"Politisch-künstlerische Utopie"

Cottbus, 18. Oktober 2021. Das Staatstheater Cottbus bekommt zur Spielzeit 2022/23 eine neue, dreiköpfige Schauspieldirektion bestehend aus der Dramaturgin Franziska Benack, dem Autor und Regisseur Armin Petras sowie dem Regisseur Philipp Rosendahl. Das gab das Haus heute in einer Pressemitteilung bekannt. Die Neubesetzung war nötig geworden, nachdem die 2019 berufene Schauspieldirektorin Ruth Heynen das Theater zum Ende der abgelaufenen Spielzeit verlassen hatte.

Franziska Benack, Armin Petras und Philipp Rosendahl übernehmen die künstlerische Leitung des Schauspiels gleichberechtigt, Benack als geschäftsführende Dramaturgin, Petras als Hausautor und Hausregisseur sowie Rosendahl ebenfalls als Hausregisseur. Alle drei verbinde "in unterschiedlichen Konstellationen eine langjährige Zusammenarbeit", so die Pressemitteilung. 

"Energiepool der Stadt"

Das Team verstehe "die neue Leitungsform als eine politisch-künstlerische Utopie" und wird in der Pressemitteilung so zitert: "Wir wollen damit zeigen, dass Mehrstimmigkeit und Einigkeit möglich, künstlerisch ergiebig und als zeitgemäße Form für Auseinandersetzung geeignet sind. Dieses Selbstverständnis wird Einfluss auf den Austausch mit dem Publikum und auf die Spielplanentwicklung haben."

Intendant Stefan Märki: "Das Schauspiel soll gemeinsam mit den anderen Sparten Tanz, Konzert und Musiktheater das Haus zu einem zentralen Ort, Generator und Multiplikator künstlerischen Lebens und zum Energiepool der Stadt machen."

Mit dem Haus eng verbunden

Franziska Benack arbeitet bereits seit dieser Spielzeit als geschäftsführende Dramaturgin im Cottbuser Schauspiel. Sie wurde 1986 in Frankfurt (Oder) geboren, wuchs in Chemnitz und Mainz auf. Die studierte Theaterwissenschaftlerin war u.a. am Staatstheater Stuttgart und am Theater Bremen als Produktionsleiterin und Dramaturgin sowie als künstlerische Leiterin bei unterschiedlichen Festivals und in freien Theaterprojekten engagiert.

Armin Petras ist seit 2020 Hausautor und freier Regisseur am Staatstheater Cottbus (2020/21 "Umkämpfte Zone", 2021/22 "Biberpelz"). Geboren in Meschede/Sauerland und nach dem Mauerbau mit den Eltern in die DDR übergesiedelt, gilt der heute 57-jährige Theaterregisseur und -autor (auch unter dem Pseudonym Fritz Kater) als eine der prominentesten Stimmen seiner Generation. 2006 bis 2013 leitete er das Maxim-Gorki-Theater Berlin, 2013-18 das Schauspiel Stuttgart, seit 2018 war er Hausautor und Hausregisseur am Theater Bremen. In dieser Funktion bindet er sich ab Herbst 2021 ans Staatstheater Cottbus.

Philipp Rosendahl, 1990 in Düsseldorf geboren, ist freier Regisseur. Er arbeitete u.a. am Nationaltheater Mannheim, am Theater Bremen sowie an den Staatstheatern Stuttgart und Kassel. In Kassel leitete er zudem die Jugendsparte. Als Hausregisseur verantwortet er ab nächster Spielzeit das Cottbuser Schauspiel mit.

Erste Vorhaben und Pläne des neuen Leitungstrios sollen im Rahmen eines Pressegesprächs am 25. Oktober vorgestellt werden.

(Staatstheater Cottbus / jeb)

 

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Kommentare

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#1 Leitung, Cottbus: FarceTreppenwitz 2021-10-18 14:16
Armin Petras als Teil einer gleichberechtigten Schauspieldirektion? Neben seinen Regiearbeiten in Berlin, Bremen, Augsburg, Nürnberg usw? Was für eine Farce!

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