tieferschweb1 280 Thomas aurin u"Tiefer Schweb" © Thomas Aurin

München, 25. Juni 2017

Im Randständigen das Wesen

Unglaubliche 15 Jahre hat Christoph Marthaler nicht in München gearbeitet. Nun ist er wieder da, an den Kammerspielen, mit dem so tiefen wie schwebenden Marthaler-Abend Tiefer Schweb, der uns an den tiefsten Punkt des Bodensees entführt. Und siehe, die Herzen öffnen sich, jedenfalls das unseres Berichterstatters Christian Rakow.

Coburg, 25. Juni 2017. Vom Schnürboden tropft es beständig in Thorsten Schillings Inszenierung des Wallenstein. Und auch sonst gelingt der Abend um Staatsräson und Kriegsschuld detailliert wirkungsvoll, findet Christian Muggenthaler.

Essen, 25. Juni 2017. Eine verständliche Geschichte, mit vielfältigen, lebendigen Mitteln erzählt – wird so ein Ereignis aus Brechts Gelehrtenstück Das Leben des Galilei? Gerhard Preußer hat Konstanze Lauterbachs Essener Inszenierung gesehen.

Hamburg, 25. Juni 2017. Noch bis heute Abend laufen an verschiedenen Hamburger Spielstätten die Privattheatertage. Alle eingeladenen Produktionen finden Sie hier gelistet.

Berlin, 24. Juni 2017. Lange Nacht der Autor*innen am Deutschen Theater

Gestern feierten die Gewinnerinnen der Autorentheatertage die Uraufführungen ihrer Stücke. Afsane Ehsandar, Yade Yasemin Önder und Sivan Ben Yishai sorgten für einen starken Jahrgang. Aus dem Deutschen Theater berichtet Gabi Hift. Das ganze Programm des Festivals mit vielen Nachtkritiken finden Sie hier.

München, 23. Juni 2017. Ersan Mondtag mit Das Erbe an den Münchner Kammerspielen

Beate Zschäpe ist schwanger. Im Weltraum. Ersan Mondtag ist bekannt für eigenwillige, hochartifizielle Inszenierungen. Ausgehend vom NSU-Komplex stößt er nun mit Das Erbe in die unendlichen Weiten des kulturellen Erbes vor. Aus den Münchner Kammerspielen berichtet Willibald Spatz.

Mannheim, 23. Juni 2017. Second Exile von Oliver Frljić bei den Schillertagen

Anfang der 1990er floh Oliver Frljić von Bosnien-Herzegowina nach Kroatien. Letztes Jahr wurde er dort aus seinem Amt als Intendant des Nationaltheaters gedrängt, und ging ins deutsche Exil. In Second Exile verarbeitet er bei den Mannheimer Schillertagen seine eigene Geschichte. Michael Laages berichtet.

Mannheim, 21. Juni 2017: Eröffnung der Schillertage mit dem Demetrius-Fragment

Schiller zu den Schillertagen in Mannheim! Tobias Rausch und Aljoscha Begrich haben sich das Demetrius-Fragment vorgenommen und Schillers Figuren in bunten Gewändern aus der Revolutionsgeschichte auf ein Schachbrett gestellt. Recherchetheatermacher, die sie sind, haben sie Schillers Worten außerdem dokumentarisches Material beigegeben. Zur Überforderung von Harald Raab.

Mainz, 18. Juni 2017: Jan-Christoph Gockel inszeniert Meister und Margarita

Jan-Christoph Gockel bearbeitet am Staatstheater Mainz einen großen Roman des 20. Jahrhunderts: Michail Bulgakows Meister und Margarita. Bulgakow bediente sich eifrig bei Goethes Faust für seine Satire über die frühe Sowjetunion. In Mainz tobt nun ein teuflisches Ensemble über die Bühne. Alexander Jürgs ist beeindruckt.

Wiesbaden, 18. Juni 2017: Es begab sich aber zu der Zeit von Thomas Jonigk

Ein Blinder wird geheilt, Jesus in eine Zwangsjacke gesteckt. Mit der Uraufführung seines neuen Stücks Es begab sich aber zu der Zeit sucht Thomas Jonigk am Staatstheater nach göttlichen Antworten auf allzu menschliche Fragen. Shirin Sojitrawalla berichtet.

