Unwanted 44 280 Bruce Clarke"Unwanted" bei Tanz im August © Bruce ClarkeBerlin, 24. August 2017

100 Tage Männlichkeit

Hunderttausende Menschen fielen vor 23 Jahren dem Völkermord in Ruanda zum Opfer. Außerdem wurden hunderttausende Frauen vergewaltigt, in ihnen und in ihren Kindern lebt das Trauma weiter. Die ruandische Tänzerin und Sängerin Dorothée Munyaneza hat nun aus einigen dieser Schicksale ein Stück gemacht. Unwanted gastierte bei Tanz im August – mehr von Elena Philipp.

Oldenburg. 24. August 2017. Utøya von Edoardo Erba nimmt nicht Anders Breivik, sondern die Geschichten der von seinen Terroranschlägen Betroffenen in den Fokus. Peter Hailer hat die deutschsprachige Erstaufführung des Stücks inszeniert – Jens Fischer berichtet.

Salzburg, 21. August 2017: Simon Stone inszeniert Lear von Aribert Reimann

Auch im wirklichen Leben starren wir ja lustvoll schaudernd auf Tun und Twittern der Bösewichte auf der Weltbühne. Das Theater liebt diese Figuren erst recht: Shakespeares furchbaren König Lear zum Beispiel, dem Aribert Reimann eine berühmte Oper gewidmet hat. Bei den Salzburger Festspielen hat Simon Stone jetzt das Werk inszeniert. Zur Begeisterung von Reinhard Kriechbaum.

Weimar, 20. August 2017: Camera Obscura :: Lenz von Bernhard Mikeska beim Kunstfest

Die Gruppe Verein für Raum und Zeit um Bernhard Mikeska schickt einzelne Zuschauer auf einen Audio-Walk durch Weimar. In Camera Obscura :: Lenz geht es um das schwierige Verhältnis zwischen den Stürmern und Drängern Lenz und Goethe. Und um eine rätselhafte Begegnung in Hitlers Lieblingshotel. Sascha Westphal ist beeindruckt.

Salzburg, 18. August 2017: Athina Rachel Tsangari mit Lulu bei den Salzburger Festspielen

Ihre erste Theater-Inszenierung überhaupt realisiert die griechische Film-Regisseurin Athina Rachel Tsangari gleich bei den Salzburger Festspielen. Frank Wedekinds Lulu: mit großer Schauspieler-Besetzung und einer Bühnengröße, die sie bestens bewältigt. Mehr von Reinhard Kriechbaum.

Semmering, 18. August 2017: Die Friederike-Mayröcker-Uraufführung OPER!

Im vergangenen Sommer war eine Inszenierung des Musikwissenschaftlers und Radiomoderators Otto Brusatti so erfolgreich, dass er auf dem Semmering weitermacht und Friederike Mayröckers OPER! zur Uraufführung bringt, und zwar mit viel Ehrfurcht. Mehr von Martin Pesl.

Hamburg, 17. August 2017: The great Outdoors beim Kampnagel-Sommerfestival

Streit, Hass, Verzweiflung: In den Kommentarspalten von Internetseiten geht es oft turbulent zu. Die US-amerikanische Künstlerin Annie Dorsen entführt das Publikum des Internationalen Sommerfestivals Kampnagel mit The great Outdoors in die unendlichen Weiten des WWW. Falk Schreiber berichtet.

Salzburg, 12. August 2017: Horváths Kasimir und Karoline von 600 HIGHWAYMEN

Muss man Ödön von Horváths erfolgreichstes Volkstück Kasimir und Karoline zeitgenössich überschreiben? Abigail Browde und Michael Silverstone, also 600 HIGHWAYMEN, argumentieren mit Horváth selbst und  finden: ja. Für ihre Inszenierung bei den Salzburger Festspielen haben sie 23 (Halb-)Laien gecastet, die dem Text auf die heutigen Sprünge helfen sollen. Mehr von Reinhard Kriechbaum.

Hannover, 12. August 2017: Lars-Ole Walburg mit Indien nach J. Hader + A. Dorfer

Mit dem Film Indien über eine ungleiche Männerfreundschaft wurden Josef Hader und Alfred Dorfer 1993 berühmt. Jetzt hat Hannovers Intendant Lars-Ole Walburg das bissige Stück als Freilicht-Sommerbespaßung inszeniert. Mit dabei: Kornelius Friz.

