Der Alptraum aller Politisch-Korrekten

New York, 10. November 2007. Der amerikanische Schriftsteller Norman Mailer ist am Samstagmorgen an den Folgen einer Lungenkrankheit gestorben. Der mit zwei Pulitzer-Preisen ausgezeichnete Mailer gehörte zu bedeutendsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts, dessen glamouröse, sexualisierte Oberflächen er mit ebenso plakativer Abgründigkeit zu schildern verstand, wie seine blutigen Kehrseiten, Kriege und inneren Verwüstungen.  

Einer der letzten Kortner-Männer

9. November 2007. Wie Spiegel online mit Berufung auf die Nachrichtenagentur ap meldet, ist der Schauspieler Romuald Pekny mit 87 Jahren in einem Linzer Krankenhaus gestorben.

Kulturstolz in Sachsen

Dresden, 8. November 2007. Wie der Theaterkanal mit Berufung auf die Nachrichtenagentur ddp meldet, hat der sächsische Landtag am Mittwoch das Kulturraumgesetz einstimmig bis 2011 verlängert. Allerdings muss das Gesetz noch an die Neugliederung von Landkreisen und kreisfreien Städten durch die Verwaltungsreform angepasst werden.

Das in Deutschland einzigartige Kulturraumgesetz – es wurde in Sachsen 1993 eingeführt – regelt die Finanzierung kultureller Einrichtungen durch Landkreise und Städte. Nur in Sachsen ist es bisher gelungen, das jeweilige Umland an der Finanzierung von Museen, Orchestern und Theatern in den städtischen Ober- und Unterzentren zu beteiligen. Und nur durch diese solidarische Finanzierung, in der auch wohlhabendere Umlandgemeinden für jenes Angebot mit aufkommen, das ihre BürgerInnen nutzen, konnten desaströse Unterfinanzierungen wie etwa in der Theaterlandschaft des Nachbarlandes Thüringen in Sachsen vermieden werden.

( jnm)

 

Ein idealer Gatte

Hamburg, 8. November 2007. Joachim Lux, Intendant des Hamburger Thalia Theaters ab der Spielzeit 2009/2010, hat den flämischen Regisseur Luk Perceval als Leitenden Regisseur verpflichtet.

Her mit der Weltdramatik!

Hamburg, 8. November 2007. Gerhard Jörder, Theaterkritiker der ZEIT und  versierter Moderator, wird Alleinjuror der Autorentheatertage 2008 am Hamburger Thalia Theater. Er bittet um Einsendung von Stücken, die "Mehr Inhalt, weniger Kunst!" bieten, wie es im "Hamlet" heißt. Die "groß erdacht und erfahren, nicht nur gut gemacht oder gut gemeint" sind. Welthaltige Dramen, Texte von Format.

Fakten, Fakten, Fakten 

Köln, 7. November 2007. Statistik braucht Zeit. Im August diesen Jahres hat der Deutsche Bühnenverein die Werkstatistik der Spielzeit 2005/2006 herausgebracht, und da uns das seinerzeit nicht unterkam, wollen wir die Liste der meistgespielten Schauspiele in Deutschland zumindest jetzt melden.

Die komisch Ernste

Hamburg, 29. Oktober 2007. An der Seite von Loriot wurde sie berühmt, in Fernsehfilmen wie "Traumschiff" und "Schwarzwaldklinik" zur Volksschauspielerin: Evelyn Hamann war eine unverwechselbare Komikerin, die in ihren Rollen das Leben stets wie eine urernste und tragikomische Angelegenheit aussehen ließ. Jetzt ist sie, wie Spiegel online meldet, im Alter von 65 Jahren gestorben.

Deutschland in seiner Arschigkeit

Berlin, 27. Oktober 2007. Frank Castorf ist wieder da (falls er je weg war). In einem großen Interview mit Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung (27.10.) gibt er sich angriffslustig wie eh und je. Von einer Krise an der Volksbühne will er nichts – oder nicht viel – wissen; die Stimmung am Haus sei gut: "Da singen Leute, die dafür nichts kriegen. Die sind auf der Bühne, und die sind fröhlich".

Es darf wieder eingesandt werden!

Berlin, 26. Oktober 2007. Die Berliner Festspiele suchen für den Stückemarkt des Theatertreffens im nächsten Mai Dramen aus ganz Europa. Neue, noch unaufgeführte Dramen natürlich. Veröfffentlicht aber dürfen sie sein, auch Theaterverlage dürfen einsenden.

Beispielhaft

Osnabrück, 23. Oktober 2007. Die Stiftung des Verbandes Deutsche Bühnen- und Medienverlage hat den diesjährigen Preis der Deutschen Theaterverlage an das Theater Osnabrück verliehen. Dem Theater sei es gelungen, innerhalb der Rahmenbedingungen eines mittelgroßen Drei-Sparten-Hauses "mutig und einfallsreich ein Repertoire mit überwiegend neuen Werken aufzubauen" und dabei beständig die Zuschauerzahlen zu steigern, wie es in der vom Theater selbst verbreiteten Jurybegründung heißt.