Medienschau: SZ – Sonja Zekri über voreilige Ausladungen russischer Kunstschaffender

Diversity Ununited

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3. März 2022. Von Disney bis "Diversity United", der Ausstellung, die von Berlin nach Moskau nach Paris reisen sollte - Kooperationen mit russischen Kulturschaffenden werden aktuell in "atemberaubender Geschwindigkeit" aufgekündigt, schreibt Sonja Zekri in der Süddeutschen Zeitung.

Weiter bemerkt sie: "Das Bedürfnis der deutschen Öffentlichkeit, sich zu solidarisieren und zu positionieren, ist übergroß. Und es ist begreiflich." Begreiflich sei auch "die Forderung des in Lemberg ansässigen Internationalen Buch-Forums und des ukrainischen PEN, die die gesamte internationale Literatur- und Verlagswelt zum Boykott von Büchern aus Russland aufrufen."

Und doch sei es fatal, wenn hiesige Verlage den Boykott aufnehmen würden - denn das treffe auch Autoren wie Wladimir Sorokin oder Ljudmila Ulitzkaja, "die ihr Leben lang gegen Gewalt und Propaganda in Russland anschrieben."

"Wer russische Musiker, Literaten oder Künstler zu öffentlichen Erklärungen nötigt, die in Russland den Verlust des Arbeitsplatzes oder der Freiheit bedeuten können, nur um den Widersprüchen der eigenen Position zu entkommen, der handelt rücksichtslos", schreibt Zekri. Und schlägt stattdessen vor: "die entschiedene Hinwendung zur Kultur der Ukraine." Denn Putin erkenne die Ukraine weder als selbständiges Land an noch als eine eigenständige ukrainische Kultur - umso wichtiger sei für "die Menschen in Charkiw, Odessa und Lwiw die Wertschätzung ihrer Literatur, ihrer Dramen, ihrer Musik."

(Süddeutsche Zeitung / joma)

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