Hamburg, 11. August 2017: Tania Bruguera inszeniert Samuel Becketts Endgame

Die kubanische Künstlerin Tania Bruguera ist dafür bekannt, dass sie die Zuschauer in ihre Arbeiten integriert. So auch in das spektakuläre Bühnenbild ihrer ersten Theaterarbeit: Endgame von Samuel Beckett. In dem die Befehlsverweigerung des Dieners Clov besondere Bedeutung gewinnt. Mehr über ihre Inszenierung, die beim Sommerfestival auf Kampnagel gastiert, von Falk Schreiber.

Reichenau / Rax, 11. August 2017: Mario Wurmitzers Werbung Liebe Zuckerwatte

Unter dem Label Salon5 bestreiten Anna Maria Krassnigg und Christian Mair seit 2015 das Festival am Thalhof. Dort wendet Krassnigg ihr Format der Kinobühnenschau nun auf Mario Wurmitzers Werbung Liebe Zuckerwatte an, und zwar durchaus mit Gewinn, findet Martin Pesl, der einen Post-Meta-Horváth mit Gaga-Charme sah.

Salzburg, 9. August 2017: Alban Bergs Wozzeck von William Kentridge inszeniert

William Kentridge ist bekannt für bildgewaltige und politische Inszenierungen. Nun bringt er Alban Bergs Oper Wozzeck bei den Salzburger Festspielen auf die Bühne. Seine eigenwillige Interpretation des Büchner-Stoffs wirft Fragen auf. Thomas Rothschild berichtet.

Salzburg, 7. August 2017: Shirin Neshat inszeniert Verdis Aida mit Anna Netrebko

Die Iranerin Shirin Neshat ist vor allem für ihre Installationen, Fotografien und ihren Film "Women Without Men" bekannt. Nun inszeniert sie bei den Salzburger Festspielen erstmals eine Oper: Verdis Aida. Die große Anna Netrebko singt, bekommt an diesem Abend aber stimmgewaltige Konkurrenz von einer Kollegin. Thomas Rothschild berichtet.

Reichenau / Rax, 5. August 2017: Am Ende eines kleinen Dorfes beim Thalhof Festival

Die Geschichte einer weiblichen Selbstermächtigung steckt in Marie von Ebner-Eschenbachs "Die Totenwacht" von 1894: Eine junge Frau wehrt sich gegen ihren einstigen Vergewaltiger. Anna Maria Krassnigg hat die Novelle jetzt unter dem Titel Am Ende eines kleinen Dorfes bei ihrem Thalhof-Festival in Reichenau an der Rax inszeniert. Mit dabei: Veronika Krenn.

Worms, 5. August 2017: Nuran David Calis mit Glut von Albert Ostermeier

Wenn man als Festival einem einzigen Stoff verpflichtet ist,  muss man sich jedes Jahr einen neuen Dreh einfallen lassen. 2017 schicken die Nibelungenfestspiele Siegfried und Konsorten in Glut nach Arabien. Regisseur Nuran David Calis lässt sie im Wüstensand spielen. Was das soll? Harald Raab weiß mehr.

Wien, 4. August 2017: Christine Gaiggs Clash über die Folgen des Orlando-Attentats

49 Tote, 53 Verletzte, das war die Opferbilanz des Attentats im Nachtclub Pulse in Orlando, Florida 2015. War der Hintergrund islamistisch oder homophob? Protagonist*innen der Gay Community lässt Christine Gaigg in ihrem Bühnenessay "Clash" auftreten, um über Homophobie und queere Kunst zu reflektieren. Aus Wien berichtet Veronika Krenn.

Salzburg, 30. Juli 2017: Karin Henkel mit Gerhart Hauptmanns Rose Bernd

"Future is a fucking nightmare" steht in Frakturschrift auf der Bühne, und harte Sprache ist den Zukunftskämpfen der Figuren körperlich tief eingesickert in Karin Henkels Inzenierung von Rose Bernd. Inmitten: Lina Beckmann als potentielle Kindmörderin. Henkel und Beckmann – ein Dream-Team, mehr von Martin Pesl über den Abend.

