Das Libretto 1. Teil

17. Juli 2009. Die Redaktion von nachtkritik.de hat die verschiedenen Teile des Librettos für die Afrikanische Oper zusammengetragen und teilt sie hier, zur weiteren Bearbeitung mit:

Afrika, reiches Armenland, von Menschen geschändete Menschenheimat.[1]

 

I

Du spürst den Grund, der so richtig
unter der Sohle wegschmiert, nasser Lehm,
die Füße drehn sich im Matsch, und die große
Hundeschnauze vor der Brust hilft auch
nicht weiter, greif die Sterne, Fremder,
die Luft schmeckt kalt, dies ist eine neue
Plastikmilchkann für eineinhalb Liter,
und die gehst auf den Kuhstall zu, ohne
Taschenlampe, Wildgänse rauschen durch
die Nacht in deinem Kopf und die Bäuerin
sagt, na, kommt der Chef heut´selber
Milch holen.[2]

 

II

"Ich liebte die Wüste, die versengten Obstgärten, die verstaubten Läden, die schal gewordenen Getränke. Ich schleppte mich durch die stinkenden Gassen, und mit geschlossenen Augen gab ich mich der Sonne hin, der Göttin des Feuers. ..

Tenor:
Hab ich Gelüst, dann allein
Nach Erde und Stein.
Immer leb ich von Luft, verspeise
Felsen, Kohle und Eisen.

Tut euch um, meine Hunger, weidet
Auf tönender Trift,
Aus der Ackerwinde, das heitre
Sauget, das Gift.

Fresst die Kiesel, die man zermahlt,
Fresst die Steine der Kirchen, die alten
Vergangener Sintflut Geröll,
Brote, gesät in düsteren Talen.

Der Wolf schrie unter dem Laub
..."
(an dieser Stelle arbeite ich an der Adaption, hier müßte ein afrikanisches Tier auf den Plan treten.)[3]

 

III

"Im Abgrund blau und tief

Die Körperlosen schweben,
Sie zaubern und beleben
Die nächtige Harmonie, -
Den Frühling grüßen sie!"[4]

 

IV

 

"Trotz der Nacht allein
Und des Tags voll Feuer.

Also entrinnst du
Dem Menschengebuhl,
Dem Allerwelts-Elan!
Du fliegst deine Bahn...

- Die Hoffnung abgeschafft.
Keine Wandertour.
Geduld und Wissenschaft,
sichere Tortur.

Das Morgen dahin,
Seidenes Glühn,
Euer Brand allein
Muss sein.

Sie ist wiedergewonnen!
- Wer? - die Ewigkeit.
Sie, das Meer, mit der Sonne
Vereint. "[5]

 

V

„…Ich wurde eine Märchenoper: ich sah, dass alle Wesen in verhängnisvoller Beziehung stehen zum Glück: die Tat ist nicht das Leben, sondern eine Art von Kraftvergeudung, ein Aufreiben der Nerven. Moral ist Gehirnwäsche.

Zu jedem Wesen, schien mir, gehörten mehrere andere Leben. Dieser Herr da weiß nicht, was er tut: er ist ein Engel. Diese Familie da ist eine Hundebrut. Ansgesichts mehrerer Männer plauderte ich laut mit einem Augenblick aus einem ihrer anderen Leben. – Also hab ich ein Schwein geliebt.
Keiner der Sophismen des Wahnsinns – des Wahnsinns, den man einsperrt – wurde von mir ausgelassen: ich könnte sie alle hersagen, das System ist mir vertraut.

Meine Gesundheit war bedroht. Der Schrecken kam auf mich zu. Ich verfiel mehrtägigem Schlaf, und, aufgestanden, setzte ich die düstersten Träume noch fort. Ich war reif fürs Jenseits, und auf einer Straße der Gefahren führte mich meine Schwäche bis ans Ende der Welt und des Mogubu-Lands, Heimat des Schattens und der Wirbelwinde.

Ich musste auf Reisen gehen, die Zauber verscheuchen, die sich in meinem Gehirn versammelt hatten. Über dem Meer, das ich so sehr liebte, als hätte es mir einen Schandfleck abwaschen sollen, sah ich das Kreuz der Tröstung auftauchen. Ich war vom Regenbogen verdammt worden. Das Glück war mein Verhängnis, meine Reue, mein Wurm: mein Leben würde immer viel zu unbegrenzt bleiben, als dass es der Kraft und der Schönheit geweiht sein könnte…“[6]

 

VI

also gut, in dem Traum ging es um ein Haus, kein Opernhaus, aber es lag in der nähe einer Oper, Chöre, die bei offenem Fenster probten, klangen manchmal durch den Lärm der Straße bis zu mir hinauf in den obersten Stock. Die Wohnung war nicht wirklich meine Wohnung, denn sie war im doppelten Sinn eine Traumwohnung, die, die ich mir immer gewünscht hatte. Alt, geräumig, wie aus einem französischen Film, von morbider Eleganz. Mit Kamin und Spiegel. dorthin könnte ich endlich eine Geliebte laden und ihr mit meinem Geschmack, meiner Großzügigkeit eine ideale Fluchtstätte bieten vor der zähen Gewöhnlichkeit, in der ich sie wähnte. Aber wie ich die Wohnung betrat und sie voll Behagen inspizierte, dämmerte mir nach und nach, daß diese Wohnung nicht erst jetzt in meinem Besitz war und das sich Teile meines Lebens schon früher in ihr zugetragen hatte. Diese waren aber nicht von Glück und Lust bestimmt, sondern in ihnen war ich ein sehr sehr nachlässiger, schusseliger Mensch, der, so begann mir mehr und mehr zu dämmern, jemanden hatte sterben lassen, aus purer Trägheit. So sehr ich mich auch bemühte, die Geschehnisse von einst, als zufällige und unausweichliche zu begreifen, sie offenbarten sich als Schande eines Gewissenlosen. Ich wollte es nicht wahr haben und wähnte mich in einem Traum, wachte auf und war zufrieden, aber in meiner Zufriedenheit bemerkte ich, das ich noch immer in der nämlichen Wohnung war, und da war auch das Zimmer und wie ich es öffnete, war da der Tote, verwest und stinkend und wie ich ihn sah, war auch der Augenblick des Kampfes gegenwärtig und ich wußte, dass niemand anders als ich ihn mit seinen Händen gemordet hatte als …[7]

(Bei deinem Traum würde ich an der Stelle einsteigen, als klar wird, dass die ganze Zeit jemand im Zimmer vernachlässigt wurde. Hat sich dieser nicht bemerkbar gemacht? An dieser Stelle muss etwas passieren. Mit dem Vernachlässigten, der sich noch äußern kann, muss gesprochen werden, sich um ihn gekümmert werden. Wenn du es selbst nicht kannst, lass jemanden anderen kommen, meinetwegen eine Krankenschwester. (Corinna kann vielleicht was dazu sagen?)
Dann kann der Mord (weil der Vernachlässigte irgendwann zu unansehnlich und lästig wurde?) abgewendet werden.)[8]

 

VII

Baccalaureus:
Anmaßlich find' ich, daß zur schlechtsten Frist
Man etwas sein will, wo man nichts mehr ist.
Des Menschen Leben lebt im Blut, und wo
Bewegt das Blut sich wie im Jüngling so?
Das ist lebendig Blut in frischer Kraft,
Das neues Leben sich aus Leben schafft.
Da regt sich alles, da wird was getan,
Das Schwache fällt, das Tüchtige tritt heran.
Indessen wir die halbe Welt gewonnen,
Was habt Ihr denn getan? genickt, gesonnen,
Geträumt, erwogen, Plan und immer Plan.
Gewiß! das Alter ist ein kaltes Fieber
Im Frost von grillenhafter Not.
Hat einer dreißig Jahr vorüber,
So ist er schon so gut wie tot.
Am besten wär's, euch zeitig totzuschlagen.

Mephistopheles:
Der Teufel hat hier weiter nichts zu sagen.

Baccalaureus:
Wenn ich nicht will, so darf kein Teufel sein.

Mephistopheles:
Der Teufel stellt dir nächstens doch ein Bein.

Baccalaureus:
Dies ist der Jugend edelster Beruf!
Die Welt, sie war nicht, eh' ich sie erschuf;
Die Sonne führt' ich aus dem Meer herauf;
Mit mir begann der Mond des Wechsels Lauf;
Da schmückte sich der Tag auf meinen Wegen,
Die Erde grünte, blühte mir entgegen.
Auf meinen Wink, in jener ersten Nacht,
Entfaltete sich aller Sterne Pracht.
Wer, außer mir, entband euch aller Schranken
Philisterhaft einklemmender Gedanken?
Ich aber frei, wie mir's im Geiste spricht,
Verfolge froh mein innerliches Licht,
Und wandle rasch, im eigensten Entzücken,
Das Helle vor mir, Finsternis im Rücken.

Mephistopheles:
Original, fahr hin in deiner Pracht! —
Wie würde dich die Einsicht kränken:
Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken,
Das nicht die Vorwelt schon gedacht? —
Doch sind wir auch mit diesem nicht gefährdet,
In wenig Jahren wird es anders sein:
Wenn sich der Most auch ganz absurd gebärdet,
Es gibt zuletzt doch noch e' Wein.
[Zu dem jüngern Parterre das nicht applaudiert]
Ihr bleibt bei meinem Worte kalt,
Euch guten Kindern laß ich's gehen;
Bedenkt: der Teufel, der ist alt,
So werdet alt, ihn zu verstehen![9]

 

VIII

Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs

Sonette find ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
dass wer Sonette schreibt. Dass wer den Mut

hat, heute noch so´n dumpfen Scheiß zu bauen;
allein der Fakt, dass so ein Typ das tut,
kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

darüber, dass so´n abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichserein blockiert,
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.[10]

 

IX

Vor Jahren kamen wir mit einem burkinischen Macher zufällig in eine Kneipe in Ouaga.
Er fragte „Wo wollt ihr sitzen? Dort unter dem Baum ist es schön schattig.“ und zeigte auf den einzigen Tisch der besetzt war. Dann trat er ganz ruhig an die Gruppe heran die dort saß und bat sie höflich Platz zu machen. Die Gruppe schaute hoch: ein Burkinabé in Anzug und Krawatte und zwei Weiße. Sie standen wortlos auf. Wir waren sehr betreten - aber Wirt bediente uns ganz unbefangen, die Gruppe hatte einen neuen Platz gefunden und lärmte wie vorher auch. Keine peinliche Stille, keine bösen Blicke – alles war in Ordnung. Kein Kampf keine Verlierer, der Macher hatte gewonnen.[11]

 

X

..."Genug! jetzt die Strafe. - Vorwärts!
Ah! die Lungen brennen, die Schläfen klopfen! die Nacht rollt in meinen Augen, bei dieser Sonne! das Herz... die Glieder...
Wohin gehts? zum Kampf? Ich bin schwach! die anderen rücken vor. Die Werkzeuge, die Waffen... die Zeit!...
Feuer! Feuer auf mich! Da! oder ich ergebe mich. Feiglinge! - Ich töte mich! Ich werfe mich vor die Hufe der Giraffen!
Ah!...
Ich werde mich daran gewöhnen.
Dies also wäre das afrikanische Leben, der Pfad des Staubes und der Ehre.[12]

 

XI

Die afrikanische Fabel:
"Die Halluzinationen sind unzählbar. Daran habe ich schon immer gelitten: keinen Glauben an die Geschichte mehr, die Prinzipien vergessen. Ich werde es verschweigen: Dichter und Seher würden neidisch. Tausendmal bin ich der Reichste, seien wir geizig wie das Meer.
Oh, auch das noch! soeben ist die Lebensuhr stehengeblieben. Ich bin nicht mehr in der Welt.- Die Theologie ist doch ernst zu nehmen, die Hölle ist zweifellos unten - und der Himmel oben. - Verzückung, Alptraum, Schlaf in einem Nest von Flammen.
Soviel Arglist der Augen in der Landschaft...Satan, Kalidou Owambaga, rennt mit den wilden Samen... Jesus Mbogami wandelt über das purpurne Dornicht, ohne es niederzubiegen...
Ich werde alle Geheimnisse enthüllen: Geheimnisse des Glaubens und der Natur, Tod, Geburt, Zukunft und Vergangenheit, Kosmogonie, das Nichts. Ich bin Meister in Phantasmagorien.
Hört! ...
Ich besitze alle Talente! - Hier ist niemand und dennoch jemand: ich möchte meine Schätze nicht verschleudern. - Wollt ihr Negergesänge? Huri-Tänze? Wollte ihr, dass ich verschwinde, dass ich tauche, den Ring zu suchen? Wollt ihr? Ich werde Gold machen, Arzneien.
Vertraut mir doch, der Glaube hilft auf, leitet, heilt. Alle, kommt - auch die kleinen Kinder -, dass ich euch tröste, dass man sein Herz ausgieße über euch - das wunderbare Herz! Arme Menschen, schwarze Arbeiter! Ich heische keine Gebete; mit eurem bloßen Vertrauen werde ich glücklich sein.
- Und dass wir auch an mich denken. All das lässt mich der Welt wenig nachtrauern. Ich habe das Glück, nicht schlimmer zu leiden. Mein Leben bestand nur aus süßen Torheiten, das ist schade.
Ach was! lasst uns alle erdenklichen Grimassen schneiden.
Wahrhaftig, wir sind außer der Welt. kein Laut mehr. Mein Maß ist hin. Ach! mein Schloß, mein Wüstenland, mein Dornengehölz. Die Abende, die Morgen, die Nächte, die Tage... Bin ich müd!
Ich müsste meine eigene Hölle haben für den Zorn, meine Hölle für den Hochmut - und die Hölle der Schmeichelei; ein ganzes Konzert von Höllen.
Ich sterbe an Ermattung. Es ist das Grab, ich gehe zu den Würmern, schrecklichster aller Schrecken! Satan, Possenreisser, mit deinen Zaubern willst mich zunichte machen! Ich flehe. Flehe! einen Stoß mit der Schürgabel, einen Tropfen Feuer.
Ach! ins Leben zurücksteigen! Die Augen auf unsere Ungestalt richten. Und dieses Gift, dieser tausendmal verfluchte Kuss! Meine Schwäche, die Grausamkeit der Welt! Mein Gott, Erbarmen, verbirg mich, ich halte mich zu schlecht! - Verborgen bin ich und bin es nicht. Dies ist das Feuer, das auflebt mit seinem Verdammten. ... "[13]

XII

"Ein junger Mensch, ich weiß nicht, wie,
starb einst an der Hypochondrie
und ward denn auch begraben.
Da kam ein schöner Geist herbei,
der hatte seinen Stuhlgang frei,
wie´s denn so Leute haben.
Der setzt´ notdürftig sich aufs Grab
und legte da sein Häuflein ab,
beschaute freundlich seinen Dreck,
ging wohl eratmet wieder weg
uns sprach zu sich bedächtiglich:
Der gute Mensch, wie hat er sich verdorben!
Hätt er geschissen so wie ich,
er wäre nicht gestorben!"[14]

XIII

"Achte Deinen Nächsten, auch wenn Du ihn nicht liebst!“[15]

 

XIV

Fernab von Herden, Beduinen, Vogelstraußen,
Was trank ich, kniend dort im Wüstensand,
umgeben von der Palmen Sausen,
in eines Mittags Hitze, braun verbrannt?

Was konnt ich trinken aus der jungen Oase,
- die Datteln still, verblühter Rasen, Himmelsgleiß! -
Aus Kürbisflaschen trinken hier, fern dem verlassnen
Teuren Dach? Ein Goldlikör, der treibt den Schweiß.

Als Wirtshausschild bracht ich dem Wirt wohl Schande.
- Vor Abend hieß ein Sturm das Firmament verschwinden.
Des Himmels Naß zerrann in reinen Sanden,
Spien Hagel in die Pfützen Gottes Winde;

Im Weinen sah ich Gold - und konnt´nicht trinken. -
...[16]

XV

...
In ihrer Wüste aus Sägespänen,
Wo sie die edlen Hölzer verschalen,
Sorglos, auf denen
Die Stadt falsche Himmel wird malen.

O diesen Tätigen zulieb, die treu
Untertan sind babylonischem König.
Venus! verlass die Verliebten ein wenig,
Die in sich selber sind selig und reich.

Königen der Hirten, o schaff
Den Werkleuten Branntwein her,
dass geruhsam fließe die Kraft
Bis mittags das Bad ruft im Meer.

Schließlich empfand ich die Verwirrung meines Geistes als Fluch, Ich war müßig, von einem schweren Fieber ergriffen. ich beneidete die Tiere um ihre Glückseligkeit - die Raupen, die die Unschuld der noch Ungeborenen verkörpern, die Maulwürfe, den Schlaf der Jungfräulichkeit.
Ich wollte sein wie Antilope und Zebra, frei und wild und nicht verbittert.
Ich sagte der Welt adieu in romanzenartigen Formen:

Lied vom höchsten Turm

Herbei, herbei,
Komm, Zeit der Liebe, sei.

So viel ich ertragen,
Ich habe es verwunden.
Schmerz ist und Verzagen

Zu den Himmeln entschwunden.
Und der zehrende Durst
Verfinstert mein Blut.

Herbei, herbei,
Komm, Zeit der Liebe, sei.

Gleich der Prärie
So vergessen auch,
Gewachsen, durchblüht,
Von Unkraut und Weihrauch,
Umschwirrt von wilden
Scheußlichen Fliegen.

Herbei, herbei,
Komm, Zeit der Liebe, sei.
...[17]

 

XVI

..."Ich! ich, der sich Magier oder Engel genannt hat, losgesagt von jeder Moral, ich bin der Erde zurückgegeben, eine Pflicht zu suchen und die rauhe Wirklichkeit zu umarmen! Bauer!
Werd ich betrogen? die Barmherzigkeit, sollte sie denn die Schwester des Tods für mich sein?
Wie auch immer, da ich mich durch Lüge genährt habe, will ich um Vergebung bitten. Und weiter!
Denn ich kann sagen, dass der Sieg mir sicher ist: das Zähneknirschen, das Gezisch des Feuers, das verpestete Stöhnen, alles läßt nach. Alle eklen Erinnerungen verblassen. Meine letzten schmerzlichen Anwandlungen stehlen sich fort - Neid und Eifersucht gegen die Bettler, die Räuber, die Freunde des Tods, die Zurückgebliebenen aller Art. - Verdammte, wenn ich mich rächte!
Man muss unbedingt modern sein.
Keine frommen Gesänge mehr: den Vorsprung halten. Harte Nacht! das vertrocknete Blut schwelt auf meinem Gesicht, und ich habe nichts hinter mir als dieses widerwärtige Bäumchen! ...
Der geistige Kampf ist genauso brutal wie die Menschenschlacht; aber die Vision der Gerechtigkeit ist das Vergnügen Gottes allein.
Jetzt ist die Zeit zu wachen. Empfangen wir alle Impulse der Lebenskraft und der echten Zärtlichkeit. Und zur Morgenröte, gewappnet mit einer glühenden Geduld, werden wir einziehen in die herrlichen Städte. Was sprach ich von Freundeshand! Ein schöner Vorteil ist, dass ich über die alten trügerischen Liebschaften lachen kann und jene verlogenen Paare mit Schande treffen - ich habe dort unten die Hölle der Frauen gesehen; - und es wird mir vergönnt sein, die Wahrheit zu besitzen in einer Seele und einem Leib.[18]

XVII

Ende der 70ger Jahre wurde die Flussblindheit (Onchozerkose) besiegt. Dadurch war es möglich die Flusstäler zu besiedeln. Am Weißen Volta (heute Nakambé) wurde ein Damm gebaut (Barrage de Bagré) der einen großen See aufstaute. An diesem See siedelt die Regierung Menschen an die von der Dürre, den Heuschrecken oder dem Klimawandel aus dem Norden vertrieben wurden. Eigentlich ist das Gebiet Bissaland. Aber Bissa sind naturgemäß wenige unter den Neusiedlern. Die gehören vielmehr vielen verschiedenen Ethnien an. Die Dörfer dort tragen keine Namen, sie heißen Village 01, Village 02…
Gäbe man ihnen Namen müssten diese einer bestimmten Sprache entnommen werden. Das Dorf würde dadurch einer Ethnie zugeordnet. Diese erhielte dann die Rechte des Erstsiedlers. Sie stellte den Erdherren (tengsoba) der den Kontakt pflegt zu den Ahnen denen das Land eigentlich gehört. Er vergibt die Landnutzungsrechte, errichtet die Schreine und sorgt durch die Kontakte zu den Überirdischen für eine gute Ernte. Welche Ethnie sollte das sein? Noch hat keine ihre Ahnen in der Erde von Bagré bestattet Also nennt man die Dörfer 01,02 usw.[19]



[1] "Sebastian Hartmann"/ Hubert Fichte, Nr 152

[2] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud, Nr. 113

[3] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud Nr. 161

[4] „Sebastian Hartmann“/ Michel Foucault, Nr. 171

[5] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud, Nr. 177

[6] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud Nr. 190

[7] Raphael, Nr. 182

[8] Sven Jurgel, Nr. 191

[9] Wo wir gerade beim Thema sind/ Goethe: Faust II, 2.Akt, Nr. 172

[10] Carlos Palabras/ Robert Gernhardt, Nr. 204

[11] Helmut, Nr. 218

[12] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud, Nr. 225

[13] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud, Nr. 227

[14] Billie Jean/ Goethe, Nr. 231

[15] Billie Jean/ Richard David Precht Nr, 236

[16] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud, Nr. 239

[17] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud, Nr. 242

[18] Carlos Palabras/ Arthur Rimbaud, Nr. 246

[19] Helmut, Nr. 249

 

Kommentare

Kommentare  
#1 Afrikanische Oper: Wow!Bettina Sommer 2009-07-17 17:10
Wow, das liest sich großartig, toll !
#2 Afrikanische Oper: Bitte um KorrekturCarlos Palabras 2009-07-17 20:24
Liebe Redaktion, amigos, das Libretto ist wunderbar geworden, ich bin total aus dem Häuschen!
Muchas gracias, das ist fantastico, ich freue mich sehr.

Aber bitte, verwechselt nicht den guten Rimbaud mit Baudelaire.
Die Teile 12, 13, 16. 17 und 18 sind allesamt von Arthur Rimbaud - meine Änderungen waren geringfügig.

Bitte, amigos, das muss korrigiert werden:
Arthur Rimbaud, sonst sucht mich der Gute im Nachtmahr heim...

Gracias & salute!
#3 Afrikanische Oper: Bitte um eine zweite KorrekturCarlos Palabras 2009-07-17 20:32
Nachtrag an die Redaktion:
gerade sehe ich, dass auch die von euch als Kapitel 2,3,5 und 6 benannten Stücke Teile aus der "Saison en Enfer" von Rimbaud sind, wie gesagt ich habe nur einzelne Wörter geändert. Pérdon, ich hätte das kennzeichnen müssen, perdón!
#4 Afrikanische Oper: für die Zahnärztin@bettina 2009-07-17 20:51
ja, für ne zahnärztin riecht dat nach kunst, ne?
#5 Afrikanische Oper: zu Ende?Felicitas 2009-07-17 20:52
Applaus, applaus!

Ist das Stück denn nun zu Ende? Schade...
#6 Afrikanische Oper: Hefezopf nebenbei@nachtkritik 2009-07-17 20:56
was heißt denn hier "sozusagen kondensiert"? ihr habt schon gedichtet, ne? das könnt ihr doch ruhig zugeben! so neben dem brötchenbacken noch n hefezopf hingehaun! ihr wahnsinnstypen!
#7 Afrikanische Oper: Nicht Baudelaire, aber RimbaudKarl Laberfeld 2009-07-17 21:06
Mesdames et Messieurs, verehrte Redakteure und Redakteurinnen,
da hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen.
Die "Fleurs du mal" von Baudelaire haben zwar maßgeblich expressionistische Dichter wie Verlaine und Rimbaud beeinflusst, sind jedoch in diesem Libretto nicht auffindbar. Da stimmt was nicht, ansonsten aber eine schöne Arbeit, dieses Libretto!
Alles Gute, Karl
#8 Afrikanische Oper: Fehler-Korrektur und anderesDie Redaktion 2009-07-17 22:31
Wir bitten sehr um Verzeihung wegen der Fehler. Bitte alle Beteiligten - Carlos Palabras, bitte - nochmal drauf gucken, ob es jetzt stimmt?
Die Redaktion hat nichts hinzugedichtet, nur herausgezogen, was an Beiträgen zum Libretto in den Kommentaren vorhanden war.
Wir finden nicht, dass die Arbeit nun zu Ende wäre. Wir denken, sie geht erst jetzt los.
Oder?
Vamos companeros!
Herzlich
Die redaktion
#9 Afrikanische Oper: keine FließbandarbeitCarlos Palabras 2009-07-17 23:23
Perfecto, jetzt stimmt es.
Gracias nochmals, pene, aber gönnt mir eine Pause, amigos...
Ein Libretto ist keine Fließbandarbeit.
Bettina, chica, bist du wieder im Lande? Hast du den Sonnenbrand verwunden? Saludos, bella
#10 Afrikanische Oper: um mehr als irgendeinen Textwüstenfuchs 2009-07-18 00:14
Hallo Afrikafreunde, was ist denn hier los? Was ist aus der vielversprechenden Diskussion geworden?
Es ging doch um viel mehr als irgendeinen Text...!
#11 Afrikanische Oper: den Teppich noch zum Fliegen bringenraphael 2009-07-18 03:26
Wenn ich das auch nur schattenweise geahnt hätte, was sich hier zusammenbrauen läßt, Christoph, wir haben den Weg schon angetreten, beinahe ohne es zu wollen - nicht das wir in Afrika wären, nein nein, das sicher nicht, auch wenn sich manches sachdienliche, wie es so schön blöd heißt (aber oft gar nicht so blöd ist) hier findet, mit wegweiserischen Qualitäten. Mal abgesehen von der Musik, die nicht unwesentlich ist, aber hier nicht recht zum Thema werden kann, ist aber mit dem Buddeln und Blättern, dem Kombinieren und Zerpflücken ein ansehnlicher, nein leserlicher Teppich entstanden den wir jetzt nur noch zum Fliegen bringen müssen...
#12 Afrikanische Oper: Bekloppt wie sie sindBILLlIE 2009-07-18 04:41
Ne, ne, ja, ja, hier is nix mehr los! Die Afrikafreunde der Redaktion haben alles gestoppt, bekloppt wie sie sind. Warum auch immer. Es regnet in Berlin. Aber wie.
#13 Afrikanische Oper: doch schön gewordenFelicitas 2009-07-18 13:47
@12, nun mach mal halblang, Billie, entweder ist hier niemand oder aber alle "bekloppt". Das Libretto ist doch schön geworden.

