Medienschau: Der Spiegel – Repressionswelle gegen Kulturschaffende in Russland

Die treffendsten Worte über das Land 

Die treffendsten Worte über das Land 

4. Juli 2022. Im Spiegel (3.7.2022) berichtet Mikhail Zygar von einer "neuen Welle der Unterdrückung in Kultur und Bildung", die die russische Regierung in der vergangenen Woche eingeleitet habe.

Neben liberalen Forscher:innen oder Hochschulsprofessor:innen fielen dieser "Repressionswelle" auch die Intendant:innen wichtiger Bühnen zum Opfer. Am 29. Juni habe das Moskauer Kulturministerium die Entlassung von drei künstlerischen Leitern großer Moskauer Theater angekündigt: des Gogol-Zentrums, des Sowremennik und der Schule für modernes Drama.

Die "Zerstörung des Gogol-Zentrums", das von 2012 bis 2020 von Kirill Serebrennikow geführt wurde, ordnet Zygar dabei als "das symbolträchtigste Ereignis" ein. Serebrennikovs Vertrag als künstlerischer Leiter sei schon vor einem Jahr nicht verlängert worden, erklärt Zygar, aber sein Team am Theater habe damals bleiben dürfen; "sein Freund Alexei Agranovich wurde der neue Leiter des Theaters".

Dem Gogol-Zentrum schreibt Zygar eine besondere Bedeutung für die russische Kulturszene zu: "In vielerlei Hinsicht ist das Theater … dank der Bemühungen von Serebrennikov und seiner Schule zur vielleicht wichtigsten und politisch sensibelsten Kunst in Russland geworden. Von der Theaterbühne aus sind in den letzten Jahren die treffendsten Worte über die Geschehnisse im Lande gesprochen worden."

(Der Spiegel / cwa)

 

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