24. Juli 2017: Vinge/Müller eröffnen das Nationaltheater Reinickendorf in Berlin

Freudig angeregt wirken die meisten Kolleg*innen ob des Wiedersehens mit Vinge/Müller, die Berliner Zeitung führt ihre serielle Berichterstattung fort – hier ist unser Doppelbericht von "Opening" und Premiere.

23. Juli 2017: Jan Fabres Belgian Rules / Belgium Rules in Wien

Die Presse fühlt sich – mit Ausnahmen – produktiv erschüttert von diesem Zitat- und Bilderreigen zur belgischen Geschichte und Gegenwart. Wir sahen Plattitüden in überwältigender Dramaturgie.

20. Juli 2017: Fassbinder, Faust and the Animists am Berliner HAU

Die Kolleg*innen bejubeln Michael Laubs Abend. Wir staunten über so wenig Erstaunliches.

19. Juli 2017: Simon Stones Ibsen Huis in Avignon 

Die französischen Medien sind angetan von Simon Stones Ibsen-Potpourri. So wie wir.

14. Juli 2017: The Pose von Constanza Macras in der Akademie der Künste Berlin

Eine atmosphärische Feier der Diversität ohne beträchtlichen Erkenntnis-Gewinn sahen die Kolleginnen in dieser Selfie-Zeitalter-Studie – sahen auch wir.

13. Juli 2017: Returning to Reims – Eribon/Ostermeier/Hoss in Manchester

Durchmischt sind die zahlreichen Reaktionen, freundlicher die britischen als die deutschen (sämtliche überregionalen Medien haben Korrespondent*innen nach Manchester entsandt) – wir sehen die biografisches-Essay-Verfilmungs-Vertheaterung – aus britischer Perspektive – so.

4. Juli 2017: Bernadette Sonnenbichler als Gastregisseurin beim Steppenwolf in Heidelberg

Die Kollegen von Rhein und Neckar sind ziemlich angetan, einer von ihnen sogar sehr. Wir waren animiert und guter Dinge zuletzt. 

4. Juli 2017: Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura sehen Nowhere out in Karlsruhe

Die Kolleg*innen haben Einwände, und gar nicht einmal knapp, wir waren ein bisserl ergriffen.

4. Juli 2017: Mateja Koležnik inszeniert Tartuffe am Residenztheater München

Die Kolleg*innen loben den Abend ausgiebig. Auch wir sahen einen starken Abend.

3. Juli 2017: Die Immersions-Schau Limits of Knowing der Berliner Festspiele

Unschlüssig gegenüber dem Gesamt-Progamm, im Einzelnen angetan sind die Kolleg*innen. Ambivalent fanden's auch wir.

3. Juli 2017: Die Konferenz der Tiere im Leipziger Zoo aufgeführt

Die FAZ sah in Roscha A. Säidows Adaption von Kästners Werk eine "farbenfrohe Parabel". Wir waren enttäuscht.

3. Juli 2017: Das kainkollektiv mit Hagar am Schauspielhaus Bochum

Zwei Kollegen sahen den Abend. Ihr Fazit könnte kaum unterschiedlicher ausfallen. Wir staunen über einen an Ideen und Eindrücken überreichen Abend.

29. Juni 2017: Scholl 2017 vom Zentrum für politische Schönheit in München

Die ersten Kritiken gehen meinungsmäßig auseinander. Hier unser Bericht.

28. Juni 2017: Oliver Frljićs Second Exile bei den Schillertagen Mannheim

Die Zeitungs- und Radio-Kritik wirft zwiespältige Blicke auf das neue Heftigkeits-Opus von Oliver Frljić, heute findet der überregionale Zeitungskollege einige Stärke darin – wie auch wir.

28. Juni 2017: Christoph Marthalers Tiefer Schweb an den Münchner Kammerspielen

Mit einer Ausnahme, die aber auch wunderbare Szenen sieht, ist die Kritik gänzlich hingerissen, uns eingeschlossen.

