Atlas2 280 ArminSmailovic h"Atlas der Angst" © Armin Smailovic

Hamburg, 23. April 2017

Angst sells

Alle haben Angst – ob vor Donald Trump oder Kim Jong-uns Raketen, ob vorm Klimawandel oder seiner Leugnung, ob vor rassistischen Übergriffen oder einer Islamisierung des Abendlandes. Wie funktionieren diese Ängste, wie hängen sie zusammen? Armin Smailovic und Dirk Gieselmann haben recherchiert, Gernot Grünewald versammelt ihre Eindrücke am Thalia Theater zu einem Atlas der Angst. Stefan Schmidt hat darin geblättert.

Münster, 23. April 2017. Stefan Otteni verlegt Joël Pommerats derzeit viel gespieltes Stück Revolution #1 – Wir schaffen das schon am Vorabend der französischen Präsidentschaftswahlen in einen Parlamentssaal. Und erntet dafür Standing Ovations, berichtet Kai Bremer.

Dresden, 23. April 2017. Gleich in drei Sprachen inszeniert Armin Petras seine Theaterfassung des Romans Der Scheiterhaufen von György Dragomán. Auf Ungarisch in Budapest, auf Rumänisch in Sibiu, zunächst aber auf Deutsch in Dresden. Dort sah die Inzenierung Kornelius Friz.

Berlin, 23. April 2017. An der Komischen Oper feiert sie Triumphe, jetzt ist die große Schauspielerin Dagmar Manzel an ihr Stammhaus, das Deutsche Theater zurückgekehrt und spielt Beckett. Der Filmregisseur Christian Schwochow hat Glückliche Tage inszeniert, Georg Kasch sah die opening night. 

Köln, 22. April 2017: Sprengkörperballade von Magdalena Schrefel uraufgeführt

Drei Frauenpaare lässt die Autorin Magdalena Schrefel in ihrem Stück an Einsamkeit verzweifeln und nennt das Ganze Sprengkörperballade, vielleicht weil es doch noch ein bisschen Hoffnung gibt? Zumindest legt Andrea Imlers Uraufführung am Schauspiel Köln das nah – die Stefan Keim mit einem Sinn für Zwischentöne beeindruckt hat. 

Mülheim an der Ruhr, 22. April 2017: Peur(s) – Angst von Jalila Baccar und Fadhel Jaïbi

Peur(s) - Angst heißt das neue Stück von Jalila Baccar und Fadhel Jaïbi, den international renommierten Theatermacher*innen aus Tunesien. Roberto Ciullis Theater an der Ruhr zeigt das Angststück zum Auftakt seiner Reihe Theaterlandschaft Mittelmeer 2016 / 2017. Sascha Westphal war bei der Premiere.

Graz, 22. April 2017: András Dömötör inszeniert F. Schmalz' Der thermale Widerstand

Der thermale Widerstand, jetzt auch in Österreich. András Dömötör hat das Stück von Ferdinand Schmalz am Schauspiel Graz inszeniert – genial geplanscht oder dumpf verdampft, Reinhard Kriechbaum?

Köln, 22. April 2017: Der siebte Kontinent, eine Müll-Recherche von Jan-Christoph Gockel

Jan-Christoph Gockel ist mit seinem Produktionsteam nach Hawai gereist, zur größten Mülldeponie der Erde. Der siebte Kontinent heißt das Ergebnis, im Theater im Bauturm zu Köln uraufgeführt, Cornelia Fiedler hat es sich angesehen.   

Wien, 21. September 2017: Uraufführung von Blei von Ivna Žic am Schauspielhaus

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs ereignete sich an der österreichisch-slowenischen Grenze ein Massaker. Bleiburg heißt der Ort, und Blei das Stück von Ivna Žic, deren Großvater den Schrecken überlebte, aber nie davon erzählte, weshalb Žic die Geschichte recherchiert hat. Das Ergebnis im Schauspielhaus Wien sah Veronika Krenn.

