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Angstfreie Intelligenz

Berlin, 7. März 2012. Die Schauspielerin Sophie Rois erhält in diesem Jahr den "Theaterpreis Berlin" der Stiftung Preußische Seehandlung für ihre "herausragenden Verdienste um das deutschsprachige Theater". Die gebürtige Oberösterreicherin aus Ottensheim ist seit 1993 eine der stilprägenden Künstlerinnen der Berliner Volksbühne, an der sie regelmäßig mit den Regisseuren Frank Castorf und René Pollesch zusammenarbeitet. Für ihren Auftritt in Tom Tykwers Berliner Überkreuz-Liebesfilm "Drei" erhielt Rois 2011 den Deutschen Filmpreis "Lola".

Wie es in der Jury-Begründung zum Berliner Theaterpreis heißt, schuf Rois "seit zweieinhalb Jahrzehnten einen unverkennbaren Ton innerhalb der zeitgenössischen Theater- und Filmwelt. Ihre Darstellungskunst verbindet angstfreie Intelligenz und gesetzte Form, deren berührende Unmittelbarkeit immer reflektiert und abenteuerlich zugleich ist." Und weiter: "Ihr Spiel und ihre Stimme sind rau und zart, feinsinnig und vehement zugleich, stets spröde und bezaubernd. In der Sache zeigen ihre Figuren radikal Haltung, verbunden mit einer hohen Beweglichkeit ihrer Perspektiven und darstellerischen Mittel. Und all das wird von Jahr zu Jahr immer reifer und raffinierter und macht längst Schule. So wurde die Österreicherin Sophie Rois inmitten der Berliner Theaterlandschaft zu einem Beispiel dafür, was die Stadt zur Metropole macht: Jenen Glamour, der auf Brüchen beruht und das Widerstreitende spielerisch als das Zusammengehörende zeigt."

Der Jury des seit 1988 verliehenen und mit 20.000 Euro dotierten Theaterpreises gehörten in diesem Jahr der Intendant der Berliner Festspiele, Dr. Thomas Oberender, die Theaterkritikerin Christine Wahl und der Intendant des Hans-Otto-Theaters Potsdam, Tobias Wellemeyer sowie "mit beratender Stimme" die Leiterin des Berliner Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, an. Die Preisverleihung, die im Rahmen des Berliner Theatertreffens von Berlins Regierendem Bürgermeister, dem Vorsitzenden des Rates der Stiftung Preußische Seehandlung, Klaus Wowereit vorgenommen wird, findet am 5. Mai 2012 um 12.00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele statt.

Im letzten Jahr erhielt das Theater-Team um den Regisseur Dimiter Gotscheff den Berliner Theaterpreis, in den Jahren zuvor die Schauspielerin Margit Bendokat (2010), der Regisseur Jürgen Gosch mit seinem Bühnenbildner Johannes Schütz (2009) sowie die Schauspieler Josef Bierbichler (2008) und Ulrich Matthes (2007).

(Berliner Festspiele / chr)

 
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