deutschland. Das künstlerische Schaffen der Choreograf*innen und Tänzer*innen ist im Fokus der Ehrung, zudem können Akteur*innen der Pädagogik, Publizistik, Wissenschaft oder anderer Bereiche des Tanzschaffens vorgeschlagen werden.

(Dachverband Tanz Deutschland / sdre)