@10 und 11, wüstenfuchs und Raphael, wir treffen uns nach wie vor in "Unser Afrika", bis später, Feli
#14 Unser Afrika: schlafenBillieleinchen 2009-07-26 03:45
@ 8: Ganz genau. Ich finde auch, dass die Arbeit nicht zu Ende ist. Und ich denke genau wie Ihr: sie geht erst jetzt (richtig) los. (Leg` mich jetzt schlafen)

Oder?
Vamos companeros!
#15 Afrikanische Oper: Nur für den Fall ...Carlos 2009-07-26 15:37
No no, Billieleinchen, chica, da hast du was falsch verstanden. Ich habe fertig! Fürs erste haben wir mit dem Libretto eine Pause gemacht, eigentlich hatte ich mich schon verabschiedet.
Nur für den Fall, dass sich kein geeigneter Nachfolger oder weibliche Nachfolgerin für mich findet, würde ich noch mal darüber nachdenken, weiterzumachen.
Aber ehrlich gesagt, ist mir momentan mi amor wichtiger, mehr will ich nicht verraten, amigos, caramba!
#16 Afrikanische Oper: was der Mensch dem Netz antutCarlos 2009-07-27 13:58
Amigos, meine Koffer sind gepackt, es geht bald los.
Dulce sugar kane, vertrau mir, wir gehören zusammen. Schade, dass du nicht mitkommen kannst, mi amor.
Erlaubt mir, auch maravillosa redaction, noch ein letztes Schlusswort zum Libretto,
von der alten Rothaut Häuptling Seattle

"Der Mensch hat das Netz
des Lebens nicht geknüpft.
Er ist nur ein Strang darin.
Was er dem Netz antut,
tut er sich selbst an. "

Adios, adios,
vaya con dios, euer Carlos
#17 Unser Afrika: Carlos zum Flughafen gebrachtHenriette 2009-07-27 21:14
Hallo Ihr Lieben,
vorhin haben wir Carlos zum Flughafen gebracht, ich soll euch nochmal ganz lieb von ihm grüssen, er bleibt eine Weile in Chile, versucht aber, sich von dort aus übers Internet zu melden.
Er hat mir von eurem Projekt hier erzählt, und mich gefragt, ob ich Lust hätte, in eurer Gruppe mitzumachen. Wir waren zusammen im VHS-Theaterkurs, letztes Jahr.
Also wenn ihr nichts dagegenhabt, würde ich mich gern beteiligen, ich bin zwar nicht so weit wie Carlos und habe auch weniger Kapazität und Zeit zur Verfügung, aber wenn ihr trotzdem mögt und einverstanden seid....
Ich bräuchte noch ein paar Infos, z.B. in welche Richtung soll es mit Teil 2 des Librettos gehen, wieder Fabel oder Tragödie, oder gar eine Verwechslungskomödie á là
"Wie es euch gefällt"? Gibt es einen Zeitrahmen? Wieviele Leute sind in eurem Team und wer macht was?
Freue mich auf Infos, LG Henriette
#18 Afrikanische Oper: Sidibou spielt DjembeSidibou Kaoré 2009-07-28 00:12
Ich spiele die Djembe und kann tanzen...singen auch.
#19 Afrikanische Oper: im Moment nichts sagenLarissa S. 2009-07-28 00:23
Hallo und guten Abend,
ich hatte mich angeboten, das Lied Wechselwind für die Orgel zu vertonen. Ich und mein Kollege Sven wollten uns um die Noten und Musikrechte kümmern.
Bitte haben Sie Verständnis, dass ich im Moment nicht sagen kann, ob die Kooperation hier fortgeführt wird.
Leider sieht es ja nicht so aus...
Die Kommunikation gestaltet sich mühsam, da wir keine künstlerische Leitung haben.
Viele Grüße, Larissa
#20 Afrikanische Oper: die großen tragischen Tönedulcesugar 2009-07-28 00:25
leider haben die amigos aus der redaktion heute meine grüße an carlos´ mammita nicht mehr durchgestellt. wie furchtbar, jetzt ist er weg... versuche ich es halt nochmal, in der hoffnung das sie ihn in chile vielleicht doch erreichen :
carlos, ich werde die gemeinsame zeit tief im herzen aufbewahren. aber familia geht vor, mein vollstes verständnis.kommen sie gesund wieder und viele grüße an mammita und die anderen!!
das carlos nun erstmal in chile ist macht uns schon alle sehr traurig, aber wenn die arbeit an dem libretto fortgeführt wird lässt es sich erstmal verschmerzen.
natürlich kannst du dich gerne beteiligen. momentan pausieren wir gerade noch etwas, einige planen wohl auch auszusteigen. von verschiedenen einzelunternehmen war des letzteren auch immer öfter die rede.
also ich wäre dafür die großen tragischen töne des ersten teils erst einmal ruhen zu lassen, ohne den gran maestro dürfte es auch schwer werden. aber eine verwechslungskomödie wäre mal interessant! am besten wir stimmen das gemeinschaftlich ab. die anderen teilnehmer müssten sich also dazu mal äußern!
#21 Afrikanische Oper: Überkreuz-AnbandelungenFelicitas 2009-07-28 01:29
Hallo zusammen, ich mach auch mit.
Au ja, was heiteres und fröhliches, das fände ich auch schön.
Verwechslungen, so mit Pärchen oder Überkreuz-Anbandelungen, kann ich mir jetzt nicht so vorstellen. Kommt auf die Umsetzung an.
Wo steckt eigentlich Raphael, Flohbär, und du?
Sind Bettina und wüstenfuchs wieder im Land?
dulce sugar, toll dass du so tapfer bist, das lenkt dich sicher ab, hier mitzuarbeiten, ich freu mich, bis bald, Feli
#22 Afrikanische Oper: unangenehm abgekanzeltLarissa S. 2009-07-28 13:18
Liebe Dörte, danke für deine Mitteilung, ich sag jetzt einfach mal du, weil es bei uns genug Parallelen in den Lebensumständen gibt.
Du, aber in der Rubrik "Unser Afrika" behagt es mir nicht mehr, da melden sich jetzt politische Gruppen zu Wort und Sven wurde ganz unangenehm abgekanzelt, von dieser Jeanne, das finde ich nicht in Ordnung.

Aber deine Idee, sich mehr mit afrikanischer Theologie zu beschäftigen, finde ich total klasse!
Das Bindeglied hat mir hier irgendwie bisher gefehlt, und jetzt habe ich auch wieder richtig Schwung, mich an die Vertonung der Afrikanischen Oper zu machen.

Die haben doch auch so schöne Gospel-Musik, oder ist das eine andere Untergattung?
Jedenfalls wenn deine Schwägerin dem Tutu die Hand gegeben hat, dann kennt sie vielleicht auch afrikanische Sänger oder Theologen. Das würde mich auch interessieren.

Nein, von deinem Moses Mbutu habe ich noch nie gehört, aber gib im Gemeindeblatt doch mal eine Annonce auf, Gott geht ja die verschlungensten Wege, vielleicht ist Moses dir näher als du denkst.
War das eine Art Jugendliebe, geht mich eigentlich nichts an, würde mich nur interessieren.
Du, mein Mann ruft mich gleich an und ich muss noch einkaufen, mache jetzt Schluss, und melde dich bitte wieder, liebe Grüße Larissa
#23 Afrikanische Oper: folgende VorschlägeHenriette 2009-07-28 15:28
Hallo ihr Lieben,
das ist doch schon mal was, dass ihr euch hier eingefunden habt. Bisher haben wir also folgende Vorschläge:
was heiteres, Komödie, Verwechslung (ja-nein) und afrikanische Theologie, Orgel, und einen Djembe Spieler haben wir auch.
Mein Problem ist jetzt, dass ich, im Vergleich zu Carlos, überhaupt keine Opernliebhaberin bin, und mich mit den Handlungselementen überhaupt nicht auskenne.
Deshalb schlage ich vor, wir sammeln erstmal weiter Ideen, bitte traut euch, denn jede Idee kann einen genialen Funken in sich bergen!
Wir brauchen auch mehr männliche Beteiligung, Oper ist schließlich etwas sehr männliches, denke ich.

Mir ist übrigens heute morgen diese Textvorlage "über den Weg gelaufen", Artus, mein Hirtenhund, hatte ihn hinter dem Regal hervorgezogen und apportierte ihn mit der Schnauze. Wer weiß wie lange er dort schon lag.

„ …
Mirabel wandte sich an den Lyriker:“Das heißt, es blüht dein Stück. Hm?“
Da sagte Vandreyst seiner Muse mit einer Verbeugung:
„Entschuldigen Sie – „ und kam ungern zurück aus der opalnen Welt; aber das Missverständnis war auch zu arg: „Nein“, betonte er, „das heißt, ich bin zu traurig jetzt. Das heißt, es ist jetzt die Zeit, wo die Natur alles Werden missversteht, das heißt, dass ich müde bin – müde dieses wunden Keimens.“

„Aber verzeih“, der Romanschreiber tippte ihn mit dem modegrünen Handschuh auf die Schulter, „das mag ja sein, aber das ist doch nicht Frühling.“
Und der Maler dachte: nein, das ist nicht Frühling.
„Im wunderschönen Monat Mai“, deklamierte der Schauspieler.
„Einst“, hauchte der Dichter und machte eine Bewegung mit der Hand, mit welcher er dieses Einst noch weiter zurückdrängte, „einst war das vielleicht so, wie es in alten Gedichten steht – der Frühling: `Licht und Liebe und Leben´. Wer das noch glaubt, belügt sich.“ Er seufzte tief.
Wie schade, dachte der Maler, also kein Frühling mehr.

Vandreyst aber erhob sein Gesicht, das durch große Sommerflecken entstellt war, hoch in das klare Nachmittagslicht und konnte durch das Fenster gerade die Rampe des Nationaltheaters sehen, längs welcher ein Security-Guide auf und nieder ging. Das wollte er nun gerade niemandem zeigen, allein er sagte gleichwohl:
„Schaut nur hinaus. Dieser Kampf mit den blöden brachen Schollen, den jeder der feinen schwachen Keime kämpfen muss, um zu seinem Sommer zu komen.
„Hier“, und er schraubte sich noch ein wenig höher – „steht die hilflose Blüte und will blühen; das ist das einzige, was sie kann, sie kann nur blühen, und sie will wirklich niemanden stören damit, und doch sind alle gegen sie: die schwarzen Krumen, die sie nur nach langem Bitten durchlassen, die Tage, die wahllos Wärme und Regen und Wind auf sie herabstreuen, und die Nächte, die sich langsam an sie heranschleichen, um sie zu würgen mit ihren eisigen Fingern. Dieser feige, traurige Kampf, das ist der Frühling.“ Vandreyst fröstelte, seine Augen starben.

Mirabel sah ihn ganz starr an. Das war etwas sehr ungerechtes, was der Dichter sagte, schien ihr, und sie hatte vieles dagegen im Sinn.
Es drängte sie, aufzustehen und hochragend und heiter den Frühling zu verteidigen, der dennoch voll Sieg und Sonne war.
Ihr stiegen so viele schöne Gedanken in den Kopf, dass ihr die Wangen ganz warm wurden und sie eine Sekunde das Atmen vergaß.
…“

Wie findet ihr das?
#24 Afrikanische Oper: Schungfuß-Broll aus AmanullahJeanne dArc 2009-07-28 16:59
@ Larissa S.: Schreiben Sie an einem neuen Stück? Ihre Ausführungen klingen amüsant, aber indifferent.
@ Henriette: Sind Sie die "Schwungfuß-Broll" aus dem "Castorf-Amanullah"-Blog? Aber ist ja auch egal, Schlingensief macht ja jetzt nichts mehr an der Volksbühne.
#25 Afrikanische Oper: nicht Schwungfuß-BrollHenriette 2009-07-28 17:51
Hallo Jeanne,
nein, mit Schwungfuß-Bolle habe ich nichts zu tun.
Mein Nachname ist nicht so klangvoll, aber Sie hätten es ja sowieso irgendwann rausgefunden, ich bin Henriette Hundskötter.
Aber danke für den Hinweis auf den Castorf-Amanullah blog, auch hier bei nachtkritik, da hab ich grad mal reingelesen und sag nur: Johnny Cash, Blohfäld, puccini, Flohbär, puppetofmasters - um nur einige der hochkarätigen Kommentatoren zu nennen. Ehrlich gesagt, würde ich den Amanullah-blog ganz gerne in Ruhe durchlesen, weil es recht pointiert geschrieben ist.

Darum, Jeanne, kann ich Sie um einen Gefallen bitten?
Können Sie in der Zeit, wo ich wegbin, hier auf die "Schäfchen" aufpassen, die bedürfen ja doch ein bißchen Lenkung.
Sie könnten schon mal die Liste weiterführen, falls neue Vorschläge in Richtung Libretto gemacht werden und ansonsten einfach schauen, dass die keinen Mist bauen. Das sind wir Carlos schuldig, denke ich.

Natürlich nur, wenn Sie Zeit haben, Jeanne, das wäre echt total nett, gegen 17.30 bin ich spätestens wieder hier, tausend dank! Henri
#26 Afrikanische Oper: Gospels sehr schönDörthe Hansen 2009-07-28 18:09
Ach, liebe Larissa, das nehme ich doch herzlich gerne an, das Du! Ein wenig Freundschaft in diesen harten Zeiten, die wärmt das Herz. Aber leider kann ich nicht versprechen, regelmäßig zu schreiben, es ist alles so schwer, familiär, vorhin habe ich das Kind an meinem Computer ertappt, ich glaube, es hat meine Tagebücher und meine Psalmensammlung gelesen. Vielleicht will es zurückschlagen? Jetzt fürchte ich mich ein bißchen. Aber nächste Woche gehen wir zur Familientherapie, da setze ich große Hoffnungen drein. Vorhin hatte ich eine hitzige Diskussion mit meinem Mann, der es anscheinend ebenso bereut, nicht zu den Jesuiten gegangen zu sein wie ich den Abbruch meiner Brieffreundschaft zu Moses bedaure, über den Papst natürlich haben wir diskutiert, der, man weiß es doch, halb Afrika auf dem Gewissen hat. Nein, sagt mein Mann, es geht um Mäßigung, um Mäßigung geht es in unserer heutigen Zeit und eben auch in Afrika (und! in unserer Familie meinte er, nunja, das ist Thema für nächste Woche) und so haben wir also Schwierigkeiten in unserer kleinen Ökumene, aber ich will das auch in meiner Frauengruppe diskutieren und vielleicht hier? Also das Thema der Mäßigung. Was meinen Sie, Larissa? Kann man dazu Musik machen, zur Mäßigung, Orgelmusik, Opernmusik? Oder ist die Mäßigung da nicht fehl am Platze, wenn es um Töne und Klänge geht? Wir müssen uns ja mäßigen und nicht Afrika sich, nicht wahr? Ich finde Gospels übrigens sehr schön, wir haben auch einmal welche aufgeführt mit unserem neuen Pastor, aber unser Wochenblatt hat einen etwas unschönen Artikel darüber geschrieben.
#27 Afrikanische Oper: Schamanische Trommelgesängesugar 2009-07-28 18:20
wie schön das doch noch soviele an die afrikanische oper glauben. nun sind wir ja wieder ein ganz kompetentes team.
liebe feli - ja, ich du hast recht, die arbeit wird mich ablenken.
henriette - nochmal herzlich willkommen!
der text ist ja schon großartig für den anfang, ich muss das ganze bloß erstmal nachwirken lassen...aber schön, ja! wir sollten das ganze bloß irgendwie in zusammenhang mit afrika bringen, aber das machen wir schon.
hin und wieder kleine religiöse brücken zu schlagen könnte auch spannend werden, aber dafür haben wir ja zum glück erfahrene damen mit an bord. vielleicht sollte wirklich von allem was dabei sein. etwas spannendes von afrikanischen urvölkern, den massai wäre auch gut! schamanische trommelgesänge könnten vielleicht einen übergang herstellen?!
vorerst flog mir heute zufälligerweiße folgender text eines sibirischen schamanen in die hände:

"... oh, wandlungsfähige trommel dort vorn in der ecke!
sei mein reittier, mein hirsch und meine hirschkuh.
sei still, dröhnende trommel,
füge dich meinen wünschen.
wie jagende wolken, trage mich
durch die lande der dämmerung
und unter bleiernen himmel dahin,
fliege wie der wind über die gipfel der berge!"
#28 Afrikanische Oper: Stoppt Schlingensief. Jetzt!Robert Murbengel 2009-07-28 18:32
Wenn man das hier alles ließt, was zum Thema Oper in Afrika geschrieben wurde, möchte man am liebsten eine Bürgerinitiative gründen: Stoppt Schlingensief. Jetzt! Denn es kann sich hier nur um ein absolut konterrevolutionäres Projekt handeln, dass nur ein einziges Ziel verfolgt: Afrika komplett zu verblöden. Wenn der schon hierzulande nur die Energie der Debilen aktiviert, was soll dann erst im immunschwachen Afrika werden. Bäh!
#29 Afrikanische Oper: nicht mehr bei der FDJJeanne dArc 2009-07-28 18:52
@ Henriette: Es tut mir Leid, aber das kann ich mit meiner persönlichen Haltung nur schwer vereinbaren. Ich bin gegen jegliche "Lenkung" von oben. Ich finde, es wird Zeit, dass auch die "Schäfchen" lernen, eigenständig zu denken und sich von den Ideologien der Elterngeneration zu emanzipieren. Schließlich sind wir nicht mehr bei der FdJ, oder?
#30 Afrikanische Oper: künstlerisch einbringenHenriette 2009-07-28 21:43
Hallo Feli, hallo liebe Leute,
der schamanistische Text aus Sibirien scheint doch ganz brauchbar zu sein, unterlegt mit Trommelrhythmus...
den könnten wir noch ausbauen und noch mehr religiöses reinbringen, wie auch Dörte meinte.

Ich bin auch immer noch am überlegen, welche Rahmenhandlung oder Textgrundlage passen könnte, werde nachher ein Räucherstäbchen anzünden und meine Percussion CD hören, vielleicht fällt mir dann was geeignetes ein.
Aber, ihr Lieben, wir müssen ja nichts überstürzen. Lieber überzeugt sein von der Sache, auch wenns länger dauert, als halbherzig auf die Schnelle was zusammenschustern, oder?

Mensch, Robert, statt hier herumzulamentieren hätten Sie sich ja auch schon mal was überlegen können. Gestandene Mannsbilder können wir immer brauchen, und sie klingen, als hätten Sie Dampf im Kessel, oder wie das heißt.
Wenn Sie sich künstlerisch nicht einbringen wollen, dann haben sie eventuell handwerklich was drauf?
Euch allen einen schönen Abend, Henri
#31 Afrikanischer Opa: echt belastendLarissa S. 2009-07-28 23:27
Liebe Dörte, das ist ja belastend mit eurem Kind, Junge oder Mädchen? Tut mir echt leid für dich, aber du kannst ziemlich sicher sein, auch das beruhigt sich wieder. Nehmt euch doch mal wieder Zeit für eine gemeinsame Unternehmung, das bringt euch vielleicht wieder näher.
Ja, was soll ich sagen, Mäßigung, ich komme aus einer Familie, die sich das von jeher auf die Fahne geschrieben hatte, ich kenne gar nichts anderes. Manchmal bin ich es leid, diese ewige Genügsamkeit, Bescheidenheit und Tugendhaftigkeit, ich könnte schreien! Das ist manchmal auch ein Gefängnis, weißt du. Vor ein paar Jahren hab ich versucht auszubrechen, bin über Nacht abgehauen, aber nach ein paar Tagen war ich wieder zu Hause, ein reumütiges Häufchen Elend, für mich ist es wohl zu spät, da noch herauszuwachsen.
Du kannst dir also vorstellen, dass mein Orgelstück gewiss im "gemässigten" Rahmen bleibt, obwohl ich heute schon mal etwas wilder gespielt habe, wenigstens ganz kurz, solange niemand in der Nähe war.
Ich hoffe, dass ihr in der Familie aufeinander zufindet, aber es klingt fast, als ob eine Auszeit auch mal gut wäre. Lass es dir gutgehen und sorge für dich, liebe
Grüße, Larissa
#32 Afrikanischer Opa: TrauerspielKarl Laberfeld 2009-07-28 23:46
Entgegen anderslautender Gerüchte bin ich keineswegs "abgetaucht", sondern nur in diesen Tagen mit anderen Unternehmungen beschäftigt.
Ich verfolge die diversen Schauplätze hier durchaus noch mit Interesse, wenn ich auch sagen muss, dass die Aussage von Herrn Murbengel "Stoppt Schlingensief" die einzig wirklich entschiedene und überzeugende Äußerung ist, die ich seit einiger Zeit hier gelesen habe. Irgendjemand sollte sich erbarmen und diesem Trauerspiel der Phrasendrescherei ein Ende machen.
Und damit meine ich selbstverständlich nicht nur Herrn S. Alles Gute, Karl
#33 Afrikanische Oper: Herzblut geflossensugar 2009-07-29 01:01
das ist aber nicht schön, was die herren laberfeld und murbengel hier zu unserer afrikanischen oper beitragen. immerhin ist hier herzblut geflossen und vieles geschah aus liebe zu dem geschätzten carlos.
aber langsam bekomme ich ein schlechtes gewissen. vielleicht sollten wir jetzt wirklich wieder platz für wichtigere debatten lassen, die hier auch her gehören?! so schön wie es war und soviel spass wie es auch immer noch macht - die kritik ist wohl berechtigt.
von daher würde ich ein ende sofort unterschreiben wenn alle teilnehmer damit einverstanden sind. obwohl ich den austausch zwischen larissa und dörte sehr interessant finde und gerne noch weiterverfolgt hätte!

schlingensief wünsche ich viel erfolg mit seinem opernhaus! (wer das in zusammenhang stellt mit dem was hier geschrieben wurde-mal abgesehen vom anfang- nimmt sich mit den kritisierten kommentatoren aber auch nicht viel, aber naja...)
#34 Afrikanische Oper: Afrikanischer Opa hin oder herStefan 2009-07-29 01:59
Der Christoph ist eigentlich ein ein ganz lieber, der kann das nur nicht so rauslassen.
Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten...
Ich find ihn cool - Afrikanischer Opa hin oder her -
ist doch völlig egal, was andere über ihn sagen.
Mal ehrlich, wen interessiert das schon, was andere an ihm rumzumäkeln haben.
Long live Christoph!!!
#35 Afrikanische Oper: dann kann ich Christ seinDörthe Hansen 2009-07-29 02:07
Ja. Mäßigung. Befreien wir uns lieber davon! Moses wollte auch das immer das Absolute. Achja, der Gute, was der wohl gerade so macht. Beten? Oder das Kapital lesen? Er konnte das wunderbar miteinander kombinieren. Hierzulande ist das ja ein bißchen schwieriger. Ich finde den schamanistischen Text sehr schön übrigens, es sind ja auch die Klänge von Steppe zu Wüste gerauscht damals, es war alles noch nicht so bebaut früher und so hat man durchaus bereits interkontinental kommunizieren und musizieren können, wenn auch nicht so elektronisch, natürlich. In einem kleinen Bändchen, das Moses mir damals geschenkt hat ('Lyrik zur Missionsgeschichte', leider vergriffen), hab ich ein schönes Gedicht gefunden, also will auch ich ein wenig zum Libretto beisteuern, bevor ich meine durch die Familie angegriffenen Nerven doch ein wenig schonen will, vielen Dank, liebe Larissa, für deine Aufmunterung und deine guten Ratschläge!
Hier das Gedicht:

Oh Afrika
mein heller Kontinent
leuchtend hell
von der Sonne geküßt
von der Sonne verbrannt
seit der Weiße
der Wilde
seine Hand
an uns gelegt hat
mit seinen Zähnen hat er uns gerissen
unser Fleisch gefressen
unsere Wüste entleert
durch seinen Blick darauf
vorher
war sie Universum
war sie Welt
jetzt ist sie Nichts
bloß voller Sand
unsere Hütten können wir wieder aufbauen
mühsam zwar
aber es geht
unsere Hütten können wir wieder aufbauen
doch das Herz der Wüste
im Innersten
getroffen
braucht Jahrhunderte
um wieder zu schlagen
Gott, hilf!
aber du bist ein Fremder hier
so bleich und tot wie deine Jünger
Gott, hilf!
Flüstern wir leiser
Irgendwo
Irgendwann
wird dieser Ruf ein Echo erzeugen
und aus dem Hall
ein Anfang
ein neues Wort
entstehen
und dann
ja dann, liebe Freunde
dann kann ich Christ sein
und bleiben

Batista Bomyana

(Ist das nicht ergreifend?)
#36 Afrikanische Oper: Ich sag Auf WiedersehenLarissa S. 2009-07-29 11:27
Liebe Dörte, liebe Mitstreiter für Afrika,
auch ich bin nun infiziert, von einem Fieber für diesen Kontinent, das wohl immer schon in mir schlummerte.
Oh Dörte, wie wunderschön das Gedicht von Batista Bomyana. Ich sag auf Wiedersehen mit diesem afrikanischen Spruch, den ich heute fand:

Gott schuf das Meer, wir das Schiff.
Gott schuf den Wind, wir die Segel.
Gott schuf die Windstille, wir die Ruder.
#37 Afrikanische Oper: eines Tages kehren wir alle zurückSidibou Kaoré 2009-07-29 12:09
Jambo!
Eines Tages kehren wir alle zurück nach Afrika,
da wo alles anfing.

Good luck! Sidi

Wenn wir keinen Feind in uns tragen, dann kann uns der Feind draussen nichts anhaben

Fehler sind wie Berge, man steht auf dem Gipfel seiner eigenen und redet über die der anderen.
Hausa

Wer Fragen stellt muss auch akzeptieren dass er Antworten bekommt.
Kamerun
#38 Afrikanische Oper: Riten, Mythen, TraditionenHenriette 2009-07-29 13:32
Hallo liebes Team,
gar kein Problem, das ist kein Thema für mich, wenn ihr lieber die Arbeit an der Oper bis auf weiteres beenden wollt. Ich bin sowieso nur Carlos zuliebe eingesprungen, eigentlich ist das nicht so mein Spezialgebiet...
Hat mich gefreut, euch ein kleines bißchen kennenzulernen, schon das chatten hier hat mir Spass gemacht.
Gestern nacht kam eine mail von Carlos, er kommt zu nachtkritik von Chile aus nicht durch, das Netz ist zu schwach, aber er schreibt, es ist alles okay, die Drillinge sind dulce (?) und er möchte am liebsten auch gleich Babies haben - naja, der Hitzkopf.

Folgendes fand ich noch über Afrika: der Körperschmuck, also Bemalungen und Tättowierungen spielen eine große religiöse und rituelle Rolle. So zum Beispiel bei den Lobi in Burkina werden den Mädchen bei der Initiationsfeier mit weißer Farbe skelettartige Muster aufgemalt. Dadurch solle ausgedrückt werden, dass die Ahnen nicht gänzlich verstorben sind, sondern durch die jungen Frauen wieder lebendig werden.
Auch die Jungen werden mit weißer Farbe bemalt, um sie "so sichtbar der menschlichen Welt zu entrücken".
Masken spielen eine große Rolle, zum Beispiel die männliche Maske der Bakuba während der Initiationsriten der jungen Männer, seine Chamäleonaugen deuten auf das mythische Wesen Mulwala hin.
Mit all diesen Riten, Mythen und Traditionen hätten wir uns auf jeden Fall beschäftigen müssen, aber das kann ja ohnehin tun, wer mag...
Ich weiß nicht, ob es hier so richtig hinpasst, aber nun wo ihr alle so nette Verse zum Besten gebt, möchte ich auch nicht fehlen.

Dem Unwissenden erscheint selbst ein kleiner Garten wie ein Wald.
Der Dumme sucht auch dort nach Dung, wo niemals Kühe gegrast haben.
Das Böse dringt unbemerkt wie ein Nadelstich ein und wird doch gross wie eine Eiche.
(aus Äthiopien)

Möge der grosse Wumbaba uns alle schützen,
alles alles Liebe, eure Henriette Hundskötter
#39 Afrikanische Oper: gestern noch großartigFelicitas 2009-07-29 17:08
Och nö, wieso denn das jetzt auf einmal?
Gestern wollten wir noch großartig starten, und jetzt plötzlich über Nacht will keiner mehr mitmachen?
Sehr sehr schade...
Trotzdem viele Grüße, Feli
#40 Afrikanische Oper: alles eh zu lahmMarkus Brüderle 2009-07-29 17:39
Pah, wär ich Ausbilder Schmitt, dann würd ich jetzt brüllen

"Ihr LUSCHEN - weitermachen!"

Aber das versteht in diesem kulturellen Zirkel ja eh niemand.
Das war eh alles zu lahm mit der Oper, und demnächst habe ich endlich Urlaub, da hält mich hier nichts mehr, gell.
#41 Afrikanische Oper: mit FleischmessernJeanne dArc 2009-07-29 21:39
Das, worum es (hier) geht, nennt sich "INSZENIERTE WIRKLICHKEIT" von Joachim Fiebach, 2007 erschienen. Zum Thema "Afrika" erschien bereits 1986 folgendes Buch von demselben Autor: "Die Toten als die Macht der Lebenden. Zu Theorie und Geschichte des Theaters in Afrika". Alles andere ist BLABLA. Und von mir gibts auch kein Gedicht zum Abschied - "Frauen, die Gedichte schreiben. VERDAMMTE SCHEISSE!" (René Pollesch, "Bevor ich lodernd in Bargeld aufging...") Im Übrigens hatte Adorno sich ja auch gefragt, ob man nach Auschwitz überhaupt noch Gedichte schreiben könne. Von mir gibts das hier: "Nieder mit dem Glück der Unterwerfung. Es lebe der Haß, die Verachtung, der Aufstand, der Tod. Wenn sie mit Fleischermessern durch eure Schlafzimmer geht, werdet ihr die Wahrheit wissen." (Heiner Müller, "Hamletmaschine") - DIE WAHRHEIT.
#42 Afrikanische Oper: passable VorlageKarl L. 2009-07-30 01:15
@ 41, das ist doch eine passable Vorlage für den ersten Akt bzw. den Beginn der Oper: die Wahrheit rennt mit dem Fleischmesser durchs Schlafzimmer - und Sie, Jeanne, könnten direkt die Hauptrolle übernehmen. Bravo!
#43 Afrikanische Oper: heile Welt kaputtGeorg D. 2009-07-30 01:53
Irgendwie erinnert mich das an ein Lied, lange her.

"Annabel , ach Annabel du bist so herrlich intellektuell

ich bitte dich, komm sei so gut, mach meine

heile Welt kaputt"

von Reinhard Mey
#44 Afrikanische Oper: Gott sei Dank gibt's nachtkritikEtikette 2009-07-30 02:14
Ach Du heilige Scheiße. Ja sicher. Hör mal Jeanne. Du bist so doof, dass es brummt!

Mit den besten Grüßen
Netiquette alias Etikette

ps.: Schlussendlich lässt sich alles verwursten. Gott sei Dank gibt`s Nachtkritik. Die haben`s ständig mit Paradoxien zu tun.
#45 Afrikanische Oper: Aufmerksamkeit widmenHenri 2009-07-30 10:34
Liebe Feli und hallo Ihr anderen,
die Idee - Ausbilder Schmitt brüllt ´ihr Luschen´, dann kommt Jeanne mit den Fleischmessern, während im Hintergrund weißbemalte Farbige singen ´Annabel ach Annabel...` - finde ich richtig gut!
Heute nacht hab ich sogar was ähnliches geträumt, krieg das nur nicht mehr zusammen...
Ihr habt recht, es war voreilig, gestern die "Segel zu streichen", um es mit Larissa zu sagen.
Ich möchte alle Beteiligten bitten, aufgrund der heute völlig veränderten Ausgangslage - siehe erster Akt - der Oper die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie verdient! Ich danke euch, Henri
#46 Afrikanische Oper: ganz gerne im ChorFelicitas 2009-07-30 17:13
Hi Henri,
ich verstehe zwar nicht ganz, wieso jetzt Jeanne mit einmal die Hauptrolle spielen soll, und finde die Idee von der Wahrheit, die mit Fleischmessern in der Gegend rum läuft, auch nicht so prickelnd - aber ich bin nach wie vor dabei.
Würde ganz gern im Chor mitmachen.
Bis später, Feli
#47 Afrikanische Oper: TheaterkassenabonnentGeorg D. 2009-07-31 12:47
Hallo Theater-und Opernfreunde,

sehr schön zu diesem Thema ist das Lied anzuhören oder anzusehen (1974!,Reinhard Mey)
www.youtube.com/watch?v=dsG9SGZXESM
Dort ist übrigens auch „Annabel“ zu finden. (für Henriette).