Mannheim, 17. Juni 2017. Signa mit Das Heuvolk bei den Schillertagen

Signa mal wieder ganz bei sich: "Da liegt eine Frau mit entblößtem Unterkörper...". Warum nur? Zum Zwecke der Anbetung eines Sekten-Gurus. Das Heuvolk nennt sich die Arche-Noah-Fantasie der dänisch-österreichischen Intallationstheater-Pioniere bei den Schillertagen in Mannheim. Was das frivole Treiben soll? Alexander Kohlmann klärt auf.

Dresden, 17. Juni 2017. Rimini Protokoll fragt mit Nachlass nach den letzten Dingen

Im neuesten Projekt der Gruppe drüfen dürfen Besucher durch acht Zimmer spazieren und in Hinterlassenschaften von Toten kramen. Worin man da wühlt, weiß Tobias Prüwer.

Zürich, 17. Juni 2017. Volker Hesse öffnet die Akte Zwingli im Großmünster Zürich

Deutschland feiert Luther. Und die Schweiz zieht nach mit ihrem Reformator Huldrych Zwingli. Regisseur Volker Hesse inszeniert sein Wirken in Akte Zwingli mit achtzig Darstellern im Großmünster Zürich. Mehr über das Event von Valeria Heintges.

Essen, 16. Juni 2017: Magz Barrawasser erzählt vom Punk Gebet in Pussy Riots 

Mit einem Punk-Gebet erreichte die Gruppe Pussy Riot weltweite Berühmtheit. Ihr Gerichtsprozess und die anschließende Lagerhaft schädigte das Ansehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Am Schauspiel Essen bringt Magz Barrawasser die Geschichte der drei Frauen auf die Bühne. Friederike Felbeck berichtet.

Wien, 15. Juni 2017: Lady Eats Apple bei den Wiener Festwochen

Die inklusive Sündenfall-Performance Lady Eats Apple vom australischen Back to Back Theatre um Bruce Gladwin läuft jetzt bei den Wiener Festwochen. Zuvor war das Gastspiel beim Festival "Theater der Welt" in Hamburg zu sehen. Einen besonderen Abend in intensiver ästhetischer Reduktion erlebte Nachtkritikerin Katrin Ullmann dort.

Hannover, 14. Juni 2017: Mare Nostrum bei den Theaterformen

Die mexikanische Regisseurin Laura Uribe gastiert beim Festival Theaterformen in Hannover mit ihrer Produktion Mare Nostrum – benannt nach der Marine-Mission, die Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten sollte. Es ist ein wütender Abend über Flucht und Gewalt. Jan Fischer berichtet.

Dresden, 12. Juni 2017. Peter Handkes Die Stunde da wir ... auf dem Theaterplatz

Es wurde ja auch einmal Zeit. Seit Jahr und Tag befand sich der schönste Platz der Hauptstadt von Sachsen in der Hand pöbelnder Hetzer. Jetzt haben sich Bürger*innen – naturgemäß für Dresden: vom Theater organisierte Bürger*innen – den öffentlichen Raum zurückgeholt. Mit Peter Handkes Die Stunde da wir nichts voneinander wußten. Lukas Pohlmann hat zugesehen.

Stuttgart, 11. Juni 2017: Arsen und Spitzenhäubchen am Schauspiel

Reichlich Leichen im Keller, und ein Rezensent, der den Verstand verliert. Arsen und Spitzenhäubchen ist der ultimative Saisonfinal-Spaß. In Stuttgart mixt sich Jan Bosse aus Joseph Kesselrings schwarzem Komödienklassiker einen Abend mit normalen Irren und irren Normalos. Steffen Becker war auf Verriss gepolt, aber...

Düsseldorf, 11. Juni 2017: Arthur Millers Hexenjagd im Schlachthaus

Arthur Millers Hexenjagd aus den USA der McCarthy-Ära kommt immer auf, wenn Irrationalität und Verfolgungswahn öffentliche Debatten dominieren. Jetzt hat es am Schauspielhaus Evgeny Titov inszeniert. Unser Augenzeuge ist Andreas Wilink.

Hannover, 11. Juni 2017: De-Apart-Hate und Portrait of myself ... bei den Theaterformen

Alles Regie-Frauen und Kollektive bei den Theaterformen 2017. Mamela Nyamza verhandelt Regenbogen-Identität in De-Apart-Hate; Nora Chipaumire untersucht Männlichkeitsbilder in Portrait of myself as my father. Jan Fischer berichtet.

