Theater der Wahrhaftigkeit

14. März 2009. Der Regisseur Jürgen Gosch und der Bühnenbildner Johannes Schütz erhalten einer Mitteilung der Stiftung Preussische Seehandlung zufolge den diesjährigen Berliner Theaterpreis. Damit wird auch eine sehr fruchtbaren Arbeitsbeziehung prämiert, denn Johannes Schütz schuf unter anderem die Bühnenbilder zu den Gosch-Inszenierungen Onkel Wanja und Die Möwe.

Jürgen Goschs Purismus führe das Theater, das "zu­nehmend von der Über­insze­nierung und der entfes­sel­ten Referen­tialität unserer Zeit be­stimmt wird, zurück auf den ele­mentaren Vor­gang", begründete die Jury ihre Entscheidung. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung habe der Bühnenbildner Johannes Schütz als Goschs wichtigster künstlerischer Partner. Schütz' "bezwingend einfachen, ebenso mini­malistischen wie luziden Räume" schaffen aus Sicht der Jury mit ihren Setzungen "den kongenialen Rahmen für ein Theater der Wahrhaftigkeit." Sein zeichenhafter Anti-Natu­ralis­mus öffne und begrenze ein Spiel­feld, das "die Ideal­bedingungen für Goschs symbiotische Arbeitsweise herstellt, in der die Mittel der Verfertigung be­wusst ausgestellt" würden. Denn angestrebt werde in diesen Arbeiten "nicht der mimetische Verwand­lungs­­­zauber, sondern die Osmose zwischen Dar­steller und Darge­stell­tem."

Der Jury gehörter der Intendant des Schauspiel Stuttgart, Hasko Weber, die Regisseurin Konstanze Lauterbach und der Theaterkritiker Christopher Schmidt an. Als beratende Stimmen waren der Intendant der Berliner Festspiele Joachim Sartorius bzw. die Leiterin des Theatertreffens Iris Laufenberg beigeordnet.

Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird am 3. Mai im Rahmen des Berliner Theatertreffens vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit im Deutschen Theater verliehen. Preisträger des letzten Jahres war der Schauspieler Josef Bierbichler. 2007 wurde die Auszeichnung an Ulrich Matthes vergeben.

(sle)

 

 
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