„Zwei Hühner auf dem Weg nach Vorgestern“, so steht es reißerisch auf dem Programm
Modernes Schauspiel von Alfons Yondraschek, und inszeniert ist es von Moro Schlamm
Und Yondraschek ist dem geneigten Theaterkenner wohl bestens bekannt
Wird er doch gern zu Recht der Meister des irrealen Parasymbolismus genannt
Da hebt sich zögernd schon der Vorhang, das Bühnenbild zeigt „Nirgendwo“
Der Schauplatz ist bedrückend leer, das bleibt noch gut zwanzig Minuten so
Doch dann erscheint gleichsam dämonisch, in jähem Wechsel des Rampenlichts
Ein Mime halblinks auf der Bühne, und dann passiert lange Zeit nichts
Dann ruft er: „Ha! Wo steckt denn der Verräter?“ Übrigens, der Held ist selbstverständlich nackt
Die Frage lastet bleischwer auf dem Publikum, und damit endet der erste Akt
Und jeder, der bis dahin folgen kann, und der sich mit Bildung auskennt
Der schätzt am ersten Akt vor allen Dingen des Dichters ungestümes Temp'rament

Da hebt sich gnadenlos der Vorhang, das Spiel nimmt unbarmherzig seinen Lauf
Der Held ist vorsichtshalber erst mal umgefallen, und nun steht er langsam wieder auf
Und wie das Leben nun mal spielt, trifft er zufällig einen zweiten Nackedei
Die beiden üben laut Sozialkritik und schlagen Purzelbaum dabei
Ein Kritiker klatscht stürmisch Beifall, er ist im Innersten wild aufgewühlt
Weil er hier all' seine Probleme endlich so recht verstanden fühlt
Derweil robbt sich aus der Kulisse der tückische Verräter auf dem Bauch
Der Weg ist lang, da schläft er ein, ein Teil des Publikums tut das auch
Der Held nimmt sich schnell einen Plastikbeutel, darin wird der Bösewicht verpackt
Und er begießt ihn mit drei Eimern Farbe, und damit endet der zweite Akt
Und jeder, der bis dahin folgen kann, und der sich mit Bildung auskennt
Der schätzt am zweiten Akt vor allen Dingen das gesellschaftskritische Moment

Im dritten Akt erfolgt die Läuterung des buntverpackten Bösewichts
Die Spannung wird schier unerträglich, man hört sie knistern, sonst hört man nichts
Die Läuterung findet im Plastikbeutel und zudem völlig geräuschlos statt
Wohl dem im Saal, der Butterbrote oder eine Thermosflasche bei sich hat
Alsdann kommt ein maskierter Sprech-Chor und ruft: „Oh seht, der Held erfriert!“
Dabei war das nun wirklich nicht nötig, denn das Theater wird subventioniert
Ein Poltern hinter den Kulissen verheißt ein grässliches Schicksalssymbol
Denn nun kommt der tragische Höhepunkt – verkörpert von Frau Emma Pohl
Frau Pohl tritt von rechts auf die Bühne und ruft: „Das hier ist ein anständiges Haus!“
Und sie entkleidet sich zum Schrecken aller, doch da ist Gottseidank das Drama aus
Und jeder, der bis dahin folgen kann und der bislang auch noch nicht pennt
Der ist entweder nicht ganz klar im Kopf oder Theaterkassenabonnent.“
#48 Afrikanische Oper: altmodisch und rückschrittlichHenri 2009-08-01 11:14
Hallo Georg, hallo liebes Team,
ich finds ja gut, dass Sie sich Gedanken gemacht haben, aber ich sehe noch nicht so richtig, wie wir diese Hühner-Geschichte für Afrika gebrauchen könnten.
Danke für den Text von Annabel, das Lied kenne ich schon. War mal lustig, müsste auf irgendeine Weise aktualisiert werden.
Überhaupt sollten wir aufpassen, dass wir nicht altmodisch oder rückschrittlich werden.
Wir sind im Jahr 2009 und es geht um die Oper in Afrika, liebe Leute, vergessen wir das nicht.
Aber ansonsten, schöner Beitrag, Georg - darauf können wir aufbauen!
Es grüßt euch Henri
#49 Afrikanische Oper: die Szene mit Pfleger PhilSven Jurgel 2009-08-01 11:52
Hallo Leute,
da Billie Jean bisher nicht auf Jeannes Frage geantwortet hat, was Magnolia mit Afrika zu tun hat, würde ich das gerne machen.
den Film Magnolia habe ich zweimal gesehen, und fand ihn beim zweiten Mal noch besser als beim ersten. Bin gespannt aufs dritte Mal. Sehr packend gemacht, wie sich die Wirklichkeiten der verschiedenen Personen miteinander verflechten, wie immer mehr ein Zusammenhang erfühlbar wird, zwischen ihnen allen – wie ein Puzzle, das allmählich im Zuschauer lebendig wird. Man ist irgendwie direkt dabei, mir ging es jedenfalls so.
Die Szene, als es Frösche regnet, ist einfach genial, obwohl es auch eklig ist, aber ich könnte mir kein Bild vorstellen, dass diese von den Figuren jeweils erlebte Hölle besser darstellen könnte, man schaudert vor dem modrigen, fauligen, toten Sumpf und empfindet diese „Plage“ der Frösche als einzig richtige Antwort auf die Schuld und ungelösten Probleme, die die Darsteller mit sich herumschleppen.
In Wikipedia habe ich diese Zusammenfassung gefunden, falls es jemanden interessiert:
Magnolia ist ein Spielfilm des US-amerikanischen Regisseurs Paul Thomas Anderson aus dem Jahr 1999.
Im Film werden die Geschichten von neun in Los Angeles lebenden Menschen (an einem Tag) miteinander verbunden. Der Faktor „Zufall“ spielt hierbei eine entscheidende Rolle, was schon im Vorspann mit drei kleinen Episoden erklärt wird. Der Sprecher sagt: „Ich glaube an solche Zufälle, sie passieren täglich.“
Claudia Wilson Gator hat aufgrund ihres Kokainkonsums die Kontrolle über ihr momentanes Leben verloren. Der von ihr gehasste Vater, der krebskranke TV-Veteran Jimmy Gator, moderiert die Fernsehshow „What do kids know?”. In dieser Show arbeitet das von seinem Vater rücksichtslos nach oben gepuschte „Wunderkind” Stanley dem Sendungsrekord entgegen.
Der Ex-Kinderstar Donnie sieht derweil keinen anderen Ausweg aus seiner finanziellen Zwangslage, als Geld aus dem Firmensafe zu stehlen. Als er vom Firmengelände wegfährt, überkommen ihn Zweifel und er kehrt um, um die Beute zurückzubringen. Linda bringt es nicht fertig, Earl beim Sterben zuzusehen und flieht mit dem Auto. Sie versucht sich mit Tabletten umzubringen, ein kleiner Junge aber ruft einen Krankenwagen. Jim Kurring verliert inzwischen seine Dienstwaffe und verzweifelt an seinem Leben: ohne Claudia kann er nicht leben, ohne Dienstwaffe kein guter Polizist sein. Auf die Bitte des Pflegers Phil hin kommt Frank tatsächlich zu seinem Vater Earl ans Krankenbett.
Nach mehreren Einblendungen zur Wetterlage und zur Luftfeuchtigkeit im Laufe des Films regnet es am Ende vollkommen unvermittelt Abertausende von Fröschen.
Nach diesem Regen scheint für die einzelnen Darsteller ein Knoten geplatzt zu sein, die Probleme der Figuren steuern auf eine Lösung zu.
Der Regen der Frösche wird bereits während des Films angedeutet über die Bibelstelle aus dem zweiten Buch Mose Exodus 8:2. Diese ist in der Gameshow zu sehen, wo kurzzeitig ein Mann eine Tafel mit der Aufschrift EXODUS 8:2 hochhält.
Die zitierte Bibelstelle lautet:
„Aaron streckte seine Hand über die Gewässer Ägyptens aus. Da stiegen die Frösche herauf und bedeckten ganz Ägypten.“
– Ex 8,2EU

P.S. Ähnlich beeindruckt hat mich der Film „Arizona Dream“ von Emir Kosturiza, bei dem immer wieder die surreale Szene eines „sprechenden Fisches“ eingeblendet wird, die aber haargenau da reinpasst. Ich kann gerne auch darüber noch mal mehr erzählen, wenn es jemanden interessiert. Viele Grüße, Sven
#50 Afrikanische Oper: ein VivatHarry H. 2009-08-01 12:22
Super, Leute das ihr weitermacht! Lasst euch nicht´s erzählen. War bis jetzt alles spannend und unterhaltend. Es lebe die Afrikanische Oper!
#51 Afrikanische Oper: Kontrast zu den Fleischmessernsugar 2009-08-01 21:23
nun gut, wenn das werk anscheinend doch weitergeführt werden will und wir auch noch fürsprecher haben dann bin ich überstimmt. vielleicht sollten wir uns ja wirklich nicht von ein zwei störern abhalten lassen.
sven, schön das sie auch wieder mit dabei sind - über den film mit dem sprechenden fisch möchten wir gerne mehr erfahren. "arizona dream", kenne ich leider nicht. werde mir die filme demnächst mal ausleihen.
die hühnergeschichte von 47 (georg d.) ist ja sehr amüsant, wer ist den der verfasser? aber für die afrikanische oper müsste man sie irgendwie ändern, aber da lässt sich bestimmt was mit anfangen.
ich habe zufälligerweise noch ein afrikanisches gedicht entdeckt, naja für die große spannung wird es nicht sorgen, aber vielleicht könnte man es irgendwie in kontrast zu den fleischmessern und den weiß bemalten farbigen bringen. ich würde es hier aber auch nur hinzufügen wenn es erwünscht ist, ich will ja nicht unnötig die nerven strapazieren. einen schönen guten abend.
#52 Afrkanische Oper: wir wartenKarl L. 2009-08-02 02:01
Nur zu, Frau Zucker, wir warten...auf Ihr afrikanisches Gedicht, alles Gute, Karl
#53 Afrikanische Oper: für Afrika aufarbeitenHenri 2009-08-02 11:12
Hallo liebes Team, es ist Sonntag, da könnten wir hier vielleicht vorankommen?
Der Georg hatte ganz richtig angegeben, dass das Lied von Reinhard Mey ist, die Hühnergeschichte, ich habe mir das Video angehört. Wie gesagt, wir müssten es ein bißchen für Afrika aufarbeiten, Sidibou als Trommler muss rein, und von Jeanne würde ich gern mal wieder hören. Was sagen Sie zur Hauptrolle? Und können Sie den Text von Heiner Müller noch ein bißchen weiter ausführen? Das wäre toll! Grüße, Henri
#54 Afrikanische Oper: Arizona Dream und MagnoliaSven Jurgel 2009-08-02 12:08
Guten Tag,
gerne berichte ich noch etwas zum Film „Arizona Dream“ und dem besagten Fisch.
Ich erinnere mich, dass der Film wirkt, als sind alle Personen mehr oder weniger durchgeknallt, man fragt sich, ob überhaupt jemand darin „normal“ ist. Aber sehr liebenswert wird sich der diversen Macken gewidmet, ohne zu verurteilen oder irgendeine Lösung der Probleme in Betracht zu ziehen.
Die eine baut sich Flugzeuge à là die ersten „fliegenden Kisten“, die andere hat Depressionen und Jonny Depp beobachtet alles mit seiner unvoreingenommenen Art. Mit dem fliegenden Fisch bekomme ich es nicht mehr ganz zusammen, ist schon eine Weile her, der Film ist von 1993. Also bitte um Nachsicht, falls das nicht ganz der Realität entsprechen sollte:
Johnny (Axel) begegnet einem Innuit und dieser erzählt ihm vom „goldenen Lachs“ der für irgendeine mythische Geschichte steht. Und dieser Lachs taucht dann ab und zu in der Landschaft auf. Ob er wirlich spricht, weiß ich nicht, aber der Erzähler spricht auf jeden Fall.

Hier eine Kurz-Zusammenfassung von cinema.de:
Axels (Johnny Depp) Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Seitdem ist der junge Mann zum Tagträumer geworden und verbringt seine Tage damit, im Auftrag der New Yorker Fischereibehörde die Fische im Hudson River zu zählen. Da ist es schon eine willkommene Abwechslung, als Onkel Leo (Jerry Lewis) ihn nach Arizona einlädt, wo er sich vermählen will. Außerdem will er seinem Neffen sanft eröffnen, dass er ihn als Nachfolger für seine Cadillac-Vertretung ausgewählt hat.
Auf dieser Hochzeit lernt Axel allerdings nicht nur Onkel Leos (zu) junge Frau Millie (Paulina Porizkova) kennen, sondern auch die Witwe Elaine (Faye Dunaway), die eine Geistesverwandte des Jungen sein könnte. Auch sie hängt ihren Tagträumen nach und bastelt mit Vorliebe an abenteuerlichen Fluggeräten, die ihre Funktionsfähigkeit in (Selbst-)Versuchen erst noch beweisen müssen. Mit ihr freundet Axel sich an - und lernt gleichzeitig auch ihre Stieftochter Grace (Lili Taylor) kennen...

P.S. Noch mal zu Magnolia, das Thema „Fernseh-Quiz“ spielt auch in „Slumdog Millionair“ eine große Rolle, wo ein indischer Junge unerklärlicherweise ständig bei „Wer wird Millionär“ gewinnt. Regisseur Danny Boyle hat wieder besondere Filmmusik verwendet und zeigt das Leben in den Slums von Bombay anhand einer kleinen Kinderbande, und wie diese heranwächst. Viele Rückblenden, viele Momente der Synchronizität, wo das, was damals erlebt wurde, und gegenwärtig wichtig wird, zusammenkommt. Den Film würde ich mir sofort noch einmal ansehen. Allen einen schönen Tag, bis bald, Sven
#55 Afrikanische Oper: bitte das afrikanische GedichtFelicitas 2009-08-02 14:12
@ 51 - au ja, sugar, bitte schreib das afrikanische Gedicht hier auf...

Das bringt mal wieder etwas Ruhe rein, nach den komischen Hühnern und der Messerwerferei.

@ 53 - falls Jeanne sich nicht meldet oder die Hauptrolle nicht will, denk bitte auch an mich, Henri. Ich bin zwar noch nicht solange mit dabei wie Jeanne, aber ich würds versuchen.

Liebe Grüße, Feli
#56 Afrikanische Oper: das afrikanische Gedichtsugar 2009-08-02 16:58
nun ja, feli für dich werde ich das gedicht noch hinzufügen - obwohl ich es nicht schön finde das hier ein gewisser henri, ohne sich überhaupt ersteinmal richtig vorzustellen, einfach die gesamte künstlerische leitung übernimmt und hier nur anweisungen erteilt. ein wenig sensibler hätte ich mir die nachfrage von manchen herren schon auch vorgestellt. aber ich will mal nicht so sein.

hier nun das erwünschte gedicht(ich fand es in einem buch über klimaverhältnisse und vegetation in afrika, verfasser unbekannt):

die schönheit der natur

ein abend in der regenzeit.
eine herde gazellen ist zum trinken an den fluß gekommen.
die zeichnung ihrer felle ist harmonisch.
von weitem dachte man, daß der schöpfer dieser kreaturen an die regenzeit gedacht hat.

an diesem abend, wo die zeichnung ihrer felle
eins wird mit den farben der natur.
ich bezweifle, jemals wieder die gelegenheit zu haben,
ein so volkommenes, natürliches bild zu sehen.

später gehen sie weg
auf einem von büschen gesäumten pfad,
der den kleinen berg hinaufführt.
in der ferne berührt der gipfel des kleinen berges den himmel.
welche vollkommene harmonie der natur.


danach könnte jeanne als personifizierte wahrheit auftauchen und in einem (noch) weißen nachthemd mit ihren fleischmesser die kleinen gazellen abschlachten. (feli, falls du die rolle übernimmst-die gazellen sind natürlich nicht echt) dazu winden sich die weiß bemalten(am besten nackten) athletischen afrikaner inbrünstig schreiend im stroboskop- licht, dazwischen mein trommelnder mit fellen behangener schamane. wie findet ihr das???
#57 Afrikanische Oper: eine RäucherstäbchenvisionHenri 2009-08-02 19:38
Hallo liebes Team, liebe sugar,
na hör mal - ich bins doch, die Henriette (Hundskötter), immer noch oder schon wieder, ich hab nur meinen Spitznamen benutzt.
Wenn ich etwas dominant (?) rübergekommen sein sollte, könnte das an meiner Begeisterung liegen, ich wollte aber niemandemAnweisungen geben...
Dein Gedicht ist sehr schön und auch die anschließende Szene mit den Gazellen und den nackten Afrikanern mit dem fellbehangenen Schamanen gefällt mir.
Ich würde nur geringfügig in der Reihenfolge was ändern und eventuell statt den Gazellen weiße Hühner nehmen.
Vorhin habe ich beim Rauch eines Räucherstäbchens folgende Vision gehabt:

auf der Bühne wird so gut es geht die Stimmung eines Sonnenaufgangs in der Savanne simuliert.
Die Afrikaner liegen mit weißen Skeletten bemalt, schlafend, nur in Lendenschurzen, auf dem Boden und schlafen, mittendrin auch der fellige Schamane.
Ein Kommandant in Kapitänsuniform kommt herein, pfeift kurz auf der Trillerpfeife, so dass die Schwarzen aufblicken. Er spricht durch ein Megafon: Hier spricht General Motors. Ihr Luschen, aufstehen und fertigmachen zum Morgenappell!
Die Afrikaner stehen etwas unwillig, aber gehorsam auf und fangen an, einen Stammestanz aufzuführen, dabei können sie sich gerne, wie von sugar vorgeschlagen, mit ihren weiß bemalten Körpern im Licht winden. Ob es unbedingt Stroboskop sein muss? Der Schamane trommelt und singt die erste Strophe von sugars Gedicht, dann singen auch die Afrikaner im Chor und tanzen sich in Trance. Das geht eine Weile so.
Die ganze Zeit befinden sich ein Haufen weiße Hühner oder auch braune und schwarze Hühner auf der Bühne, die jedoch nicht weiter auffallen. Sie picken friedlich vor sich hin.
Bis mit einmal Jeanne als personifizierte Wahrheit hereinwirbelt, und einen kurzen Solotanz mit ihren Messern hinlegt. Die Afrikaner staunen.
Dann schreit sie den Text von Heiner Müller, den mit der Wahrheit, und gerät allmählich in Rage. Sie schnappt sich nacheinander die Hühner und schlachtet sie ab.
Der Chor singt nicht mehr, sondern weicht erschrocken zurück.

--- an dieser Stelle wurde ich durch einen Telefonanruf meiner Mutter unterbrochen, sie hat einen Riecher für die passenden Momente, naja. Deshalb bricht die Szene vorerst hier ab.

Liebe Feli, bitte sei mir nicht böse, aber ich sehe immer noch Jeanne in der Hauptrolle, mit ihrer klaren, aufrechten Haltung und der erforderlichen Brutalität, wenn ich das so sagen darf... Es wäre deshalb gut, wenn du dich meldest Jeanne, damit wir wissen, woran wir mit dir sind! Machst du mit, oder nicht?
Und Feli, für dich gibt es auf jeden Fall auch eine tragende Rolle, aber du bist nach meinem Eindruck eher für eine gefühlvolle, etwas weichere Rolle geeignet. Ich hoffe sehr, dass persönliche Eitelkeiten zugunsten der Gesamtheit des Projektes zurückgestellt werden können.
Lieber Sven, lieber Georg, ich freue mich über eure bisherige Beteiligung und möchte euch alle als gesamte Gruppe ermuntern, so weiterzumachen.
Stellt euch nur vor, wie Carlos staunen wird, wenn wir ihm nach seiner Rückkehr aus Chile unsere Ideen oder sogar schon erstes Skript vorstellen...!
Das wird ein Spaß, Ihr seid wunderbar, Grüße, Henri
#58 Afrikanische Oper: ein paar Tage Ruhesugar 2009-08-02 22:12
ach, was für ein glück- henriette hundskötter du bist es! da fällt mir ja ein stein vom herzen. carlos hatte dich ja beauftragt die leitung zu übernehmen, dann ist das absolut in ordnung. ich kam mir schon so verloren vor mit dem projekt. und jetzt bin ich mit feli hier wenigstens nicht mehr allein unter männern...
wobei, wir bräuchten dringend männliche verstärkung! ich glaube kaum das wir karl laberfeld für die rolle des schamanen begeistern können?!
sidibou sollte sich dringend wieder melden, aber der ist wahrscheinlich auch schonwieder in seine heimat gereist, ach...mißt und die ganzen athletischen afrikaner, wo wollen wir die denn auftreiben? naja, vielleicht fällt dir ja was ein.
sven jurgel ist ja mehr für die recherche zuständig.
ansonsten finde ich das großartig wie du dir das bis hierher gedacht hast. mit den hühnern!! eine tolle idee, wenn wir nutzvieh nehmen ,bekommen wir auch keinen ärger mit dem tierschutz. aber um die rechtlichen angelegenheiten sollte sich lieber jemand anderes kümmern, da kenne ich mich nicht so aus. (sven jurgel -wie verhält sich das, dürften wir hühner schlachten?) aber wenn euch das nicht gefällt könnte man das sicher auch anders lösen! mit dem stroboskop-licht war ja auch nur so ein spontaner einfall, also ich vertraue da ganz auf henriette hundskötters künstlerisches geschick. wenn ich etwas neues für unsere oper entdecke melde ich mich, werde aber ein paar tage in ruhe suchen um auch das forum evtl. nicht zu überlasten.
einen schönen sonntag abend wünsche ich unserer afrika gemeinde! bis bald...
#59 Afrikanische Oper: ProjektvorschlägeFelicitas 2009-08-02 22:35
Alles klar, Henri, ich weiß doch, dass du es bist, Henriette. Ich glaube, sugar war durch den harten Ton von Karl und Robert völlig durcheinander. Sugar, lass dich von den Typen nicht irritieren...

Ja, ich fände es auch gut, wenn Jeanne sich nicht länger ziert oder drum herum drückt, sondern sich endlich klar und deutlich äußert, wie sie zu dem Projekt und unseren derzeitigen Vorschlägen steht.

Henri, als ich deine Vision der Morgenszene las, fielen mir spontan diese Bilder ein:

Nach dem Gemetzel fliegen auf der Bühne überall wild die Federn umher, Blut ist geflossen und Jeannes Nachthemd ist rot gesprenkelt.
Sie tobt immer noch - erschöpft zwar - und wir sind an der Stelle, als die Afrikaner erschrocken zurückweichen.

Es treten auf: sugar und ich, als die Schwestern der Wahrheit, Vernunft und Sanftmut! Oder vielleicht gibt es auch andere "Schwestern" der Wahrheit, da fällt uns vielleicht noch was ein.
Auch wir sind in Nachthemden, laufen auf Jeanne zu und flehen sie an "Wahrheit, was hast du getan! Komm zu dir, sieh uns an, wir sinds deine Schwestern Sanftmut und Vernunft!" Die Afrikaner machen große Augen und kommen wieder etwas näher.
Ich und sugar nehmen die völlig aufgelöste Jeanne in unsere Mitte, ihr Haar hängt wirr ins Gesicht, sie schaut uns mit irrem, entmenschlichtem Ausdruck an.
Wir beruhigen sie kraft unserer Anwesenheit und halten sie fest, voller Verständnis.
Da bricht sie zusammen, schlägt die Hände vors Gesicht und sagt "Bringt mich fort von diesem Ort"
und "so will ich nicht weiterleben".
Die Afrikaner schauen sich fragend und ratlos an und sehen uns Dreien hinterher, wie wir die Bühne verlassen.

Da kommt unvermittelt Kapitän General Motors herein und traut seinen Augen nicht.
"Was habt ihr angerichtet, ihr nichtsnutzigen Eingeborenen mit euren verrückten Woodoo-Ritualen, seid ihr wahnsinnig geworden?"
Bevor einer antworten kann, dreht er sich um, geht wieder raus und droht "das wird ein Nachspiel haben, alles weitere habt ihr euch selber zuzuschreiben".
Die Afrikaner stehen vor Schreck ganz erstarrt und drehen sich nach dem Schamanen um, der immer noch in Trance dasitzt. ....

Bis hierhin, wir sollten das gemeinsam besprechen, ob das mit dem Hühner-Schlachten angebracht ist oder lieber verfremdet werden sollte. Ich wäre ja sehr für künstliche Hühner, die armen Viecher haben schon genug zu leiden.
Was haltet ihr von der Idee? Liebe Grüße, Feli
#60 Afrikanische Oper: tollsugar 2009-08-02 22:55
bravo feli, großartig!!
ich wäre gerne die schwester "vernunft" wenn henri nichts dagegen hat. aber toll, ich bin begeistert!!!!!
bis bald
#61 Afrikanische Oper: welche Räucherstäbchen?Corinna 2009-08-02 23:22
Danke! Wirklich herzlichen dank ihr kreativen, fantasiegeladenen, engagierten und hartnäckigen afrikafreunde!!! War ein paar tage auf der flucht, konnte mir deshalb erst jetzt den gesamten verlauf zu gemüte führen- und ich muß sagen, glückwunsch! Besonders henriette erscheint mir mit ihrer kopfinternen bilderflut als großer gewinn! Welche räucherstäbchen benutzen sie, wenn ich fragen darf?
Nachdem ich jeanne nicht mehr als personifizierte wahrheit aus dem kopf bekomme und befürchte, aufgrund meiner mangelnden musikalität nur mehr an die rolle eines huhnes zu gelangen, möchte ich doch trotzdem nun sehr wagemutig sein und larissa erneut auf den plan rufen! Als wechselwind könnte ich fast alle elemente des ausdruckstanzes verwenden, dem ich mich seit jahren widme. Verzeihen sie, frau schneider sölleking, wenn ich ihnen mit der urschreitherapie zu nahe getreten bin, aber mir hat sie sehr geholfen!
Ich habe einen platonischen freund im zuhältermilieu. Da er kulturell sehr interessiert ist und seine aus neun nationen stammenden prostituierten viel potential bieten finden häufig unterschiedlichste kunstaktionen in seinem etablissement statt. Kürzlich war ich auf einer seiner vernissagen und wie es der zufall will befasste sich ein ganzes zimmer mit afrika! Dort las ich folgendes:
In meinem auge silberschimmer- die wahrheit lässt sich nicht vertreiben,
in meinem kopf der gold'ne sand- ich fühl' ihn, spür' ihn, grabe um,
in meinem herzen rotes blut- wann darf ich mich ergeben dem ewigen, dem schmerz, dem großen?
Es ist die zeit im wandel stets und der hoffnung untertan, der himmel kann sich noch so winden.
Wahrheit! Silbern, golden, rot!
Ich wart' auf dich, du schwarze pest!

Zugegeben, ganz verstanden habe ich es nicht, aber so übel klingt es nicht, oder?!
#62 Afrikanische Oper: ich kann singen!Sidibou Kaoré 2009-08-03 00:03
Jambo,
gerne bin ich mit Djembe dabei, trommeln und singen.
Ich frage meine afrikanischen Freunde, alle gerne tanzen und singen, ob sie mitmachen!
Corinna, das letzte von Ihnen "In meinem Auge silberschimmer ...- bis die Worte: Ich wart auf dich du schwarze pest" kann ich gut singen, wenn Sie möchte.

Afrique dans mon coeur,
Sidi
#63 Afrikanische Oper: der Laie wundert sichMarkus Brüderle 2009-08-03 00:46
Gratulation, ein solches comeback hätte ich euch nicht zugetraut, da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich, wie es bei uns heißt...
Wenn ich nicht nächste Woche in Urlaub fliegen würd, tät ich mich glatt für die Rolle des Commander GM zur Verfügung stellen, aber so müsst ihr halt mit Karl Laberfeld oder Sven Jurgel Vorlieb nehmen - einer besser als der andere!
Und Corinna& Co., die Wahrheit hat doch bestimmt (!) noch mehr Schwestern, da kommen Sie auch noch zum Zuge, gell. Adé und schaffts gut!
#64 Afrikanische Oper: endlich verödetkaunde 2009-08-03 01:13
ihr seid doch sowieso alle dieselben. karl, markus, sven. ihr tut doch bloß so, als ob ihr verschiedene leute wäret. klingt alles gleich. und ich hatte schon gehofft, der blöde blog wäre endlich verödet.
#65 Afrikanische Oper: das Pferd war arbeitslosHelmut 2009-08-03 02:10
Ja Wahnsinn. Ich schaue nach einiger Zeit mal wieder in dieses Forum. Unser Afrika ist zwar tot, aber die Oper lebt. Und wie, es ist sogar ein Afrikaner dabei. (Vielleicht hat er sich vertippt und heißt eigentlich Kaboré, das ist ein burkinischer Name.)
Es werden Hühner geopfert. Hühner sind DIE Opfertiere in Burkina. In Ouaga gäbe es keine Schwierigkeiten mit der öffentlichen Schlachtung von Hühnern.
Aber natürlich will ich wieder eine Geschichte erzählen – Griots sind wichtige Leute in der burkinischen Kultur.
Vor längerer Zeit hatten wir eine junge Agraringenieurin in „unserem“ Gebiet. Ich werde sie Agra nennen. Agra hatte den Auftrag Brunnen zu graben und Gärten anzulegen. Außerdem sollte sie unser Pflugprojekt befördern. Zu diesem Zweck kaufte sie einen Pflug und ein Pferd. Das Pflugprogramm lief schlecht, das Pferd war arbeitslos. So wurde es Agras Reittier und mit der Zeit „ein guter Freund“.
Hier beginnt die Geschichte. Sie hat inzwischen sogar einen Namen: Les funérailles d’un cheval.
Eines Tages war das Pferd tot. (Warum weiß ich nicht.) Agra war außer sich: sie weinte, klagte und schrie. Sie war nicht mehr zu beruhigen. Da hatten die Afrikaner eine Idee: Sie sagten ich, dass sie das Pferd nach afrikanischem Ritus beerdigen würden, dann könne es eingehen zu seinen Ahnen. Sie begannen eine große Grube auszuheben. Agra beruhigte sich. Als das Loch etwa 10 cm tief war erklärten sie Agra müsse nun gehen, bei der eigentlichen Beerdigung dürfe sie nicht dabei sein, denn dann könne das Tier sich nicht trennen und fände nie den Weg zu den Ahnen. Agra sah das ein und ließ sich zurück ins Haus führen.
Kaum war sie verschwunden begann eine fieberhafte Arbeit. Eine Gruppe schippte die Grube wieder zu und überstreute sie mit Blüten und Blättern. Eine zweite Gruppe zerlegte das Pferd in portionsgroße Stücke, mit Fleischermessern vom nahen Markt. Die dritte Gruppe besorgte einen Eselskarren um die Knochen zu entsorgen.
Als alles fertig war überstreute man die Blutlache mit loser Erde und trat sie fest.
Dann holte man Agra. Die vergoss noch ein paar Tränen aber konnte endlich Abschied nehmen.
Das Pferd aber wurde noch am gleichen Abend würdevoll beerdigt – in den Kochtöpfen von etwa 10 Familien.
#66 Afrikanische Oper: Gazellen, Kudus, ImpalasHenri 2009-08-03 10:27
Die Geschichte von Agra und ihrem Pferd ist brilliant, Helmut. Dürfen wir sie für die Oper gewinnen?

