Ein Öffnungsprozess

15. Oktober 2021. Das freie Theater Rampe in Stuttgart sucht eine neue Leitung ab Beginn der Spielzeit 2023. Die Ausschreibung eröffnet einen Findungsprozess, der teilweise öffentlich begleitet und bei dem das Thema der gesellschaftlichen Vielfalt eine zentrale Rolle spielen wird. Das teilt das Haus in einer Presseaussendung und auf seiner Website mit.

Die Ausschreibung ist Teil eines zweijährigen interkulturellen Qualifizierungsprozesses. Die Suche nach einer neuen Theaterleitung wird als ein Modellprojekt umgesetzt, in dem das Besetzungsverfahren auf Zugänge, Teilhabe und Diversität hinterfragt und ausgewertet wird. Dabei beraten die Diversitätsagentinnen Handan Kaymak und Leyla Ercan das Haus. Der Wunsch, den Bewerbungsprozess neu zu gestalten, sei aus zwei rassismuskritischen Workshops entstanden, die eine Auseinandersetzung mit Machtstrukturen, Rassismus, Klassismus und generellen Öffnungsprozessen innerhalb des Teams befördert haben, heißt es auf der Website des Theaters.

Bereits zu Anfang dieser Spielzeit hat die ehemalige künstlerische Leiterin und Regisseurin Marie Bues ihren Posten abgegeben. Bues habe sich in den vergangenen Jahren zunehmend ins Künstlerische zurückgezogen und werde dem Haus weiterhin als Regisseurin und Kuratorin verbunden bleiben, erklärt das Theater auf Anfrage von nachtkritik.de. Geleitet wird das Haus derzeit von einer Doppelspitze mit Martina Grohmann (bereits seit 2013 Co-Intendantin) als künstlerischer Leitung und Franziska Stulle als Geschäftsführerin.

Öffentliche Diskussion

Über die Bewerbungen zur Neubesetzung der Stelle ab 2023 berät eine Findungskommission mit Sonja Anders (Intendantin Schauspiel Hannover), Juliane Hahn (Gesamtkoordinationsteam Gessnerallee Zürich), Ülkü Süngün (Künstlerin, Aktivistin), Julian Warner (Kurator) und Noa Winter (Kuration Disability Arts & Projektkoordination – Making a Difference). 

Vom 21. bis 23. Oktober 2021 finden im Theater Rampe öffentliche Diskussionen zum Leitungswechsel statt. Im Rahmen der Veranstaltung "IF YOU GOT IT, GIVE IT" sollen Interessierte, Publikum, Stadtgesellschaft, Politiker:innen, Rampe-Team und Expert:innen über Leitungsmodelle, Machtkritik und Zugänglichkeit in Kulturinstitutionen öffentlich ins Gespräch kommen.

(Theater Rampe / sdre)

 

mehr meldungen

Kommentare

Kommentar schreiben