Mainz, 11. Juni 2017: Katja Brunners Hildegard-v.Bingen-Meditation Ich schlief mit Gott

Die mittelalterliche Mystikerin Hildegard von Bingen ist eine feministische Kultfigur. Das Theater Mainz hat Katja Brunner auf sie angesetzt, Marco Štorman das Werk Ich schlief mit Gott uraufgeführt und Grete Götze zugeschaut.

Aachen, 11. Juni 2017: Michel Houellebecqs Unterwerfung mit Symphoniechor

Michel Houellebecqs Unterwerfung ist der meistgespielte neue Roman auf deutschen Bühnen. Am Theater Aachen setzt ihn Ewa Teilmans nun mit großem Symphoniechor und drei Schauspieler*innen in Szene. Martin Krumbholz sah und hörte zu.

Berlin, 10. Juni 2017: René Pollesch verabschiedet sich mit Dark Star von der Volksbühne

Beach Boys aufs Ohr, Martin Wuttke ins Cockpit, Diedrich Diederichsen, Donna Haraway, bitte anschnallen, Raumkapsel auf Start: Und Abflug! Autor und Regisseur René Pollesch rast mit seiner letzten Premiere am Rosa-Luxemburg-Platz noch einmal quer durch den Orbit der Volksbühne: Dark Star. Simone Kaempf war mit auf dem Höhenflug.

Hamburg, 10. Juni 2017: Ivo van Hoves preisgekrönter Blick von der Brücke

Ivo van Hove mit Arthur Millers Klassiker Blick von der Brücke: In London produziert, in New York ausgezeichnet, nach Paris übertragen und auf Französisch beim Festival "Theater der Welt" in Hamburg aufgeführt, wo Stefan Schmidt die Arbeit in Empfang nahm.

Recklinghausen, 10. Juni 2017: Andreas Kriegenburg mit Canetttis Hochzeit

Bei den Ruhrfestspielen haben Andreas Kriegenburg und das Deutsche Theater Berlin eine Inszenierung krachend gegen die Wand gefahren: Elias Canettis Hochzeit. Wie konnte es so weit kommen, fragt sich entgeistert Stefan Keim.

Wien, 10. Juni 2017: Traiskirchen. Das Musical von Die schweigende Mehrheit sagt JA

Jüngst wurde eine seiner Produktionen von Rechten gestürmt. Jetzt wehrt sich das Kollektiv Die schweigende Mehrheit sagt JA auf seine Weise: mit Traiskirchen, ein Musical zur Flüchtlingspolitik. Eva Biringer sah es bei den Wiener Festwochen.

Nürnberg, 9. Juni 2017: Das Rechercheprojekt Ein Fest für Atatürk am Staatstheater

Um die türkische Republik steht es zurzeit schlecht, der autokratische Druck wächst. Anlass, sich schon einmal Gedanken zu machen, wie demächst die Hundertjahrfeier zur Republiksgründung unter Mustafa Kemal Atatürk 1923 aussehen könnte. Das Rechercheprojekt Ein Fest für Atatürk um Friederike Engel und Akin Isletme macht sich an die Arbeit und Dieter Stoll berichtet.

Berlin, 9. Juni 2017: Jan Bosses Die Welt im Rücken gastiert in Berlin

Am Deutschen Theater Berlin gastierte Joachim Meyerhoffs furioses Thomas-Melle-Solo Die Welt im Rücken in der Regie von Jan Bosse. Von der Premiere im Akademietheater Wien berichtete Eva Biringer.

Hamburg, 8. Juni 2017: Burning Doors vom Belarus Free Theatre bei "Theater der Welt"

Demütigungen und Folter im Gefängnis? Die Erfahrungen der "Pussy Riot"-Aktivistin Maria Alyokhina und des russischen Aktionskünstlers Pjotr Pawlenski sind in Burning Doors des weissrussischen Belarus Free Theatres eingeflossen. Ein Abend, der beim Festival "Theater der Welt" deutlich heraussticht, findet Katrin Ullmann.

Bregenz, 8. Juni 2017: Ich glaube vom aktionstheater ensmble

Die Gruppe aktionstheater ensemble um den Regisseur Martin Gruber hatte es beim nachtkritik-Theatertreffen 2017 in die Top Ten geschafft. Nun hat Ich glaube bei den Bregenzer Festspielen Premiere, ein spielerischer Abend über die Benutzbarkeit von Religion und Weltanschauung. Mehr von Petra Nachbaur.

