Zürcher Theater Spektakel – Auch in Corona-Zeiten will Zürichs großes Sommerfestival nah an den Fragen der Gegenwart bleiben

Komm, wir spielen Pandemie

Protestant – Die Schweizer Compagnie Jours Tranquilles beim Zürcher Theaterspektakel

Lachtraining unter Plastikpalmen

von Felizitas Ammann 

Zürich, 28. August 2007. Jours Tranquilles, ruhige Tage, so nennt sich die Compagnie in bewusster Verdrehung der Tatsachen, denn seit bald zehn Jahren macht sie – je nach Deutungsart – mit kraftvollen bis geschmacklosen Abenden von sich reden. "Den Körper des Zuschauers genauso ansprechen wie seinen Kopf", das wollen die Lausanner und greifen dafür auch zu gewalttätigen Themen und viel Theaterblut. Schonungslose Identifikation ist ihr Ziel, bis sich der Zuschauer den eigenen Begierden und Leidenschaften gegenüber sieht. Oder wie Regisseur Fabrice Gorgerat es in seinen "notes d'intentions" formuliert, bis zum "Augenblick, in dem Bestie und Philosoph im Menschen ihre Kräfte messen". Das klingt nach Ideen aus den Sechzigern und Ästhetik aus den Achtzigern – tatsächlich aber vertritt die "Cie. Jours Tranquilles" eine junge Schweizer Theatergeneration.