Urgestein der Hamburger Kulturszene

Hamburg, 11. Juni 2020. Der Kabarettist, Schauspieler und Theatermacher Eberhard Möbius ist am gestrigen Mittwoch im Alter von 93 Jahren verstorben. Das meldet unter anderem der NDR. Möbius war in Hamburg vor allem bekannt als Gründer und "Kapitän" des Theaterschiffs, des "einzigen seetüchtigen Schiffstheaters in Europa". Seit 1975 wird auf dem Liegeplatz des Schiffs im Nikolaifleet Theater gespielt, unter anderem traten hier Gert Fröbe, Heinz Reincke, Helmut Qualtinger und Senta Berger auf. Darüber hinaus reiste das Schiff auf Gastspielen etwa zur Kieler Woche, nach Bremerhaven und Helgoland.

Handeln unter Spardiktaten

Schwerin, 10. Juni 2020. Der bisherige Operndirektor des Deutschen Nationaltheaters Weimar Hans-Georg Wegner wird neuer künstlerischer Intendant des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin Spielzeit 2021/2022. Er übernimmt die Leitung gemeinsam mit Christian Schwandt, der die Geschäftsbelange führen wird und zuletzt geschäftsführender Direktor am Theater Lübeck war. Das meldet unter anderem das Schweriner Nachrichtenportal schwerin-lokal.de.

Mitgründerin des Prinz Regent Theaters Bochum

Tübingen, 10. Juni 2020. Die Schauspielerin, Kabarettistin, Regisseurin, Autorin und Mitgründerin des Prinz Regent Theaters Bochum, Petra Afonin, ist am 9. Juni 2020, an ihrem 65. Geburtstag, in Tübingen verstorben. Das teilt das Umfeld der Künstlerin mit.

Berlin (Ost) - Bern - Ingolstadt

9. Juni 2020. Der Schauspieler, Regisseur und Intendant Wolfram Krempel ist tot. Das geht aus Berichten verschiedener Medien hervor, unter anderem dem in Ingolstadt erscheinenden Donaukurier. In Ingolstadt war Krempel von 1995 bis 2001 Intendant des Stadttheaters.

Distanz abbauen

Berlin, 8. Juni 2020. Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) spricht sich für Corona-Tests für Theater-Mitarbeiter*innen aus, um einen Spielbetrieb ohne Masken und Abstandsregeln zu ermöglichen. In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (DPA), aus dem heute unter anderem Die Welt zitiert, sagte Lederer: "Wenn wir unsere Einrichtungen wieder öffnen, dann möchte ich, dass zumindest so viel künstlerische Freiheit existiert, dass man keine Maskenspiel-Pläne machen muss. Jedenfalls dann nicht, wenn die Stücke keine Masken vorsehen." Beispielhaft sei für Lederer hier die Fußball-Bundesliga, die ihre Spieler regelmäßig testen lässt, um Infektionen auszuschließen.

Häuser nehmen die Herausforderung an

"Unser Ziel ist, dahin zu kommen, dass unsere Einrichtungen in der Lage sind, mit solchen Teststrategien künstlerische Freiräume zu haben, um spielen zu können", so Lederer. Die ökonomischen Probleme durch die coronabedingt geringen Platzkapazitäten im Zuschauer*innenraum könnten hierdurch gleichwohl nicht aufgefangen werden. Hier seien die Häuser gefragt, zugleich kreativ und verantwortungsvoll vorzugehen: "Man muss sich unter den gegebenen Bedingungen schon überlegen, ob alles, was massive Anwesenheit von künstlerischem Personal auf Bühnen erfordert, jetzt die richtige Entscheidung ist." Diese "Herausforderung nehmen unsere Häuser an", sagt Lederer, "und das ist schön".

Der Kultursenator hoffe darauf, dass die Theater zum Herbst corona-adaptierte Spielpläne präsentierten, mit denen sie "dann hoffentlich stabil über die nächste Spielzeit kommen". Um die Berliner Kulturlandschaft sorge er sich demnach langfristig nicht: "In Berlin wurde vieles immer mal wieder totgesagt und hat sich trotzdem in neuer Form anderswo wieder- und weiterentwickelt."

(DPA / Die Welt / jeb)

 

 Weiter in Führung

6. Juni 2020. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Hagen hat den Vertrag des Theaterintendanten, Francis Hüsers, bis Sommer 2025 verlängert. Das gab das Theater Hagen heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Um- und Neubau bis 2024

4. Juni 2020. Das Tanzhaus NRW soll saniert und mit einem Neubau erweitert werden. Das teilt die Stadt Düsseldorf mit. Das Projekt mit geschätzten Gesamtkosten von rund 18,5 Millionen Euro wird von Düsseldorf und dem Land Nordrhein-Westfalen finanziert, Nordrhein-Westfalen übernimmt mit 6,15 Millionen Euro die Hälfte der Kosten für den Neubau.

Eine 1 mit 9 Nullen

4. Juni 2020. Am Mittwochabend hat die Deutsche Bundesregierung ein Konjunkturpaket beschlossen. Dieses sieht auch die Einrichtung eines Kulturinfrastrukturfonds vor. Eine Milliarde Euro sollen eingesetzt werden.

"Smarte Rettung"

Berlin, 3. Juni 2020. Um die Auswirkungen der Corona-Krise zu mindern und die Zeit bis zu einer Normalisierung des Spielbetriebs zu nutzen, wird die für 2022 geplante Sanierung des Berliner Friedrichstadt-Palasts vorgezogen. Wie Berlins Senatsverwaltung für Kultur und Europa mitteilt, soll die Lüftung erneuert werden.

Kleists Männer

Mannheim, 3. Juni 2020. Necati Öziri wird in der Spielzeit 2020/2021 neuer Hausautor am Nationaltheater Mannheim. Wie das NTM mitteilt, hat er im Auftrag des Hauses bereits ein neues Stück geschrieben, das im Januar 2021 in der Regie von Sapir Heller im Schauspielhaus uraufgeführt wird. "Gott Vater Einzeltäter – Operation Kleist" setzt sich – wie bereits Die Verlobung in St. Domingo – Ein Widerspruch mit dem Werk Heinrich von Kleists auseinander, insbesondere mit dessen Männerbild.