Salzburg, 29. Juli 2017: Harold Pinters Die Geburtstagsfeier von Andrea Breth inszeniert 

Die Geburtstagsfeier ist natürlich gar keine. Die Sause, die Harold Pinter in seinem berühmten Stück veranstalten lässt, besteht aus roher Gewalt. Bei den Salzburger Festsielen hat die meisterliche Andrea Breth nun den existenziellen Abgründen des Dramas nachgespürt. Martin Pesl berichtet.

Bayreuth, 26. Juli 2017: Barrie Koskys Wagneranklage Die Meistersinger von Nürnberg

Barrie Kosky inszeniert Die Meistersinger von Nürnberg bei den Bayreuther Festspielen – als erster jüdischer Regisseur auf dem Grünen Hügel, wie er selbst betont. Im Vorfeld der Inszenierung ließ der Intendant der Komischen Oper Berlin keinen Zweifel an Richard Wagners Antisemitismus gelten. Auf dem Grünen Hügel stellt er den Komponisten nun sogar vor Gericht. Wolfgang Behrens berichtet.

Wien, 26. Juli 2017: Extremperformer Ivo Dimchev mit Avoiding deLIFEath Impulstanz

Ivo Dimchev ist Fotograf, Bildender Künstler, Tänzer, Sänger und Schauspieler. Bei Impulstanz lädt er zur Performance Avoiding deLIFEath ein, in deren Verlauf er sein Multitalent voll ausleben kann. Theresa Luise Gindlstrasser ist beeindruckt.

Avignon, 19. Juli 2017: Grensgeval (Borderline) beim Festival d'Avignon

In Elfriede Jelineks "Die Schutzbefohlenen" geht es um Grenzen, die Europas und die in den Köpfen und Herzen. In Grensgeval (Borderline), das im Mai am Toneelhuis Antwerpen herauskam und nun in Avignon zu sehen ist, reißen Guy Cassiers und Maud le Pladec zumindest die Genregrenzen ein. Mehr von Elisabeth Maier.

Wien, 19. Juli 2017: Jan Fabres Belgian Rules / Belgium Rules beim Festival ImPulsTanz

"Ceci n'est pas un pays", dass hier ist kein Land, postuliert Jan Fabre zu Beginn seines opulenten Bilderreigens Belgian Rules / Belgium Rules beim Festival Impultanz in Wien. Und zeigt böse-ironisch ein heutiges, postkoloniales Belgien voller Zitate und Verweise. Theresa Luise Gindlstrasser berichtet.

Avignon, 16. Juli 2017: Simon Stones Ibsen Huis

Ibsen ist der Sommertheaterautor der Stunde – und es werden ihm allerorten eigene Häuser gebaut. Nach Vegard Vinges "Nationaltheater Reinickendorf" in Berlin hat nun Simon Stone beim Festival d'Avignon sein Ibsen Huis errichtet – als Wohlstandsgefängnis, das, entzündet vom Lebens-Frust seiner Insassen, in Flammen aufgeht. Elisabeth Maier ist begeistert.

Wunsiedel, 15. Juli 2017: Michael Lerchenberg mit Bernhards Theatermacher

Als Thomas Bernhards Theatermacher verabschiedet sich Michael Lerchenberg als Intendant der Luisenburg Festspiele Wunsiedel. Wie sich Bernhards Künstlerkomödie und das Faktum von Lerchenbergs vorzeitiger Vertragsauflösung ineinander verschraubten, hat Andreas Thamm für uns mitverfolgt.

Stuttgart, 12. Juli 2017: Tanja Krones The European House Of Gambling

Sind Glücksspiel und Wettbewerb in egalitären Gesellschaften Mittel zum Ausgleich und zur Integration? So sagen Soziologen. Einer von ihnen hat Tanja Krone zu ihrem Stuttgarter The European House Of Gambling inspiriert. Für uns hat Steffen Becker im "Casino für alle" mitgespielt.

Berlin, 10. Juli 2017: Constanza Macras’ Reflexion über Selbstdarstellung The Pose

Ein Bilderbuch des Selfie-Zeitalters scheint die neue Inszenierung von Constanza Macras zunächst zu sein – sie heißt ja auch The Pose. Doch dann befreien sich Macras' Tänzer*innen vor der Kulisse der Berliner Akademie der Künste aus dem Selbstdarstellungszwang unter Schnappschussdruck und bekommen ihre Schatten zurück – mehr von Janis El-Bira.

