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Gertrud-Eysoldt-Ring für Ernst Stötzner, Eysoldt- Nachwuchspreis für Jette Steckel

Kindlich und kritisch

Bensheim, 17. Januar 2008. Ernst Stötzner ist der Träger des 22. Gertrud-Eysoldt-Rings. Er erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seine Rolle des Puck in Jürgen Goschs Inszenierung Ein Sommernachtstraum am Deutschen Theater Berlin.

Seit 1986 vergibt die Stadt Bensheim zusammen mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste den Gertrud-Eysoldt-Ring. Er ist ein Vermächtnis des 1981 in Bensheim verstorbenen Theaterkritikers Wilhelm Ringelband, der den Namen der von ihm verehrten Max-Reinhardt-Schauspielerin Eysoldt (1870-1955) mit einer Auszeichnung verbunden sehen wollte. Die diesjährigen Juroren waren der Intendant des Schauspiel Stuttgart, Hasko Weber und der Hamburger Kritiker Werner Schulze-Reimpell. 

In der Begründung von Hasko Weber wird Stötzner als einer der wichtigen Protagonisten des zeitgenössischen Theaters bezeichnet. Als Puck gelinge es ihm, einerseits kindlicher Akteur und zugleich kritischer Beobachter des Geschehens auf der Bühne zu sein. Eine Gegensätzlichkeit, die er souverän und komödiantisch ausbalanciere und in die man als Zuschauer unweigerlich verwickelt werde.

Eine besondere Note erhält die Entscheidung für Stötzner durch die Tatsache, dass der Puck auch eine der Starrollen von Gertrud Eysoldt war. Zudem hatte Stötzners Ehefrau Dörte Lyssewski den Preis 2003 für die Rollen in "Wahlverwandtschaften" und "Hedda Gabler" erhalten – beide Produktionen am Schauspielhaus Bochum hat Ernst Stötzner inszeniert. Im letzten Jahr ging der Preis an Nina Hoss.

Stötzner, Jahrgang 1952, wurde 1979 von Peter Stein an die Berliner Schaubühne engagiert und spielte dort u.a. bei Luc Bondy, Robert Wilson, Klaus Michael Grüber, George Tabori, Jürgen Kruse, Peter Stein und auch schon bei Jürgen Gosch. Ab 1994 arbeitete er am Schauspielhaus Zürich mit Dieter Giesing und Werner Düggelin zusammen, zuletzt war er am Schauspielhaus Bochum fest engagiert und ist seit der Spielzeit 2006/07 festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin.

Aktuell ist er hier in Martin Heckmanns Ein Teil der Gans (Regie: Philipp Preuss) und in drei Inszenierungen von Jürgen Gosch zu sehen: neben dem Sommernachtstraum in Yasmina Rezas Im Schlitten Arthur Schopenhauers und Roland Schimmelpfennigs Das Reich der Tiere.

Mit Jürgen Gosch verbindet ihn eine intensive Arbeitsbeziehung, so war er auch in dessen Macbeth am Düsseldorfer Schauspielhaus und in "Unten" am Schauspielhaus Hamburg zu sehen. 

Der mit dem Eysoldt-Preis verbundene Preis für junge Regisseure geht an Jette Steckel für ihre Inszenierung von Edward Bonds Gerettet am Hamburger Thalia Theater. Klaus Völker, als alleiniger Kurator in der Nachfolge von Kurt Hübner hatte seine Entscheidung unter knapp 30 Arbeiten von insgesamt 12 jungen RegisseurInnen getroffen.

Die Verleihung des Eysoldt-Preises findet am 15. März im Parktheater Bensheim statt.

(dip)


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