Unbedingter Wille zur Zeitgenossenschaft

22. November 2011. Der Schriftsteller Rainald Goetz erhält den mit 30. 000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis 2012. Das meldet die Stiftung Preußische Seehandlung, die den Preis seit 1989 vergibt. Mit dem Preis ist seit dem Jahr 2005 auch eine Berufung der Freien Universität Berlin auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik verbunden.

Der mit 30.000 Euro dotierte Berliner Literaturpreis zeichnet der Meldung zufolge Autoren aus, die mit ihrem literarischen Werk in den Gattungen Erzählende und Dramatische Literatur sowie Lyrik einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören u.a. Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Dea Loher und Sibylle Lewitscharoff.

Jurybegründung

Der Berliner Literaturpreis 2012 werde dem Schriftsteller Rainald Goetz für sein "eigensinniges, singuläres Werk zugesprochen" zitiert die Pressemitteilung aus der Jurybegründung. Goetz arbeite in vielfältigen Formen an einer Geschichte der Gegenwart. Dabei verbinde er Neugier und den unbedingten Willen zur Zeitgenossenschaft mit der idiosynkratischen Abwehr des Aufdringlichen und Betriebshaften. "Hier schreiben Hass und Liebe ungeschieden, hier berichtet der Einzelgänger aus der Mitte des Geschehens." Kaum ein zweiter Autor treffe Geist und Stimmung der Gegenwart, Lebensgefühl und Sound, mit solcher Präzision. Der Jury gehörten der Publizist Jens Bisky, Ulrich Janetzki vom Literarischen Colloquium Berlin, DT-Intendant Ulrich Khuon, der Berliner Literaturwissenschaftsprofessor Wilfried Menninghaus sowie die Germanistin und Heiner-Müller-Spezialistin Kristin Schulz an.

Rainald Goetz, 1954 in München geboren, studierte Medizin und Geschichte in Berlin und Paris. Er erhielt für sein literarisches Werk bereits zahlreiche Preise, darunter den Heinrich-Böll-Preis sowie dreimal den Mülheimer Dramatikerpreis. Die Verleihung des Berliner Literaturpreises 2012 an Goetz findet am 27. März 2012 im Berliner Roten Rathaus durch Klaus Wowereit statt.


(Stiftung Preußische Seehandlung / sle)

 
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