"Ihr habt keine Ahnung vom Internet"

Berlin, Juli 2021. Das Panel "Netztheater als Guerillatheater" fand am 17. April 2021 während des Zoom in Festivals der Freien Szene auf nachtkritik.online statt. Daran nahmen teil Sahar Rahimi, Regisseurin, Performerin und Mitgründerin des Performance-Kollektivs Monster Truck, Bastian Trost, seit 2003 Teil des britisch-deutschen Performance-Kollektivs Gob Squad und Marcel Kohler, Ensemblemitglied des Deutschen Theater in Berlin, Teil des Neuen Künstler Theaters, Regisseur und Dozent an der Bayerischen Theaterakademie in München, moderiert wurde das Panel von Janis El-Bira (nachtkritik.de). Wegen Verbindungsproblemen konnte sich Sahar Rahimi nicht durchgängig am Gespräch beteiligen.

Themen: Ist das Netztheater das neue Volkstheater? Hat das Netztheater Qualitäten des Guerillatheaters? Die Rolle der großen Tech-Konzerne. Blick auf exemplarische Arbeiten: "Wir sind noch einmal davongekommen" von der Bayerischen Theaterakademie August Everding, "Show Me A Good Time" von Gob Squad und "Ghosting" von Monster Truck und Footprints of David aus Lagos (Nigeria). Das Publikum im Netz. Arbeiten im Netz. Der Live-Moment. Zuschauen lernen. Die Zukunft des Netztheaters.

Video-Aufzeichnung des Panels:



Timeline:

(00:13)  Einführung ins Thema: Was macht das Netztheater ästhetisch aus? – Netztheater als Guerillatheater (Janis El-Bira)

(01:12)  Vorstellung der Gäste: Sahar Rahimi, Regisseurin, Performerin und Mitgründerin des Performance-Kollektivs Monster Truck; Bastian Trost, seit 2003 Teil des britisch-deutschen Performance-Kollektivs Gob Squad und Marcel Kohler, Ensemblemitglied des Deutschen Theater in Berlin, Teil des Neuen Künstler Theater und Dozent an der Bayerischen Theaterakademie in München. Moderation Janis El-Bira.

(03:02)  "Es ist immer das Volkstheater, das den Karren aus dem Dreck zieht …", Peter Brook – Ist Netztheater das neue Volkstheater? Kann es überall stattfinden? (Janis El-Bira)

(04:12) Netztheater ist öffentlicher als das herkömmliche Theater – ein neuer leerer Raum (Marcel Kohler)

(06:03) Im Netztheater fehlt mir Rauheit und Reibung – Zweifel, ob durch das Netztheater die Zugänge erweitert werden in der Freien Szene (Sahar Rahimi)

(09:46) Der Vorsprung von Gob Squad im Netztheater – Mehr Realität und Risiko ins Theater – Hassliebe: Gob Squad und Theater – Moment des Kontakts (Bastian Trost)

(12:45) Hat Theater im Netz Qualitäten des Guerillatheaters? – Die Besitzverhältnisse im Netz (Janis El-Bira)

(13:50) Die Tools der Konzerne – Zoom gehört nicht allen – Der Aufwand für die Aufmerksamkeit (Marcel Kohler)

(15:17) Umnutzen der großen Plattformen – Herausforderung durch die gegebenen Formate (Marcel Kohler)

(17:05) Benutzen, was da ist – Sehnsucht nach dem anderen Medium – Flucht aus dem Live-Moment – Nischenprodukte (Bastian Trost)

(19:52) Wir sind Teil des Problems – Widersprüche spürbar machen (Sahar Rahimi)

(20:40) Blick auf exemplarische Arbeiten:

(21:45) "Wir sind noch einmal davongekommen", Bayerische Theaterakademie August Everding (Ausschnitt)

(24:45) Wie entstand "Wir sind noch einmal davongekommen?" (Marcel Kohler)

(28:10) Wie entstand "Show Me A Good Time" von Gob Squad (Bastian Trost)

(31:00)  "Ghosting" von Monster Truck und Footprints of David, digitale Premiere am Ballhaus Ost in Berlin (Ausschnitt)

(33:40)  Wie entstand "Ghosting"?, Begleitumstände (Sahar Rahimi)

(36:50)  Wie beeinflusst die Pandemie den internationalen kulturellen Austausch? (Sahar Rahimi)

(38:50) Theater im Netz – Stammpublikum – Neues Publikum – Konkurrenz (Bastian Trost)

(40:35) Anderes Arbeiten im Netz? – Angst vor dem Internet – gemeinsam geatmete Luft – Live-Chat (Marcel Kohler)

(42:50) Die Kraft des Live-Moments – das weltweite Schauen – direkte Publikumsansprache – reale Verabredungen – Vierte Wand (Bastian Trost)

(44:10) Live-Spiel bei "Wir sind noch einmal davongekommen"? (Marcel Kohler)

(46:00) Innehalten und Rückschau im Lockdown (Bastian Trost)

(46:44) Der Imperativ Netztheater – das Digitale als Tool (Sahar Rahimi und Bastian Trost)

(49:30) Publikum im Internet und im Realen – Stück ohne Publikum – die Kamera und die ganze Welt – 12 Stunden Theater (Bastian Trost)

(51:50) "Show Me A Good Time" als Zustand – 24 Stunden und ein Kompromiss – Leidgefühl durch Länge (Bastian Trost)

(55:25) Die Waffen des Gegners – Guerillakämpfe – die Verbote der Plattformen – Spaß am Grenzgehen (Bastian Trost)

(56:50) Fehlender Kitzel im Netztheater (Sahar Rahimi)

(59:35) Zuschauen lernen im Netz (Marcel Kohler)

(1:00:50) Sehnsucht nach dem Realen – Theater ist elitär (Bastian Trost)

(1:03:00) Potenzial von Hybrid-Formen (Nina Tecklenburg via Chat)

(1:04:19) Möglichkeiten des Netzes nicht ausgereizt (Chat)

(1:04:50) Die Ahnungslosigkeit von Gob Squad – Verbindungslosigkeit (Bastian Trost)

(1:06:05) Zuschauen beim digitalen Theater – Eintrittsgeld – Konsumerismus (Marcel Kohler und Sahar Rahimi)

(1:09:40) Theater und die digitalen Subkulturen (Chat)

(1:10:15) Neues Publikum gewinnen – Neugierde für andere Welten – Übergriffigkeit – Guerillakampf (Bastian Trost)

(1:11:40) Wir sind keine Kulturvermittler:innen, wir sind Künstler:innen (Sahar Rahimi)

(1:15:00) Theater-Experimente auf Instagram und Telegram – Diversität – Form als Selbstzweck – Veränderung des Systems durch Nadelstiche (Sahar Rahimi und Marcel Kohler und Bastian Trost)

(1:20:05) Die Zukunft des Netztheaters - Zuschauer:innen-Interaktion – der fehlende Geruch (Bastian Trost und Marcel Kohler und Sahar Rahimi)

 

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