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Meldung: Interimsprobleme

Köln, 20. Januar 2011. Neuer Ärger bahnt sich an in der Kölner Kulturpolitik. Einem Bericht der Kölner Rundschau (19.1.2011) zufolge, droht Opernintendant Uwe Eric Laufenberg mit seinem Rücktritt, falls die SPD ihren Vorschlag umsetze, das Bonner Opernhaus oder eine Mehrzweckhalle als Interimslösung für die derzeit ausgelagerte Kölner Oper zu etablieren. "Weiß Herr Börschel, was er macht?", zitiert das Blatt Laufenberg. "Hat er für 2012 schon einen neuen Opernintendanten? Wenn er so weitermacht, wird er einen brauchen."

Da sich die Sanierungsarbeiten am Opernhaus nach derzeitigem Stand noch bis 2015 hinziehen, plädiert Laufenberg für eine feste Ausweichspielstätte seines Hauses. Infrage komme der Musical Dome am Hauptbahnhof. Seine Argumente gegen die vom Kölner SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Börschel vorgebrachten Alternativmodelle legt Laufenberg in einem Offenen Brief dar.

Im Frühjahr 2010 war der Opernintendant mit seinem Einsatz für den Neubau von Oper und Schauspiel gescheitert. Laufenberg unterlag in einer kontrovers geführten Debatte der Kölner Schauspielcheffin Karin Beier, die sich mit ihrer von einem Bürgerbegehren unterstützten Initiative, den Riphahn-Bau am Offenbachplatz zu erhalten und zu sanieren, durchsetzte.

(chr/dpa via Kölner Rundschau)

Presseschau, 28.1.2011: 1,2 Millionen Kürzung unterschreibt man nicht

28. Januar 2011. "Da sagt man nicht so einfach Nein", zitiert das Hamburger Abendblatt Karin Beier, die sich nun erstmals zu der Offerte äußert, neue Intendantin des Hamburger Schauspielhauses zu werden. "Sie habe bereits gute, intensive Gespräche mit der Hamburger Kulturbehörde geführt", heißt es in der Zeitung, der Beier gegenüber sagte: "Ich will ganz sicher sein, dass es einen politischen Konsens über alle Parteiengrenzen hinweg gibt. Wenn die SPD ihre Berufung nicht wollen würde, wäre das fatal."

Beier wolle die Vorschläge der Kulturbehörde, die Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) am Mittwoch offiziell bestätigte, an diesem Wochenende erstmals prüfen. Die bislang angekündigten, nach dem Kulturgipfel im Herbst gestreckten Etat-Kürzungspläne seinen für Beier jedenfalls "nicht akzeptabel. Wenn es unter dieses Niveau geht, ist das Ganze zum Scheitern verurteilt. Ich werde den Teufel tun, mich dem auszusetzen." In der Welt sagt sie es noch deutlicher: "Kein Mensch mit Verstand würde einen Vertrag unterschreiben, der eine Kürzung von 1,2 Millionen vorsieht."

Auf die Frage des Abendblatts, woran die Verhandlungen über die Leitung des größten deutschen Sprechtheaters noch scheitern könnten, entgegnete Beier: "An finanziellen Dingen beispielsweise. Oder daran, dass ich mit der Stadt Köln nicht zu einem guten Ergebnis komme. An der SPD, falls sie diese Entscheidung nicht gut findet. Oder in letzter Sekunde an meinem Bauchgefühl. Aber das Schauspielhaus ist eines der schönsten Häuser Europas. Da sagt man nicht so einfach Nein."

Beiers Kölner Vertrag läuft noch bis Ende der Spielzeit 2013/14, der Kölner Kulturdezernent Georg Quander hat bereits auf die Erfüllung gepocht. In Hamburg wünscht man sich Beier jedoch früher, die Arbeit des derzeitigen Leitungsteams, als geschäftsführender Intendant Jack Kerfuss und als geschäftsführender Dramaturg Florian Vogel, ist zur Zeit bis 2012 befristet.

Nicht nein, das ist noch kein ja, und in der Frankfurter Rundschau beschwört Peter Michalzik, dass dies hoffentlich nicht der nächste Fall Sammer werde, den das Schauspielhaus mit Matthias Hartmann vor ein paar Jahren schon einmal hatte, als der sich im letzten Moment doch lieber fürs Schauspielhaus Zürich entschied.

(sik)

 
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