Manchester, 9. Juli 2017: Thomas Ostermeier inszeniert D. Eribons Rückkehr nach Reims

Der französische Star-Soziologe Didier Eribon analysiert in Rückkehr nach Reims, warum sein einst kommunistisches Herkunftsmilieu mittlerweile rechts wählt. Thomas Ostermeier bringt das Buch mit Nina Hoss im Rahmen des Manchester International Festival zur Premiere. Und verblüfft unseren Autor. So einen Ostermeier hat Andrew Haydon noch nie gesehen. (In englischer Sprache)

Berlin, 7. Juli 2017: Das Nationaltheater Reinickendorf von Vinge/Müller

"Welcome to the Pleasure Dome" flackert außen in gelber Leuchtschrift. Innen schlagen Vinge Vegard und Ida Müller erst einmal ein Loch als Eingang in die aberwitzig Holzpappen-Konstruktion – Welcome to the Nationaltheater Reinickendorf. Vier Jahre hat es gedauert, bis Vinge/Müller endlich wieder die Theatertüren öffnen, und unter 12 Stunden machen sie es auch in ihrem Gesamtkunstwerk nicht. Mehr von Sophie Diesselhorst.

Berlin, 7. Juli 2017: Monypolo II von Prinzip Gonzo

Prinzip Gonzo sind zurück mit einer frischen Game-Theater-Tüftelei fürs Ballhaus Ost. Monypolo II entführt eine Gruppe Mitspieler in die nahe Zukunft. Ein globales Monopolunternehmen regiert die Märkte und die Politik. Aber die Firmenchefin ist verstorben. Jetzt wird ein neuer Führungskopf gesucht. Kannst Du das Ruder übernehmen? Gabi Hift hat mitgespielt.

Heidelberg, 3. Juli 2017: Bernadette Sonnenbichler zeigt Hesses Steppenwolf

Bernadette Sonnenbichler erklimmt Stück für Stück die Karriereleiter. Derzeit Hausregisseurin in Düsseldorf, wird sie ab nächster Spielzeit am Berliner Ensemble inszenieren. Vorher erarbeitet sie am Theater Heidelberg noch eine Adaption von Hermann Hesses Steppenwolf. Und brachte unseren Kritiker Steffen Becker fast auf dumme Gedanken.

Berlin, 2. Juli 2017: Der Internetchor von cobratheater.cobra im Theater an der Parkaue

Vorbei die Zeit, als das Internet schön und jung war. Nun schauen uns von dort die Fratzen des Hasses an. Das will cobratheater.cobra im Theater an der Parkaue ändern und lädt in einen Lichtenberger Park zu Internetchor. Die Vertreibung der Hass Wurst ein. Mehr von Julika Bickel.

Karlsruhe, 1. Juli 2017: Nowhere out von Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura

Die Verfolgung von Menschen wegen ihrer sexuellen Vorlieben und Identität machen Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura zum Thema. Nowhere out heißt die Produktion, die gestern in Karlsruhe Premiere hatte, just an dem Tag, da das Parlament in Berlin die "Ehe für alle" beschloss. Elisabeth Maier sah die Aufführung. 

Berlin, 1. Juli 2017: Die Mitmachinstallation Limits of Knowing

Immersion heißt der aktuelle Schwerpunkt der Berliner Festspiele, und das spartenübergreifend: Der Berliner Martin Gropius Bau lotet jetzt in Limits of Knowing zwischen Virtual Reality, multisensorischer Installation und Mitmach-Ausstellung die Grenzen zwischen bildender Kunst und Theater aus. Mehr von Elena Philipp.

Leipzig, 1. Juli 2017: Die Retrofuturisten spielen Kästners Konferenz der Tiere im Zoo

Die Konferenz der Tiere von Erich Kästner haben die Retrofuturisten um Roscha A. Säidow in den Leipziger Zoo verlegt. Matthias Schmidt besuchte die Erdmännchen und die Premiere.

München, 30. Juni 2017: Mateja Koležnik zeigt Tartuffe am Residenztheater

In Tartuffe gerät ein Patriarch unter den Einfluss eines Moralapostels und geht auf Abstand zu seiner lotterhaften Familie. Molières Stück gilt als Komödie. Am Residenztheater nimmt die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik den Stoff todernst – und gewinnt die Gunst von Petra Hallmayer.

