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Ci siamo – hier sind wir

Rom, 5. Juli 2014. Grundlage für die offene Diskussion sind die folgenden Punkte, die in den Arbeitstreffen und in den Versammlungen der letzten Tage, und in Zusammenarbeit mit der Künstlergemeinschaft sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern formuliert worden sind.

Es ist ein erster Arbeitsentwurf, auf dessen Basis ein gemeinsames Schriftstück entwickelt werden soll.

Es ist der Beginn für die konkrete Umsetzung eines künstlerisch offenen und mitbestimmenden Theaters im Teatro Valle, in welchem wir die wertvollen Erfahrungen, die wir in diesen letzten drei Jahren gesammelt haben, einbringen wollen.

Wie in den Sitzungen vereinbart, nimmt an der ersten Arbeitssitzung mit dem Teatro di Roma eine Delegation der Stiftung Teatro Valle Bene Comune teil, die aus einer Vertretung von Gründungsmitgliedern, Beiräten, Sozialeinrichtungen, europäischen Institutionen, römischen Theatergruppen, Künstlern und Juristen besteht, die den lebenden Körper der Stiftung bilden.

Unter ihnen: Giuliana Aliberti (Rechtsanwältin); Andrea Baranes (Banca Etica); Gaia Pallottino (Lenkungsausschuss der Bewohner der Altstadt); Maria Rosaria Marella (Juristin und ein Teil der verfassungsgebenden Versammlung der Beni Comuni); Tomaso Montanari (Kunsthistoriker); Giorgina Pilozzi (Angelo Mai); Marianna Salzmann (Gorki Theater, Berlin).

Dies sind die Punkte, die wir der Diskussion voranstellen:

1. Eine Vereinbarung, die die Inhaberschaft des Theaters festlegt, und die für das Kulturassessorat der Hauptstadt Rom, für das Teatro di Roma und für die Stiftung Teatro Valle Bene Comune bindend und öffentlich wirksam ist

2. Ziel der Vereinbarung ist die Umsetzung eines experimentellen Vorhabens, das mit dem Teatro Valle ein partizipatives Theater für die Zukunft vorsieht

3. Für die Umsetzung dieses Partezipativen Theaters steht die gemeinnützige Stiftung Teatro Valle Bene Comune zur Verfügung

4. Die zeitliche und formale Ausrichtung des experimentellen und partezipativen Theaters sollen mit diesen folgenden Zielen vereint werden:

            - die Erforschung und Ausarbeitung von innovativen Modellen für die Gestaltung             kultureller Praxis, die künftig zur Anwendung kommen sollen

            - ein Theater, das von einer Künstler-, Arbeiter- Theater- und Kulturgemeinschaft             geleitet wird und das auf einer Entscheidungsbeteiligung der Bürgerschaft basiert

            -  die Aufwertung des rechtlichen Status des Gemeinwohls „Beni Comuni“ als einer             Erfahrung der Teilnahme.

5. Die Verpflichtung, mit der Theaterleitung die anstehenden Vorbereitungen und Arbeiten sobald wie möglich abzustecken und anzugehen, damit das Theater für die Stadt sobald wie möglich wieder offen ist

6. Einen Zeitpunkt für die Unterzeichnung einer Vereinbarung festzulegen, die eine rechtlich gesicherte und unumstößliche Gewähr darstellt, um den Status der Besetzung für das Teatro Valle aufzulösen 

7. Dass die Inhaberschaft des Teatro Valle für 100 Jahre von 2011 an bestehen bleibt.

Aus dem Italienischen übersetzt von Maxi Obexer und Anna Gubiani

Hintergrund:

Theaterbrief aus Italien – Marianna Salzmann berichtet aus dem von der Räumung bedrohten Teatro Valle in Rom