Bremerhaven, 8. Juni 2017: Das Post-1945-Rechercheprojekt Wiedergewonnenes

Zum Auftakt des Bremerhavener Festivals "Odyssee Europa" zeigt der polnische Performer Ludomir Franczak seine Arbeit Odzyskane / Wiedergewonnenes. Es ist eine Recherche über Deutsche, die nach 1945 in Polen zurückblieben. Tim Schomacker berichtet.

Hamburg, 6. Juni 2017: Brett Baileys Sanctuary bei "Theater der Welt"

Was ist die Festung Europa? Brett Bailey, der mit seinen lebenden Bildern in "Exhibit B" die europäische Kolonialvergangenheit thematisierte, baut aus ihnen in Sanctuary ein Labyrinth, das wie ein Heiligtum wirkt, in dem dann aber doch nur der Minotaurus lauert. Ein Gang ins Herz der Finsternis voller lebender Bilder, unspektakulär, un-neu. Dennoch ist Michael Laages nachhaltig beeindruckt.

Wien, 5. Juni 2017: Jonathan Meeses Mondparsifal Alpha 1-8

Letzten Sommer hätte er in Bayreuth inszenieren sollen, dann wurde es den Wagners auf dem Grünen Hügel aber doch zu heiß. Jetzt holt Jonathan Meese bei den Wiener Festwochen nach mit einer maßgeschneiderten Wagner-Überschreibung von Bernhard Lang: Mondparsifal Alpha 1-8. Es treten auf: Musik, die "in die Zukunft ballert", Figuren, die man nicht erkennt, Meese selbst – mehr von Eva Biringer.

Oldenburg, 5. Juni 2017: Matthias Kaschig inszeniert Die Netzwelt

Wo sind die Grenzen unserer Persönlichkeit, wenn wir uns vor allem im Cyberspace aufhalten? Brauchen wir eine Moral für Avatare? Solchen Fragen geht Jennifer Haleys Stück Die Netzwelt nach, das Matthias Kaschig am Oldenburgischen Staatstheater inszeniert hat – Jens Fischer berichtet.

Dortmund, 4. Juni 2017: Nach Manila von Moritz Riesewieck/Laokoon

Um die Müllabfuhr des Internet geht es in Nach Manila, einem Dokumentartheaterabend der Gruppe Laokoon – im Megastore des Schauspiel Dortmund machen Moritz Riesewieck und Co. die Lebenswelt der Menschen, die auf den Philippinen Gewaltbilder aus der Facebook-Welt tilgen, nachvollziehbar, findet Friederike Felbeck.

Berlin, 4. Juni 2017: Marius von Mayenburg macht Peng

 Ein Riesenbaby auf Weltherrschafts-Kurs – nein, nicht Trump, sondern Peng, Protagonist von Marius von Mayenburgs neuem Stück. Aber um Trump geht es auch in dieser Tour durchs Jammertal Weltpolitik. Die Uraufführung in der Schaubühne sah Michael Wolf.

Memmingen, 4. Juni 2017: satellit Produktion denken zu Pfingsten nach über Glauben

Noch mehr Trump – das Programmheft von satellit Produktion zitiert Ivanka: "Wenn jemand an etwas glaubt, ist das wichtiger, als dass es wirklich wahr ist." Komplizierte Sache also mit dem Glauben und Stoff genug für eine Religionssatire. Oder, Steffen Becker?

Hamburg, 3. Juni 2017: Lady Eats Apple vom Back To Back Theatre bei Theater der Welt

Das Ensemble des Back To Back Theatre besteht aus Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen. Beim Festival Theater der Welt packen die Truppe aus Australien und ihr Regisseur Bruce Gladwin die ganz großen Themen an. In Lady Eats Apple geht es um Adam und Eva, um Liebe und den Tod. Katrin Ullmann ist beeindruckt.

Bielefeld, 3. Juni 2017: Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit

Kennt jeder Erwachsene. Hat jede schon mal gehabt. Liebe. Eine schwere Krankheit. Im Kopf. An der Seele auch. Außerdem geht es um Sex. Klar, dass da welche Stücke drüber machen. Johann Buchholz hat einen Reigen geschrieben Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit. Die Uraufführung war in Bielefeld, im Publikum saß Karin E. Yeşilada.

Bern, 3. Juni 2017: Elia Redigers gesungene Utopie Oh Boyoma

Der Musiker und Berner Hausautor Elia Rediger errichtet einen auf Vergessen aufgebauten, utopischen Staat. Im Kongo. Abgeschnitten vom Rest der Welt. Die Verfassung ist in 387 Strophen gegossen. Singbar, Oh Boyoma. In Bern liegt der Kongo im Gasthof Heitere Fahne. Wie's dort zuging, berichtet Claude Bühler.  

