Untypischer Kommunarde

6. November 2012. In Wien sind die Nestroy-Theaterpreise vergeben worden. Der Preis für die beste deutschsprachige Aufführung ging an Die Winterreise von Elfriede Jelinek in der Regie von Stefan Bachmann. Olaf Altmann erhielt für die Ausstattung dieser Inszenierung ebenfalls einen Nestroy.

Als beste Bundesländer-Aufführung wurde Geister in Princeton von Daniel Kehlmann in der Regie der Grazer Intendantin Anna Badora ausgezeichnet. Kehlmann erhielt zudem den Autorenpreis für das beste Stück.

Den Preis für die beste Regie erhielt Stephanie Mohr für die Produktion "Woyzeck & The Tiger Lillies" der Vereinigten Bühnen Wien. Dörte Lyssewski wurde für ihre Darstellung der Blanche Dubois in Dieter Giesings Inszenierung der Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams im Burgtheater mit dem Preis für die beste Schauspielerin ausgezeichnet. Bester Schauspieler wurde Joachim Meyerhoff, dessen Erek in Die Kommune von Mogens Rukov und Thomas Vinterberg (Akademietheater) die Jury als preiswürdig befand.

Der Preis für die beste Nebenrolle ging an Maria Bill als Jenny in "Die Dreigroschenoper" im Volkstheater, der für die beste Off-Produktion an "F. Zawrel - erbbiologisch und sozial minderwertig" vom Wiener Schubert Theater, der für das Lebenswerk an den Schauspieler und Regisseur Karlheinz Hackl. Die Garage X erhielt den Sonderpreis für ihre gesamte Saison 2011/12.

Von einem der offenbar wenigen bemerkenswerten Momente der Preisverleihung berichtet Die Presse: Meyerhoff sagte in seiner High-Speed-Dankesrede etwa, dass er als Kommunen-Mitglied zwar eigentlich seine Auszeichnung teilen müsste, doch seine Figur sei eben ein untypischer Kommunarde – weswegen er den Preis für sich behalte.

(Nestroy-Preise / Presse / geka)

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