28. Juni 2017: Ersan Mondtags Das Erbe an den Münchner Kammerspielen

Die Meinungen der Kolleg*innen schwanken zwischen "ärgerlich" und "sehr klug". Wir erkannten "eine gewisse Originalität".

27. Juni 2017: Signa eröffnen die Schillertage Mannheim mit Das Heuvolk

Die Zeitungskollegen sind beeindruckt beziehungsweise immergiert von Signas neuer Installation – in der wir "ein Medley vieler bekannter Signa-Zutaten" sahen.

27. Juni 2017:Lange Nacht der Autor*innen am Deutschen Theater Berlin

Die Kollegen haben unterschiedliche Favoriten und sind zurückhaltend in der Gesamtwertung. Wir sahen einen insgesamt starken Jahrgang.

26. Juni 2017: Wallenstein in Coburg

Ziemlich begeistert sind die lokalen Stimmen von Torsten Schillings Schiller-Inszenierung. Wir sahen einen knallharten Politthriller.

25. Juni 2017: Demetrius nach Friedrich Schiller bei den Mannheimer Schillertagen

Die Kollegen beschreiben die Inszenierung  von Tobias Rausch als "kompakt" und "pointiert", aber auch "etwas zu ambitioniert". Wir sahen eine Klamotte.

23. Juni 2017: Evgeny Titovs intensive Hexenjagd in Düsseldorf

Die Kolleg*innen sind sehr angetan, bei uns wurde zurückhaltend zugestimmt.

20. Juni 2017: Nachlass von Rimini Protokoll in Dresden

Positiv und leicht ergriffen nimmt die sächsische Kritik diese szenische Installation zum Thema Tod am Staasschauspiel auf. Die auch uns nicht kalt gelassen hat.

20. Juni 2017: Jan-Christoph Gockels Mainzer Mamutadaption Meister und Margarita

Die Kritiker vor Ort sind begeistert von diesem Bulgakow-Marathon. Wir auch.

19. Juni 2017: Es begab sich aber zu der Zeit von Thomas Jonigk in Wiesbaden

"Ach Gott", sagt achselzuckend die Kritikerin vor Ort zu Thomas Jonigks von ihm selbst inszeniertem Religionsexkurs. Uns gings ganz ähnlich.

19. Juni 2017: Pussy Riots von Magz Barrawasser in Essen

Hochzufrieden berichtet eine erste Stimme vor Ort von dem Abend. Den wir auch mochten, mit Einschränkungen allerdings.

17. Juni 2017: Lady Eats Apple vom Back to Back Theatre in Hamburg und Wien

Solide mit bewundernswerten Darstellern findet es die eine, berührend minimalistisch die andere Zeitungskritikerin. Nach dem Gastspiel bei den Wiener Festwochen kommt noch eine angetane Stimme dazu. Wir sahen ein großes Kunststück gelingen.

16. Juni 2017: Jan Bosse mit Arsen und Spitzenhäubchen in Stuttgart

Die Kolleg*innen sind geteilter Meinung. Wir nicht so zufrieden.

16. Juni 2017: Mare Nostrum der Mexikanerin Laura Uribe bei Theaterformen

Nur halb überzeugt sind die Kritiker von Mare Nostrum beim Festival Theaterformen in Hannover. Im Gegensatz zu uns.

16. Juni 2017: Brett Baileys Sanctuary bei Theater der Welt

Die Zeitungskritikerinnen ließen sich berühren. Auch wir waren beeindruckt.

16. Juni 2017: Katja Brunners Ich schlief mit Gott am Staatstheater Mainz uraufgeführt

Eine Kritikerin lobt Marco Štormans Uraufführung als "lyrisch, witzig, respektlos", zwei andere sind genervt. Wir vermissen Tiefe.

16. Juni 2017: Tanz aus Afrika beim Festival Theaterformen in Hannover

Gegensätzlich haben die Kritiker vor Ort die beiden afrikanischen Gastspiele am Eröffnungswochenende der Theaterformen wahrgenommen. Wir sahen starke Bilder.

