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Letzte Ehre

Berlin, den 2. September 2007. An der Gedenkfeier für den im Juli verstorbenen Ulrich Mühe in der Berliner Schaubühne hat heute Mittag auch Hollywood-Star Tom Cruise teilgenommen, der zur Zeit in Berlin den Stauffenberg-Film "Valkyrie" dreht. Cruise, der Mühe noch kurz vor seinem Tod in seinem Haus in Walbeck besucht hatte, kam in Begleitung von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck.

Im Zentrum der Veranstaltung, zu der neben Familienangehörigen und Freunden auch viele Kollegen und Weggefährten gekommen waren, standen drei Filme. Zunächst die Hommage "Gott, Weihnachtsmann, Elfe, Zauberland" der Schauspielerin Katharina Schüttler, mit der Mühe 2006 in Thomas Ostermeiers Inszenierung von Sarah Kanes "Zerbombt" zuletzt auf der Bühne gestanden hatte. Der Film entstand im vergangenen Jahr am Rand eines Gastspiels in London.

Dann folgte der Dokumentarfilm "Die Zeit aus den Fugen", den Christoph Rüter vom 29. August 1989 bis zum 24. März 1990 über die Proben von Heiner Müllers legendärer Inszenierung "Hamlet/Hamletmaschine" am Berliner Deutschen Theater gedreht hat, in der Mühe die Titelrolle spielte. Die Inszenierung war damals zum Subtext des Umbruchs im Wendewinter '89/'90 geworden.

Zum Abschluss wurde "Funny Games" gezeigt, ein preisgekrönter Psychothriller von Michael Haneke, der ebenfalls im Publikum saß. Mühe habe sich vor seinem Tod noch selbst dieses Programm gewünscht, ließ die Schaubühne vermelden. Henckel von Donnersmarck übersetzte Cruise Reden und Filmtexte so gut es ging. Nur bei Heiner Müllers Ausführungen über seine Hamlet-Interpretation sei es etwas kompliziert geworden. 

(dpa/ddp/sle)