Gütesiegel für faire Kunst

21. September 2013. Die Gründer der Facebook-Plattform "Art but fair – die traurigsten und unverschämtesten Künstlergagen und Audition-Erlebnisse" zur Offenlegung von Künstlerhonoraren haben am 7. September in Deutschland und der Schweiz Vereine gegründet. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

In den "Goldenen Regeln künstlerischen Schaffens" auf der neuen Webseite der Vereine heißt es: "Statt die Kunst vor den Gesetzen des Marktes zu schützen, wird sie eben diesen immer stärker ausgesetzt. Die Kulturbetriebe geben den wirtschaftlichen Druck an die Kulturschaffenden weiter. Künstler erhalten immer weniger Entlohnung und geraten so immer stärker in Existenznöte."

Andererseits würden zunehmend auch moralische Missstände im Theater-, Festival-, Bühnen- und Konzertbetrieb thematisiert. Die einzelnen Skandale verdichteten sich zu einem grundsätzlichen Problem. "Die auf der Bühne oft vehement eingeforderten Grundwerte der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Demokratie werden in den Betrieben nicht ausreichend gelebt und umgesetzt."

Zur konkreten Umsetzung ihres Kampfes für einen "Kunst- und Kulturbetrieb von Menschen für Menschen" sagt der Vorsitzende von Art but fair Deutschland und Stellvertretende Vorsitzende von Art but fair Schweiz, der Musical-Produzent Johannes Maria Schatz, der SZ, dass er "Art but fair" als öffentliches Gütesiegel etablieren möchte – ähnlich dem "Global Compact" der Vereinten Nationen, bei dem sich Unternehmen und andere Organisationen auf einen freiwilligen Regelkatalog verpflichten. "Jährlich müssen sie einen Rechenschaftsbericht über Fortschritte in der Umsetzung veröffentlichen. Tun sie es nicht, ist das Siegel weg."

Der Deutsche Bühnenverein und der Deutsche Tonkünstlerverband, so die SZ, hätten bereits ihre Zustimmung zu der Initiative signalisiert, auch verschiedene Politiker schlössen sich derzeit an.

Auf ihrer Webseite geben die "Art but fair"-Initiatoren an, dass sie auch in Österreich einen Verein gründen möchten – dort sei das Vereinsrecht allerdings etwas komplizierter, weshalb eine Vereinsgründung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich gewesen sei.

Ergänzung vom 17. Oktober 2013: Inzwischen ist "Art but fair" auch in Österreich als Verein konstituiert.

(Süddeutsche Zeitung / Art but fair / sd)

 
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