Liebe Corinna, ich nehme handelsübliche indische Räucherstäbchen, gibts auf jedem Flohmarkt. Gestern hatte ich allerdings ausnahmsweise eine andere Sorte, auf der Packung steht: Green Tara Traditional Tibetan Incense, hab ich zum ersten mal probiert, von einer Freundin geschenkt.

Heute Nacht habe ich viel geträumt, beeile mich deshalb, es hier aufzuschreiben.

Unser Stück brach gestern an der Stelle ab, als die Wahrheit von ihren Schwestern hinausgebracht wird, der Captain General Motors reinkommt, die toten blutigen Hühner und das Durcheinander sieht und droht:
"das wird ein Nachspiel haben, alles weitere habt ihr euch selber zuzuschreiben".
Die Afrikaner stehen vor Schreck ganz erstarrt und drehen sich nach dem Schamanen um, der immer noch in Trance dasitzt. ....

Der Schamane in Trance, das ist es!!!
Durch entsprechende Beleuchtung wird er in den Mittelpunkt der Szene gebracht, die anderen Afrikaner gesellen sich ehrfurchtsvoll um ihn herum und sehen ihn erwartungsvoll an.
Er murmelt vor sich hin, afrikanisches Kauderwelsch, aber schließlich verstehen wir, dass es sich um Dörtes Gedicht "dann kann ich Christ sein" handelt.
Die Naturbeschreibung von Sugar läuft im Hintergrund auf Video: Tierherden begeben sich des Abends zur Tränke, Gazellen, Kudus, Impalas und was es alles gibt. Wechselnde Sonnen-auf und -untergänge, vorbeiziehende Tiere, vertrocknende Seen, eventuell im Zeitraffer. Der Schamane erzählt die Geschichte Afrikas. Schließlich sehen wir auch Eingeborene, jagen, kämpfen, rituelle Handlungen begehen, das volle Programm. Sidibou beginnt im Hintergrund leise zu trommeln, das Orchester läßt ein paar Violinen zart schluchzen und seufzen.
Auf dem Video sind jetzt Szenen aus der Kolonialzeit zu sehen: Weiße, die Schwarze herumkommandieren oder ihnen etwas beibringen. Missionare. Diamanten-Minen und dann weiße Geschäftsleute, die Dollarscheine in Koffer packen. Ausbeutung, Hunger, Armut, Leid. Kinder mit hungrigen Augen und aufgeblähten Bäuchen, das volle Programm. Aidskranke. Hilfsorganisationen mit Medikamenten und Milchpulver.

Der Schamane murmelt immer noch mit eindringlicher Stimme seinen Text.
Inzwischen haben die ihn umgebenden Afrikaner leise, bedächtig und fast unbemerkt begonnen, die Hühner zu rupfen und auszunehmen. Frauen tragen einen großen Kochtopf herbei, Holz wird für ein Feuer aufgeschichtet,
die Hühner in den Topf gelegt und allerlei Kräuter hinzugegeben.

Helmut, wenn ich Ihre Geschichte mit dem Pferd einfach so abändern und verwenden kann?

Karl, wären Sie bereit, die Rolle des General Motors zu übernehmen?

Helmut, könnten sich sich vorstellen, den Schamanen zu übernehmen?

Sidibou trommelt und seine Fraunde tanzen, und kochen.

Jeanne, jetzt lass dich nicht länger bitten. Spring über deinen Schatten, lass deinen blöden Stolz beiseite und mach mit. Wir brauchen dich.

Viele Grüße, Henri
#67 Afrikanische Oper: BILD-Redakteure in BaströckchenKai Piepmann 2009-08-03 12:17
Und dann zieht auch noch der frisch verheiratete Christoph Schlingensief mit seiner jungen Frau als schwebendes Traumbild vorüber. Gefolgt von einem Tross BILD-Redakteure in Baströckchen.
#68 Afrikanische Oper: Vergeltungsschlag gegen AufständischeKarl Laberfeld 2009-08-03 12:49
Genau, Piepmann, die Einblendung des Bildes des frischvermählten respektablen Bräutigams mit seiner anmutigen Braut sollte nicht fehlen, am besten auch mit einem gefühlvollen Kuss.
Ob die Journalisten im Baströckchen sein müssen ? - mir würde Herr Jurgel vollkommen genügen.

Wenn ich die Rolle des Kaptain General Motors übernehmen soll, möchte ich noch einmal daran erinnern , dass dieser mit Konsequenzen gedroht hat.
Es ist doch klar, dass er den Eingeborenen ihren vermeintlichen "Aufstand" nicht durchgehen lassen kann.
Seine Aktion könnte daraufhin in einem Telefongespräch gezeigt werden, als er mit Militärattachés im Ausland bespricht, dass gegen die Aufständischen ein Vergeltungsschlag verübt werden müsse, ggf. mit Luftangriffen oder ähnlichem. Auf jeden Fall sollen Truppen herübergeschickt und in Alarmbereitschaft versetzt werden.
Den genauen strategischen Plan können wir ja noch ausarbeiten...

Während also die Hochzeitsgesellschaft mit den Eingeborenen ahnungslos feiert, am Lagerfeuer gemeinsam mit dem Schamanen und dem glücklichen Paar die gekochten Hühner verzehrt werden - und natürlich auch Jeanne, Feli, Sugar und Corinne einen schwesterlichen Schleiertanz aufführen,...
bahnt sich im Hintergrund in Gestalt der militärischen Bedrohung ein schreckliches Unheil an!

Das wäre meine Bedingung, bzw. mein Beitrag. Damit jetzt nicht ein Aufschrei der Empörung losgeht, möchte ich das zuletzt Geschilderte etwas abmildern:
es muss ja nicht zwingend zur Katastrophe, das heißt zum Angriff auf die Festgesellschaft kommen!

Zu einer Wendung könnte es kommen, weil jemand von außen eingreift, zum Beispiel denke ich da an Bettina, die aufgrund ihrer weltweiten Kontakte und Beziehungen
auf wunderbare Weise politischen Einfluss gewinnen kann, durch den der Anschlag auf die Afrikaner und Feiernden verhindert werden kann... Bettina, was halten Sie davon?

Auch von mir die besten Wünsche für Aino und Christoph Schlingensief-Leberenz! Alles Gute, Karl
#69 Afrikanische Oper: Liebesduett mit Reinhold BeckmannHeinrich V 2009-08-03 13:03
und dann noch ein liebesduett mit schlingensief und reinhold beckmann...
#70 Afrikanische Oper: lauter leere SpießerfratzenKai Piepmann 2009-08-03 14:59
Und auf einem Elefanten, auf dessen Rüssel die blonde Bayreuther Katharina balanciert, reitet dann noch der alte Wolfgang Wagner durchs Bild. Karl Laberfeld reißt allen (und sich selbst) mit dramatischer Geste die Masken vom Gesicht, und plötzlich starren lauter leere Spießerfratzen in die afrikanische Steppe.
#71 Afrikanische Oper: neue Inspirationsquellensugar 2009-08-03 15:07
einen wünderschönen guten tag liebe afrika gemeinde. ich wollte ja mal ein paar tage in ruhe nach neuen inspirationsquellen ausschau halten, aber ich muss doch schonmal vielen, vielen dank und meine größte begeisterung für die kreative arbeit hier aussprechen! wir sind ja wirklich gut voran gekommen, carlos wird staunen wenn er wieder da ist.
henri, großartig wie du das alles mit hineinarbeitest, die geschichte mit dem pferd, toll! ich habe auch schon die ganze zeit an dörte gedacht, wo wir ihren ergreifenden text mit einflechten könnten, aber das mein schamane ihn sprechen wird- fantastisch!!!!!
mit der besetzung bin ich auch mehr als zufrieden, ich glaube so sind die rollen ganz gut verteilt.
jetzt müssen wir noch auf bettina und jeanne warten.
ob der herr piepmann hier mitmachen darf, das müssen wir erst gemeinschaftlich entscheiden. das letzte statement war mir persönlich etwas zu fantasielos. aber naja, eine erfolgreiches unternehmen zieht auch immer neider an. vielleicht möchte er ja nur mitmachen und weiß sich nicht anders zu helfen , der arme. herr piepmann, wir brauchen auch noch praktikanten. wär das nicht erstmal was? wir haben doch alle mal angefangen, nicht wahr?!
#72 Afrikanische Oper: Wechselwind für AusdruckstanzLarissa S. 2009-08-03 16:28
Liebe Henriette, liebe Kollegen (Gemeinde?),
wie ich sehe, wurde also doch noch weitergearbeitet. Ein bunter Flickenteppich, aber sehr schön und ein Einzelstück.
Corinna, du hast, glaube ich, gefragt, ob ich wieder einsteige - ja, gerne! Wechselwind eignet sich sicher für deinen Ausdruckstanz, darauf freue ich mich schon.
Da ja noch eine Wendung der Geschichte (Abwendung des Angriffs auf die Festgesellschaft) stattfinden wird, ist das doch die optimale Begleitmusik dazu, oder?

Versteht mich nicht falsch, aber ich finde es nicht in Ordnung, dass Leute wie Piepmann eingeladen werden, mitzumachen. Da wäre doch vorher erstmal Sven dran - er hat hier wenigstens schon konstruktiv mitgearbeitet. Oder von mir aus auch Georg, der doch gutes geleistet hat. Herr Piepmann hat bis auf ein paar flippige Ideen noch nichts nennenswertes beigesteuert.
Ebenso Jeanne - da sie offenbar nicht an dem Projekt und einer Mitarbeit interessiert ist, oder überhaupt nicht informiert ist, sollte nicht länger auf sie gewartet werden. Stattdessen könnte doch jemand wie Dörte die Rolle der Wahrheit spielen, das wäre mein Vorschlag.
Es hat keinen Sinn, eine "Diva" zu beknien, die sich ganz offensichtlich in der Rolle der rebellischen Kratzbürste viel zu gut gefällt. Die lacht uns doch nur aus...

Und was ich auch noch loswerden möchte, das liegt mir schon länger auf der Seele:
es stimmt zwar, dass einzelne Personen wie Henriette und sugar ganz wesentliche Ideen beigesteuert haben, aber in erster Linie ist das hier doch ein Gemeinschaftsprojekt - ohne die ganz spezielle Zusammensetzung derer, die auch in "unser Afrika" mit dabei waren, ohne die besondere Chemie, die durch ein Zusammentreffen von so Leuten wie Carlos, wüstenfuchs, Bettina, flohbär, raphael und so vielen anderen entstanden ist, die teilweise nicht mehr mit dabei sind, wäre die Entstehung der Geschichte nicht denkbar.
Bis hin zur sensationellen Unterstützung der Redaktion von nachtkritik, die unser Libretto so geduldig hat wachsen lassen und mit ihrer Sonne beschienen.
Dieses ist eine Schöpfung, die wir nicht einzelnen Personen, sondern einer höheren Fügung oder Macht zu verdanken haben, diese Worte hat übrigens auch unser Pastor in der Predigt am Sonntag gesagt. Oder um es mit einem Buchtitel von John Irving zu sagen "Gottes Werk und Teufels Beitrag".
Dieses Projekt hat mir mehr gegeben als ich in Worten ausdrücken kann, ich sehe wieder Licht am Ende des Tunnels, mein Leben hat seinen Sinn zurückgewonnen.
Es war eine fruchtbare Zusammenarbeit mit euch allen, und ich freue mich, wenn es noch etwas weitergeht.
Herzliche Grüße, Larissa
#73 Afrikanische Oper: Afrikanischer Opel & TrauerchorJeanne dArc 2009-08-03 17:03
Und wenn die Revolution nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute fort, hinter der Maske des Populismus. Das Libretto zur Afrikanischen Opel sollte folgendes Ende haben: Alle Beteiligten hatten die Augen vor der Realität verschlossen. Schließlich war es die sozialverträglichste Lösung gewesen, dass die europäische Tochter an die Mutter GM zurückgehe. So endete der Aufstand: "Die Regierung, die uns den Auftrag erteilt hat, hier auf Jamaika einen Sklavenaufstand zu organisieren, ist nicht mehr im Amt. Der General Bonaparte hat das Direktorium aufgelöst mit den Bajonetten seiner Grenadiere. [...] Die Welt wird was sie war, eine Heimat für Herren und Sklaven. [...] Was glotzt ihr. Unsere Firma steht nicht mehr im Handelsregister. Sie ist bankrott. Die Ware, die wir zu verkaufen haben, zahlbar in der Landeswährung, Tränen, Schweiß, Blut, wird auf dieser Welt nicht mehr gehandelt. [...] Ich entlasse uns aus unserem Auftrag." (H.M.) Am Ende tritt ein Trauerchor auf - los, SINGEN, ihr Luschen!
#74 Afrikanischer Opa: tolle Hühnerrollesugar 2009-08-03 17:13
larissa - das haben sie wirklich schön gesagt. ich stimme ihnen in allem zu. ja, nur durch das gemeinschaftliche zusammenspiel von allen beteiligten ist es zu dieser wunderbaren arbeit gekommen, ich will da auch niemanden besonders hervorheben.
aber der sven ist doch sowieso fest im team integriert?! er gehört doch mit zu den anführenden kommentatoren! was wären wir ohne seine recherche arbeit?
wenn dörte die rolle der warheit übernimmt, das fände ich großartig!!!!
aber das angebot für den herrn piepmann war wirklich vorschnell von mir. wir hätten ja auch noch eine tolle hühnerrolle zu vergeben. da hätten wir das auch gleich geklärt! großartig!!!
#75 Afrikanische Oper: esoterisches KränzchenKai Piepmann 2009-08-03 17:53
Wie kommen Sie darauf, dass ich irgendwelches Interesse daran hätte, mich Ihnen anzuschließen? Ich bin bekennender Autist und an Ihren esoterischen Kränzchen nicht interessiert.
#76 Afrikanische Oper: komplett blödmick der neger 2009-08-03 18:24
schade, hier ist es komplett blöd - hab ihr sonst nichts zu tun? das ist ja so ne art sodoko für im theater zu kurz gekommene, sie können nicht davon lassen, aber theater kommt dabei nicht raus, sonder nur das traurige bild dieser angebildeten, die hier so verzweifelt witzig und wichtig tun, echt schade auch, als schönes armutszeugnis derer, die im metier arbeiten und gelten wollen -
#77 Afrikanische Oper: Eignung als SoufleuseCorinna 2009-08-03 18:39
Bekennende autisten eignen sich häufig besonders für den job der souffleuse! Schade, herr piepmann, dass sie so unwillig sind!
#78 Afrikanische Oper: Faust aufs elektronische AugeJeanne dArc 2009-08-03 19:49
und noch was für die ganze Gemeinde. Es ist nicht von mir, passt aber wie die Faust aufs elektronische Auge: "EURE KLEINE VERFICKTE GLOBALISIERUNG IST IRGENDWIE HIER BEI UNS UND DIE KRIEGT IHR AUCH NICHT RAUS MIT EINEM VERFICKTEN EXORZISMUS. GENTECHNIK PRODUZIERT KRANKHEITEN!" (René Pollesch) "Die Kraft Jesu bezwingt dich"! - was für ein hippiesker Quatsch, so einfach ist das eben nicht (mehr). Das streetfighter-Image des total verräucherten und pornogeilen Apo-Opas ist out.
#79 Afrikanische Oper: Gestelze, Gesülze, Getuejohanna die echte 2009-08-03 20:16
ist schlingensief nicht auch n alter apo -opa? von dem her past das gesülze hier doch zu ihm... obwohl ich es auch gaaaaanz gaaaanz schrecklich finde... trefft euch doch privat und macht im gemeindehaus n afrika-performance-kränzchen... und meinetwegen präsentiert das hier...dann... mit nem werbeblock... oder wir schreiben euch dann ne kritik für dieses seite hier und ihr könnt die dann wieder kommentieren... aber dieses gesülze und gesieze und gestelze und getue hier ist nicht mehr schön... obwohl es - zugegeben - ja keiner lesen muss, wenn er nicht will
#80 Afrikanische Oper: Steinis SchattenkabinettHeinz 2009-08-03 22:50
Finde ich toll, was ihr da gemeinsam auf die Beine gestellt habt. Echt dufte! Deshalb habe ich spontan ein Lied komponiert, das Steinmeier gewidmet ist, mit dem Titel: "Spring über deinen Schatten." Gleich nach dem Einsetzen der Musik kommt ein Video mit Steinis Schattenkabinett. Steini kommt dahergeritten auf einem Schimmel. Es muss unbedingt ein weißes Pferd sein, wegen der farblichen Abstimmung, das passt gut zu Steinis geschmackvoll gescheitelter Frisur der Altersweisheit. Wenn Steini auf seinem stählernen Ross in der Mitte der Bühne steht, wirft er einen heroischen Blick gen Himmel, als würde er mit dem Allmächtigen sprechen. Der Himmlische Vater hilft ihm dabei, 4 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen und in 10 Jahren eine Vollbeschäftigung zu erreichen. Dann setzt der Chor ein, unter Anleitung von der Chorführerin Jeanne. Aus Dankbarkeit über die Agenda wird "Steini, wir danken Dir" gesungen. Anschließend wirft Steini einen kraftvollen Blick ins Publikum und reitet von dannen. Jetzt kommt der große Auftritt von Jeanne. Sie wirbelt über die Bühne und zieht ihr Fleischermesser der Wahrheit. Als Warnung an diejenigen, die nicht an die Wahrheit glauben wollen. Es wäre gut, wenn ihr diese Szene einbauen könntet.
Außerdem braucht die Afrika-Gemeinde einen Vorsitzenden, so wie jedes Theater einen Intendanten braucht. Ich halte Sugar für den fähigsten Denker mit Macherqualitäten. Deshalb sollte er demokratisch zum Chef gewählt werden, d.h. er ist so gut wie schon gewählt. Als seinen Assistenten und Stellvertreter schlage ich Karl Laberfeld vor. Das wird eine tolle Sache!
Viele Grüße,
Euer Heinz
#81 Afrikanische Oper: ganz schön ausgeufertsugar 2009-08-03 23:48
sehr geehrter herr heinz,
sie haben mich wieder zum lachen gebracht.vielen dank!
ich gebe zu das der ganze spaß hier ganz schön ausgeufert ist, das hat sicher keiner der beteiligten hier von anfang an so gewollt. aber ja, was soll ich sagen- es hat sich halt so ergeben. und mir hat es eine menge freude bereitet, ich bereue kein wort und würde es jederzeit wieder tun. außerdem muss es noch weiter gehen, wir sind ja noch nicht fertig.
mick- schön das auch du dich für eine hühnerrolle bewirbst!
#82 Afrikanische Oper: Steinmeier, der Voodoo-ZaubererKarl L. 2009-08-04 00:12
Sind sie der Heinz aus der Comedy-Serie?
Wir werden es wohl nie erfahren...Guten Abend, wenn ich mich vorstellen darf, ich bin einer der maskierten Spießer, die in dieser virtuellen Realität ein Zuhause gefunden haben. Herzlich willkommen im Club!
Allerdings sehe ich Herrn Steinmeier weniger als bejubelten Helden, sondern schon eher als Woodoo-Zauberer oder Magier, der direkt in der Oper mitmachen könnte. Denn wenn es eine Lösung gäbe, die mal eben so als "Plan Deutschland" aufgestellt werden könnte, um Vollbeschäftigung zu erreichen - und das innerhalb des herrschenden Systems, also ohne das System, was die Mißstände verursacht hat, zu verändern! - dann muss er tatsächlich zaubern können. Toll! Schade nur, dass er erst jetzt, so kurz vor der Wahl damit rausrückt, so einen Zaubertrick hätten wir schon ein kleines bißchen früher brauchen können!
Es ist mir eines der unbegreiflichsten Rätsel, wieso die Bevölkerung sich so für dumm verkaufen lässt. Aber wie heißt es so schön: jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Mist nur, dass ich als schweigende Mehrheit auch dazugehöre!
Jeanne, das Lied, das Sie zum Ende der Oper singen möchten, finde ich sehr passend, wirklich! Ein Trauerchor, danach ist man dann im wahrsten Sinne erleichtert, dass es vorbei ist...
Heinz, ihr Vorschlag, bzw. ihre "demokratische" Wahl des Vorsitzenden passt auch wie Faust auf (elektronisches) Auge, denn hier können wir uns die Hierarchien noch selber schaffen, ein Traum! Ist Sugar nicht eine Frau? Aber hier ist wohl niemand, was er vorgibt zu sein, das gehört wohl zum Spiel.
Allen einen schönen versponnenen Abend, alles Gute, Karl
#83 Afrikanische Oper: immer in den KochtopfHelmut 2009-08-04 01:00
@66 Liebe Henri,
die Geschichte mit dem Pferd ist nicht erfunden. Ich kenne Agra, kannte das Pferd und kenne die meisten der beteiligten Afrikaner. Sie muss auch nicht abgeändert werden. Bei einem Opfer wird stets nur das Blut geopfert. Es gilt als Sitz der Seele (Anima), wie bei uns das Herz. Die teilnehmenden Hühner wandern immer in den Kochtopf. Bei großen Tieren wie Rindern, gibt es sogar festgelegte Regeln welches Teil in wessen Kochtopf landet.
Allerdings, das Rupfen der Hühner ist immer Frauensache, und – in Burkina gibt es keine Schamanen. Dafür gibt es andere Figuren die interessant sein könnten: Einmal gibt es den griot, den Erzähler und Sänger, der die Erinnerungen und Traditionen wach hält, dann den tengsoba, den Herrn der Erde, der Kontakt hält zu den Ahnen. Schließlich gibt es den naaba, den Herrn der Macht, der Herr ist über Rituale und Opfer, selbst dann wenn er selbst kein Animist ist sondern Christ ist oder Moslem.
Mich erinnert das Ganze an den Wiener Aktionismus mit Leuten wie Nitsch und Mühl ( ich bin schon etwas älter), die nannten das aber Happening und nicht Oper. Denkt ihr daran, dass Blut nach kurzer Zeit anfängt zu stinken zumal in Afrika.
Viele Grüße, Helmut
#84 Afrikanischer Opa: aus Burkina verschlepptHelmut 2009-08-04 01:10
Voodoo, das ist Benin. Er wird dort getragen von den Nachfahren ehemaliger Sklaven die aus Brasilien zurückkehrten. Sklaven die aus Burkina verschleppt wurden kehrten niemals zurück.
#85 Afrikanische Oper: weiß der Schlingensief das?Konrad 2009-08-04 01:58
Ich habe Fragen: Weiß Christoph Schlingensief von Ihrer Collage? Und sind die Urheberrechte geklärt? Wobei, bei Baudelaire etc. dürften sie ja verfallen sein. Aber ernsthaft, und das ist meine dritte Frage: Wer sind Sie! Sind Sie nur eine Person, oder zwei? Oder vielleicht doch tausend? Wieso treffen sich hier hippieske Textfiguren und können einander auch noch begeistern? Ist das hier ein Kirchentag? Wieso verstehe ich kein bisschen von dem, wofür Sie sich begeistern? Brauche ich dazu Räucherstäbchen? Das ist doch kein Libretto! Das ist völliges Gestümpere. Ich verstehe es nicht. Noch immer nicht!
#86 Afrikanische Oper: gelegentliches HerumstümpernHenri 2009-08-04 11:10
Vielen Dank, Helmut, für deine Erfahrungsberichte, die geben uns eine realistische Basis. Dass die Geschichte mit Agra und ihrem Pferd nicht erfunden war, hatte ich verstanden.
Du hast recht, der Schamane muß eher einem naaba, tengsoba oder griot angenähert werden, ich denke aber, dass wir bei der Umsetzung nicht hundertprozentig originalgetreu sein müssen, oder was meinen die anderen?
Voodoo kommt aus Brasilien, ich weiß und ich habe geahnt, dass es zum Beispiel in Burkina nichts zu suchen hat. Das könnte man dann eben rituelle Handlung oder Anrufung von mythischen Figuren nennen, das Wort Voodoo muss ohnehin nicht im Operntext vorkommen. Obwohl mich die Vorstellung von Steinmeier als Voodoo-Praktizierender fasziniert hat, wie er mit Schaum vorm Mund, knochenwerfend, Beschwörungen murmelnd und wild rhythmisch tanzend und zuckend die Arbeitslosigkeit in Deutschland vertreibt oder austreibt. Ein schönes Bild, Karl.
Und Jeanne, die Anregung mit dem Chor am Schluss
und vor allem der Text von "Alle Beteiligten hatten die Augen vor der Realität verschlossen. Schließlich war es die sozialverträglichste Lösung gewesen, dass die...-...
Die Ware, die wir zu verkaufen haben, zahlbar in der Landeswährung, Tränen, Schweiß, Blut, wird auf dieser Welt nicht mehr gehandelt. [...] Ich entlasse uns aus unserem Auftrag."- ist der auch von Heiner Müller? Wie auch immer, er passt glänzend in unser Stück.
Auch das Zitat von Globalisierung, Gentechnik und Exorzismus könnte eingebaut werden, auf jeden Fall!
Wir haben jetzt wirklich Material, mit dem wir etwas anfangen können, prima, weiter so.
Hallo Konrad, ob Herr Schlingensief von unserer Collage weiß, das weiß ich leider nicht, ich vermute aber, er hat in seinen Flitterwochen anderes zu tun. Zumindest hat er sich noch nicht (ablehnend) geäußert, oder?
Wieviel wir hier im Team sind? ich schätze mal an die 10 Personen, im engeren Kreis ca. 5, so in etwa. Es ist doch nicht schlimm, dass Sie uns nicht verstehen. Ich verstehe auch nicht, warum es Menschen gibt, die Münzen sammeln oder Hunde züchten oder anderen Menschen Mogelpackungen oder dubiose Versprechungen verkaufen. Warum es Menschen wie millionenschweren Waffenhändler Schreiber mit seinen Kontakten zu Parteispitzen gibt, der leider, leider, erst nach der Wahl zum Prozeß antreten muss. Solche Leute kann es eigentlich nur geben, um sie in solchen "Happenings" einzubauen, oder? Ich wüsste nicht, wozu die sonst gut sind.
Ich finde es auch nicht schlimm, wenn wir hier gelegentlich "herumstümpern", probieren geht über studieren, learning by doing, das ist spielerischer Umgang mit der Materie. Machen Sie doch mit!
Vielleicht macht es Ihnen sogar Freude...
Für die Urheberrechte ist Sven Jurgel zuständig, sie können sich per email an ihn wenden, siehe weiter oben.
Allen einen schönen Tag, Grüße, Henri
#87 Afrikanische Oper: dans nôtre coersSidibou Kaore 2009-08-04 23:41
Jambo,
ih und meine Bruder haben in TV die Sendung uber Oper in Afrika geschaut und wir alle Freunde mache gern mit,
good luck fur diese Projekt,
Afrique dans nos coeurs,
Sidi
#88 Afrikanische Oper: Heimat des WoodooAfrikareisender 2009-08-05 15:11
Afrikanische Oper: Voudon kommt ursprüngliche aus dem Benin und Teilen Togos und wird auch in den Grenzregionen Burkinas praktiziert und ist mit der Verschleppung der Sklaven im 18. und 19. jahrhundert in die Karibik und nach Brasilien gelangt und hat sich da zum Woodoo überformt. Sowohl nur zu Ihrer etwas bizarren Feststellung, Woodoo kämer ursprünglich aus Brasilien... Gruss ein Afrikareisender
#89 Afrikanische Oper: Vorschlagjoernjoern 2009-08-05 23:03
vorschlag:
warum nicht den "canto general" nehmen? wenigstens als vorlage...
#90 Afrikanische Oper: Liebe auf KreuzfahrtCarlos 2009-08-06 02:15
Hola amigos, bin ganz aufgeregt, das erste Mal, dass ich von Chile aus online durchkomme, schreibe nur kurz, weil das Netz sicher gleich zusammenbricht, mir geht es gut, ich denke viel an euch alle, und naturalmente an dulce, bravo, was ihr bisher für die Oper geschafft habt. Es ist maravilloso - super, ich freue mich auch über den Vorschlag "canto general", ganz besonders, von Neruda, von dem ich übrigens bereits ein poem, aus seinen sonetten, hier oder bei Afrika geschrieben habe:

"Liebe ist auf Kreuzfahrt unterwegs von Leid zu Leid,
von Insel zu Insel, schlägt Wurzeln, die Klage benetzt,
und niemand kann, niemand kann den Schritten des Herzens entgehn, das verschwiegen und grausam dahineilt.