Regensburg, 3. Juni 2017: Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine nach Alfred Döblin

Alfred Döblins Roman Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine handelt vom Anbruch der kapitalistischen Moderne. Hannes Weiler adaptiert den Stoff am Theater Regensburg mit viel Sinn für den Irrsinn. Christian Muggenthaler berichtet.

Berlin, 2. Juni 2017: Ein schwaches Herz, Frank Castorf sagt Adé mit Dostojewski

Aus! Vorbei! Frank Castorf präsentiert seine letzte Inszenierung in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Ein schwaches Herz nach Fjodor M. Dostojewski (mit Zusatzanteilen von Michail A. Bulgakow) war als kleine Arbeit angekündigt. Es wurden dann aber doch vier Stunden. Christian Rakow versank ein letztes Mal im Sitzsack.

Recklinghausen, 2. Juni 2017: Tod für eins achtzig Geld bei den Ruhrfestspielen

Mit Tod für eins achtzig Geld hat Kleist-Förderpreisträgerin Franziska vom Heede ein wucherndes Stück geschrieben, für dessen Uraufführung bei den Ruhrfestspielen Nick Hartnagel und seine Bühnenbildnerin Tine Becker einen kongenialen Bühnenraum erfunden haben. Sascha Westphal ist beeindruckt.

Wien, 2. Juni 2017: Die selbsternannte Aristokratie bei den Wiener Festwochen

Bei den Wiener Festwochen nehmen sich Monika Gintersdorfer und ihre Gruppe La Fleur mit Die selbsternannte Aristokratie den Romancier Honoré de Balzac vor. Martin Pesl berichtet.

München, 2. Juni 2017: Kreise / Visionen von Joël Pommerat am Residenztheater

700 Jahre Menschheitshistorie, acht Geschichten, 64 Figuren – Joël Pommerats Stück Kreise/Visionen ist schon eine Herausforderung. Am Münchner Marstall hat Tina Lanik sie auf clowneske Weise angenommen, wie Sabine Leucht zu berichten weiß.

Wien, 1. Juni 2017: Ivo van Hoves Obsession-Adaption bei den Wiener Festwochen

Mit Hollywoodstar Jude Law in der Hauptrolle adaptiert Regisseur Ivo van Hove erneut einen Visconti-Film: Obsession. Besessenheit, Begierde und Leidenschaft stehen also auf dem Spielplan der Wiener Festwochen. Gabi Hift berichtet.

Recklinghausen, 31. Mai 2017: Der Mann ... bei den Ruhrfestspielen

In China muss man sich das mit der Kunst vermutlich so ähnlich vorstellen wie in der DDR: Was sich nicht sagen lässt, muss man zwischen die Zeilen packen. So wie Li Jianjun in Der Mann, der hoch zum Himmel fliegt bei den Ruhrfestspielen – ein Bilderreigen der müden, gebrochenen Gestalten in ihren ritualisierten Handlungen. Mehr von Cornelia Fiedler.

Wien, 30. Mai 2017: Agora, erdacht von Robert Misik und Milo Rau

Wir müssen reden, befand der Journalist Robert Misik und hat mit Milo Rau ein Debattenformat entwickelt, das nun bei den Wiener Festwochen herausgekommen ist: Agora, nach dem demokratischen Mittelpunkt der antiken Polis benannt. In Ausgabe 1 debattierten u.a. die Philosophin Chantal Mouffe und der Politikchef der Kronenzeitung Claus Pándi. Demokratie- oder Showtime, Leopold Lippert?

Hamburg, 29. Mai 2017: Valentin von Herbert Fritsch am Schauspielhaus

Da haben sich zwei gefunden, scheint's: Karl Valentin und Herbert Fritsch. "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit", sagt der eine, und der andere lässt den Satz singen und s(ch)wingen. Ob Fritschs Valentin-Hommage am Schauspielhaus bei aller gebotenen Arbeit dann auch große Kunst abwarf, sagt Jens Fischer.

Ludwigshafen, 29. Mai 2017: Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann

Am Theater im Pfalzbau lief gestern Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann, das Ulrike Gondorf bei der Premiere in Essen sah.

Hamburg, 28. Mai 2017: Kornél Mundruczó lässt Hauptmanns Weber am Thalia trommeln

Armut – made in Germany. Kornél Mundruczó bringt nicht nur Gerhart Hauptmanns Die Weber, sondern auch die Zweiklassengesellschaft ins Thalia Theater Hamburg. Auf einer dekadenten Bühne darbt und prasst das Ensemble um die Wette. Christian Rakow berichtet.

