"Ohne Theater kann ich nicht leben."

Farø, 30.Juli 2007. Der bedeutende schwedische Regisseur Ingmar Bergman ist tot. Wie seine Tochter Eva Mankell heute mitteilte, ist Bergman im Alter von 89 Jahren in seinem Haus auf der nördlich von Gotland gelegenen Insel Farø friedlich eingeschlafen. Dort hatte er zurückgezogen die letzten Jahrzehnte gelebt und 2003 auch seinen letzten Spielfilm gedreht.

Filme wie "Szenen einer Ehe", "Das Schweigen" oder der 1982 mit vier Oscars ausgezeichnete, autobiografische Film "Fanny und Alexander" hatten den 1918 als Sohn eines Pastors in Uppsala geborenen Bergman weltberühmt gemacht.

Im Verlauf seines Lebens hat Bergmann über 60 Filme gedreht, und galt als einer der bedeutendsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts. Seine Stoffe und Themen fand er in den erschütterten Verhältnissen der entzauberten Welt der Moderne, ihren Niederschlägen in den Beziehungen zwischen den Menschen, ihrer Einsamkeit, ihrer Verletzbarkeit und Angst.

Bergman ist der einzige Träger der "Palme der Palmen" des Internationalen Filmfestivals von Cannes, das ihn damit 1997 zum "größten Filmregisseur aller Zeiten" ernannte. Den Oscar für sein Lebenswerk erhielt er bereits 1970 im vergleichsweise jugendlichen Alter von 52 Jahren.

Bergman hatte mit 19 Jahren sein streng religiöses Elternhaus verlassen. Ein Studium der Literaturgeschichte brach er ab, und begann als Regieassistent am Theater und beim Film zu arbeiten. 1946 entstand sein erster eigener Film "Krise". Der Durchbruch gelang ihm aber erst mit seinem 1955 gedrehten Film "Das Lächeln einer Sommernacht". Doch auch dem Theater blieb er lebenslang als prägender Regisseur treu. "Ohne Film kann ich leben. Aber ohne Theater kann ich nicht leben", sagte Bergman 1982 in einem Fernsehinterview nach dem Oscar-Regen für seinen Film "Fanny und Alexander".

International bekannt machte ihn der Film "Das siebente Siegel" über einen Ritter, der seine Heimat von der Pest verwüstet findet, und dann Gott selbst zum Schachspiel herausfordert. Mit dem apokalyptischen Gleichnis gewann Bergman 1957 in Cannes des Spezialpreis der Jury. Basis der abgründigen Parabel über die gottverlassene Welt war Bergmans Theaterstück "Trämålning" ("Holzmalerei") von 1953 gewesen.

Ingmar Bergman war fünfmal verheiratet und hat insgesamt neun Kinder. Von 1965 bis 1970 lebte er unverheiratet mit der Schauspielerin Liv Ullmann zusammen, mit der er eine Tochter, Linn Ullmann, hat, die heute eine erfolgreiche Schriftstellerin ist. Zwischen 1976 und 1981 lebte und arbeitete Bergman in München, wo er u.a. am Residenztheater inszenierte. Er hatte Schweden empört verlassen, als er dort wegen Steuerhinterziehung zu Unrecht strafrechtlich verfolgt worden war. Polizisten hatten ihn 1976 aus einer Theaterprobe im Stockholmer Nationaltheater Dramaten heraus verhaftet, dessen Intendant er im Jahr zuvor geworden war. (sle)

 

 

 

 
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