So kommt es, dass du und ich eine Höhle suchen,
einen Planeten, wo vom Salz dein Haar verschont wird,
wo kein Leid erwächst durch meine Schuld,
wo das Brot lebt ohne Todesnot.

Ein Planet weit weg, von Laubwerk ganz umhüllt,
ein Brachfeld, ein Stein grausam und unbewohnt,
mit unsren eigenen Händen ein dauerhaftes Nest

wollten wir, wo es den Schmerz nicht gibt, nicht Wort noch Wunde,
und trafen doch die Liebe hier nicht an, in dieser Stadt des Wahns, wo Menschen auf ihren Balkonen erbleichen."

vaya con dios, hasta luego
Carlos
#91 Afrikanische Oper: die Qualität der DifferenzJeanne dArc 2009-08-06 02:22
@ 82, Karl L.: Trauerchor heisst für Sie also, dass man froh sein solle, dass alles vorbei ist. Wie lässt sich das verstehen? Meines Erachtens reflektiert Heiner Müller in "Der Auftrag" die Problematik jeglicher mit Revolutionen einhergehender Ideologiebildung. Vom Stückkontext her wird die Französische Revolution bzw. die Schwarze Revolution gegen die britischen Kolonialherren thematisiert. Mit Sicherheit war das aber wiederum eine historisch bewusste Um-Formulierung des politischen Kontexts der nach wie vor stalinistischen Verhaltensnormen der SED-Diktatur zu Heiner Müllers Zeiten. Revolutionäre Umstürze enden meist im Gegenteil dessen, was ursprünglich angestrebt wurde, nämlich in einer Rückkehr zu hierarchisch-autoritären Strukturen. Folglich spricht Heiner Müller sich in "Der Auftrag" nicht für, aber auch nicht gegen Revolutionen aus. Vielmehr lässt sich darin eine grundlegende Skepsis gegenüber einem vereindeutigenden Systemdenken erkennen. Das heisst, es muss immer ein Denk-Raum offen bleiben, ein Raum für alternative Möglichkeiten jenseits erstarrt-rationalistischer revolutionärer Sinnsetzungen. Denn diese lassen immer eine Art Inquisition als Selektion entstehen, Zitat Müller: "Selektion ist das Prinzip, nach dem überall in der Welt verfahren wird: in der Industrie, in der Ökonomie, in der Politik. Auschwitz is die konsequenteste Ausformung von Selektion. Ich glaube, daß man abkommen muß von einem vereinheitlichten Denken. Man muß ausgehen auf Differenzierung. Die Differenz ist die wichtige Qualität, und nicht die Ähnlichkeit oder die Gleichheit oder die Einheit." Der säuselnde Konformismus in dieser Afrika-Oper-Gemeinde ist meines Erachtens leider auch nichts anderes als die erzwungene Wahl der ideologischen Setzung.
#92 Afrikanische Oper: neue DenkmusterKarl L. 2009-08-06 10:50
Was Sie da anführen und zitieren, halte ich für eine ganz entscheidende Aussage: jede Ideologie, jedes Dogma, und wenn es noch so humanistisch oder freiheitlich motiviert ist (siehe z.B. die sogenannte "sexuelle Revolution", die ins Gegenteil umgeschlagen ist) baut selber wieder neue (Denkmuster-)Hierarchien auf, die dann später ihrerseits von wieder neuen Hierarchien abgelöst werden, ob mit "friedlicher" oder blutiger Revolution und immer so weiter gegen unendlich. Sie haben so recht, und doch, um ihre eingangs gestellte Frage zu beantworten: es ist zum Teil eine Qual, Ihre Wahrheiten zu lesen, weil sie einem so unerträglich selbstgerecht um die Ohren gehauen werden. Schade eigentlich, denn so wird verständlich, warum kaum jemand die Wahrheit hören oder sehen will.
In der Pädagogik gibt es einen Grundsatz: wenn du einen Menschen erreichen willst, hole ihn da ab, wo er gerade steht. Wenn die Wahrheit allerdings keinen Wert darauf legt, Menschen zu erreichen, um mit ihr etwas anzufangen, dann ist Ihre Wahl der Mittel absolut folgerichtig.
#93 Afrikanische Oper: wer ist alles dabei?sugar 2009-08-06 11:52
oh, mein herz macht freudensprünge: CARLOS, ich umarme sie!!! wie ärgerlich das wir jetzt so weit getrennt sind, schrecklich!!!

nichtsdestotrotz sollten wir uns jetzt wieder frisch gewagt an die arbeit machen, schon dem carlos zuliebe aber auch uns allen zur freude!
wenn wir "canto general" als vorlage nehmen wollen, haben wir uns einiges vorgenommen. also ich wäre ja dafür!
wir werden wohl das eine oder andere nochmal ändern müssen. um eines möchte ich euch aber trotzdem bitten, den sibirischen! schamanen hatte ich mir als vermittler zwischen den welten (auch der afrikanischen) vorgestellt und mehr oder weniger als fiktive gestalt. also nicht real existent, das bedeutet wir brauchen uns nicht an strenge vorgaben halten. es wäre mir sehr lieb, wenn wir den schamanen als solchen lassen könnten?! um an glaubwürdigkeit nicht zu verlieren könnten wir ja zusätzlich noch einen naaba, tengsoba oder griot mit auftreten lassen. in fünfzehn abschnitten bleibt uns ja genug spielraum, die drei noch mit reinzubringen.
auf meiner suche nach inspirationsquellen bin auf viele interessante sachen über kenia gestoßen (völker und kulturen, geschichte, auch zur theatersituation!) bin mir aber im zweifel darüber ob sie für unsere afrikanische oper tauglich sind.

liebe gemeinde, diese frage zu stellen kommt mir ja nun etwas...komisch vor, aber ich muss es trotzdem tun:
wer ist denn nun alles noch mit dabei?

einen wünderschonen donnerstag wünsche ich euch!
#94 Afrikanische Oper: alle Wahrheit ist perspektivischJeanne dArc 2009-08-06 14:59
@ Karl L.: Was genau empfinden Sie an meinen Texten als selbstgerecht? Dass ich gewisse Sachverhalte bisweilen etwas schärfer formuliere als es dem humanistischen Ideal lieb ist? Oder habe ich da vielleicht wieder etwas nicht richtig verstanden? Pädagogische Grundsätze wie die, welche Sie nennen, sind doch im Grunde auch auch eine Form des Autoritären, das heisst von oben herab. Diese Aussage, ich hole einen Menschen da ab, wo er/sie steht. Implizieren Sie damit nicht, dass Sie gleichwohl immer noch über ihm/ihr stehen und mehr wissen als er/sie? Dass Sie wissen, was "die Wahrheit" ist und es als ihre Berufung ansehen, andere darüber aufzuklären? Ich dagegen wollte vielmehr darauf hinaus, dass es immer nur perspektivische Wahrheiten geben kann bzw. dass von der Gleichheit der Intelligenzen ausgegangen werden muss. Dass somit auch der Lehrer von seinem Schüler lernen kann. "Intellectual emancipation [...] means the awareness and the enactment of that equal power of translation and countertranslation." (Jacques Rancière) Etwas platt dekonstruktivistisch formuliert, ist die Welt ein Text. Und den lesen bzw. übersetzen Sie sich möglicherweise anders als ich. Kommunikation und Respekt ist unsere Aufgabe, nicht die Einsicht in die eine und einzige Wahrheit.
#95 Afrikanische Oper: nicht unsterblich sein zu wollenabstrakta 2009-08-06 15:17
das leben ist ein immerwahrender kreislauf, im positiven falle eine spirale der evolution, der kultivierung, aber es ist immer so, wi ein der mode: ist das eine "extrem" extrem erreicht, sei es sogar positiv motiviert wie die freidensbewegung, dann kumuliert in das oft in der nächsten bewegungswelle oder in der nächsten generation in ein desinteresse oder sogar eine wiederauftauchende gewaltverherrlichung..die optimistische hoffnung, dass es dann doch auf einer anderen ebene passiert, wird die menschen nie verlassen..aber ich fürchte, es wird doch sein: die indigene brasilianische bevölkerung z.b. hatte eine tradition der zerstörung: immer,wenn ein mitglied der gemeinschaft besonders reich geworden war oder einen besonderen erfolg hatte (oft eben materiell, aber auch persönlich), dann lud diese person die anderen mitglieder ein, um in einem fest (!) ALLES zu zerstören, d.h. das haus, der arbeitsplatz, selbst das kunstwerk, damit er ganz unten an der spirale stand , wieder, und die anderen gab ihm dann starthilfe, damit er wieder von vorne anfangen konnte...niemand durfte von den errungenschaften profitieren, bei dem fest mußte ALLES ZERSTÖRT und aufgegessen...werden...dann begann es von neuem../ ein regulierungs methode in der gemeinschaft..ich denke, das war eine sozial hoch entwickelte idee...die aber nur in einem system funktioniert, das innere werte und erfolg nicht mit materia verwechselt..und doch erfreuten sich alle bei dem fest der angehäuften materie...und halfen sich dann wieder gegenseitig hoch..es ging schon darum, etwas zu erschaffen, aber es auch wieder loszulasssen..eben NICHT unsterblich sein zu wollen, sondern ein teil der ewigen kreislaufes...wir, im westen, mit unserem unsterblichkeitswahn könnte wahrscheinlich davon etwas lernen...
#96 Afrikanische Oper: ein wenig naivJeanne dArc 2009-08-06 16:01
´@ abstrakta: Ja, der gute alte Potlach. Schon toll, aber ich bin mir sicher, das beruhte auf der freiwilligen Zustimmung derer, welche materiellen Reichtum angehäuft hatten und diesen sodann lustvoll mitzerstörten. Alles andere wäre auch nur Totalitarismus. Und zudem kann materieller Reichtum ja auch sinnvoll eingesetzt werden, das ist nicht alles nur schlecht. Zum Beispiel auf den Kunstbereich bezogen, was wären Kunst und Theater ohne Mäzene und Stiftungen? Wer meint, sich ausserhalb des ökonomischen Systems bewegen zu können, der erscheint mir ein wenig naiv.
#97 Afrikanische Oper: der Stellenwert des NeidesKarl L. 2009-08-06 17:17
Verehrte Jeanne, vermutlich habe ich Sie zu Unrecht mit der personifzierten messerschwingenden Wahrheit verwechselt.
Ich gebe Ihnen recht: der jeweiligen Wahrheit und Wirklichkeit des anderen können wir uns nur durch Kommunikation und Respekt annähern.

Verehrte abstrakta, ihr Beispiel verdeutlicht sehr anschaulich, welchen Stellenwert Neid, Mißgunst und Eifersucht haben, wie zerstörerisch sie sein können, wenn man sie nicht rechtzeitig auflöst. Auch die Araber vermeiden es, bei anderen Neid oder Mißgunst auszulösen, und sind im Gegenteil gastfreundlich bis zur Aufopferung.
In dieser Hinsicht könnten wir Europäer oder Deutsche viel von ihnen lernen oder in unserem eigenen Wesen Verlorengegangenes wiederbeleben.

Die Idee des "canto general" gefällt mir spontan. Kann man sich das im Internet irgendwo anhören/ansehen?
Alles Gute, Karl
#98 Afrikanische Oper: der Stand der DingeHenri 2009-08-06 19:19
Liebes Team, liebe Sugar,
tja, also, das sind ja völlig neue Perspektiven... Diesen canto general kenne ich überhaupt nicht, kann jemand da mal Infos zusammenfassen? Sven, du vielleicht?
Und sugar, ich finde auch, dass der Schamane, in welcher Form nun auch immer, ein fester symbolischer Bestandteil der Oper sein sollte.
Auch Kenias Geschichte ist interessant, berichte ruhig darüber, sugar.
Die Frage, wer nun alles noch mit dabei ist, würde ich auch noch gern klären. Letzter Stand der Dinge war:
Larissa, Sven, ich, Karl, Jeanne, Corinna, Sugar, Feli und eventuell Helmut als Schamane. Ach ja, und Sidibou natürlich! Falls ich jemanden vergessen habe oder umgekehrt, jemand nicht mehr dabei ist, bitte ich um Rückmeldung, danke. Schönen Abend, Henri
#99 Afrikanische Oper: heile heile WeltWahlsinn 2009-08-06 19:41
Sieht alles nach Heile Heile Welt & Märchenstunde aus bei Nachtkritik
Nichts von Aids Epidemie Bürgerkriege, Piraten, Ausbeutung, Armut, Hungersnot, Umweltverschmutzung etc
#100 Afrikanische Oper: Medikamente und MilchpulverSven Jurgel 2009-08-06 20:40
Geht in Ordnung, ich kann, wenn ich am WE Zeit übrig habe, über canto general recherchieren. Liebe Henriette, ich fand aber unser Konzept bisher ganz gelungen - auch ohne canto!
Hi Wahlsinn, vielleicht kannst du uns mit Filmmaterial über die von dir genannten Themen (Epedemie, Bürgerkriege, Umweltverschmutzung etc.) versorgen, denn sieh mal @66 nach, da hat Henri bereits vorgeschlagen, dass Szenen mit "Ausbeutung, Hunger, Armut, Leid. Kinder mit hungrigen Augen und aufgeblähten Bäuchen, das volle Programm. Aidskranke. Hilfsorganisationen mit Medikamenten und Milchpulver" auf einer Videoleinwand gezeigt werden. Das darf natürlich in der Oper nicht fehlen...Herzliche Grüße, Sven
#101 Afrikanische Oper: die Sachen beim Namen nennenLuzie Englisch 2009-08-06 22:30
wahlsinn! gut, daß du die sachen beim namen nennst. ich bin erschüttert. das mußte auch mal gesagt werden. nie gehört von dem zeug, aber ich bin auch ein einfaches gemüt.
#102 Afrikanische Oper: Hauptsache ausgewichenabstrakta 2009-08-06 23:41
ja, liebe luzie, das geht mir genauso..und es ist doch dann bezeichnend, daß man dann die aufführung mit künstlich aufgeblähtem schamanengetue, zumal die es gar nicht in der form in afrika gibt, kunsthandwerklich aufplustert, die aber wirklich relevanten themen, verschämt auf die ach so überstrapazierte viedeoleinwand verbannt... hauptsache ausgewichen und nach hinten verschoben.. das interessiert doch keeene sau , äh, tschuldigung die ausdrucksweise, aber in anbetracht von voodooritualen, von denen in eurpopa allenfalls rudimentäre kenntnisse vorhanden sein sollten - sind themen wie aids, hunger, diktatur und folter, isalmisierung, frauenbeschneidung natürlich als unwichtig zu behandeln.... oh goooottt... sorry....aber ich bin etwas angeekelt.. und nicht wegen der toten hühner aus dem ritual...
#103 Afrikanische Oper: auf der Bühne statt in der RealitätJeanne dArc 2009-08-07 01:36
@ 97, Karl L.: Kleiner Hinweis, der Text mit den Fleischermessern war ja nicht von mir, sondern aus Heiner Müllers "Hamletmaschine". Zudem könnte man fragen, ob das Zitat eine Anspielung auf Charles Manson und seine family war, welche bekanntlich überwiegend aus jungen Frauen bestand. Bei Müller heisst die Frau, welche diesen Text spricht, Ophelia bzw. Elektra. Beide Figuren (und ebenso die Frauen Charles Mansons) sind für mich alles andere als emanzipierte Frauen, da sie dem männlich dominierten Diskurs verhaftet bleiben und im Fall Charles Mansons sogar stellvertretend für diesen äusserst grausame Morde ausführten.
Gleichwohl ist es aber vielleicht besser, solche Sätze (wie Heiner Müller) aufzuschreiben oder besser noch auf der Bühne zu sprechen als das in der Realität auszuleben. Eine solche "Ästhetik des Risikos" nach Hans-Thies Lehmann ermöglicht es, sich mit den aus dem rationalen Diskurs ausgeschlossenen Tabus künstlerisch auseinanderzusetzen, deren untergründig schlummernde Kraft und überschüssige Energie sich im anderen Fall katastrophisch verausgaben würde - in Form von Kriegen und zerstörerischer Aggression.
#104 Afrikanische Oper: eventuell nicht dienlichsugar 2009-08-07 01:47
da habe ich mich ja etwas zu weit aus dem fenster gelehnt , mit meinem vortrag zur kenianischen kultur und geschichte. also so einfach mit ein paar sätzen lässt sich da nichts wesentliches herrausfiltern, was wir nicht größtenteils sowieso schon alle wüssten.
falls das dringende interesse besteht könnte ich eine kurze zusammenfassung zum kenianischen theatergeschehen abliefern. aber wie ich schon sagte, wird uns das bei unserer abeit an der oper evtl. nicht dienlich sein.
natürlich sind die politischen unruhen nicht zu vergessen, nicht zu letzt 2007 wegen der präsidentschaftswahl. aber das ist uns doch sicher alles nicht neu?!

über"canto general" müssen wir aber unbedingt mehr in erfahrung bringen, bin sehr gespannt! (mein assistent und stellvertreter interessiert sich ja auch sehr dafür!) ich denke schon das wir uns daran orientieren sollten, wenngleich unsere arbeit auch so schon exzellent war.

ich verreise übermorgen erstmal für eine woche und weiß nicht ob und wie oft ich bis nächsten sonnabend internetzugang habe. ich hoffe ihr arbeitet trotzdem fleißig weiter!!! falls ich erst sonnabend wieder hier reinschauen kann, bin ich schon ganz gespannt was bis dahin geschieht!

geerhte abstrakta- wir sind doch noch längstens nicht fertig und möchten gerne mehr von ihnen lernen. sie haben recht wir müssen themen wie aids, hunger, diktatur und folter, isalmisierung, frauenbeschneidung dringend mehr platz einräumen. vielleicht möchten sie uns dazu was genaueres erzählen? und ja, wir sollten alle todesgegenwärtiger leben auch wenn das leichter gesagt ist als getan.
im barock hat man das ja auch getan, hat nicht jemand mal lust dazu etwas zu erzählen? das thema fasziniert mich schon lange! und passt zum thema oper!

viele, viele grüße und gute nacht!
#105 Afrikanische Oper: Schlingensief soll seine Kohle verteilenWahlsinn 2009-08-07 02:10
Vodoo King oder Fuck Faust sollte Euer Stück heißen, wenn Ihr hier eines schreiben wollt. Bitte macht weiter so!
Weiße kaufen Land in Afrika und bauen Gemüse an das nach Europa, Saudi Arabien oder USA exportiert wird. Z.B. Prinzessbohnen, die in Gourmetrestaurant serviert werden. Davon profieren die Einwohner kaum. Der afrikanische Bauer bekommt keinen Samen, keine Landmaschinen, wenn er keine Dollars hat.
Hier geht es um eine indirekte (Re) Kolonialisierung , wovon gewisse korrupte afrikanische Politiker und Schichten Kohle machen, während andere in Armut verharren. Aufgrund dieser Situation versuchen viele Afrikaner abzuhauen, kommen über Nordafrika und Gibraltar illegal nach Europa. Diese "Einwanderer" leben hier mit Hartz IV besser als in Afrika. In Deutschland sind diese Menschen billige Arbeitskräfte,arbeiten in Putzkolonnen u.a. zum Dumpinglohn.
In Afrika findet regelrecht eine Landnahme durch Weiße, die Dollars besitzen.
Ich finde, wenn Oper, dann bringt mal die reale Oper mit ins Spiel. In meinen Augen sollte Schlingenschief ne Suppenküche dort unten aufmachen und seine Kohle verteilen. Dann wäre er so arm wie die meisten Menschen in Afrika. Dann käme er der Wahrheit etwas näher. Mein Vorschlag: Lasst uns alle arm sein!
Ich hoffe, das ist eine Anregung für Euer Stück!
#106 Afrikanische Oper: die Wahrheit liebenklaus tungel 2009-08-07 02:25
was soll das denn, ohne wahlsinn geht hier doch gar nichts! endlich einer der die wahrheit sagt! ich liebe die wahrheit! schön!
#107 Afrikanische Oper: bitte registrierenKarl L. 2009-08-07 10:35
@ 103, Jeanne: Ja.

@ 104, Sugar: Schön, dass Sie in Urlaub gehen und mich für Ihren Stellvertreter halten. Ich bin nächste Woche beruflich sehr eingespannt und möchte daher - wie gehabt - diese Aufgabe Henriette überlassen.

Wahlsinn, Luzie, Klaus und abstrakta: registrieren Sie sich bitte per mail an Herrn Jurgel, dann können wir sehr gern über Ihre Vorschläge sprechen. Wir können zwar in der Oper nicht die ganze grausame Geschichte zeigen, wie Menschen einander ausbeuten, abzocken und umbringen, aber es sollte wichtiger Bestandteil sein.

Alles Gute, Karl
#108 Afrikanische Oper: positiver RassismusHeribert Faßbender 2009-08-07 12:40
Leider ist es eben nicht die "Wahrheit", die "endlich mal einer sagt", sondern das genaue Gegenteil: die stereotype Wiederholung immer gleicher totalitärer, linksideologischer Allmachtsphantasien und Ressentiments. Der unsägliche positive Rassismus in dieser "Diskussion" fällt dabei schon gar nicht mehr auf. Es geht also um "Afrika". Aber was, bitteschön, hat Südafrika mit dem Sudan zu tun? Was Mauretanien mit Lesotho? Ungefähr soviel, wie Japan mit Jordanien (beides Asien) oder Bolivien mit Kanada (Amerika), nämlich Nix.
Hier wird munter das Klischee vom edlen Wilden gepflegt, mit Wumba-Wumba Romantik und Voodoo Puppen. Dann tritt irgendwann der Salonsozi auf den Plan und erhebt mahnend den antiimperialistischen Zeigefinger. Die armen Neger sind nämlich alle OPFER des bösen Kapitalismus. "Schämt euch!" ruft er dann, und die ahnungslosen sozialdemokratischen Entwicklungshelfer, mit ihrer Lagerfeuerromantik und interkulturellem Ringelpietz schweigen betroffen.
Leute wie Wahlunsinn finden überall einen Tummelplatz für ihre Realitätsbeugung. Dies wird augenfällig, wenn man sieht, wie er die oben erwähnten tatsächlichen Mißstände, wie totalitärer Fundamentalismus oder Frauenbeschneidung, kaltschnäuzig ignoriert.
Überflüssig zu erwähnen, daß es gerade der MANGEL an demokratischen Strukturen, Kapitalismus, freiheitlichen und rechtsstaatlichen Normen ist, der bestimmten afrikanischen Ländern (nicht "AFRIKA", herrgottnochmal!) zu schaffen macht.
Aber da ist es dann eben bequemer, vom agitatorischen Wohnzimmersofa aus "Ausbeutung" zu schreien und andere zum "Verzicht" "aufzurufen". Viva compañeros!
#109 Afrikanische Oper: wir sollten vom Menschen redenWahlsinn 2009-08-07 13:33
Heribert Fassbinder wirft mit Begriffen um sich, die ihn am Denken hintern. Man kann über die Sache diskutieren ohne diffuse Begriffe. Es ist wichtig die Dinge zu reduzieren, philosophisch soziologisch gesehen. Es geht nicht um Kapitalismus oder Globalisierung. Wir sollten vom Menschen reden, warum Menschen sich auf dem Rücken von anderen bereichern? Wieso die Angst die Dinge beim Namen zu nennen? Ich sage es nochmal, der Mensch kann nur mit Verzicht, Bescheidenheit und Demut überleben.
#110 Afrikanische Oper: Unsinn bleibt UnsinnHeribert Faßbender 2009-08-07 14:32
Hm...Wahl, also das mit dem Denken scheint, mit Verlaub, auch nicht gerade eine Ihrer Stärken zu sein. Mit "hintern" oder ohne. Ich zähle allein drei mönströse Begriffe in einem einzigen Satz bei Ihnen: "reduzieren, philosophisch soziologisch" Boah! Alle Achtung! Was die Rückbesinnung auf den Menschen, die "Angst", die "Bescheidenheit" etc. angeht, erschließt sich mir der Sinn in Bezug auf das Thema nicht. Ideologie hat mit Bescheidentheit und Demut herzlich wenig zu tun. Sie können von mir aus soviele "Dinge beim Namen nennen", wie Sie wollen: Unsinn bleibt Unsinn.
#111 Afrikanische Oper: Der Mensch als SchmarotzerFelicitas 2009-08-07 15:32
Wahlsinn, "warum Menschen sich auf dem Rücken von anderen bereichern"? Die Frage habe ich mir schon oft gestellt, und drüber nachgedacht.
Angefangen von der rein biologischen Erklärung , dass erstens der Mensch schon vor der Geburt ein "Schmarotzer" ist (und manche Eltern lassen es ihre Kinder später auf die eine oder andere Weise büßen, 16-18 Jahre ruht sich der Mensch erstmal auf Kosten seiner Eltern aus - aber, wie gesagt, auch das hat seinen Preis!) und zweitens muss er, wie alle Lebewesen ständig nachtanken und fressen , um die nächsten 48 Stunden zu überleben. Darin sind wir - egal welcher Nationalität - alle gleich. Ich hab immer den Eindruck gehabt, dass die Natur und unser Planet alles bieten, was wir zum Überleben bauchen, Nahrung, Obst, Gemüse, Wasser und Schutz vor Unwetter. Dann gibt es aber das Phänomen, dass einige Menschen mehr davon haben wollen, als ihnen der Gerechtigkeit halber (da alle das gleiche Recht teilen) zusteht. Sie verschaffen sich dieses Mehr auch, und da gerät das Gleichgewicht ins Wanken. Denn gegenseitig voneinander abhängig sind wir sowieso, keiner - bis auf Ausnahmefälle wie Nehberg oder Messner und einige Naturvölker - kann auf sich selbst gestellt überleben. Von dem Moment an, wo wir akzeptieren, dass sich einige viel mehr nehmen, als sie sollten, damit auch die anderen ihren Teil bekommen - sehr anschaulich ist das beim Essen in einer größeren Gruppe, wenn sich einige aus der Schüssel zu große Portionen aufhäufen, bleibt für die anderen nichts übrig, und alle passen meist auf wie die Luchse! - von dem Moment an läuft etwas gravierend schief, würde ich sagen. Wie seht ihr das?
Sobald ich etwas in der Richtung sage, reagiert meine Umwelt meist mit Bemerkungen wie: willst du damit sagen, der olle Marx hat recht gehabt. Nein, ich will gar nichts weiter damit sagen, ich stelle nur fest, dass im Grunde genug für alle da ist, aber nicht brüderlich, schwesterlich oder überhaupt menschlich geteilt wird!
Warum das so ist, muss wohl jeder in sich selbst erforschen. Ich habe in der Familie früher auch Schokolade stibitzt, um alles für mich zu haben! Ganz für mich allein, und endlich mit niemandem teilen! Okay, das ist im Vergleich zu dem, was heute global abläuft, wirklich harmlos, aber mit diesem Impuls fängt es doch an, oder? Dass sich niemand traut, den Millionären eine Grenze zu setzen - braucht zum Beispiel ein einzelner Mensch wirklich mehr als eine Million oder sollte das die "Anstands"-Höchstgrenze sein. Wir scheuen uns doch auch nicht, den Menschen, der sich an der Kasse vordrängeln will, zurechtzuweisen. Warum können wir das mit den Hyper-Raffgierigen, den Investment-Spekulanten, den Millionen-Steuerhinterziehern, den Verbrechern nicht? Ist es schon so eine Art "Mafia", ist gar nichts mehr zu machen? Es ist vielleicht so, wie wenn man jahrelang nicht aufräumt, die Bude ist komplett vermüllt und kann nur noch professionell entsorgt oder abgefackelt werden. Das ist natürlich nur ein Bild.
Oder hat der Mensch sein Gehirn eben doch zu diesem Zweck, eine Lösung für dieses Problem zu finden?
Sorry, jetzt bin ich total vom Thema "Oper" abgekommen. Habe gestern abend auf youtube ein paar Teile von "canto general" gehört, ziemlich schwermütig und gefühlvoll. Aber schön.
Liebe Grüße, bis später, Feli
#112 Afrikanische Oper: Alles paletti in Afrika?Wahlsinn 2009-08-07 15:50
Herr Fassbinder, also nach Ihrer Ansicht gibt es folgende Dinge in Afrika nicht: Aids, Hungersnot, Korruption, Bürgerkrieg, Umweltverschmutzung, Ausbeutung, Medikamentenmangel u.a.
Oder was wollen Sie mit Ihrem Kommentar sagen?
Wollen Sie damit sagen, dass es im Westen keinen Überfluß gibt auf Kosten armer Länder? u.a.auch Afrika?
Also nach Ihrer Meinung sollte man dass bei der Oper ausklammern? Könnte in der Oper nicht im Mittelpunkt ein Mensch stehen, der diesen Verzicht vorlebt?
Ich verstehe Ihre Aussage so, dass es in Afrika nicht um Bodenschätze wie Öl, Gold, Silber etc. geht? Nach Ihrer Meinung ist alles in Ordnung, verstehe ich das richtig?
Oder was wollen Sie mit dem Kommentar aussagen? Man soll die Dinge verschweigen?
#113 Afrikanische Oper: Kreativ für eine bessere WeltWahlsinn 2009-08-07 16:19
Feli. Obwohl der Mensch parasitär ist in gewissen Umfang und dies die Geschichte zeigt, kann man sich nicht damit abfinden und sagen: Das ist so. Der Mensch hat heute ein ungeheures Wissen angehäuft. Siehe Psychoanalyse, Gehirnforschung, Philosophie, Medizin u.a. Das sind riesige Ressourcen. Der Mensch kann kreativ sein. Der Mensch muss diese nutzen, um ein gerechtere Welt aufzubauen. Deshalb geht es heute um globale ethische soziale Standards, die auf der ganzen Welt gelten müssen. Momentan nützt der Mensch diese o.g. Ressourcen zum Teil nur zur Expansion aus, um Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Im Falle der Expansion wird unsere Natur zerstört, von der wir leben, dadurch sägt der Mensch den Ast ab, auf dem er sitzt. Gerade momentan geht es nicht mehr nur um Deutschland, sondern die best mögliche Gerechtigkeit in einer globalen Welt.
#114 Afrikanische Oper: halbwegs human für allesugar 2009-08-07 16:53
das ist ja wirklich schade das ich das ab morgen erstmal nicht mehr weiterverfolgen kann jetzt wo es immer spannender wird.ähnliches wie feli wollte ich auch dazu sagen, sie ist mir vorweg gekommen.(vielleicht habe ich hier wirklich seelenverwandte gefunden? nein - spaß)
guter ansatzt zur diskussion den wahlsinn hier gemacht hat! genau die frage beschäftigt mich schon des längerem. weshalb man die materiellen güter dieser welt nicht gleichberechtigt verteilen kann?! solche extremen unterschiede zwischen grenzenlosem reichtum und armut darf es nicht geben. ich glaube das auf dieser welt genug vorhanden ist um allen ein halbwegs humanes leben zu ermöglich. oder ist das zu naiv?! mir ist auch klar das sowas erstmal nicht in dem wesen der natur liegt. leider ist das so. so einfach funktioniert das nicht. aber so eine ausbeutung kann es ja nun auch nicht sein?! man kann das doch nicht mehr mitverantworten was so passiert( das meine ich jetzt alles ernst!) aber ich weiß auch nicht was man daran ändern / sinnvoll, aktiv tun könnte.vielleicht kann wahlsinn uns da noch mehr erzählen?!