Bochum, 30. Juni 2017: kainkollektiv erzählt am Schauspielhaus von Hagar

Bevor Abraham mit seiner Frau Sara einen legitimen Nachfolger zeugte, gebar ihm die Sklavin Hagar einen Sohn. Für Juden und Christen eher eine Nebenfigur, verehren Muslime diesen Ismael als Propheten. kainkollektiv untersuchen das religiöse Familienverhältnis. Sascha Westphal berichtet.

Berlin, 29. Juni 2017: Fassbinder, Faust and the Animists am Berliner HAU

In Rainer Werner Fassbinders Film "Warnung vor einer heiligen Nutte" von 1971 wartet eine Filmcrew auf Regisseur und Hauptdarsteller und lässt die Neurosen blühen. In Michel Laubs Fassbinder, Faust and the Animists spielen die Schauspieler am Hebbel am Ufer den Film nach, und zwar sowohl als Film wie live auf der Bühne. Eine höchst referentielles Spiel mit den Ebenen. Mit dabei: Sophie Diesselhorst

München, 28. Juni 2017: Die Aktion Scholl 2017 vom Zentrum für politische Schönheit

Seit Anfang der Woche geht das Zentrum für politische Schönheit um in München – im Auftrag der Kammerspiele suchen die Berliner Aktionskünstler "Hans und Sophie Scholl 2017" und haben dafür eine Kampagne der bayerischen Landesregierung gefaket, was für Empörung sorgt – unter anderem bei der Münchner Presse. Mehr von Philipp Bovermann.

Köln, 26. Juni 2017: Germany Year 2071, ein Film des Nature Theater of Oklahoma

Es wird viel Angst gehabt dieser Tage – aber wovor haben wir denn wirklich, alle, Angst? Fragte das Nature Theater of Oklahoma sich und trommelte in Berlin und Köln eine Menge Laiendarsteller zusammen um einen Sci-Fi-Film zu drehen. Beim Impulse Festival feierte Germany Year 2071 Premiere – Dorothea Marcus (die auch mitspielt) hat ihn gesehen.

München, 25. Juni 2017: Tiefer Schweb von Christoph Marthaler in den Kammerspielen

Unglaubliche 15 Jahre hat Christoph Marthaler nicht in München gearbeitet. Nun ist er wieder da, an den Kammerspielen, mit dem so tiefen wie schwebenden Marthaler-Abend Tiefer Schweb, der uns an den tiefsten Punkt des Bodensees entführt. Und siehe, die Herzen öffnen sich, jedenfalls das unseres Berichterstatters Christian Rakow.

Coburg, 25. Juni 2017: Thorsten Schilling inszeniert Wallenstein

Vom Schnürboden tropft es beständig in Thorsten Schillings Inszenierung des Wallenstein. Und auch sonst gelingt der Abend um Staatsräson und Kriegsschuld detailliert wirkungsvoll, findet Christian Muggenthaler.

Essen, 25. Juni 2017: Das Leben des Galilei, inszeniert von Konstanze Lauterbach

Eine verständliche Geschichte, mit vielfältigen, lebendigen Mitteln erzählt – wird so ein Ereignis aus Brechts Gelehrtenstück Das Leben des Galilei? Gerhard Preußer hat Konstanze Lauterbachs Essener Inszenierung gesehen.

Berlin, 24. Juni 2017: Lange Nacht der Autor*innen am Deutschen Theater

Gestern feierten die Gewinnerinnen der Autorentheatertage die Uraufführungen ihrer Stücke. Afsane Ehsandar, Yade Yasemin Önder und Sivan Ben Yishai sorgten für einen starken Jahrgang. Aus dem Deutschen Theater berichtet Gabi Hift. Das ganze Programm des Festivals mit vielen Nachtkritiken finden Sie hier.

München, 23. Juni 2017: Ersan Mondtag mit Das Erbe an den Münchner Kammerspielen

Beate Zschäpe ist schwanger. Im Weltraum. Ersan Mondtag ist bekannt für eigenwillige, hochartifizielle Inszenierungen. Ausgehend vom NSU-Komplex stößt er nun mit Das Erbe in die unendlichen Weiten des kulturellen Erbes vor. Aus den Münchner Kammerspielen berichtet Willibald Spatz.

