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Staatskapelle Dresden: Daniele Gatti wird Chefdirigent

22. Juni 2022. Der Italiener Daniele Gatti ist von den Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle Dresden zum neuen Chefdirigenten gewählt worden. Das gab das Orchester gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach habe der Orchestervorstand nach einer Sitzung am Montag die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch gebeten, mit Daniele Gatti Verhandlungen über die Position des zukünftigen Chefdirigenten der Staatskapelle aufzunehmen.

Die Sächsische Staatskapelle ist in der Dresdner Semperoper beheimatet und hier pro Saison in etwa 250 Opern- und Ballettaufführungen zu hören. Hinzu kommen etwa 50 symphonische und kammermusikalische Konzerte sowie Aufführungen in der Dresdner Frauenkirche und dem Kulturpalast. 

"Eine der renommiertesten Dirigentenpersönlichkeiten"

Gatti würde mit seiner Wahl die Nachfolge von Christian Thielemann antreten, dessen Vertrag in Dresden im Juli 2024 endet. "Mit der Wahl von Daniele Gatti zum nächsten Chefdirigenten können wir nicht nur eine in den letzten Jahren überaus erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen, sondern gewinnen auch eine der renommiertesten Dirigentenpersönlichkeiten der Gegenwart für die Sächsische Staatskapelle Dresden", wird der Orchestervorstand in der Pressemeldung zitiert. 

Der 60-jährige Daniele Gatti ist aktuell Musikdirektor des Orchestra Mozart, Künstlerischer Berater des Mahler Chamber Orchestra und Chefdirigent des Teatro del Maggio Musicale Fiorentino. Darüber hinaus arbeitet er regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Orchestra Filarmonica della Scala zusammen. Sein Debüt bei der Staatskapelle Dresden gab er im Jahr 2000. 

Im Jahr 2018 war Gatti fristlos aus seiner Position als Chefdirigent des Royal Concertgebouw Amsterdam entlassen worden, nachdem mehrere Frauen #MeToo-Vorwürfe gegenüber dem Dirigenten erhoben hatten. Die Trennung wurde im April 2019 mit einer "einvernehmlichen", außergerichtlichen Einigung besiegelt.

(Sächsische Staatstheater / Bayerischer Rundfunk / jeb)

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