Hamburg, 21. April 2017: Portrait explosiv von Branko Šimić auf Kampnagel

Im fünften Jahr gibt es das Krass-Festival für postmigrantisches Theater nun schon auf Kampnagel, Kurator Branko Šimić hat es dieses Jahr unter das Motto "Gewalt" gestellt und legt zur Eröffnung selbst vor – über Portrait Explosiv: Falk Schreiber.

Wien, 20. April 2017: Ja, EH! von Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel ist das Enfant terrible der österreichischen Gegenwartsliteratur. Ihr Kollege Thomas Glavinic warf ihr vor seine Nacktbilder geklaut zu haben und die konservative Kronen Zeitung beschuldigte sie, auf Staatskosten Tiere zu quälen. Ein Stoff, der nach dem Theater schreit: Ja, EH! Aus dem Wiener Gemeindebautheater Rabenhof berichtet Theresa Luise Gindlstrasser.

Basel, 19. April 2017: Träges Herz von Renata Burckhardt an der Kaserne Basel

Lesbos und Idomeni. Bilder aus diesen kleinen Flecken am Rande des Kontinents stellten in den letzten Sommern die humanistische Idee Europa auf die Probe. An der Kaserne Basel reflektieren Lorenz Nufer und Renata Burckhardt mit Träges Herz nun die Rolle der NGOs und Helfer. Maximilian Pahl berichtet.

Stuttgart, 14. April 2017: Robert Borgmann mit Tschechows Kirschgarten in Stuttgart

Der Kirschgarten zeigt eine Gesellschaft im Abgang. Zumindest sehen das viele Inszenierungen so – man kann aber auch einfach mitschwelgen in der traurigen Dekadenz von Ranjewskaja & Co. wie Robert Borgmann, der als Ranjewskaja allerdings auch Astrid Meyerfeldt zur Verfügung hat. Zum melancholischen Vergnügen von Verena Großkreutz.

Düsseldorf, 14. April 2017: Tilmann Köhler inszeniert Dürrenmatts Das Versprechen

}In Friedrich Dürrenmatts Das Versprechen stellt ein Kommissar einem Mörder eine Falle und wartet ein Leben lang vergeblich auf ihn. Tilmann Köhler inszeniert den Roman am Düsseldorfer Schauspielhaus. Martin Krumbholz hat sich keine Sekunde gelangweilt.

Wien, 14. April 2017: Nestroys Liebesgeschichten und Heiratssachen am Burgtheater

Ein Nestroy ab und an muss sein in Wien – und es war mal wieder Zeit, also hat das Burgtheater Liebesgeschichten und Heiratssachen auf den Spielplan gesetzt und Georg Schmiedleitner für die Regie bestellt. Ob er Angst vorm nassen Fetzen haben muss, weiß Martin Pesl.

Kaiserslautern, 14. April 2017: Maria Milisavljevic' Beben uraufgeführt

Maria Milisavljevic setzt in Beben reale Kriegs-, Gewalt- und Verlusterfahrungen neben Versöhnung und Verstehen, und das mit großer Erzählkraft. Ihr beim Heidelberger Stückemarkt 2016 ausgezeichnetes Stück wurde von Fanny Brunner in Kaiserslautern uraufgeführt. Dorothea Marcus ist angetan.

Meiningen, 14. April 2017: Martina Gredler inszeniert Die Reise nach Petuschki

Dieser Stoff scheint der Stoff der Stunde zu sein. Eben erst feierte Wenedikt Jerofejews Die Reise nach Petuschki an der Volksbühne Berlin Premiere. Nun inszeniert Martina Gredler das Säufer-Poem in Meiningen. Henryk Goldberg blieb nüchtern.

Nürnberg, 14. April 2017: Life is Loading von Mariusz Wiecek/Jerzy Wójcicki

Der Dramatiker-Wettbewerb "Talking about Borders" hat vor allem Osteuropa im Blick, im vergangenen Jahr gewann Life is Loading des polnischen Duos Mariusz Wiecek/Jerzy Wójcicki, jetzt uraufgeführt von Julia Prechsl. Dieter Stoll sah auch ein bisschen Mahnmal gegen den virtuellen Super-GAU.