14. Juni 2017Hochzeit von Elias Canetti bei den Ruhrfestspielen

Die Kolleg*innen sind begeistert vom Bühnenbild, Andreas Kriegenburgs Inszenierung kommt dagegen schlecht weg. Für uns war sie eine Qual.

14. Juni 2017: Handkes Die Stunde da wir ... am Staatschauspiel Dresden

Die Kolleg*innen finden, die Bürgerbühne habe dem von PEGIDA diskreditierten Theaterplatz seine Würde zurückgegeben. Auch wir verstehen die Arbeit unter Leitung Uli Jäckles als Umwidmung.

14. Juni 2017: Wiedergewonnenes beim Bremerhavener Festival Odyssee Europa

Ein Lokalkritiker beschreibt den Abend von Ludomir Franczak als "stille, nachdenkliche Performance". Wir stimmen zu.

12. Juni 2017: René Pollesch mit Dark Star als letzter Premiere der Castorf-Volksbühne

Die Kolleg*innen schwelgen zwischen Enttäuschung und Wehmut. Wir meinen, das war ein "heiterer, großer Höhenflug".

12. Juni 2017: Traiskirchen bei den Wiener Festwochen

Die Kolleg*innen reagieren auf die Produktion der Gruppe "Die schweigende Mehrheit sagt JA" teils mit Jubel, teils mit Skepsis. Wir fühlten uns wie Eltern, die Kritzeleien des Kindes an die Kühlschranktür hängen müssen.

12. Juni 2017: Ivo van Hove mit Blick von der Brücke bei Theater der Welt in Hamburg

Ivo van Hoves Pariser Inszenierung eines Arthur-Miller-Dramas vermag einen Teil der Kritikerzunft förmlich zu begeistern. Den anderen Teil bilden wir.

12. Juni 2017: Ewa Teilmans gibt Houellebecqs Unterwerfung in Aachen chorisch

Eine erste Printstimme lobt die Absicht der Inszenierung und ist doch verstimmt. Uns ging es ähnlich.

10. Juni 2017: Burning Doors vom Belarus Free Theatre bei "Theater der Welt"

Eine Hamburger Zeitung fand die Aufführung, bei der immerhin ein Mitglied von Pussy Riot auf der Bühne stand, wuchtig. Die FAZ findet sie anrührend und komisch. Wir fanden sie vor allem schwer zu beurteilen.

10. Juni 2017: Ein Fest für Atatürk am Staatstheater Nürnberg

Das Stück habe seine Momente, komme im Grunde aber zu aufgeblasen daher, findet eine Radiostimme. Das sahen wir ähnlich.

8. Juni 2017: Tian Gebings 500 Meters bei "Theater der Welt" in Hamburg

Endlos lang wurden diese zwei Stunden dem Kollegen von der "Süddeutschen Zeitung". In der "Zeit" sieht man's heute freundlicher. Uns hielt der Abend bei der Stange.

8. Juni 2017: Marius von Mayenburgs Peng an der Berliner Schaubühne

Die Kritiker*innen sind mehr oder weniger bereit, einzelne Nummern, die Schauspieler*innen, besonders den Hauptdarsteller Sebastian Schwarz zu goutieren, das Stück kommt ihnen zu schmal vor. Uns ging es ziemlich ähnlich.

7. Juni 2017: Joël Pommerats Kreise / Visionen am Residenztheater München

Die Kolleg*innen sind teils angetan von Tina Laniks Inszenierung. Wir fanden den Abend handwerklich solide und "leidlich lustig".

7. Juni 2017: Jonathan Meeses Mondparsifal Alpha 1-8 in Wien

Die Kolleg*innen sind zu großen Teilen beeindruckt von Meeses Bilderassoziationsflut. Auch wir konnten uns der Überwältigungsästhetik nicht entziehen.

6. Juni 2017: Jennifer Haleys Die Netzwelt in Oldenburg

Die Kolleg*innen sind angetan, dass das Stück, obwohl es nach Ethik fragt, spannend ist und kurzweilig. Wir hatten eher mehr zu kritisieren.