Hamburg, 27. Mai 2017: Der Tanzabend 500 Meters bei Theater der Welt

Vor drei Dekaden rief Ivan Nagel den Tanz zur interessantesten Gegenwartskunst aus. Der Ruf verstärkt sich. Zur Eröffnung von "Theater der Welt" gibt's Tanz, Tanz, Tanz. Heute von der chinesischen Kompagnie Paper Tiger Theater Studio, die sich in 500 Meters Franz Kafkas "Beim Bau der Chinesischen Mauer" vornimmt. Thomas Rothschild berichtet.

Recklinghausen, 27. Mai 2017: Oliver Bukowskis Letzte Menschen, Ruhrfestspiele

Oliver Bukowski sucht mit Letzte Menschen nach Spuren von Rudi Dutschke im linken Idealismus der Gegenwart. Wie die Uraufführung von Axel Krauße mit dem Zimmertheater Tübingen bei den Ruhrfestspielen ausfiel, weiß Martin Krumbholz.

Recklinghausen, 26. Mai 2017: Lars-Ole Walburg adaptiert Philipp Winklers Roman Hool

Philipp Winklers Hool erzählt packend aus der Szene gewaltsüchtiger Hooligans. Die Protagonisten sind Fans des Clubs Hannover 96. Lars-Ole Walburg, Hannovers Schauspielintendant, hat den Roman nun erstmals für die Bühne adaptiert. Von der Premiere bei den Ruhrfestspielen berichtet Friederike Felbeck.

Hamburg, 26. Mai 2017: Lemi Ponifasios Gabe der Kinder bei Theater der Welt

Das Festival Theater der Welt eröffnet mit Lemi Ponifasios Die Gabe der Kinder. Für das Projekt wurde eigens eine Lagerhalle zweckentfremdet. Was das Bühnengeschehen mit Horst Wessel zu schaffen hat, erklärt Thomas Rothschild.

Köln, 25. Mai 2017: Ayad Akhtars Geächtet am Schauspiel Köln

Ein pakistanischer Anwalt versuchte alles, um in der US-Amerikanischen Gesellschaft anzukommen. Er legt Herkunft und Religion ab, doch am Ende bleibt er Außenseiter. Ayad Akhtars Geächtet ist derzeit ein Dauerbrenner auf den Bühnen. Nun inszeniert auch Stefan Bachmann das Stück am Schauspiel Köln. Sascha Westphal ist hingerissen.

Recklinghausen, 25. Mai 2017: Berlin Alexanderplatz bei den Ruhrfestspielen

Sebastian Hartmanns düstere Adaption von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz war gestern bei den Ruhrfestspielen zu sehen. Hartmut Krug besuchte im letzten Jahr die Premiere am Deutschen Theater Berlin.

Wien, 25. Mai 2017:  Während ich wartete bei den Wiener Festwochen

Mohammad Al Attars Stück Während ich wartete erzählt den syrischen Bürgerkrieg als Familiengeschichte. Omar Abusaad Inszenierung gastierte gestern bei den Wiener Festwochen. Michael Laages sah sie schon letztes Jahr beim Braunschweiger Festival Theaterformen.

Frankfurt, 25. Mai 2017: Evening at the Talk House am Schauspiel Frankfurt

Johanna Wehners Inszenierung von Wallace Shawns bitterer Dystopie Evening at the Talk House wechselte gestern ans Schauspiel Frankfurt. Bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen saß vor zwei Wochen Sascha Westphal in der Premiere.

Berlin, 22. Mai 2017: Auerhaus von Bov Bjerg am Deutschen Theater Berlin

Auerhaus ist so etwas wie ein Theaterstoff der Stunde. Die Geschichte von Frieder, der am Ende auch von seinen Freunden nicht im Leben zu halten war, beschäftigt die Fantasie der Spielemacher. Am Deutschen Theater Berlin hat Nora Schlocker die Erzählstimmen des Romans vervielfacht. Sophie Diesselhorst ist sehr angetan.

Coburg, 25. Juni 2017. Vom Schnürboden tropft es beständig in Thorsten Schillings Inszenierung des Wallenstein. Kleine Wassertropfen fallen in einen Metalleimer, und auch sonst gelingt der Abend um Staatsräson und Kriegsschuld sehr wirkungsvoll, findet Christian Muggenthaler.