Aus der Berliner Glanzzeit

Berlin, 23. September 2013. Der Autor, Kritiker und ehemalige Intendant des Schauspiels Frankfurt Dr. Günther Rühle wird in diesem Jahr mit der Rahel Varnhagen von Ense-Medaille ausgezeichnet. Diese nicht dotierte Auszeichnung ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das literarische Leben in Berlin verdient gemacht haben. Sie wurde von der Stiftung Preußische Seehandlung zur Verleihung durch den Senator für Kultur gestiftet, und trägt den Namen der Berliner Autorin Rahel Varnhagen von Ense (1771 bis 1833), die zwischen 1790 und 1806 einen der berühmten Berliner literarischen Salons geführt hatte.

Der Berliner Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten André Schmitz würdigt in seiner Preis-Begründung Rühle als Autor der Standardwerke Theater für die Republik und Theater in Deutschland 1887–1945, die "wesentlich von Berlin als Hauptort der Entstehung und Entfaltung des modernen Theaters" erzählten. "Die großen Zeiten des Berliner Theaters treten so plastisch vor Augen, als seien sie erst gestern vergangen." Auch Rühles "zähe, fleißige und überragend kenntnisreiche Arbeit" als langjähriger Herausgeber der Werke des Kritikers Alfred Kerr wird hervorgehoben.

Günther Rühle, geboren 1924 in Gießen, arbeitete als Theaterkritiker u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, deren Feuilleton-Redaktion er von 1974 bis 1985 leitete. Von 1985 bis 1990 war er Intendant des Schauspiels Frankfurt. Anschließend wechselte er zum Berliner Tagesspiegel, dessen Kulturredaktion er bis 1994 leitete. Er ist Präsident der Alfred-Kerr-Stiftung und Träger zahlreicher Auszeichnungen, u.a. der Ehrenbürgerwürde der Stadt Bensheim.

Die Preisverleihung an Günther Rühle wird André Schmitz am 9. Dezember 2013 um 19 Uhr in der Mendelssohn-Remise (Jägerstraße 51, Berlin) vornehmen. Die Laudatio hält der der Theaterhistoriker, Dramaturg und Publizist Prof. Klaus Völker.

(Berliner Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten / chr)

 

 
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