logo_nachtkritik_klein.png
Drucken

21 Lovesongs

12. Juni 2021. Das kleine Schlosstheater in Moers, seit 2003 geleitet von Ulrich Greb, hat sich mit seinem ambitionierten gesellschaftskritischen und experimentellen Programmen und Projekten einen Namen gemacht weit über die Region hinaus. Der nachtkritikstream soll auch solche Leistungen von Theater und Gruppen hervorzuheben, die im monatlichen Rezensions-Programm von nachtkritik.de aufgrund der beschränkten Möglichkeiten oft nicht zu angemessenem Ausdruck kommen. Das Schlosstheater Moers hat die Aufzeichnung einer Aufführung von "21 Lovesongs", das in den Monaten der Pandemie als Livestream gespielt wurde, eigens für diesen nachtkritikstream einmalig frei gegeben. Wir bedanken uns und  zeigen "21 Lovesongs" von Samstag, den 12. Juni 2021, 19 Uhr bis Sonntag, den 13. Juni 2021, 19 Uhr.

 

21 NAC Stream 21 Lovesongs Instagram

 

Das Schlosstheater Moers schreibt zu "21 Lovesongs":

"Mit Songs aus 200 Jahren Musikgeschichte sowie Textfragmenten unterschiedlicher Genres untersuchen fünf Figuren und zwei Musiker das Protestpotential, das durch das Getrenntsein entsteht sowie die Sehnsucht nach Berührung und Berührtwerden, die wächst. Unter der musikalischen Leitung von Jan Lammert haben sich die Schauspieler*innen die Gefühle von Son Lux, Savages, Georg Kreisler, Sting & Melody Gardot, Max Unstern, Camille Music Hole, Max Raabe, Bell Book & Candle, Franz Schubert, Ton Steine Scherben, Gnarls Barkley, Konstantin Wecker, Green Day, Heinz Rudolf Kunze, The Carpenters, Miley Cyrus, Leonard Cohen, Billie Eilish, Richard Strauss, Charlie Chaplin, Rio Reiser, Franz Josef Degenhardt, Metallica, Eisler, Noa & Pat Metheny und Pharrell Williams geliehen und neu interpretiert. Zusammen treten sie so den Angriffen aus einer beschädigten Normalität entgegen.

Der Abend ist vor allem eine direkte Reaktion auf die Pandemie. Wir hatten das dringende Bedürfnis, die Emotionen und die Fragen zu verhandeln, die die Pandemie in uns ausgelöst hat. Das Thema Einsamkeit, Isolation, Wut und die Sehnsucht nach Berührung und Befreiung.
Das geht am besten über Musik.
Singen jedoch ist in pandemischen Zeiten natürlich im Grunde das Letzte, was man tun darf.
Daher haben wir die Schauspieler*innen und Musiker einzeln in Plastikzellen verlegt, die für Ihre jeweiligen Figuren je speziell ausgestattet sind.

Die Figuren sind gewachsen aus Materialsammlungen, die wir auf einer digitalen Pinnwand angelegt haben, ohne dass die anderen die Figuren und Konzepte der Figuren der Kolleg*innen kannten. Jede*r ist somit mit einem Geheimnis auf die Probe gekommen, das sich erst nach und nach im Zusammenspiel gelüftet hat.
Um dennoch ganz nah beieinander sein und zu können, die Kolleg*innen sowie Spieler*innen und Publikum haben wir mit Selfie-Kameras experimentiert und dabei eine sehr spannende Form des Selfie-Theaters entdeckt, das die Illusion und die Sehnsucht sowie auch die Unmöglichkeit des tatsächlichen Zusammenseins über die technische Krücke mitverhandelt.
So ist ein berührender und besonderer Abend entstanden, auf den wir uns tatsächlich besonders viel einbilden.
Das Feedback auf den Abend via Mails und Chat und sonstige Nachrichten hat diesen Eindruck bestätigt. Manchmal wollten die Zuschauer*innen nach der Aufführung gar nicht offline gehen. Der Chat wurde dabei benutzt wie ein digitales Shakespeare-Globe: 'Wildes Emoji-Geschmeiße' und 'Reinrufen' und 'Liebeserklärungen' und 'Anstoßen' auf dem digitalen Weg."

 

21 Lovesongs
Von und Mit: Patrick Dollas, Matthias Heße, Emily Klinge, Roman Mucha, Elisa Reining.
Musikalische Leitung & Piano: Jan Lammert, Gitarren & Bass: Jens Lammert, Inszenierung: Ulrich Greb, Raum & Kostüme: Birgit Angele, Dramaturgie & Textauswahl: Viola Köster, Regieassistenz & Bildmischung: Kristina Zalesskaya, Live-Kamera: Martin Gensheimer.

www.schlosstheater-moers.de

 

nachtkritik.de dankt dem Schlosstheater Moers für die kostenlose Zugänglichmachung des Streams.