Überlebensnotwendige neue Maßnahmen

Berlin, 1. September 2010. Wie die Gesellschafter der Sophiensaele – Amelie Deuflhard, Sasha Waltz und Jochen Sandig – mitteilen, wird der Spielort in Berlin-Mitte im nächsten Jahr mit neuem langfristigem Mietvertrag und mit neuem Leitungsteam sein 15-Jähriges Bestehen feiern können. Die künstlerische und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Sophiensaele bleibe uneingeschränkt erhalten, für das künstlerische Programm konstituiere sich ab 2011 ein Team, zu dem die Dramaturginnen Franziska Werner, Ilka Seifert und Dr. Bettina Sluzalek gehören werden. Die kaufmännische Leitung liegt weiterhin in den Händen von Kerstin Müller als Geschäftsführerin der Sophiensaele GmbH.

Sasha Waltz und Jochen Sandig hatten die Sophiensaele Mitte der neunziger Jahre als eine der ersten spartenübergreifenden Produktions- und Spielstätten in freier Trägerschaft gegründet. Seitdem, so die Gesellschafter, arbeite das Haus ohne jeglichen künstlerischen Etat. Ziel für die Zukunft sei deshalb auch die Einrichtung eines der Bedeutung und den hohen Erwartungen angemessenen Produktionsetats, "der überlebensnotwendig ist, damit die Sophiensaele zukünftig die erforderlichen Eigenanteile bei der Beantragung von Drittmitteln einbringen können, nachhaltiger planen und dauerhaft den Wettbewerb mit weit höher geförderten Kultureinrichtungen bestehen können", heißt es in der Pressemitteilung.

Als ein Haus der jungen Talente soll es weiter um die konsequente Förderung der nächsten Künstlergeneration gehen. Gleichzeitig seien die Sophiensaele auch eine Heimat für einige wenige herausragende etablierte Künstlerpersönlichkeiten und freie Ensembles. Sie übernähmen Verantwortung als Mentoren, um die "jungen Talente" bei ihrer Entwicklung langfristig zu begleiten. Das Prinzip der "Teilgabe" solle an die Stelle der "Selbstausbeutung" treten und vielfältige Partnerschaften nicht nur mit den freien Strukturen zu einem tragenden Netz ausbauen, so die Gesellschafter.

Durch einen vor wenigen Wochen mit dem Eigentümer erfolgreich abgeschlossenen Mietvertrag mit einer 15-jährigen Laufzeit im denkmalgeschützten historischen Handwerkervereinshaus Sophienstraße 18 sei die Grundlage für eine langfristige Zukunft der Sophiensaele gesichert. Die seit langem geplante und dringend notwendige Sanierung der Veranstaltungssäle, Probenräume und Bühnenanlagen soll Mitte 2011 beginnen und durch eine einmalige Zuwendung aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie getragen werden. Die finale Entscheidung des Stiftungsrats über die Mittelvergabe, nach Prüfung des neuen Mietvertrags, werde für Ende September 2010 erwartet. Die Wiedereröffnung im renovierten Haus soll dann zum 15-jährigen Jubiläum spätestens Ende 2011 erfolgen.

Trotz der immer noch sehr prekären finanziellen Rahmenbedingungen und ohne jeglichen künstlerischen Produktionsetat, in Folge der Konzeptionsförderung 2011 bis 2014 in Höhe von 750.000 €, haben sich die Gesellschafter Amelie Deuflhard, Jochen Sandig und Sasha Waltz für die Fortführung des Kulturbetriebs der Sophiensaele entschieden und vertrauen auf die kulturpolitische Unterstützung in Form der Schaffung eines zukünftigen Produktionsetats. Das bedeute aber auch, dass man zukünftig stärker als bisher auf das Engagement des Publikums und die Kooperationsbereitschaft anderer Kulturinstitutionen und Firmen angewiesen sein werde. In diesem Zusammenhang sollen wirtschaftliche Synergien in den Bereichen Ticketing, Marketing und Technik u.a. mit dem ebenfalls von Sandig und Waltz geleiteten Radialsystem V kostensenkend wirken.

(PM Sophiensaele/sik)

 

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