Prägender Regisseur, einflussreicher Lehrer

11. August 2012. Einer der bedeutendsten Theaterregisseure Russlands ist tot. Das geht aus Meldungen unterschiedlicher Medien hervor, u.a. dem Wiener Standard, der sich auf die Nachrichtenagetur Interfax beruft.

Fomenkos Tod sei ein unersetzlicher Verlust für die russische Kultur und das Theater, zitiert das Internetportal des Senders BBC aus einem Kondolenzschreiben des russischen Präsidenten Wladimir Putin an Fomenkos Familie. Die Politik freillich hat Fomenko nicht immer so überschwänglich geliebt. Seine frühe Theaterarbeit in der Sowjetunion wurde zensiert. Besonders seine aufgerauhten wie ironischen Inszenierungen russischer Klassiker brachten ihm bei der parteitreuen Kritik in den 1970er Jahren den Ruf ein, ein "Schänder" der Asche der großen Klassiker zu sein.

Petr Fomenko wurde 1932 in Moskau geboren und hat seine Karriere zunächst als Schauspieler begonnen, bevor er 1960 ins Regiefach wechselte. Seine Inszenierungen erregten Aufsehen, und doch verbrachte Fomenko Jahre ohne festes Engagement. Erst Mitte der 1970er Jahre holte ihn das Akimow-Komödientheater nach Leningrad. Auch hier fiel er 1981 in Ungnade. Fomenko wechselte nach Moskau. Nach dem Zusammenbruch UdSSR gründete er in Moskau mit Studenten der Moskauer Theaterakademie, wo er unterrichtete, sein eigenes Theater. Seit 1997 ist das "Petr Fomenko Workshop Theater" in einem ehemaligen Moskauer Kino untergebracht.

Mit seinen hier entstandenen Arbeiten hat er eine neue Generation russischer Theaterkünstler geprägt und in den letzten beiden Jahrzehnten seines Lebens noch eine beachtliche internationale Karriere gemacht. Am Donnerstag ist er, wie BBC berichtet, während der Arbeit an seiner Inszenierung von "Boris Godunow" des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin gestorben.

(sle)

 

 
Kommentar schreiben