Medienschau: SZ, FAZ, Tagesspiegel – Zum 80. Geburtstag von Peter Handke

Poetik und Politik

Poetik und Politik

6. Dezember 2022. Die Feuilletons gratulieren Peter Handke zum 80. Geburtstag – und nutzen die Gelegenheit, das bisherige literarische Gesamtwerk des Literaturnobelpreisträgers noch einmal im großen biografischen Zusammenhang zu betrachten.

"Zu Peter Handke scheint es seit der Zeit der Jugoslawienkriege nur noch zwei Positionen zu geben: die Verteidigung seiner literarischen Meisterschaft bei gleichzeitiger Bagatellisierung seiner politischen Aussagen oder die politische Verteufelung bei gleichzeitiger Bagatellisierung seiner Literatur", konstatiert etwa Andreas Bernard in der Süddeutschen Zeitung und schlägt vor, diese beiden "unversöhnlichen Perspektiven" aus gegebenem Anlass zu verbinden und "sich zu fragen, inwiefern Poetik und Politik in Handkes Werk zusammenhängen und welche Wechselwirkungen bestehen zwischen der mit Bedacht eingenommenen Position des politisch Isolierten und den Entfaltungen seines Schreibens".

Jenseits dieses Aspektes, der freilich auch in den Geburtstagsartikeln der anderen Medien ein zentrales Thema ist, erkennt Andreas Platthaus in der FAZ in Handke einen "Beobachtungschilderer" und verweist auf das pünktlich zum Ehrentag herausgebrachte Notizen-Buch "Die Zeit und die Räume". Derweil bringt Gerrit Bartels seine Leseerfahrung mit dem Schriftsteller und Dramatiker im Tagesspiegel folgendermaßen auf den Punkt: "Man fühlt sich zu seiner Literatur hingezogen, eben weil sie so eigensinnig ist, so jenseits von allem und auf eine Wahrheit aus, die sich sonst nirgendwo in der zeitgenössischen Literatur finden lässt; man ist aber auch immer wieder verblüfft ob Handkes Selbstbeweihräucherung und Selbstbezogenheit."

(Süddeutsche Zeitung / FAZ / Tagesspiegel / cwa)

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