herr laberfeld, ich fahre übrigens nicht in den urlaub sondern verreise beruflich!
ich dachte sie hätten sich gefreut über das angebot mit dem stellvertreter? aber ich würde niemals von ihnen verlangen das sie sich während meiner abwesenheit hier um alles kümmern, das war dann ein missverständnis!
außerdem hat henri (die das großartig macht!) die gesamte leitung!

ich freue mich wenn ich wieder bei euch bin, bis nächste woche!

es grüßt euch sugar!
#115 Afrikanische Oper: Leidensdruck für breite MasseFelicitas 2009-08-07 16:56
stimmt, Wahlsinn, jedes Kind würde dir recht geben und ich sage auch, nein, man kann sich mit den globalen Zuständen heute nicht abfinden, es ist unerträglich. Kinder, die noch dieses intuitive Gerechtigkeitsempfinden haben, was sich bei den Erwachsenen immer mehr abnutzt und junge Leute, die Jungen, die heute bei G8-Gipfeltreffen ihre Köpfe hinhalten, wenn die Polizeigewalt losschlägt. Aber du und ich und alle anderen (?), die das ähnlich sehen, können nichts machen! Verstehst du? Je mehr sich einzelne als Globalisierungsgegner hervortun, umso mehr wird sich die breite Masse der Bevölkerung entspannt zurücklehnen, verstehst du! Das ist eine Art Gesetz im menschlichen Verhalten. Solange nur einzelne sich extrem engagieren, kann sich nichts ändern! Die breite Masse muss es am eigenen Leibe spüren, wie alles kaputt geht, wie sich Elend anfühlt - erst dann ist der "Leidensdruck" groß genug. Oder hast du eine andere Erklärung? Ich möchte nicht unbedingt recht haben, das wäre sogar echt deprimierend, wenn meine Annahme stimmen würde...
Ich muss jetzt an die frische Luft, das macht mich wütend, das Thema.
Bis später, Feli
#116 Afrikanische Oper: Verzicht ist unverschämtHeribert Faßbender 2009-08-07 17:07
Könnte tatsächlich so etwas wie ein echtes Gespräch zustande komme, Wahl? Ihr letzter Beitrag lässt mich zumindest hoffen, enthält er doch endlich konkrete Fragen, auf die man antworten kann. Allerdings muß ich einschränken, daß es leider hauptsächlich Suggestivfragen und Strohmänner sind. Das es in BESTIMMTEN LÄNDERN Afrikas keine Hungersnöte und andere schwerwiegende Mißstände gäbe, habe ich nirgends behauptet. Im Gegenteil. Ich habe, soweit es in dieser pauschalen Form überhaupt möglich ist (Stichwort: Differenzierung), darauf hingewiesen, worin m.E. die Voraussetzungen bestehen würden. Was Sie als Ausbeutung bezeichnen ist nichts anderes, als Handel unter ungleichen Rahmenbedingungen. Selbstverständlich ist es noch ein weiter Weg in zahlreichen "Problemstaaten", ökonomische und gesellschaftliche Bedingungen herzustellen, die mit unseren vergleichbar wären. Aber was ist die Alternative? Linker Kulturrelativismus? Antikapitalismus? Mitnichten.
Der Verzicht, von dem Sie sprechen, ist eine der schlimmsten kulturimperialistischen Unverschämtheiten, die sich im linksintelektuellen Milieu hartnäckig eingenistet hat. Konsum und Kapitalismus sind Krankheiten und verachtenswerte Fehlentwicklungen. Dem edlen, vorzivilisatorischen Wilden geht es viel besser, weil er "innerlich" reich und gesund ist. Das sagen Sie mal einem eritreischen Flüchtling, der auf einer Nußschale über das Mittelmeer schippert.
Was die "Oper" angeht, ist es das generelle Problem einer vorwiegend linken Gesinnungskunst, irrationale und halbgare Pauschaleintöpfe zu produzieren, die vor allem der moralischen Selbstvergewisserung und der politisch korrekten Bauchnabelschau dienen. Ich empöre mich, also bin ich.
#117 Afrikanische Oper: sparsamer predigenWahlsinn 2009-08-07 17:29
Fassbinder: Vergessen Sie Ihre Begriffe, links, oder rechts, das ist alles überholt. Woher nehmen Sie den Gedanken, dass ich links bin? Sagen Sie erstmal, auf was Sie verzichten könnten? Kulturimperalismus? Ist das aus dem maoistischen 68er-Brevier? Ist so ein Begriff noch zeitgemäß? Schreiben Sie weniger, vereinfachen Sie ihre Sprache. Ich rate Ihnen zu mehr Lakonie. Zur Sparsamkeit in Ihrer Predigt, wo niemand versteht, was Sie eigentlich wollen. Setzen Sie sich in die Sonne, in einen Biergarten. Weniger ist einfach gesagt oft mehr. Ihre Empörung ist nur Teil Ihrer Ohnmacht. Werfen Sie ihre Bücher weg, das wäre der erste Schritt zu neuem Denken.
#118 Afrikanische Oper: Osterhasen-EntwaffnungHeribert Faßbender 2009-08-07 17:33
@Felicitas: das nenne ich mal eine entwaffnende Offenheit: kindlicher Intellekt als Argumentationsbasis! Kinder sind bekanntlich auch von der Existenz des Osterhasen überzeugt...
Unbezahlbar!
#119 Afrikanische Oper: zu früh gefreutHeribert Faßbender 2009-08-07 17:45
@Wahl: Zu früh gefreut. Das war wohl nichts mit dem Gespräch. Immer nur Ausweichen, Herumlavieren, Nebelkerzen. Schade. Wo einem die Argumente fehlen, da beginnt - Sie sagen es selbst - die Predigt. Mit Dogmatikern (noch so'n Kampfbegriff, oho!) ist nicht gut Kirschen essen.
Anstatt andere zu "neuem Denken" zu missionieren, sollten Sie selber mal damit anfangen! Prost!
#120 Afrikanische Oper: auf was wollen Sie verzichten?Wahlsinn 2009-08-07 19:02
Heribert Fassbinder: Die Sache ist einfach, die Menschen in Afrika benötigen:
Wasser, Medikamente, Weizen, Land zum Anbau, bezahlbarer Samen, Milch usw., verläßliche Politiker, Polizisten, Diktatoren, Milizen & Militärs, die nicht morden, foltern & korrupt sind, westliche Geschäftspartner, die sie nicht ausnehmen, die helfen, die keine Waffen liefern. die mit der korrupten afrikanischen politischen Klasse nur zusammenarbeiten, wenn die sich an gewisse humane Prinzipien halten. Ich glaube mein Standpunkt in Bezug auf Afrika ist damit glasklar. (Und im geplanten Schlingensief Opernhaus kann man ja eine Suppenküche eröffnen, oder? )
Ich verstehe nicht ganz Ihre Einwände so und so, wollen Sie die humanen Konditionen unserer Tage so hinnehmen wie sie sind? Und auf was wollen Sie verzichten? Oder hinaus? Oder haben Sie etwas was man in die Waagschale werfen könnte? Ein Haus? Ein Auto? Ein Teil Ihres Lohnes?
#121 Afrikanische Oper: eine Pause wäre gutHenri 2009-08-07 19:44
Hallo liebes Team,
hoppla, was ist denn hier im Gange? Ein Stammtisch-Treffen von Bundestagsabgeordneten oder ein WG-Gespräch über die allgemeine Weltpolitik?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich unter der Vorraussetzung, dass hier die Welt verbessert werden soll und einem Schwellenland oder Teilen Afrikas Hilfe geleistet werden soll, mich nicht so ganz mit der Sache identifizieren kann. Wir wollten doch an einem Libretto für eine Oper arbeiten, die in Afrika, aber auch andernorts aufführbar ist, oder?
Muss darin denn die ganze Globalisierungskacke aufgedröselt werden? Die ist uns doch sowieso automatisch präsent, sobald Captain General Motors auftaucht und seine Rüstungsgeschäfte macht. Und die nackten, selbstverständlich schlanken Afrikaner, die in einfachsten Verhältnissen leben (Kochtopf über dem Feuer, nur einfachste Kleidung etc.) sprechen doch auch für sich und ihr nicht gerade luxusverwöhntes Leben. Das reicht doch. Und wenn auf der Video-Leinwand noch Problem-Themen gezeigt werden, obwohl da ja auch schon Stimmen zu hören waren, die das mit den Videos zu anspruchslos fänden...- ach, mir raucht der Kopf, es ist heute so tropisch warm, ich kann gar nicht so gut denken. Hitze vereinfacht das Leben ungemein... man will nur noch Schatten und Wasser und Luft.

Liebe Sugar, aber mal zu dir, du bist also eine Woche weg, da wünsche ich dir gute Reise, ob mit oder ohne Urlaub, geniesse die Zeit und lass bald wieder von dir hören.
Ich finde übrigens, wir haben uns alle eine kleine, klitzekleine Pause verdient, zum Aufatmen und neue Inspirationsquellen auftun, wie sugar so schön sagte.
Wie wärs, wenn jeder für sich mal den canto general anschaut oder anhört, damit wir alle wissen, worum es da geht?
Und anschließend können wir ja gerne hier weitermachen, okay?
Viele Grüße, Henri
#122 Afrikanische Oper: was wollen die Leute vor Ort?bintou were 2009-08-07 19:55
hoffe der arme praktikant, der hier unter so vielen pseudonymen schreibt, bekommt wenigstens ordentlich kohle von schlingensief. übrigens gibt es bereits eine großartige afrikanische oper, es braucht also keine deutschen neokolonialisten, die wieder mal etwas nachmachen wollen, um es als eigenes zu verkaufen. www.zeit.de/2007/24/Sahel-Oper. schon eigenartig, dass in diesem forum eigentlich niemand auf die idee kommt und sich mal fragt, was die leute vor ort eigentlich für eine oper wollen ? das sagt doch eigentlich schon alles.
#123 Afrikanische Oper: ein echtes PfingsterlebnisHeribert Faßbender 2009-08-07 19:56
Erst schicken Sie mich zum Bier trinken und dann schreiben Sie doch noch weiter. Ich stimme Ihrem letzten Beitrag in vollem Umfang zu. Sowohl der Analyse, als auch den von Ihnen genannten nötigen und möglichen Maßnahmen. Ein echtes Pfingsterlebnis! Übrigens, mein Name ist Faßbender, mit "e". Herzliche Grüße!
#124 Afrikanische Oper: muss der Mensch Krawatte tragen?Wahlsinn 2009-08-07 19:58
Henri.Hinweis.
In der Oper geht es auch um Verzicht. Um eine herbeigeführte Armut. Der Westen solidarisiert sich mit Afrika. Alle werden freiwillig arm. Anstelle von 10 Tshirt nur 3. Ist das so schwer zu verstehen? Gibt es in Afrika Kleiderschränke? Werden diese Kleiderschränke in Afrika gebaut, oder in China? Wieviel passt in diese Kleiderschränke? Um die Oper zu entwerfen und zu skizzieren stellt sich die Frage, hat jeder Afrikaner einen Kühlschrank? Muss der Mensch Krawatten tragen? Wie viel Krawatten besitzt der einzelne Afrikaner? Okay?
#125 Afrikanische Oper: Kinder können denkenFelicitas 2009-08-07 20:32
Herr Fassbender, Sie neunmalkluger Knecht Ruprecht, ja, das war ja klar, dass sie mit dem Osterhasen kommen.
Es gibt auch Kinder, die älter sind als 6 Jahre, bereits in die Schule gehen, und schon einiges wissen, die meisten haben dann so langsam ihre magische Phase hinter sich, spätestens ab 10 Jahre. Und können denken!
Wissen Sie, wer den Preis bei Jugend forscht gewonnen hat? Zwei 10-12jährige, die versucht haben, von dem Hartz IV einer Familie mit 2 Kindern zu leben, also die haben das freiwillig eine gewisse Zeit durchgespielt in ihren Familien. Dabei haben sie rausbekommen, dass Kinder in der Wachstumsphase sind - was die zuständigen Behörden eben nicht berücksichtigt haben, und ebenso viel Kalorien und Nährwert benötigen wie Erwachsene - und daraufhin wurde der Sozialhilfesatz für Kinder angehoben!!! Frau Merkel hat ihnen noch persönlich gratuliert. Können Sie einen ähnlichen politischen Erfolg vorweisen, Herr Fassbender? Also, ich nicht, ich bin wohl schon zu alt für solche sensationellen Aktionen.

Ja, Henri, ich finde auch, das geht ein bißchen zu weit, dass jetzt der Westen arm werden soll und nur noch 3 T-shirts im Schrank haben. Ich habe erst seit 2 Jahren einen Kühlschrank, echt (!), hatte jahrelang nur ein kleines Waschbecken, und eine schlechte Heizung. Ich kenne keine Leute, die Krawatten haben und zum Anziehen habe ich mir schon lange nichts mehr gekauft.
Das brauch ich alles nicht unbedingt. Lebensqualität wäre mir lieber... gut gelaunte Mitmenschen, Menschen die zusammenhalten und meinetwegen auch für die Ärmsten in Afrika oder sonstwo, zum Beispiel Indien, etwas tun.
Aber müssen wir die Oper damit überfrachten?
Wahlsinn, wie würden sie das in der Oper in Handlung umsetzen, ohne dass es zäh und fingerzeig-mahnend wird?
Ich werde ja schon depressiv, wenn ich die letzten Beiträge hier lese...
Henri, ich fände eine Pause auch okay und dir, sugar,
eine schöne Zeit, wo gehts denn hin?
Liebe Grüße, Feli
#126 Afrikanische Oper: Freude am ProjektSven Jurgel 2009-08-07 21:11
@ 122, hallo bintou were, danke für den Hinweis auf die Sahel-Oper, ich hatte auch schon den Gedanken, was die Menschen vor Ort überhaupt an einer Oper interessieren könnte, es ist gut, dass Sie das ansprechen. Sobald ich zeit habe, werde ich mir den Link mal anschauen.
Aber was soll die Bemerkung über Herrn Schlingensiefs angebliche Praktikanten? Also ich engagiere mich hier aus freien Stücken, außerhalb meiner regulären Arbeitszeit, nur aus Freude an diesem Projekt und der gemeinsamen Planung.
Möchten Sie vielleich auch mitarbeiten? Im Grunde sind Sie ja schon dabei...
Also allen einen schönen Abend, Gruß Sven
#127 Afrikanische Oper: Zettel auf dem WG-TischJeanne dArc 2009-08-07 21:22
Was haltet ihr eigentlich vom Stück "Fahrradfahren für Malawi" von Nathan Vecht, welches beim Spieltriebe 3 - Festival für zeitgenössisches Theater vom 4.-7.9. in Osnabrück erstaufgeführt wird? Könnte man das vielleicht integrieren? Schaut einfach mal hier bei nachtkritik nach.
Und irgendwie erinnern mich die Beiträge in diesem Blog an Zettel, welche auf WG-Küchentischen liegen. Darauf stehen so Sätze geschrieben wie zum Beispiel der folgende: "Der schwarze Diktator ist ein Ober-Ossi." Ach Gott.
#128 Afrikanische Oper: FrageWahlsinn 2009-08-07 21:38
Heribert. Was ist ein Pfingsterlebnis?
#129 Afrikanische Oper: bierseliges deutsches Machwerkabstrakta 2009-08-07 22:19
es geht hier nicht um politische einmischung oder die absicht, alle weltprobleme mit einer pseudo-afrikanischen oper zu lösen. es ging mir nur darum, nicht küchenpsychologisch kunsthandwerklichen, zumal noch virtuellen mist zu produzieren und sich gar nicht zu fragen, welche inhalte wohl die menschen in diesen südlichen ländern sehen wollen. man kann übrigens unter tropischer hitze sehr gut denken, man findet immer mittel im schatten zu sitzen und sich luft ins hirn zu fächern..aber im ernst: was denkt ihr, interessiert die zuschauer dort? bestimmt nicht unsere küchenkarierte schwarz-weiß vorstellung von IHREM leben..also: entweder man zeigt den menschen dort gastspielmäßig eine ganz "normale" , von mir aus zeitgenössische, opernvorstellung aus 2unserer2 welt - oder man begibt sich dorthin, lebt ein paar monatze dort, überlegt mit den künstlern von dort (je nach land in diesem kontinent) ,w as relevant und wichtig ist und ihrer und unserer meinung nach, also der aussen und innen-blick dieses landes, auf die bühne gehört... und entwickelt daraus gemeinsam den stoff, der dann in eine fassung gebracht wird, sprachlich und künstlerisch angepaßt an das land und musikalisch sowieso... erst dann kann wirklich ein kuntwerk entstehen , daß ZU dem land und FÜR das land .. und nicht ein selbstgestricktes pseudonettes enthnologisch bierseliges und auch nicht halbpropagandistisches, DEUTSCHES machwerk, das mit den MENSCHEN dort nichts zu tun hat...was soll das..ansonsten sollte diese oper in DEUTSCHLAND stattfinden und AFRIKA nur als sehnsuchtsplatzhalter vorkommen, eine art innere mondlanund, die mit der realität aber für ALLE sichtbar NICHTS zu tun hat..kann auch ganz nett sein, aber dann unter einem anderen thread ...bitte...liebe grüße!!!
#130 Afrikanische Oper: Szene mit Gott- und WeltmaschineWahlsinn 2009-08-07 22:26
Feli. Fuck Faust. 1. Kommentar zur Afrikaskizze: Ich würde die Oper schlicht inszenieren. Roter Sand, gelbe Sonne am Himmel. Eine einzelne Pflanze in der Mitte. Hinten ein Sofa mit Kindernutten, die mit Puppen spielen. Ein alter Mann gießt die Pflanze. Eine Quelle links. Die wird bewacht. Die Bewacher tragen groteske Uniformen mit Kordeln und Ordensspangen. Die Schwarzen spielen die Weißen, die Weißen die Schwarzen. Maske etwa in der Art von Wildgruber in Zadeks Othello Inszenierung, etwas grotesk. Die Schwarzen (von Weißen gespielt) bewachen die Quelle. Sie tragen groteske Uniformen mit Kordeln und Orden. Ein Mann mit einem Koffer kommt. Neben ihm geht einer, der den Sonnenschirm für den Kofferträger trägt. Er stolpert. Der Koffer öffnet sich, Dollarnoten fliegen über die Bühne. Alle Statisten springen auf, hinter den Dollarnoten her. Der Kofferträger gibt ein Zeichen. Die Bewacher beginnen auf die Gruppe Statisten zu schießen. Der Sonnenschirmträger sammelt das Geld, steckt die Noten in den Koffer. Der Chor ruft: Lasst uns an die Quelle? Die Statisten gehen auf die Quelle zu. Sie rufen: Die Quelle gehört uns. Der Mann mit dem Koffer geht zu den Kindernutten stopft ihnen Geld in den Mund, Blut tropft aus den mit Geld vollgestopften Mündern. Der Mann ruft: Ich bin von Siemens, wo ist der die Maschine. Wir sind alle der Maschine ausgesetzt. Was für eine Maschine?, ruft der Chor. Der Gott- und Weltmaschine!, erwidert der Mann. Plötzlich ist er ruhig, weniger hysterisch als zuvor. Er macht anzügliche Gesten zu den Kindernutten. Die lachen unschuldig. Plötzlich der Chor mit
Megafonen: Gott, ist es uns der uns zerstört, da wir ihn verrieten. Gott, verzeih unseren Verrat!
(Fortsetzung folgt!)
#131 Afrikanische Oper: verschenken Sie ihr Auto!Y.Kiskabirwa 2009-08-07 22:41
Herr Fassbender, Verzicht leisten ist unerlässlich für das Leben. Teilen Sie, und die Sonne Ugandas strahlt Ihnen entgegen, mitten im Herzen von Afrika. Es würde mich freuen, wenn Dr. Schlingsiff seine Oper nach Uganda verlegt, wo ihn viel menschliche Wärme umgibt. Ja, ich würde lieber mit einer Nussschale übers Meer fahren und einen süßen Kampf mit den Elementen austragen, als mit einer umweltverschmutzenden Maschine durch die Lüfte zu schweben, wo dunkle Geister ihr Unwesen treiben. Leider war ich in meiner Heimat ein Regimekritiker, weshalb ich nach Deutschland flüchten musste. Aber die Sonne Ugandas, den inneren Reichtum trage ich in mir. Leider wird dort immer noch unterdrückt, obwohl die Zeiten Idi Amin Dadas längst vorbei sind. (...)
Herrn Fassbender kann ich nur raten, auf seinen Besitz zu verzichten. Verschenken Sie Ihr Auto und Ihr Haus, mein Freund Heribert, Sie können Ihren Besitz auch in meine Hände geben. Nach einer kurzen Testphase, die mir abermals die Verderbnis der materiellen Welt vor Augen führen wird, werde ich den Besitz an Notleidende weiterleiten. So kann ich wieder verzichten und werde wieder neu geboren. Geben Sie alles her, Herr Fassbender, und ihre Seele ist frei von allen Zwängen. Gehen Sie nach Uganda und lernen Sie dort meine alten Freunde kennen!
#132 Afrikanische Oper: warum Kinder?Karl L. 2009-08-07 23:09
@ 130, sehr interessant, ihre Skizze, wahlsinn.
Nur, warum müssen Kinder drin vorkommen, die sich prostituieren? Es reicht doch, wenn junge Frauen oder Männer das tun, aber Kinder sähe ich nicht gern in dieser Rolle, schlimm genug, dass es in Bangkok traurige Realität ist. Da bin ich dagegen.
Wenn die Schwarzen von Weißen gespielt werden und umgekehrt, ist das im Text gut zu erklären, aber auf der Bühne ist das für den Zuschauer nicht zu erkennen, oder? Er wird die Dunkelhäutigen für die Schwarzen halten und den Doppelsinn gar nicht mitbekommen. Aber Ihre Schilderung der Szene macht mich neugierig.
Bin gespannt auf Ihre Fortsetzung, alles Gute, Karl
#133 Afrikanische Oper: goldigFelicitas 2009-08-07 23:32
Hallo wahlsinn, ist ja Wahnsinn, an deiner Idee gefällt mir das mit der bewachten Quelle, dann die Leute, die Dollarscheinen hinterherlaufen, und auf die geschossen wird und auch diese merkwürdige Gott- und Weltmaschine, an irgendwas erinnert mich das, Zauberer von Oz? Ich habe jedenfalls eine Erinnerung oder eine Vorstellung von dieser Maschine... Deswegen finde ich deine Geschichte spannend. Aber die Kinder, denen Geld in die blutigen Münder gestopft wird, ich weiß nicht. Ist zwar shocking, aber wozu?
Herr Kiskabirwa, ihr Vorschlag, dass Herr Fassbender Ihnen seinen Besitz schenken soll, um Verzicht zu üben ist ja süss, echt goldig. Meinen Sie das ernst?
Was sagt eigentlich Sidbou zu dieser Sache? Als Afrikaner...
Liebe Grüße, Feli
#134 Afrikanische Oper: kolonialistische Vorurteile@y.kiskabirwa 2009-08-07 23:39
entschuldigen sie...ich bekomme in letzter zeit spam-mails von menschen aus entwicklungsländern, die mich überzeugen wollen, ihnen 7000 euro zu senden. leider habe ich keine 7000 euro zu verschenken, ich bin froh, wenn ich meine miete zusammenkratze. als künstler ist es nicht einfach, immer noch. das ist ebenfalls ein kolonialistisches vorurtiel, daß menschen in ärmeren ländern, "edeler" und weniger matierialistisch seien. das ist humbug. warum sollen menschen aus entwicklungsländern "besser" und weniger konsumgeil sein? ist ja auch verständlich, sind auch nur menschen, wir sind ja auch nicht anders...sind doch auch nur menschen wie alle auf der welt...jeder will seine schäfchen ins trockene bringen... wenn sie könnten, würden sie ebenfalls lieber millionen anhäufen und 100 t-shirts haben statt zweien. den spam-anfragern schreibe ich immer von meiner unfähigkeit, meine miete zu bezahlen und daß ich meinerseits um 100 euro bitte, falls ihnen irgendwien europäer mal 7000 euro freiwillig überweisen wird. ich habe bis heute übrigens noch nie ne antwort bekommen.
#135 Afrikanische Oper: klingt spießigHeribert Faßbender 2009-08-08 00:01
@Kiskabirwa: ist mir jetzt irgendwie zu anstrengend, alles nochmal zu erklären. Sie verstehen nicht genau, was ich meine. Ich verzichte doch ständig, tun wir alle. Ich habe kein Auto oder Haus zu verschenken, zahle aber sehr viel Steuern jeden Monat. Davon fließen insgesamt viele Millionen als Entwicklungshilfe nach Afrika und das ist auch gut so. Klingt spießig, ist es auch, aber ich habe nichts gegen Spießigkeit. Ich habe nur was gegen Heuchelei und moralische Anmaßung. Unser Wohlstand ist nichts Verwerfliches, dessen wir uns in Anbetracht der Armen schämen müssen. Aber ich lese gerade, daß mein Vorredner diese Gedanken auch ganz gut dargelegt hat...bin jetzt müde. Genug für heute.
#136 Afrikanische Oper: es treibt die merkwürdigsten BlütenSven Jurgel 2009-08-08 00:12
Guten Abend, ja das mit den spam-mails habe ich letztes Jahr auch gehabt, allerdings umgekehrt, angeblich wollte mir eine Firma (einmal .hr=ungarn? und einmal .hk=hongkong) eine größere Geldsumme überweisen, die ich weiter transferieren solle und dafür angeblich eine mehrstellige Provision kassieren würde. Ha ha...
Da die Polizei in diesen Fällen nicht tätig wird, die können diese Scheinfirmen mit getürkten IP-Adressen nicht ausfindig machen, die Luschen - habe ich das jeweils an den Verbraucherschutz weitergeleitet, die haben gesagt, sie speichern das und sammeln weitere Daten. Kürzlich hatte ich ein Ding aus .es (=spanien), ich solle mich dringend melden, weil es eine Erbschaft gebe, für die kein Erbe aufzufinden sei, und sie nun nicht wüssten, wohin mit dem Geld, echt lustig. Ja, das treibt die merkwürdigsten Blüten, Abzocke(versuche) per Internet, da kann ich einiges berichten. Eine Tante hat irgendwie meine Anschrift herausbekommen und mir seitenweise geschrieben: lieber Sven Jurgel, in Kürze werden Sie das ganz große Los ziehen, Ihr Schicksal wird sich wenden undsoweiter, seitenweise, und dann zum Schluss der Hinweis, ich bräuchte ihr nur 54 € zu überweisen, dann würde sie mir die Glückszahlen und alles weitere zusenden. Ich würde, nach ihrer Information, mindestens 100.000 Euro gewinnen... Ich schrieb ihr zurück, dass sie die Glückszahlen doch lieber für sich selber nehmen sollte, damit sie auf die popligen 54€ von mir nicht angewiesen ist. Hab nie mehr von ihr gehört.
Bis demnächst, Sven
#137 Bitte mal ein anderes ThemaBITTE 2009-08-08 00:48
genau, es treibt die merkwürdigsten Blüten. KÖNNTE IHR BITTE MAL AUFHÖREN, hier eure autistischen Selbstgespräche zu führen? Oder, BITTE, wenigstens mal ein anderes Thema wählen. Gibt es sonst nichts? Bitte, geht mal schlafen oder schwimmen oder lest ein Buch.
#138 Afrikanischer Opa: Schluß mit lustigBillielein 2009-08-08 01:05
Liebe Redaktion

Ihr seid so armselig, weil Euereins jede Regel missachtet, außer die Regeln der Rechtschreibung. Einfach grandios!

ps. Die Regel bei Clipfish lautet: Nach 50 Seiten ist Schluss mit lustig! Was sind Eure Regeln?
#139 Afrkanische Oper: kein Interesse an einer Heirat@ sven jurgel 2009-08-08 01:37
sie haben mich falsch verstanden. die spam mails waren nicht von irgendwelchen scheinfirmen aus hongkong, es geht hier um den afrikanischen kontinent. die mails waren von afrrikanischen PRIVATPERSONEN mit echter mailadresse, z.t. mit foto an mich privat gerichtet. z.t. auch über myspace. manchmal waren mit den 7000euro , die ich doch bitte überweisen sollte, also ich sollte das geld abgeben und schenken..(ca... die summe variierte zwischen 4000euro und 8000euro) auch eine HEIRAT (!) angeboten worden, die ich dann bekommen könnte. ich bin eine frau. es waren immer männer. es gab dazu immer eine geschichte (studiumskosten, hausbau, krankheit)... es hat nichts mit den üblichen spammails zu tun... ich habe aber leider keine 7000euro und auch kein interesse an einer heirat. ... es waren keine firmen!! garantiert!! -- ich habe dieses beispiel nur genommen, um zu zeigen, daß wir immer denken, alle afrikaner seien lieb und arm und bescheiden... siehe oben..daß es in anderen ländern diesselbe züge gibt, liegt im menschlichen wesen ...alles ganz normal.. es sollte nur in bezug auf die oper etwas aussagen..
#140 Afrikanische Oper: was?Billielein 2009-08-08 02:10
@ sven jurgel: Was hast Du denn?
#141 Afrikanische Oper: jaBillie 2009-08-08 03:31
Kein Deut besser als Julia! Ja genau.
#142 Afrikanische Oper: bite endlik stilNgudu 2009-08-08 09:31
Dear Mr. Nicholson,

bite, bite nikt mer money chicken or teater maken ohne ich. Bitte nikt mer gewisen stil or ruig maken nur duch ich. bitte denken. wegen deuts nikt denken, mein deuts bad, aber bitte nikt denken, alein wiel deuts better, besser. bitte deuts teater nikt afrikaans.

dank.

bitte, redacion: bite sließen. bite spasten, bite endlik stil.

