Verneigungen vor einem ganz Großen

Berlin, 23. Juni 2009. Verwandte, Freunde und Kollegen haben am gestrigen Montag Abschied von dem Theaterregisseur Jürgen Gosch genommen. Gosch wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt. Er, der zu den wichtigsten Theaterschaffenden der Gegenwart gehörte, ist am 11. Juni an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

Die Trauerreden hielten der Dramatiker Roland Schimmelpfennig und Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz. Schimmelpfennig sagte in seiner kurzen, aber sehr bewegten Rede, der Schmerz sei unbeschreiblich. "Wir verlieren einen großartigen Künstler und wunderbaren Menschen." Bis zum Schluss habe Gosch "wirklich gekämpft" und "immer weiter gemacht". Er dankte dem verstorbenen Regisseur für dessen Kompromisslosigkeit, Unvoreingenommenheit, Humor, Offenheit und Neugier. Gosch hatte zuletzt am Deutschen Theater Berlin Schimmelpfennigs "Idomeneus" inszeniert.

André Schmitz sagte, Schauspieler hätten an Gosch die Freiheit, die er ihnen beim Arbeiten gab, gelobt. Auch die Zuschauer hätten den Regisseur geliebt, selbst wenn er dem Publikum viel zugemutet und sich nie angebiedert habe. "Wir verneigen uns vor einem ganz Großen des deutschen und europäischen Theaters", betonte Schmitz.

Unter den zahlreichen Trauergästen waren neben den Angehörigen die Intendanten und Regisseure Oliver Reese, Ulrich Khuon, Thomas Langhoff, Claus Peymann und Jürgen Flimm sowie die Schauspieler Ulrich Matthes und Ernst Stötzner.

(ddp via Theaterkanal / peko)

 

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