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Immense Kraft, beängstigende Zartheit

Berlin, 19. Mai 2013. Die Zeitungen der Schweizer Tamedia-Gruppe wissen es schon einen Tag vor der Verkündung der Preisträgerin: Der Juror des Alfred-Kerr-Darstellerpreises 2013 des Berliner Theatertreffens, Thomas Thieme, hat seine Entscheidung getroffen. Den mit 5.000,-€ dotierten Alfred-Kerr-Darstellerpreis für die herausragende Leistung eines jungen Schauspielers erhält Julia Häusermann für ihre Rolle in Disabled Theater von Jérôme Bel, Theater HORA - Stiftung Züriwerk, Zürich / HAU Hebbel am Ufer.

julia haeusermann1 michael bause uJulia Häusermann und Remo Beuggert in "Disabled Theater" © Michael Bause Juror und Schauspieler Thomas Thieme begründet sein Votum: "Ganz sie selbst, von anarchischem Humor, stiller Aggressivität und so unendlich traurig. Von immenser Kraft und beängstigender Zartheit, ganz weich und auch wie ein Muskel. Jede Bühnensekunde beschäftigt: mit ihrem Spiel, mit sich, mit der Liebe zu dem Riesen, der neben ihr sitzt. Existenz im Augenblick. Schwermut und Übermut zugleich."

Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis wurde 1991 von der Familie Kerr und der Pressestiftung Tagesspiegel ins Leben gerufen. Mit dem Preis wird die herausragende Leistung eines/r jungen Schauspielers/erin ausgezeichnet, der/die in einer der zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen mitwirkt. 2012 ging der Preis an Fabian Hinrichs.

Julia Häusermann, geboren 1992, ist Schauspielerin bei Theater HORA und Sängerin. Seit 2011 wird über sie ein Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens SF1 gedreht. Zusammen mit Damian Bright und Sara Hess tanzt sie für einen Clip des Ex-Benneton-Models Melanie Alexander. Sie arbeitete in den HORA-Produktionen: I can't  dance (2010), Ente, Tod & Tulpe (2011), Das Schiff der Träume (2011), The Democratic Set (2011), Box (2011), Disabled Theater (2012), Paganini & Ich (2012).

(Berliner Festspiele / sik)

 

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