Intelligent spam?

31. Januar 2009. Der letzte Tag im Januar. Wenig tut sich. Selbst die Kommentatoren schweigen still und haben augenscheinlich anderes zu tun. Nur eine gewisse Lady Sonia schickte eine Botschaft an John Gabriel Borkman, dem sie sich mit Free Movie Tubes anzudienen versuchte, vermutlich nackt. Schade, dass sie nicht weiß, dass er eine Theaterfigur ist. Die Mail dieser Lady gehört zu den unzähligen Spams, die hier täglich in die Kommentarspalte fließen und gelöscht werden, ohne je eine größere Leserschaft zu erreichen. Doch wenn es still ist wie heute, kann selbst eine Viagrawerbung Fragen aufwerfen.

Warum zum Beispiel kommen die meisten Werbungen für das Potenzsteigerungsmittel als Kommentare zu Sebastian Hartmanns Leipziger Matthäuspassion? Wie kommt es, daß nur in den Kommentaren zu Ostermeiers Berliner "John Gabriel Borkman" Spammails von Kredithaien, dubiosen Wirtschaftsinstituten, Online-Casinos oder Escort-Serviceagenturen landen, nicht aber bei Kriegenburgs Hamburger Urfaust, der eher Online-Apotheken inspiriert? Scannen die Robots der Spammailer die Websites im www auf Keywords, Namen oder Inhalte? Bloß, dass ihre komplexe Elektronik noch nicht gelernt hat, das Leben und das Bild zu unterscheiden, das sich das Theater von ihm macht? Die Kritik zu Jürgen Goschs Möwe inspiriert immer wieder Produzenten von Schmuddelvideos zu Video-Werbungen, für young.hollywood.starlets zum Beispiel. Wieso wird speziell hier Interesse an einem solchen Angebot vorausgesetzt? Trigorins, Kostjas oder gar Sorins wegen? So laufen die Fragen auf, an einem Samstag wie diesem. Vorläufig ohne Antwort.

(sle)


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