Sincerely bite dank,

Nbeka
#143 Afrikanische Oper: Menschen mit Asperger SyndromSven Jurgel 2009-08-08 10:03
Liebe Redaktion, guten Morgen liebe Leute, es war wirklich etwas weit hergeholt, mit den spams von mir.
@134; ich hatte das doch verstanden, dass die "Afrikaner" Geld von Ihnen wollten. Auch dort, wie überall, versuchen Menschen irgendwie an den Geldtopf ranzukommen. ICH habe noch nie gedacht, dass ALLE Ausländer lieb und nett und bescheiden sind, natürlich brauchen die auch Geld zum leben, und manche sind Verbrecher! Wie überall.
Nur dass offensichtlich bei den "Weißen" die stärkeren und besseren Verbrecher leben... So siehts aus.
So langsam zweifle ich an meinem Weltbild, dieses Projekt wirbelt ganz schön Staub auf.
Aber, verehrte Redaktion: Autismus ist eine ernstzunehmende, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen genetisch bedingte, veränderte Hirnstruktur. Menschen mit z.B. Asperger Syndrom haben meist überdurchschnittliche Fähigkeiten auf einem einzigen Gebiet, z.B. Mathe, können aber mit anderen Menschen nichts anfangen. Dadurch werden sie auf eine Weise unbestechlich und ehrlich, wie es in unserer Zeit und Welt nicht erwünscht ist.
Im Gegensatz zu Autisten, kann ich mich noch in andere r Menschen Gefühlslage hineinversetzen. Ich schlage daher vor, wir machen nun wirklich mal eine Pause mit der Oper.
Herzliche Grüße, Sven
#144 Afrikanische Oper: Gedankenkräfte neu konzentrierenHenri 2009-08-08 10:47
Liebes Team, lieber Sven, liebe Redaktion,
das habe ich, etwas weiter oben, doch bereits vorgeschlagen, eine kleine Pause einzulegen!!??
Wir sind an einem sehr komplexen Themenbündel angelangt, dass entwirrt werden sollte, damit nicht noch mehr Bekloppte anfangen, dieses Forum zu torpedieren.
Wenn wir uns jetzt auch noch untereinander "zerstreiten", zerfasert wirklich alles, wie jemand weiter oben schon bemerkte.
Eine Art "Sendepause" könnte bewirken, dass wir unsere Gedankenkräfte wieder neu konzentrieren, und an einen roten Faden anknüpfen können, meint Ihr nicht?

Zu wahlsinn, ich finde deinen Vorschlag zur Oper (fuck faust) konstruktiv, bis auf einige Punkte (Kindernutten) und habe zumindest einen Widerschein meiner anfangs erwähnten "Frühlingspflanze" aus dem Stück von Rilke wiedergefunden...schön.
#145 Afrikanische Oper: erst eingeladen, dann rausgeschmissenLarissa S. 2009-08-08 11:26
Einen wunderschönen guten Morgen an alle auch von mir, an diesem sonnigen Augustmorgen. Wir haben gerade auf der Terrasse gefrühstückt, mein Mann fährt jetzt zum Tennis und die Jungs haben nachher ein Basketball-Turnier. Ich hab das übliche Programm: Einkaufen, Haushalt, kochen und später noch für den Gottesdienst morgen die Stücke durchüben. Liebe Dörte, wie geht es dir inzwischen, lass mal wieder von dir hören.
Was mir noch auf der Seele liegt, Sven, das hast du sicher nicht so gemeint, das mit den "Luschen" von der Polizei, die nehmen sich dieser Internetkriminalität schon an, und tun was sie können! Mein Mann darf nicht allzuviel darüber berichten, aber er hat genug damit zu tun.
Und zum Libretto wollte ich noch sagen: erst wird man hier eingeladen, daran mitzuarbeiten, und dann wieder "rausgeschmissen" oder beleidigt. Das ist nicht in Ordnung.
Die letzten Szenen der Oper fand ich total unpassend, blutverschmierte Kinder, Prostitution, Gewalt, sowas möchte ich nicht sehen.
Wie gesagt, Wechselwind auf der Orgel und dazu der Ausdruckstanz von Corinna, das ist und bleibt das letzte der Gefühle, was ich guten Gewissens vertreten kann. Herzliche Grüße, Larissa
#146 Afrikanische Oper: Gerätschaften für den ErnstfallDr. Obote 2009-08-08 11:38
Ich möchte auch eine Opernpause vorschlagen, es wird hier zu viel Unsinn geredet.
In vielleicht zwei Jahren kehre ich zu meinem "schwarzen" Kontinent zurück, und ich zahle hier auch Steuern, von denen ich nie etwas haben werde. Was nützt mir die Arbeitslosen- und Rentenversicherung, wenn ich hier nicht alt werden möchte? Meine Steuern fließen auch in die Handvoll Panzer, die kürzlich bestellt wurden (ca. 50). Afghanistan ist für neues militärisches Material ein geeignetes Übungsquartier, wo die Gerätschaften für den Ernstfall getestet werden können. Vom sozialistischen Standpunkt gesehen sind das auch meine Panzer, denn ich habe dafür bezahlt, also besitze ich auch Anteile, auf die ich gern verzichten würde.
Ich wünsche Herrn Schlingensief viel Erfolg bei der Installierung seiner Oper. Aber darüber sollten nicht so viele Worte verschwendet werden.
#147 Afrikanische Oper: Trommel, Tanz & ChorSidibou Kaoré 2009-08-08 11:50
Jambo,
Mes amis, friends and fellows, das alles Lugen, wir sind nicht Verbrecher, wir wollen kein money!!!
Gott allein kennt der Wahrheit!
Meine Bruder und Freunde, wir alle habe geubt für Oper: Trommel, Tanz und Chor afrikanisch, alles viel geubt!
Ganze Zeit wir geubt und alles machen für Oper.
Wir wollen kein money, aber ich muss schicken Geld zu Familie in Guinea Bissau, Tochter krank, Mutter alt, Familie Hunger, sehr arm und Hunger. Bitte, wir mitmachen!
peace, Sidi
#148 Afrikanische Oper: Weltverbesserer-FlausenErnst P. 2009-08-08 12:19
@ 137, danke, endlich spricht mal jemand ein Machtwort! Es interessiert doch niemanden die Bohne, was hier an kommunistischen Schülervertreter-Parolen herausgehauen wird und solche Weltverbesserer-Flausen können sich auch nur Penner leisten, die sonst nichts leisten. Wenn ich das schon höre, Globalisierung, als ob es sich um eine üble Medienkampagne handeln würde - wir profitieren doch alle vom weltweiten Netz, von den Medien, von der schnellen Informationsverbreitung. Zurück in die Steinzeit, von wegen kein Kühlschrank, kein T-shirt, kein Auto, das könnt ihr knicken. Da macht keiner mit.

Also, über welches Thema wollen wir stattdessen sprechen? Ich wäre an der anstehenden Fußball-WM interessiert, Gruß E.
#149 Afrikanische Oper: Tanz um die QuelleWahlsinn 2009-08-08 13:29
Feli. Gut, sorry, ich streiche die Kinder. Es ist ein Tanz um die Quelle. Okay?
#150 Afrikanische Oper: nur traurigsven larissa henri carlos 2009-08-08 13:47
ach wie lustig sind doch die vielen pseudonyme, die dieses forum diskreditieren wollen. nur traurig, wenn schlingensief so was nötig hat. kann ein einzelner echt so eitel sein? wird dann sicher für ein projekt verwendet. gähn.
#151 Afrikanische Oper: so eine Art fixe IdeeHenri 2009-08-08 15:20
@ 150, welche Laus ist Ihnen denn über die Leber gelaufen? Schlafen Sie sich am besten gründlich aus, und lassen Sie Ihre schlechte Laune bitte nicht an mir aus!
Ich bin weder übertrieben eitel, noch habe ich etwas mit Herrn Schlingensief zu tun. Das scheint so eine Art fixe Idee zu sein, die hier herumgeistert, die Welt dreht sich nicht um Herrn S.!
Nötig hab ichs auch nicht, ich hab die Aufgabe hier nur der Allgemeinheit zuliebe übernommen, und habe im übrigen mehrmals vorgeschlagen, eine Pause einzulegen.
Was genau ist Ihr Problem?! Grüße, Henriette
#152 Afrikanische Oper: Undank ist der Welt LohnKarl L. 2009-08-08 15:28
Nun seien Sie mal nicht so traurig, da werden wir schon eine Lösung finden. Das geht nicht, dass dieses Forum diskreditiert wird, also in Mißkredit gebracht - von wem eigentlich? Larissa, Sven, Henri und Carlos, was habt ihr denn angestellt? Kann ich ohne konkrete Begründung so nicht akzeptieren...
Wurde das Forum nicht eher aufgewertet? Einige meiner Bekannten, die früher nie reingeschaut haben, lesen jetzt hier öfter mal auf nachtkritik die Artikel. Aber Undank ist der Welt Lohn! Alles Gute, Karl
#153 Afrikanische Oper: Wasserquelle, Energiequelle, GeldquelleFelicitas 2009-08-08 15:38
Hi Wahlsinn, damit bin ich einverstanden. Tanz um die Quelle, da steckt einiges drin, Ölquelle, Wasserquelle, Energiequelle, Geldquelle, bis hin zu Quelle des Lebens...starker Symbolgehalt!

P.S. ich habe hier noch nicht einen cent verdient, im Gegenteil ich zahl wahrscheinlich noch drauf. Macht mir aber trotzdem Freude und ich hoffe schwer, einigen anderen Lesern und Leserinnen auch! Liebe Grüße,Feli
#154 Afrikanische Oper: die Quelle als SymbolWahlsinn. 2009-08-08 18:29
Feli. Die Quelle ist das Zentrum. Und das gibt Spielmöglichkeiten. Die Quelle ist so ein Symbol, steht für Wasser klar, Leben usw., dann die Sonne, der rote Sand, die Pflanze u.a. Es kann sein, dass meine Skizze zu drastisch ist. Dazu das groteske Spiel der Weißen und Schwarzen in veränderten Rollen.
( Zum PS. Im Internet werden Autoren momentan öfters ausgenutzt siehe u.a. Freitag.de. Und die Urheberechte sind schwer zu regeln. Insgesamt denke ich aber, dass sich die Foren noch verbessern lassen und in Zukunft kann man über das Internet z.B. im Team evtl. ganze Romane und Stücke schreiben. Es gibt auch hier durchaus interessante Stimmen. Merci.)
#155 Afrikanische Oper: Heiraten mit Walzernorbert 2009-08-10 01:20
so weit ich es verstehe, geht es nicht um die eigene Sache, sondern um den Pulk. Der Pulk aber entsteht schon immer vor Ablauf der Sache, also hätte sich der Verein das Ganze auch sparen können, deshalb sollte Wahlsinn auch JanDark endlich heiraten und die anderen singen den Walzer.
#156 Afrikanische Oper: Ja-WortJanDark 2009-08-10 11:54
norbert, einer Heirat steht nichts im Weg.
#157 Afrikanische Oper: Die Verschwingung der WeltHenri 2009-08-10 13:00
Häh?!
Liebes Team, liebe Jeanne,
unser Projekt läuft jetzt sozusagen auf stand-by, weil einige eine Pause machen möchten. Und aus Rücksicht auf die Redaktion.
Möchte nur Feedback geben, dass ich die letzten Änderungen von wahlsinn produktiv finde, der Tanz um die Quelle - statt Tanz um das goldene Kalb, du bist ein Genie!
Zu Jeanne, noch kurz eine Bemerkung zu deinem Zitat aus dem Strukturalismus/Dekonstruktion "die Welt ist Text".
Vor nicht langer Zeit (ein-zwei Jahre her) hat ein japanischer Wissenschaftler eine von seinen Kollegen anerkannte Studie veröffentlicht.
Er hat die Auswirkungen von geschriebenen oder gesprochenen Worten auf die Molekularstruktur von Wasser untersucht und das per Elektronenmikroskop dokumentiert. Bei Wassermolekülen, die der Schwingung von Schimpfworten (negativ "geladenen" Begriffen) ausgesetzt wurden, wurde die Molekularstruktur der H und O-Atome verändert und gestört.
Ganz anders bei Wassermolekülen, die der Schwingung von positiv "geladenen" Begriffen, z.B. Leben, Freude, etc. ausgesetzt wurden. Sie hatten eine "heile" Struktur.
Einzelne gestörte Moleküle übertragen diese Information an ihre Umgebung.
Sogar Gedanken senden Schwingungen aus, was uns nicht überrascht, wenn wir sehen, dass die Reizweiterleitung der Nevenzellen über die Axione zu den Synapsen mittels geringer "elektischer" Spannung, und auch Neurotransmittern stattfindet.
Es fällt nicht schwer, von da den gedanklichen Schritt zu vollziehen, dass sämtliche Aktivitäten des Menschen Schwingungen auslösen, und wir auch Membrane besitzen (biologisch, im Körper) die diese Schwingungen aufnehmen. Eine Störung findet also auf der kleinsten molekularen Ebene statt.
Durch die Physik wissen wir, dass alle Quarks oder was auch immer sich in ständiger Schwingung befinden.
Sogar die Erde und andere Planeten besitzen eine ihnen eigene Schwingung, die als ein vom Ohr nicht wahrnehmbarer tiefer Summton imaginiert werden kann.
Was meint ihr, ob diese Schwingungen um uns herum, z.B. durch Satelliten, Lärm, ständige Radio-, TV-, Handy-Wellen, ganz abgesehen, von üblen Worten und Gedanken, sich alle positiv auswirken?
Ich bin jedenfalls froh, dass es zum Beispiel "gute" Musik gibt, die all der negativen Beschallung entgegenwirkt!
Aber das ist natürlich rein subjektiv. Könnte aber auch für die Auswahl der Musik und Klänge für die Oper wichtig sein?! Viele Grüße, Henri
#158 Afrikanische Oper: schön wären Bildernorbert 2009-08-10 17:45
heiß, dann möchte ich bitte so eine Grußkarte mit Bild. die werde ich beim Tanz in Händen halten und beim Abschied Autogramme sammeln. Ich finde es sehr schade, dass hier keine Bilder veröffentlicht werden können, denn dann wäre der Pulk mal zu sehen und würde nicht nur darben. Bewunderung hat seine sehr guten und guten Seiten, dabei kann es getrost auch mal ruppig zugehen, wenn ich Fehlsinn hieße, wäre das noch besser, aber, nächste Woche bin ich wieder am Start und deshalb weiter schön schonungslos und gut präpariert.
#159 Afrikanische Oper: kein BedarfWahlsinn 2009-08-10 18:12
Danke für Heiratsofferten. Bin gut versorgt.
#160 Afrikanische Oper: Physik-Quark, bäh!Jeanne dArc 2009-08-10 18:15
@ Henri: Es wird nicht ganz deutlich, was der Physik-Quark mit dem Thema "Dekonstruktion und Intertextualität" zu tun hat. Tipp: vorm Schreiben in die Materie einarbeiten.
#161 Afrikanische Oper: Die Verschwingung der Welt IIHenri 2009-08-10 22:21
Hallo Jeanne, das hab ich wohl nicht deutlich machen können, was ich meinte.
Dein Zitat "die Welt ist Text" (Dekonstruktion und Intertextualität - in die Materie habe ich mich brav eingearbeitet) würde ich erst mal so stehen lassen. Dann weitergehen und sagen: Text ist Schwingung, JEDER Text hat eine Schwingung, ob er geschrieben oder gesprochen ist. Unsichtbar, geistig, eventuell auf einer feinstofflichen Ebene, also auf der molekularen Ebene meßbar und dokumentierbar, für manche Menschen spürbar, aber für die meisten nicht.
Also, angenommen, das wäre so, dann würde jedes Wort, was ich sage oder schreibe oder auch nur denke (!) eine Schwingung haben, die wahrscheinlich elektromagnetisch messbar wäre oder ist, wenn man die entsprechenden Instrumente dafür benutzt.
Wahrscheinlich können diese Schwingungen entweder positiv oder negativ geladen sein, stärker oder weniger stark oder "neutral", wie aus Chemie und Physik bekannt. Auch wenn das für dich Quark ist, der Mensch besteht aus über 70% aus Wasser, seine Zellen sind oder haben Membrane. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die Schwingungen rings um uns und unsere eigenen Gedankenbewegungen (!) von den Körperzellen aufgenommen werden, dass sie etwas in unserem Körper bewirken. Jeder Gedanke, jedes Gefühl hat damit verbundene Schwingungen als Ursache und wird erst dann, in einem Bruchteil einer Sekunde zu TEXT. Anschaulich ist das in dem Satz "der Ton macht die Musik", du kannst Dinge mit verschiedenen Gefühlen geladen sagen und schreiben!
Sicher hast du schon ein Orchester bei der Probe gehört, das klingt nicht immer schön. So ungefähr ist das, was wir an Schwingungen täglich "empfangen", nur schlimmer, was Lärm für die Ohren ist, sind schädliche Schwingungen für die Zellmembran.
Wenn ich das zugrundelege, ist folglich alles, was ich von mir gebe, entweder Umweltverschmutzung oder fügt sich mit den Absonderungen der anderen zu einem einigermaßen harmonischen oder erträglichen Resonanzspektrum.
Das heißt, TEXT ist SCHWINGUNG und tritt mit der Umwelt in INTERAKTION.
Es könnte daher wichtig sein, was man sagt und wie man es sagt. Auch was man denkt, und wie man denkt.
Darauf wollte ich hinaus... Grüße, Henriette
#162 Afrikanische Oper: Verluste auf der anderen SeiteJeanne dArc 2009-08-10 23:37
@ Henri: Mir war schon klar, worauf Sie hinaus wollten. Stellen Sie sich mal Folgendes vor: Sie werden ständig mit "bad vibrations" beschossen, schaffen Sie es dann, weiterhin an Ihren "good vibrations" festzuhalten? Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück, ja, bloß woher weiss man, ob der Wald da auch mitmacht? Es könnte auch sein, dass er einem in den Rücken fällt. Sowas soll vorkommen. Es gibt Leute, die fackeln nicht lange und holen sich einfach, was sie brauchen, ohne Rücksicht auf Verluste auf der anderen Seite. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral, ob mit oder ohne Ketchup und Mayonnaise.
#163 Afrikanische Oper: holprige VersucheHenri 2009-08-11 10:45
Von mir aus können wir uns duzen, Jeanne, aber wenn du lieber Sie zu mir sagen möchtest, auch okay.
Die Frage ist sehr gut : was mache ich, wenn ich mit "bad vibrations" beschossen werden? An diesem Punkt stehe ich des öfteren, eigentlich täglich.
Mein Erfahrungsbericht ist dieser, mit 20 habe ich meist direkt die Sachen, die mir entgegengebracht wurden mit demselben Muster "beantwortet". Sagte jemand "blöde Kuh", kam von mir sofort "Mistkerl" undsoweiter. Es gab viel Ärger, Verärgerung, Streitereien und unproduktive Verwicklungen, mit denen ich längerfristig beschäftigt war, Missverständnisse, Unfälle, Diebstahl, Angriffe, ungute Begegnungen. Ich brauchte starke Ventile, für meine Aggressionen, Alkohol, Kneipen, Musik, Zigaretten. Hass, Gift, Wut. Okay, die darauffolgenden 20 Jahre im Zeitraffer, allmählich dazugelernt, etwas klüger geworden, etwas mehr drauf geachtet, mit wem ich zu tun habe und wie miteinander umgegangen wird. Holprige Versuche, mich sachlicher und besser verständlich zu verhalten, zeigten erste Erfolge. Nicht immer. Ich wurde ausgenutzt und für blöde gehalten. Macht nichts. Leute mit denen kein "friedlicher" Austausch möglich ist, vermeide ich so gut es geht, da gehören leider eine ganze Menge dazu. War nicht einfach, weil man sich erst mal alleine fühlt. Aber dafür lernt man Leute kennen, die eher auf derselben Wellenlänge sind, wie man selber oder sogar noch besser drauf sind. Dass das überhaupt noch zu steigern ist... vor zwanzig Jahren hätte ich mir selber jetzt einen Vogel gezeigt!!! Mit der Zeit werde ich geübter, gelassener, die paar positiven Ergebnisse, die meine Verhaltensänderung gebracht hat, geben mir Kraft, es weiter zu versuchen. Rückfälle, Vorwürfe, Streit, Verletzungen, Trennung. Passiert alles, aber es hängt mir nicht mehr ganz so lange nach. Wenn jemand es auf "Krieg" mit mir anlegt, frage ich mich, ob diese Person für mich wichtig ist. Ist sie mir wichtig, versuche ich mit ihr eine Lösung zu finden. Will sie das nicht, beschliesse ich, dass die Person schon allein dadurch erheblich unwichtiger für mich wird. Auf diese Weise rege ich mich über ihr dämliches oder provozierendes Verhalten viel weniger auf, und begegne ihr um einiges gelassener, manchmal erledigt sich die Sache dann von selbst.
Es stimmt, der Wald könnte einem in den Rücken fallen. Ist mir auch schon passiert, aber auch das kann man verkraften. Es kommt darauf an, was mir wichtiger ist: Mich durchzusetzen, zu "gewinnen", oder meine Sicht der Dinge beizubehalten, auch wenn der andere sie ignoriert und trotz allem (!!) meine halbwegs gute Laune zu behalten. Laune ist das falsche Wort, es ist, auch wenn es sich affig anhört, eine Art, sich selber noch mögen zu können, weil man das Beste aus sich versucht, herauszuholen.
Das Beste aus mir und der jeweiligen Situation herauszuholen, das hätte ich früher gar nicht für möglich gehalten - das war mir auch viel zu langweilig und klingt so abstossend nach "happy end" oder Harmoniesucht. Nein, aber es geht nicht um Harmonie um jeden Preis oder geheuchelten Frieden, es kann durchaus Meinungsverschiedenheiten, Ärger, Grenzsetzungen geben, aber auf eine Art und Weise, dass weder ich noch der andere "das Gesicht verlieren".
Ich musste mein Gesicht erst wiederfinden, ich hatte keins mehr, und das war das allerschlimmste.
Lieber halte ich also mal "bad vibrations" aus, höre Musik oder denke an beschauliches, als dass ich mich sofort davon überwältigen lasse. Oft wundern sich Leute über mein Verhalten, und mit diesem kurzen Moment der widerwilligen Überraschung sind wir uns ein kleines Stück näher gekommen.
So jetzt habe ich aber genug von mir gequatscht. Du hast offenbar andere Erfahrungen oder eine andere Lebensphilosophie. Das ist sicher auch wesensabhängig. Für manche bin ich ganz sicher nur eine "Lusche"...
grüße, Henriette
#164 Afrikanische Oper: erstaunlich@henriette 2009-08-11 13:12
obwohl ich mich bei ihrem bericht zuerst fragte: hey, was hat dies alles in nem nachtkritikforum zu tun..und auch jetzt finde ich, das, was sie da schrieben, gehört eher in ein esoterik-psychologie forum..und die schwingungstheorie erinnert mich stark an die bücher von chris griscom..aber trotzdem: der letzte bericht klönnte von mir geschrieben sein..erstaunlich!! also: solidaritätsbekundung meinerseits..aber: mit dieser theorie schafft man es in unserem metier (falls sie dem auch aktiv zugehören) niemals in die höhen der berühmtheit..oder? jedenfalls: in diesen höhen weht eine andere luft...der aggression und des kampfes..als ich dies bemerkt habe, bin ich zwar nicht nach afrika ausgewandert oder habe mich in eine krankheit gestürzt (um beim ursprünglichen thread zu bleiben) - aber mich auf meine persönliche "elfenbeinkunst" zurückgezogen - die mir zwar keine berühmtheit einbringt, aber schon ab und zu persönliche zufriedenheit....
#165 Afrikanische Oper: plötzliche HarmoniebedürftigkeitFlohbär 2009-08-11 13:19
@Henriette: Es ist ja allles ganz nett und interessant, was Sie da erzählen...Nur - was hat das mit der afrikanischen Oper zu tun? Am besten, Sie lassen sich die Mail-Adresse von Jeanne geben, dann können Sie sich miteinander austauschen und auch mal einen Theaterbesuch planen, wenn die Saison wieder beginnt.
An anderer Stelle hat jemand Jeanne ein plötzliches Harmoniebedürfnis vorgeworfen, als sei das eine Anwandlung von Schwäche. Nun, es ist kein Kunststück, polemisch zu schreiben, den ewigen Rebellen zu spielen und ein Pamphlet zu verfassen. Aber ein Anzeichen von Stärke ist das auch nicht.
#166 Afrikanische Oper: wider den aggressiven WettbewerbHenri 2009-08-11 14:33
@ 164, hey, freue mich über Ihre Solidaritätsbekundung!
Das gehört zu der mit materiellen Gütern nicht aufzuwiegenden "Belohung" der Arbeit im relativ friedlichen stillen Kämmerlein (wie ich) oder im relativ freien Elfenbeinturm (wie Sie), dass man ähnlich Gesinnte an Orten antrifft, wo man gar nicht damit gerechnet hatte!
Nein, zu den Höhen der Berühmtheit oder in die erste Reihe der Wichtigen kommt man damit NIE, aber mir ist das so wirklich lieber, weil ich für die dünne Luft des "Kampfes" und aggressiven Wettbewerbs nicht so geeignet bin. Das Feld überlasse ich relativ gern den selbstgewählten (oder selbsternannten) "Rampensäuen", sorry, mir fällt gerade kein angenehmeres Wort ein. Jeder kann nur auf seine Weise Zufriedenheit finden... Grüße, Henriette
P.S. Flohbär, ein gemeinsamer Theaterbesuch ist eine schöne Idee!
#167 Afrikanische Oper: ImmersionsverfahrenJeanne dArc 2009-08-11 15:27
@ Henri: Na klar. Nein, das hat tatsächlich nichts mehr mit Theater zu tun, hier beginnt bereits eine Form von Sektiererei und dieser kann ich nichts abgewinnen:
"Geht man auf dem formreligiösen Weg einen Schritt weiter, so zeigt sich, wie man Religion als bloße Vehikelfunktion einsetzen kann, um m a l a f i d e fremde Inhalte zu realisieren. Das unumgängliche Beispiel hierfür bieten die neuerdings wieder viel beachteten 'politischen Theologien', durch welche die Religion als psychosoziales Hilfswerk für den Staatserfolg herangezogen wird. [...] Sobald die formreligiöse Auffassung sich radikalisiert, schreitet die Abstraktion bis zu dem Punkt voran, an dem potentiell jeder beliebige c o n t e n t ein religoides Design anzunehmen vermag, sofern der c o n t e n t p r o v i d e r es wünscht. Religion erscheint dann als rhetorisch-ritueller Modus und als Immersionsverfahren, das jedem Projekt, sei es politisch, künstlerisch, industriell, sportlich oder therapeutisch, als Medium der Selbstverbreitung dienen kann." (Peter Sloterdijk, "Du mußt dein Leben ändern")
@ Flohbär: "Von allen Gedanken schätz ich doch am Meisten die Interessanten" (Die Sterne). Sie polarisieren leider nur: "Harmoniebedürfnis" vs. "ewiger Rebell". The truth is in between.
#168 Afrikanische Oper: kein ProblemHenri 2009-08-11 17:42
@ 167, Jeanne: kein Problem. It´s alright...
#169 Afrikanische Oper: Was sagt Jeanne zu Leben, Tod und Krieg?Wahlsinn 2009-08-12 22:26
An der Quelle geht es um Leben, Tod und Krieg. Manches klingt hier etwas hochgestochen, zumindest für meinen Denklevel, z. B. Dekonstruktion u.a. Ich empfehle Jeanne den kreolischen Philosophen Eduard Glissant "Denken des Bebens"
Er sagt: "Jeder ist gezwungen das Leben neu zu denken, wie er diese Welt auffasst, wie er in ihr lebt und auf sie reagiert."
Mich würde interessieren, was Jeanne zu Leben, Tod und Krieg sagt.
#170 Afrikanische Oper: die Schönheit der Hochzeitgästenorbert 2009-08-13 10:39
die Nase ist ein wichtiges Instrument, deshalb an die im Pulk wabernden Hochzeitsgäste: steht unbedingt zu ihren Ausbuchtungen, die Schönheitsideale dürfen hinterfragt werden, aber die Nase soll bleiben, was sie ist. Sonntag bin ich zurück. Afrika, es ist schön, so schön.
#171 Afrikanische Oper: Wasser der QuelleWahlsinn 2009-08-13 13:04
Ich möchte noch hinzufügen. Ad Fontes heisst zur Quelle gehen, philosophisch gesehen: Rückwendung zum Ursprung des Denkens. Im Spiel an der Quelle wird nur der Mensch gezeigt, sein Verhalten. Und hier gibt es Menschen, die sich aufopfern für Mitmenschen, während andere das Wasser der Quelle verkaufen wollen. Aber es könnte sein, dass die Quelle gestohlen ist. Wer hat das Anrecht auf die Quelle? Was für Mittel werden angewendet im Kampf um die Quelle?
#172 Afrikanische Oper: Mittel im Kampf um die QuelleFelicitas 2009-08-13 14:49
Kann sein, dass ich das total falsch verstehe oder zu viel Sonne abbekommen habe... aber deine letzten Fragen, wahlsinn, beantworten sich doch fast von selber?!
Wenn die Quelle philosophisch gesehen "Rückwendung zum Ursprung des Denkens" ist, dann hat jeder der zum Ursprung des Denkens also zu einer geistigen (spirituellen Quelle) zurückkehren möchte, ein "Anrecht" bzw. die Möglichkeit dazu jederzeit und uneingeschränkt zur Verfügung! Logischerweise muss daher auch gar nicht um die Quelle "gekämpft" werden, das ist überflüssig, denn es ist für ALLE GENUG DA.
Die "Mittel im Kampf um die Quelle" können daher nur künstlich geschaffen sein, fiktiv, erfunden und an den Haaren herbeigezogen. ÜBERFLÜSSIG, oder? Das ganze Hickhack, Heckmeck, und Muckefuck findet daher wahrscheinlich nur aus Langeweile, also zur Unterhaltung statt. Oder weil die Leute nichts besseres zu tun haben, was aufs selbe hinausläuft. Oder bin ich jetzt echt komplett verblödet? Was meint ihr, liebe Grüße, Feli
#173 Afrikanische Oper: Jeanne über Leben, Tod und KriegJeanne dArc 2009-08-13 15:47
@ Wahlsinn: Wenn jemand - wie Sie zitieren - "gezwungen ist, das Leben neu zu denken", dann läuft schonmal grundsätzlich was falsch. Es muss eine freie Entscheidung bleiben. Zudem ist die permanente Rede vom "sich aufopfern für andere" auch nur eine Form von Machtausübung, bloß subtiler. Ich opfere mich auf, also bin ich, und über meine eigenen Widersprüche sehe ich dabei natürlich generös hinweg. Zitat Slavoj Zizek: "Der eigentliche Kern der 'Passion des Realen' ist die Identifikation - diese heroische Gebärde der unumschränkten Annahme - mit der dreckigen Unterseite der Macht; die heroische Haltung, die sich sagt: 'Irgendwer muss die Drecksarbeit machen, also machen wir's'; eine Art spiegelbildliche Umkehrung der 'Schönen Seele', die verweigert, sich in ihrem Resultat wiederzuerkennen. Wir entdecken diese Haltung ebenso in der durch und durch rechten Verehrung derjenigen, die sich der Drecksarbeit stellen: Es ist leicht, für sein Land eine edle Handlung zu begehen, ihm sogar sein Leben zu opfern - viel schwieriger ist es dagegen, für sein Land ein V e r b r e c h e n auf sich zu nehmen... Hitler verstand es bestens, dieses Doppelspiel im Hinblick auf den Holocaust zu führen und überließ es Himmler, das 'schmutzige Geheimnis' zu entziffern." Als ein weiteres Negativbeispiel zum Thema "Drecksarbeit" sind die stalinistischen Säuberungen und Schauprozesse zu nennen - aktuell auch wieder im Iran zu beobachten.
Schließlich, über Leben, Tod und Krieg lässt sich nichts Universelles sagen. Für mich ist eine kritische Haltung immer verbunden mit einem verantwortlichen Handeln in jeweils konkreten Situationen. Alles andere ist ideologisch-metaphysische Indoktrinierung.
#174 Afrikanische Oper: Rollen im Kampf um die QuelleWahlsinn 2009-08-13 19:43
Feli. Es muss kein Kampf stattfinden. Nur alle wollen zum Wasser. Das ist die Ausgangsposition. Es könnte ein Kampf entstehen, wenn nicht jedermann Zugang zur Quelle hat. Dieser Kampf muss keine Gewalt beinhalten, kann nur ein Disput sein u.a. Geschrei z.B. Spucken und Kratzen. Oder nur die Blicke austauschen, Gesten. Alles kann ganz still ablaufen. Plötzlich lachen alle u.a. Niemand weiß, wieso alle nun lachen. einer ruft: ich brauche Wasser. Die anderen kichern nur.
Jeanne. Niemand ist gezwungen neu zu denken oder sich aufzuopfern. Es gibt immer Entscheider und Nichteintscheider im Machtgefüge. Daher gibt es Menschen, die Angst vor der Macht haben und die nicht erkennen, wie die Struktur der Macht ist. Um das zu analysieren braucht es kluge Köpfe wie Sie. Jeder kann tun, was er für richtig halten. Der eine kifft, der andere philosophiert, der nächste zeugt ein Kind. Das ist die Vielfalt von der Glissant redet. Jeden Tag aber verändern sich die Dinge, sei es nur eine Steuererhöhung. Was ist dann für den Einzelnen die Konsequenz? Vielleicht hat er nach der Steuerhöhung weniger Geld, er kann sich nur noch bei Aldi Asiatische Nudelsuppe holen, in der das Hühnerfleisch reine Chemie ist. Weitere Konsequenz möglich er bekommt von den Inhaltstoffen der Nudelsuppe Krebs. Alles ist ineinander verwoben und nicht alles ist in Worte zu fassen und beweisbar. Möglich die Steuerhöhung führt zum Tod des Instant Suppenessers. Und irgendwo stehen Sie ein glitzekleines Menschlein mit machtvollen Gedanken. Was wollen Sie tun in Zukunft, wenn Sie alles so gut durchschauen?Was verstehen Sie unter verantwortlichem Handeln? Machen Sie Drecksarbeit? Wenn ja, was ist die Konsequenz? Wollen Sie nicht an de Quelle oder will nicht jeder an die Quelle?
Was kommt nach der Philosophie? Wollen Sie Steine werfen? Sich anketten am Reichstag? Oder sind Sie ein Mitläufer? Welche Rolle übernehmen Sie im Spiel um die Quelle? Sind Sie der kluge Moderator? Der Weltphilosophenzitierer? Welche Maske trügen Sie dann?
#175 Afrikanische Oper: Und was übernehmen Sie?Karl L. 2009-08-13 20:51
Hatten wir Jeanne mit ihrer aufrechten, klaren und kämpferischen Haltung nicht schon vor einiger Zeit für die Rolle der Wahrheit vorgeschlagen?
Sie kennt die passenden Zitate, Werke und "Vordenker", denen wir anderen dann hinterherdenken können. Was wäre denn Ihre Rolle, wahlsinn? Alles Gute, Karl
#176 Afrikanische Oper: Wahlsinn ist Kleist, Henri der DramaturgWahlsinn 2009-08-14 00:03
Okay gut, Jeanne als Wahrheit im grünen Kostüm mit Papageienkopf, oder nur Schuhcreme als Schminke und Tropenhelm? Mit beigen Shorts und Wanderstiefel vielleicht? Meine Rolle ist die des Autist, der stottert mit einer Marionette auf die Bühne kommt: Mein Name ist Heinrich von Kleist, Entschuldigung, dass ich was sage.
Den Text "Marionettentheater" von Kleist sollte Henri mitbringen. Er könnte den Dramaturgen geben, der auch auf die Bühne kommt und ab und an unterbricht.
Er fragt: Herrr Kleist, oder sind Sie Wahlsinn, was machen Sie in Afrika? Kleist sagt, stotternd, überall ist Afrika.
Das Marionettentheater handelt von der menschlichen Unzulänglichkeiten, die Afrikaoper auch.
#177 Afrikanische Oper: über die RollenHenri 2009-08-14 11:26
Wahlsinn, bitteschön. Wenn schon dann, DramaturgIN - aber ich brauch keine Funktionen, Titel oder Etikettinnen.

