Presseschau vom 14. Juni 2012 – Die Süddeutsche Zeitung besucht die ersten Privattheatertage in Hamburg

Liebe, Achtung, Interesse

Liebe, Achtung, Interesse

14. Juni 2012. Till Briegleb hat für die Süddeutsche Zeitung die ersten Privattheatertage in Hamburg besucht, eine Art Gegenveranstaltung zum Berliner Theatertreffen, wo die sich vom Feuilleton und Festivals ignoriert fühlende Branche zeigen und feiern wollte. 'Schaulaufen und Geschlachtetwerden' in Berlin, 'Liebe, Achtung und Interesse' für die Kunst – diesen Gegensatz machte Lukas Langhoff auf, beim Theatertreffen mit dem Bonner Volksfeind durchgefallen, bei den Privattheatertagen für Pauschalreise - 1. Generation mit einem der Monika-Bleibtreu-Preise ausgezeichnet.

Liebe, Achtung, Interesse

14. Juni 2012. Till Briegleb hat für die Süddeutsche Zeitung die ersten Privattheatertage in Hamburg besucht, eine Art Gegenveranstaltung zum Berliner Theatertreffen, wo die sich vom Feuilleton und Festivals ignoriert fühlende Branche zeigen und feiern wollte. 'Schaulaufen und Geschlachtetwerden' in Berlin, 'Liebe, Achtung und Interesse' für die Kunst – diesen Gegensatz machte Lukas Langhoff auf, beim Theatertreffen mit dem Bonner Volksfeind durchgefallen, bei den Privattheatertagen für Pauschalreise - 1. Generation mit einem der Monika-Bleibtreu-Preise ausgezeichnet.

Das "Lamento von der ungerechten Zweiklassengesellschaft im deutschen Theater" kann Briegleb allerdings nicht nachvollziehen: "So gehören die meisten Preisträger des Festivals durchaus zu den Bühnen, die Gastspiele geben und in Feuilletons vorkommen. Sowohl das Ballhaus Naunynstraße (Sieger in der Kategorie 'Zeitgenössisches Drama') als auch die Bremer Shakespeare Company (erfolgreich bei den Klassikern) und das Berliner Grips-Theater (Publikumspreis für Frau Müller muss weg) standen nie im Verdacht, Kommerz-Bühnen zu sein. Ambitionierte Privattheater, die das künstlerisch Besondere oder gesellschaftlich Relevante suchen, finden häufig sogar ein lebhafteres Echo als viele träge Stadttheaterschiffe mit absehbarem Programm."

Niveau produzietren Privattheater schon, "allerdings in der Regel dann, wenn sie sich an der Dramaturgie erfolgreicher Stadttheater orientieren", etwa mit Autoren wie Philipp Löhle, Feridun Zaimoglu, Lutz Hübner und Neil LaBute. Für eine mögliche Fortsetzung im nächsten Jahr wünscht sich Briegleb "eine Diskussion über echte Unterschiede", schließlich sei "die Schaubühne in Berlin ebenso ein Privattheater wie das Zimmertheater Rottweil oder die Stage Entertainment Musical GmbH. Ob in dieser Breite 'Liebe, Achtung und Interesse für die Kunst' wirklich so pauschal zu finden sind, wäre eine kritische Unterhaltung wert."

(geka)