Kay Wuschek – Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2009, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Es gab eine ganze Reihe beeindruckender Momente und Erlebnisse. Meist gingen sie vom Schauspieler/von der Performerin/den Akteuren aus und hatten viel mit den unterschiedlichen Ansätzen von Darstellung und Kommunikation in der Herstellung einer Inszenierung zu tun.

An fremden Häusern:

1. Perfekt (Gewesen) von TWO FISH im HAU - rhythmisch hervorragend, leicht, offen, genau und bis in die Prügelszenen urkomisch.

2. Ferienlager - Die 3. Generation in der Regie von Lukas Langhoff am Ballhaus Naunynstrasse - beste Arbeit mit jugendlichen Laien und von hoher inszenatorischer Qualität.

Oliver Reese – Schauspiel Frankfurt, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2009, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Das außergewöhnlichste Theatererlebnis war die letzte Inszenierung, die Jürgen Gosch noch hat machen können: Idomeneus von Roland Schimmelpfennig am Deutschen Theater – ihre Entstehungsgeschichte, ihre Probenzeit – und schließlich die Premiere. Ich könnte lange davon erzählen. In Stichworten: diese Aufführung war nicht geplant. Ich hatte Gosch – nach der krankheitsbedingten Absage seiner "Carmen" und nach dem berauschenden Erlebnis seiner Arbeit an der "Möwe" – am Krankenbett eine neue Arbeit angeboten. Irgendwie dachte ich mir, er wird arbeiten, nicht nur kranksein wollen.

Ulrich Khuon – Deutsches Theater Berlin, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Drei von vielen schönen Theatereindrücken des letzten Jahres: Wie Ursula Werner in Armin Petras' Inszenierung von Einar Schleefs Abschlussfeier als Leiterin der Internationalen Jugendherberge an der Ostsee unaufgeregt, trotzig und durchaus verschmitzt von den kleinen täglichen Selbstbehauptungsversuchen ihres Berufsalltags spricht, das ist großartig. Das Ensemble von Idomeneus, sein Autor Roland Schimmelpfennig und der Regisseur Jürgen Gosch beweisen, was das ist, "Begegnung auf Augenhöhe".

Holger Schultze – Theater Osnabrück, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2009, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Da gibt es mehrere. Zum einen Der Prozess in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg, welche ich dieses Jahr beim Theatertreffen gesehen habe. Hier wird mit einer Körperlichkeit und Abstraktion gespielt, die einfach hinreißend ist.