Pro Quote Berlinale

von Lara-Sophie Milagro

26. Februar 2019. 69. Internationale Filmfestspiele in Berlin und ich freue mich. Die erste Berlinale, an der ich wieder richtig teilnehme, seit ich vor zwei Jahren Mutter geworden bin. Ich habe Einladungen zu zahlreichen Veranstaltungen und mein Mann arbeitet auf dem European Filmmarket, das heißt günstige Tickets zu Filmen aus aller Welt. Läuft!

Daheim zu Gast

von Lara-Sophie Milagro

22. Januar 2019. Neulich bei Label Noir, das Telefon klingelt. Für ein Stück gegen Fremdenfeindlichkeit wird "eine Afrikanerin" gesucht, ob wir einen Tipp hätten. "Aus welchem Land? – "Egal, Hauptsache Afrika und mit sehr guten Deutsch-Kenntnissen." – "Da fällt mir jetzt ad hoc niemand ein." – "Könnten Sie uns vielleicht den Kontakt zu Schauspielerin x geben?" – "Die ist aber Amerikanerin." – "Ach so, ja, das geht auch." – "Sie spricht aber nicht akzentfrei Deutsch." – "Schauspielerinnen y und z, die wir auf Ihrer Website gesehen haben, fänden wir auch passend." – "Ach so, dann suchen Sie Deutsche?" – "Nein, Schwarze." Loriot lässt grüßen.

Mütter, Nannys, Babynahrung

von Lara-Sophie Milagro

4. Dezember 2018. Meine zweijährige Tochter ist frech, klug und natürlich das schönste Kind der Welt: blonder Afro, veilchenblaue Augen und ewig lange Wimpern. Wie es sich für ein Schauspieler-Kind gehört, zeichnen sich zudem bereits performativ-theatrale Vorlieben ab. Auf dem Wickeltisch wird mit Luft-Mikro gesungen, vor dem Spiegel verschiedene Arten des Weinens auf ihre Wirkung hin überprüft, sie dreht mit unseren Handys Selfie-Videos und neulich haben wir ganz unzweifelhaft ein Heiner Müller-Zitat aus ihren ansonsten noch unzusammenhängenden Sätzen heraushören können ("Optimismus ist nur ein Mangel an Information"). Seitdem steht fest: Das Kind muss auf eine Bühne und vor die Kamera, natürlich unter den wachsamen Augen ihrer stolzen Mutter.

Nicht ohne mein Integrationsstipendium

von Lara-Sophie Milagro

16. Oktober 2018. Ich komme nach einem langen Sommer im Ausland zurück in das Land, von dem ich eigentlich immer dachte, es sei meine Heimat, und habe das Gefühl im falschen Theaterstück gelandet zu sein. In einer vorgezogenen Fastnachtsposse. Protagonisten sind ein als Demokrat verkleideter Neonazi, der sich von Hitlerreden inspirieren lässt, und sein Lakai, der den Tierkundler gibt und gegen die sogenannte Integration hetzt ("Einen Fuchs kann man nicht in den Hühnerstall integrieren", Martin Kohlmann, Pro Chemnitz). Ein Narr hat sich derweil als Innenminister verkleidet und schachert fröhlich mit Ministerialposten. Das Kabinett als Karnevalsverein. Alaaf, Herr Maaßen!