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Armin Petras – Maxim Gorki Theater Berlin, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

sie fragen mich nach meinem beeindruckendsten theaterereignis im jahr 2008. unter all den ansprechenden, berührenden und anregenden theatererlebnissen fällt ein stück heraus, Der Zwischenstand der Dinge, ein projekt von: christoph schlingensief. krankheit, tod, sprechen über die eigene krankheit, eine sprache finden für körperliche leiden.

nicht leiden durch gefühle, die durch die reaktion auf andere menschen entstehen, sondern körperliche schmerzen. kein selbstmord im stück wegen unglücklicher liebe, sondern die frage nach der körperlichen existenz, den grenzen der körperlichen existenz. die fähigkeit, trotz der krankheit des körpers, den kopf nicht zu verlieren, die sprache nicht zu verlieren, vielmehr die sprache zu benutzen, den körperlichen schmerzen durch die sprache ausdruck zu geben, eine stimme zu geben. auch denjenigen eine sprache geben, die keine bühne zur verfügung haben. atmosphäre schaffen, einen raum finden, wie wirken darsteller, was können sie darstellen, bühne: kathrin frosch, aino laberenz. kostüme: aino laberenz. wann sagt die stimme des kranken mehr als worte.

was kann moderne kunst? was bewirken die videosequenzen im ZWISCHENSTAND DER DINGE? sie zeigen den bühnenraum als möglichkeit, die dargestellte fiktion zu brechen, sie verhindern die vordergründige emotionalisierung des trotz allem sehr emotionalen themas, sie reflektieren, kommentieren und analysieren nicht nur das leben des künstlers christoph schlingensief, sondern vor allem seinen umgang mit der krankheit. video: meika dresenkamp.

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