6. Juni 2017: Das Rechercheprojekt Nach Manila am Schauspiel Dortmund

Die Kritiker*innen sind ganz beeindruckt, ein bisschen pflichtschuldigst beeindruckt, kommt es einem bei der Lektüre vor. Wir fanden die Sache sehr lohnend.

6. Juni 2017: Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit in Bielefeld

Die eine Kritikerin ist grundsätzlich nicht einverstanden mit dem leichten Abend zum Weglachen, die andere findet ihn "berührend". Wir fanden es toll.

6. Juni 2017: Elia Redigers Oh Boyoma am Konzert Theater Bern

Die Kritikerinnen sind impressioniert vom Musiktheaterspiel, wenn sie auch nicht ganz genau wissen, wozu sie von Elia Rediger inhaltlich eigentlich gebeten worden waren. Wir waren auch etwas verunsichert von der Überfülle des Materials.

6. Juni 2017: Alfred Döblins Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine in Regensburg

Die Kritiker sind uneins, teil begeistert, teils kritisch. Wir neigten eher zu den Begeisterten.

3. Juni 2017: Ein schwaches Herz – Frank Castorfs Abschied von der Volksbühne

Teils wehmütig schreiben die Kritiker*innen über Castorfs Dostojewski-Adaption – seine letzte Inszenierung am Haus. Wir sahen ein adäquates Ende seiner Ära.

3. Juni 2017: Die selbsternannte Aristokratie bei den Wiener Festwochen

Teils ablehnend, teil interessiert zustimmend schreiben die Kritiker*innen über die neueste Arbeit von Monika Gintersdorfers Truppe La Fleur. Wir sahen einen verzichtbaren Abend.

2. Juni 2017: Obsession mit Jude Law bei den Wiener Festwochen

Gegen Jude Law haben die Kritiker*innen wenig einzuwenden – im Gegenteil! Die Inszenierung von Ivo van Hove jedoch stößt eher auf ennuyierte Ablehnung. Wie bei uns auch.

31. Mai 2017: Agora erdacht von Robert Misik und Milo Rau in Wien

Gewitzt oder ermüdend? Gemischte Meinungen unter den ersten Reaktionen auf Milo Raus Agora am Schauspielhaus Wien. Wir fandens erkenntnisreich.

31. Mai 2017: Valentin von Herbert Fritsch im Hamburger Schauspielhaus

Eher unamüsiert reagiert die Kritik auf diesen Abend nach Karl Valentin, den sie fast bemüht und angestrengt findet. Und der bei uns eher durchfiel.

30. Mai 2017: Nuran Davis Calis' Istanbul am Schauspiel Köln

Ratlosigkeit bleibt bei den Kritikern nach Calis' Istanbul, denn Türken, Deutsche, Erdogan-Anhänger trinken zwar gemeinsam Tee, aber es tun sich Gräben auf. Doch gerade deswegen findet der Abend heute überregional noch eine entschiedene Befürworterin. Nicht bei uns allerdings.

29. Mai 2017: Die Gabe der Kinder von Lemi Ponifasio bei "Theater der Welt"

Das Gros der Kritiker*innen fand den Abend uninspiriert und kitschig. Wir auch.

29. Mai 2017: Kornél Mundruczó inszeniert Die Weber am Thalia Hamburg

Bildstark, aber inhaltlich dünn und plakativ finden die Kritiker*innen diesen Abend. Wir sahen ein Wimmelbild mit Hang zur Drastik.

29. Mai 2017: Stefan Bachmann inszeniert Ayad Akhtars Geächtet in Köln


Die Lokalzeitungskritiker loben Stück und einer von zweien auch die Inszenierung, wir vor allem das Stück.

29. Mai 2017: Letzte Menschen von Oliver Bukowski bei den Ruhrfestspielen

Die Zeitungskritiker*innen gehen nur teilweise mit bei Axel Kraußes Uraufführung des Bukowski-Stücks über Protestkultur in Koproduktion mit dem Zimmertheater Tübingen – für uns eine "redliche Bemühung um einen sperrigen Text".

Diese und ältere Kritikenrundschauen finden Sie immer auch angehängt an die jeweilige Nachtkritik.