Auf keinen Fall den eigenen Produktionen misstrauen

20. August 2011. "Der Druck, der auf den Theatern lastet, ist enorm," sagt Dagmar Schlingmann im Gespräch mit Oliver Schwammbach von der Saarbrücker Zeitung. Das sei nicht nur in Saarbrücken der Fall. Ihr sei es daher von Anfang an wichtig gewesen, dass ihr Haus nicht als "Sparbühne" wahrgenommen würde.

Denn auf keinen Fall dürfe man "aus einem Quotendruck heraus unseren Programmen misstrauen und denken, wir müssten jetzt drei Musicals pro Saison machen." Natürlich sei es ihr es Job als Intendantin, darüber nachzudenken, "wie wir das Haus füllen". Für ein Staatstheater aber wäre es zu wenig, "nur die 'Zauberflöte' und die 'Rocky Horror Show' zu machen. Wir brauchen auch Uraufführungen." Die Produktionen des Saarländischen Staatstheaters seien in den letzten Jahren "gut, ja oft begeistert aufgenommen worden, wurden regional wie überregional sehr gut besprochen.

Zudem haben wir es neben diesem Repertoire-Aufbau noch geschafft, die Projektarbeit zu beginnen – vom Jugendbereich bis zur Arbeit mit Laien. Das gab es ja früher hier nicht. Im Zuge dessen sind wir auch ein sehr offenes Haus geworden, das mit vielen Institutionen kooperiert und – wie zuletzt mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen (hier gehts zur entsprechenden Nachtkritik)– auch koproduziert. Wir haben ambitionierte Gastspiele durchgeführt, zwei Festivals ans Haus gebunden und nicht zuletzt die "Sparte 4" eröffnet. Das sind schon erhebliche Veränderungen.

Darüber hinaus wollen wir uns mit dem Projekt "total théâtre" in der Großregion positionieren – zusammen mit Luxemburg, Thionville und Lüttich. Unter unserer Federführung soll ein Großprojekt entstehen, das sich auf die Region bezieht."

(sle)

 

www.theater-saarbruecken.de

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