Mannheim, 23. Juni 2017: Second Exile von Oliver Frljić bei den Schillertagen

Anfang der 1990er floh Oliver Frljić von Bosnien-Herzegowina nach Kroatien. Letztes Jahr wurde er dort aus seinem Amt als Intendant des Nationaltheaters gedrängt, und ging ins deutsche Exil. In Second Exile verarbeitet er bei den Mannheimer Schillertagen seine eigene Geschichte. Michael Laages berichtet.

Mannheim, 21. Juni 2017: Eröffnung der Schillertage mit dem Demetrius-Fragment

Schiller zu den Schillertagen in Mannheim! Tobias Rausch und Aljoscha Begrich haben sich das Demetrius-Fragment vorgenommen und Schillers Figuren in bunten Gewändern aus der Revolutionsgeschichte auf ein Schachbrett gestellt. Recherchetheatermacher, die sie sind, haben sie Schillers Worten außerdem dokumentarisches Material beigegeben. Zur Überforderung von Harald Raab.

Mainz, 18. Juni 2017: Jan-Christoph Gockel inszeniert Meister und Margarita

Jan-Christoph Gockel bearbeitet am Staatstheater Mainz einen großen Roman des 20. Jahrhunderts: Michail Bulgakows Meister und Margarita. Bulgakow bediente sich eifrig bei Goethes Faust für seine Satire über die frühe Sowjetunion. In Mainz tobt nun ein teuflisches Ensemble über die Bühne. Alexander Jürgs ist beeindruckt.

Wiesbaden, 18. Juni 2017: Es begab sich aber zu der Zeit von Thomas Jonigk

Ein Blinder wird geheilt, Jesus in eine Zwangsjacke gesteckt. Mit der Uraufführung seines neuen Stücks Es begab sich aber zu der Zeit sucht Thomas Jonigk am Staatstheater nach göttlichen Antworten auf allzu menschliche Fragen. Shirin Sojitrawalla berichtet.

Mannheim, 17. Juni 2017: Signa mit Das Heuvolk bei den Schillertagen

Signa mal wieder ganz bei sich: "Da liegt eine Frau mit entblößtem Unterkörper...". Warum nur? Zum Zwecke der Anbetung eines Sekten-Gurus. Das Heuvolk nennt sich die Arche-Noah-Fantasie der dänisch-österreichischen Intallationstheater-Pioniere bei den Schillertagen in Mannheim. Was das frivole Treiben soll? Alexander Kohlmann klärt auf.

Dresden, 17. Juni 2017: Rimini Protokoll fragt mit Nachlass nach den letzten Dingen

Im neuesten Projekt der Gruppe drüfen dürfen Besucher durch acht Zimmer spazieren und in Hinterlassenschaften von Toten kramen. Worin man da wühlt, weiß Tobias Prüwer.

Zürich, 17. Juni 2017: Volker Hesse öffnet die Akte Zwingli im Großmünster Zürich

Deutschland feiert Luther. Und die Schweiz zieht nach mit ihrem Reformator Huldrych Zwingli. Regisseur Volker Hesse inszeniert sein Wirken in Akte Zwingli mit achtzig Darstellern im Großmünster Zürich. Mehr über das Event von Valeria Heintges.

Essen, 16. Juni 2017: Magz Barrawasser erzählt vom Punk Gebet in Pussy Riots

Mit einem Punk-Gebet erreichte die Gruppe Pussy Riot weltweite Berühmtheit. Ihr Gerichtsprozess und die anschließende Lagerhaft schädigte das Ansehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Am Schauspiel Essen bringt Magz Barrawasser die Geschichte der drei Frauen auf die Bühne. Friederike Felbeck berichtet.

Wien, 15. Juni 2017: Lady Eats Apple bei den Wiener Festwochen

Die inklusive Sündenfall-Performance Lady Eats Apple vom australischen Back to Back Theatre um Bruce Gladwin läuft jetzt bei den Wiener Festwochen. Zuvor war das Gastspiel beim Festival "Theater der Welt" in Hamburg zu sehen. Einen besonderen Abend in intensiver ästhetischer Reduktion erlebte Nachtkritikerin Katrin Ullmann dort.

Hannover, 14. Juni 2017: Mare Nostrum bei den Theaterformen

Die mexikanische Regisseurin Laura Uribe gastiert beim Festival Theaterformen in Hannover mit ihrer Produktion Mare Nostrum – benannt nach der Marine-Mission, die Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten sollte. Es ist ein wütender Abend über Flucht und Gewalt. Jan Fischer berichtet.