Mir gefällt persönlich die Rolle "Kleist als Autist" irgendwie besser, wenn ich schon eine spielen soll. Den Text von Marionettentheater, hab ich noch nie von gehört, kann mir den jemand per mail rüberschicken? Oder Sven, kannst du bei Gelegenheit mal was drüber sagen?

Toll, dass wir nun auch endlich wissen, dass es in der Oper (wie auch im Marionettentheater) um "menschliche Unzulänglichkeiten" geht. Puh, bin ich erleichtert.

Wünsche allen einen schönen Tag und vorab auch schon mal eine schönes Wochenende! Grüße, Henri
#178 Afrikanische Oper: Kleist-Rolle ist wieder freiWahlsinn 2009-08-14 12:59
Henri. Okay, ich gebe Rolle "Kleist" ab. Ich bin auch gegen Titel, es sollte keine Titel geben wie z.B. Doktor, Professor. Ohnehin Dramarturg hört sich etwas aufgeblasen an, aber Menschen brauchen das halt für Ihr Ego.
#179 Afrikanische Oper: jeder stottert seinen Text runterHenri 2009-08-14 19:14
Vielen Dank, wahlsinn, dass du mir die Kleist-Rolle abtreten würdest. Ich habe darüber nachgedacht, ob es nicht zwei Autisten geben könnte, die auf der Bühne aneinander vorbei reden, also jeder stottert oder rattert seinen Text runter, ohne auf den anderen einzugehen, und dann im Lauf der Handlung, beginnen Ansätze von Interaktionen sichtbar zu werden, ganz subtil.
Was hältst du von der Idee? Du kannst aber auch gerne Dramaturg sein, ganz wie du willst... Grüße Henri
#180 Afrikanische Oper: jenseits hierarchischer KategorisierungenJeanne dArc 2009-08-14 20:30
@ Wahlsinn: Ich mache keine Drecksarbeit in dem von mir beschriebenen Sinne. Mir geht es nicht darum, die Macht an mich zu reissen, ich muss mich nicht an der Macht berauschen und andere bekehren, ich bin auch kein autoritärer Charakter oder Märtyrer. Mir geht es ganz einfach um den Nebenmenschen jenseits hierarchischer Kategorisierungen: "Ich bin nicht unter dir / ich bin nicht über dir / ich bin neben dir" (Ton Steine Scherben).
In Kleists Essay "Über das Marionettentheater" geht es übrigens um das Potential der menschlichen Erkenntnis: "Mithin, sagte ich ein wenig zerstreut, müßten wir wieder vom Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen."
#181 Afrikanische Oper: im Stand der Unschuldernie&bert 2009-08-14 22:19
schmacht, sehr geehrte frau jeanne, ich und bert sind vollkommen hingerissen von ihren Worten, sie wollen sich nicht an der Macht berauschen, sie sind weder autoritärer oder aufopernder charakter, sie haben überhaupt diese ganzen hierarchischen strukturen und einteilungen nicht nötig - wir sind hin und weg, mit einem wort, sie sind unsere traumfrau.
Denn ernie&bert, wir beide, ich und mein bester kumpel, wir leben schon lange im stand der unschuld, in der geistigen einheit des menschlichen nebeneinanders.
ernie&bert sind immer nebeneinander, nie übereinander.
drecksarbeit machen wir grundsätzlich nicht, dafür kommt ab und zu miss piggy bei uns putzen.
dürfen wir sie zu einem gepflegten umtrunk in einem lokal ihrer wahl treffen - nicht im wahllokal!!! - um mal einen blick auf ihre zweifellos götter- oder engelsgleiche gestalt zu werfen, ernie hat schon schlafstörungen, weil ihr heroisches bild ihm nicht aus dem kopf geht, die ganze sesamstrasse schwärmt für sie, ihre glühenden verehrer, ernie&bert
#182 Afrikanische Oper: mit pochendem HerzenJeanne dArc 2009-08-15 00:31
oh ernie & bert, jetzt haben Sie mich aber heiss erwischt. Ihre Worte lassen mich dahinschmelzen wie Butter in der Sonne. Haben Sie das wirklich ernst gemeint? Und Sie sind auch nicht bloß erfunden? Ich werde wahnsinnig vor Freude. Ich wollte mich immer schon mit ernie & bert im Stand der Unschuld treffen. Mit pochendem Herzen erwarte ich Sie beide.. (wo?), Ihre Ronja Räubertochter (in der Sesamstraße gibts einfach zu wenig weibliche Figuren und Tiffy fand ich immer schon doof, wenn schon, dann Finchen).
#183 Afikanische Oper: Elite-Heiratstreff für Intellektuelleabstrakta in der rolle als kuppl 2009-08-15 01:00
oh mann oh mann jetzt ist es hier doch zu nem elite-heiratstreff-partnerinstitutsvermittlungsforum für intellektuelle ausgewachsen..oh mann..immer schön verpackt in wissen und halbwissen und in sesam-straße-öffne-dich kostüme... ich schlage vor, sie treffen sich alle in einem lokal an einem sonntag im august... mit gleichem namen.. ich werde nicht da sein, versprochen... bin da leider zu sehr mit meinem aspergus-syndrom beschäftigt... oh mann...rolleyes...
#184 Afrikanische Oper: wir weinennorbert 2009-08-15 02:12
es raucht, das Feuer wird hinten im Busch sein, dort wo die vom Aussterben bedrohte mit wenig Hoffnung begabte Lilli haust, das Steckenpferd beißt zu und der Pulk zieht weiter, wie haltet ihr das nur aus? Aber Jeanned'dark bepisst sich vor Lachen und wir weinen nur über den Hochmut. Schnell gebt den Trittbrettfahrern ihren ersten schlag, und stoßt sie hinunter, die Fahrt wir angenehmer werden.
#185 Afrikanische Oper: Autisten in AfrikaHenri 2009-08-15 12:12
Hallo Norbert, deine Schilderung, Feuer hinterm Busch, Lilli und das beißende Steckenpferd, der weiterziehende Pulk, das bauen wir alles als Szenenbilder ein!!! Fantastisch!

Liebes Team, das ist der absolute Hammer: Ernie und Bert als Autisten in der Afrikanischen Oper! Oder greife ich da schon zu weit vor?

Und auch Kleist passt sehr gut, mit seiner inneren Zerrissenheit. Hier aus einem Brief an seine Schwester: "Die Hölle gab mir meine halben Talente, der Himmel schenke dem Menschen ein ganzes oder gar keins."
1811 beging er mit seiner Freundin Henriette Vogel, die unheilbar krank war, Selbstmord. ...Er hatte keins seiner Dramen zu Lebzeiten auf der Bühne gesehen, nur drei seiner Stücke wurden mit geringem Echo aufgeführt. In seinen Stücken spiegeln sich seine verzweifelten Versuche, sich der Wahrheit und Untrüglichkeit des Gefühls zu vergewissern.
Keine schicksalshafte (göttlich verursachte) Zwangsläufigkeit führt zur Katastrophe, zum Beispiel im Schauspiel "Familie Schroffenstein", wo die jeweiligen Unfälle von den verfeindeten Familien aus Paranoia für absichtliche Morde gehalten werden.

"Durch den Argwohn, durch das von Hass geblendete Gefühl, wird der bloße Anschein einer bösen Absicht zur geglaubten aber falschen GEWISSHEIT"

Und ein Zitat aus Kleists Drama von 1803:

"Denn etwas gibt´s, das über alles Wähnen /
Und Wissen hoch erhaben - das Gefühl / Ist es
der Seelengüte andrer."

Wir sind auf dem richtigen Weg, abstrakta überwinde dein aspergus-Syndrom (heisst das nicht Asperger) oder mache zumindest platonisch weiter mit,
ihr seid großartig und danke vor allem Ernie und Bert, mir fehlen die Worte... Viele Grüße, Henri
#186 Afrikanische Oper: sowas wie eine Collagesugar 2009-08-15 12:14
hallo henri, feli und alle anderen,
einen wunderschönen guten morgen wünsche ich euch!

ach, bin ich froh endlich wieder hier zu sein, ich hoffe ihr seht das genauso! jetzt können wir die arbeit hoffentlich wieder vernünftig fortsetzten.
die sache mit der quelle gefällt mir ja auch außerordentlich gut! vielleicht könnten wir sie symbolisch für meinen schamanen ersetzen, damit es deshalb keinen streit mehr gibt. das müsste ich mir aber nochmal überlegen.
auch die zwei autisten! - sehr schön, wirklich. damit sollten wir weiterarbeiten, ich verstehe bloß nicht weshalb ihr jetzt mit kleist weitermachen wollt? wir waren doch bei canto und neruda! also wir müssen dringend wieder soetwas wie einen roten faden und eine gewisse struktur finden. bitte vergesst nicht worum es uns einmal ging...so geht das nicht weiter!!!
oder wir machen sowas wie eine collage, aber ich muss mich erstmal ordnen.
alles in allem würde ich sagen wir lassen es wie gehabt ruhig angehen.

bis bald...
#187 Afrikanische Oper: Luftküsse von Ernie & Berternie&bert 2009-08-15 13:24
sehr geehrte frau jeanne, natürlich gibt es uns wirklich!
heute nachmittag ist in der sesamstrasse ein fest mit demo, denn die wollen unsere strasse mit einem einkaufscenter plus riesenparkplatz und anbindung zur schnellstrasse plattmachen. auch jim henson, der wie ein löwe für uns gekämpft hat, kann nichts mehr machen...
als erstes solle oskar aus seiner mülltonne geräumt werden, die shop-kette sagt, er passt nicht ins bild, seine tonne ist zu schäbig.
liebe frau jeanne, sie sind und bleiben unsere traumfrau und sobald es geht möchten wir uns gerne mit ihnen an einem sonntag im august treffen, nur wie gesagt, momentan steht der strassenkampf an.
sie haben uns mir ihrer antwort sehr glücklich gemacht, wir schmachten weiter! luftküsse von ernie&bert
#188 Afrikanische Oper: mit Messern & Heiner-Müller-ZitatenFelicitas 2009-08-15 13:51
Hi sugar, schön dass du wieder da bist! habe dich schon ein bißchen vermisst.
He, aber mach dir keinen Stress, ich denke, die Quelle, der Schamane, das Hühner-Ritual, der Trommeltanz, Jeanne mit den Messern und Heiner-Müller-Zitaten, captain GM, der canto general, das sind nach wie vor feste Bestandteile der Oper!
Hinzu gekommen sind seit neuestem nur Ernie und Bert, was Henriette jetzt genau mit der Kleist-Geschichte sagen will, weiß ich nicht, ich glaub, sie ist da nur auf was interessantes gestossen.
Du und ich sind nach wie vor Schwestern der Wahrheit, jedenfalls ist da offiziell noch nichts geändert. Du, es haben jetzt einige eine Pause gemacht, ich tret auch mal ein bißchen ruhiger, aber wir bleiben dran!
Liebe Grüße, Feli P.S. Grüße natürlich an alle
#189 Afrikanische Oper: dieses Zitat von SloterdijkWahlsinn 2009-08-15 20:30
Jeanne. Ihre Kommentare finde ich wirklich interessant, mir ist nur manches zu kompliziert oder intellektuell. Auch dieses Zitat von Sloterdijk ist sehr komplex, der eigentlich nur sagen will, dass Religion Doktrin und eine Erziehungsinstanz ist, die sich als einer der Machtfäden oder -strukturen entpuppt, die auf den Mensch einwirken. Vermute ich?
#190 Afrikanische Oper: Wasser ist gutjörn jörn 2009-08-16 02:29
der frosch starrt löcher in die luft
er ist ein philosoph in seinem element
das stört die tiere nicht am trinken
denn sie wissen
wasser ist gut
#191 Afrikanischer Opa: mittlerweile entspiritualisiertJeanne dArc 2009-08-16 03:36
@ Wahlsinn: So wie ich es verstanden habe, stellt Sloterdijk die Frage, ob Religion in der heutigen Zeit eigentlich noch existiert, wenn Leute von nebenan eine solche stiften können. Er bezieht sich dabei ausführlich und kritisch auf zwei Beispiele, erstens auf den Neo-Olympismus von Pierre de Coubertin und zweitens auf Ron Hubbards Psychotechnikkonzern Church of Scientology.
De Coubertin wollte den Inhalt Sport an eine religiöse Form binden. Die olympische Bewegung im Sinne Coubertins ist mittlerweile entspiritualisiert und hat mit den Strukturmerkmalen einer Religion nichts mehr zu tun. Zurück bleibt die Hierarchie der Funktionäre und ein System von Exerzitien, die Trainingseinheiten heißen. Training ist nach Sloterdijk nun aber etwas anderes als Übung. Denn das Training bleibt angewiesen auf die äußere Unterweisung, wohingegen die Übung aus einem inneren Antrieb heraus erfolgt.
Die Church of Scientology dagegen hat sich das Spirituelle weltlich angeeignet. Meister Hubbard wird als Erwecker der Menschheit gefeiert, nachdem zuvor die Scientology-oder-Selbstmord-Apokalypse geschürt und ordentlich für das survival-Training von Geist oder Seele abkassiert wurde.
Kurz: Nach Sloterdijk ist Religion nichts als Opium für das Volk. Stattdessen kommt es darauf an, sich durch Übungen selbst zu erzeugen und dabei über sich hinauszugehen. Es geht um die Selbstbildung alles Humanen. Alles was wir tun, wirkt unablässig auf uns zurück.
#192 Afrikanische Oper: ich bin Schlämmer-HelferSven Jurgel 2009-08-16 15:40
Hallo Leute,
möchte nur mal wieder von mir hören lassen. Im Moment kann ich nicht viel Recherche -Arbeit leisten, weil ich für die Bundestagswahl als Wahlhelfer und supporter von Horst Schlämmer fungiere, habe mich für dieses ehrenamtliche Engagement spontan entschieden. Die Partei heißt HSP, aber ich will hier keine Schleichwerbung machen, das hat Horst auch gar nicht nötig.
Canto general, Sloterdijk und Scientology müsstet ihr also mal alleine googeln.
Nach der Wahl stehe ich dem Projekt wieder zur Verfügung, bis dahin, viel Erfolg, euer Sven
#193 Afrikanische Oper: allerhand los hierCorinna 2009-08-16 23:05
...wahnsinn! Bin leider im moment schrecklich unter zeitdruck und heute noch dazu rotweingeschädigt, aber ich habe gerade die letzten 10 tage dieses blogs durchgearbeitet- und ich muß sagen, hier ist ja allerhand los!! Stehe weiterhin hinter dem projekt und freue mich auf weitere ideen! Meine wechselwind-textvorlage ist fast fertig, aber ich denke, sie passt sowieso besser an den schluß!
#194 Afrikanische Oper: Wahnsinn, was wir hier bewerkstelligen!sugar 2009-08-17 01:38
ja, finde ich auch. wirklich wahnsinn was wir hier einmaliges, außergewöhnliches bewerkstelligen,wenn ich das mal so nennen kann-ach mir fehlen schonwieder die worte( habe auch schon etwas rotwein getrunken!)
war gestern und heute mit kleist-recherche beschäftigt und habe die nächste zeit viel zu tun. werde deshalb auch, wie feli, etwas ruhiger treten, aber dabei bleiben.

schlaft gut und inspirative opernträume!!!
#195 Afrikanische Oper: Philosophie des FroschesKarl L. 2009-08-17 19:35
Zur Selbstbeweihräucherung gibt es wenig Anlass, wie ich finde... Aber ich möchte auf das Gedicht von Jörn Jörn hinweisen, das in dem allgemeinen intellektuellen Geplänkel ziemlich untergegangen ist, und es daher hier noch einmal zitieren:

"der frosch starrt löcher in die luft
er ist ein philosoph in seinem element
das stört die tiere nicht am trinken
denn sie wissen
wasser ist gut"

Henriette, das könnte eine Schlüsselszene für die Ausgangslage an der Quelle in der Oper sein, nicht wahr?
Ich schlage Jörn Jörn als freien Mitarbeiter vor, wenn er singen kann, sogar für die Rolle als Frosch, die sicher von einem Tenor besetzt werden sollte...
Alles Gute, Karl
#196 Afrikanische Oper: Meldung aus der Wüste Gobiwüstenfuchs 2009-08-26 00:09
hallo afrikafreunde, hallo henriette

bin noch in der wüste gobi auf meiner expedition durch die mongolei+++wir haben funkkontakt zu befreundeten stationen+++diese haben funkmeldungen von captain gm mitgehört+++er plant ein ganz grosses ding+++es geht nicht nur um afrika+++es geht um europa+++auch asien+++wahrscheinlich muss ich untertauchen+++für eine weile+++die funkverbindung ist sehr schlecht+++ichasfk mxdaioschluß krrrrckssxxxkafjadj
#197 Afrikanische Oper: was können wir tun?Henri 2009-08-26 09:34
Hallo liebes Team, hallo wüstenfuchs,
`tschuldigung, ich hab mich in das Leben und Werk von Kleist so reinvertieft, dass ich alles andere um mich herum ganz vergessen hab.

Das war ein ganz schöner Schreck gestern Nacht, die Meldung von wüstenfuchs zu lesen.
Habs erst überhaupt nicht verstanden, und bin immer noch etwas durcheinander darüber.

Eins sollte aber klar sein, Wüstenfuchs hat mit uns Kontakt aufgenommen, weil er uns etwas wichtiges - aus seiner Sicht - mitteilen will.

Mongolei ist ziemlich weit weg und auch echt riesig, wie ich glaube. Was können wir also tun?

Meine Idee war: kennt sich jemand mit Funkgeräten aus, hat jemand ein Funkgerät, und sieht er eine Möglichkeit, irgendwie mit wüstenfucs in Kontakt zu treten ?
Immerhin ist er ein Mitglied unseres Teams und ich denke er würde das umgekehrt auch für einen von uns tun...

Mit Politik kenne ich mich nicht so aus, und habe da auch Berührungsängste, aber das wäre eventuell auch eine Möglichkeit, zuständige Politiker und Außenminister einzuweihen und um Hilfe zu bitten. Kürzlich würden doch auch wieder Geiseln in Malaysia mit Millionen von Frau Merkel freigelassen, oder?

Sven kannst du da die zuständigen Diplomaten herausfinden und auch per email anschreiben?

Wer noch andere Einfälle oder Vorschläge hat, bitte gleich melden, wie immer. Aus der Fülle der Ideen werden wir eine Lösung finden, hoffentlich,
eure Henriette
#198 Afrikanische Oper: Kleist-Lektüre und andere Katastrophensugar 2009-08-26 20:41
hallo henri,

schön wieder von dir zu lesen.

ich bin auch immer noch mit kleist beschäftigt, zur zeit lese ich gerade amphitryon, spannende sache, aber alles sehr komplex, muss mich noch mehr in die materie vertiefen, um einen bogen zu unserer oper zu spannen. und habe leider zu wenig zeit...

so, aber jetzt erstmal zum momentanen problem oder besser zur katastrophenankündigung, ich war ja gestern genauso geschockt.

zum glück geht es unserem wundervollen, geliebten carlos gut, bin ich froh!!!

aber wir müssen unbedingt mit wüstenfuchs kontakt aufnehmen, mit funkgeräten kenne ich mich leider gar nicht besonders gut aus, aber wenn niemanden was besseres einfällt, könnte ich es mit einem schamanischen trommeltanz versuchen! was hälst du davon?
#199 Afrikanische Oper: die Oper im Fokus halten!Karl L. 2009-08-27 13:49
Verehrte Gemeinde, verehrte Redaktion,

danke, dass ich es nochmal schreiben darf, das übt im Formulieren und Konzentieren.

Wie ich gestern bereits feststellte:
Ich habe zwar eine alte Funkerausrüstung, noch aus dem letzten Weltkrieg im Keller, aber ich sehe nicht ein, was ich mit Herrn Wüstenfuchs und seinen rebellischen Eskapaden und seinen abgehörten Funksprüchen von Captain GM zu tun habe. Das ist doch sein Problem!?

Und warum soll Sven mit Politikern Kontakt aufnehmen, wenn noch nicht mal eine konkrete Geiselnahme oder Lösegeldforderung im Raum steht.

Henriette und Sugar, bewahren Sie Ruhe und lassen Sie uns abwarten, ob einen neue Nachricht aus der Wüste Gobi kommt, und sich ggf. die Lage bereits entspannt hat...

Stattdessen wieder die Afrikanische Oper in den Fokus rücken, Kleist ist da ein guter Stimulus,

Alles Gute, Karl
#200 Afrikanische Oper: Nun sagt Good ByeDie Redaktion 2009-08-27 20:14
Liebe Afrikafreunde-- Die Freunde sind schon weiter gezogen.
Das Postfach ist stillgelegt, bitte nicht mehr posten, Nachsendeadressen sind keine bekannt.
Herzlich
Die Redaktion

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