Schulpakete auch für Theater

27. April 2018. Im Herbst 2016 begründeten der Dramaturg Harald Wolff und der Bühnen- und Kostümbildner Gregor Sturm im Zusammenhang mit dem Ensemble Netzwerk, der Dramaturgischen Gesellschaft und dem Bund der Szenografen die Aktion "40.000 Theatermitarbeiter*innen treffen ihre Abgeordneten" – als Aufforderung an Theaterleute, in einer breiten Informationskampagne Politiker*innen darüber aufzuklären, was Theater alles leisten und unter welchen Bedingungen sie es tun. Im Herbst 2017 ging die Aktion in eine zweite Runde – Zeit, einen der "informierten Abgeordneten" zu fragen, was er aus dem Zusammentreffen mit den Theaterleuten gelernt hat und was für Vorschläge er für die Verbesserung der Theaterarbeit hat. Sophie Diesselhorst hat den Essener SPD-Bundestagsabgeordneten Dirk Heidenblut in Berlin getroffen.

Lebbares Modell gesucht

23. April 2018. Als Joachim Lux, Intendant des Hamburger Thalia Theaters, vor einer Woche seinen Spielplan für die Saison 2018/2019 vorstellte, sprach er auch von einem Mitbestimmungsmodell in seinem Haus. Mehr "Mitspracherecht in künstlerischen Fragen" durch die Bildung eines entsprechenden Gremiums sei geplant, berichtete das Hamburger Abendblatt. Georg Kasch hat nachgefragt.

Von diversen Zukünften

21. April 2018. Überstürzt ging es zu Ende: Nachdem über die Berufung des Kunstkurators Chris Dercon zum Theaterintendanten an der Berliner Volksbühne drei Jahre lang erbittert gestritten wurde, ist er Mitte April von seinem Amt zurückgetreten – früher als erwartet. Um die Causa Volksbühne geht es in der April-Ausgabe von "Der Theaterpodcast". Ein weiteres Thema ist das Verhältnis von Theater, Gesellschaft und Digitalisierung. Außerdem sprechen Susanne Burkhardt und Elena Philipp über Beispiele von Theater als "Staatsmedium" in Rechtsruck-Ländern.

Propaganda mit Kunstanstrich

von Sophie Diesselhorst

17. April 2018. Heute mal ein Blick ins Kinder- und Jugendtheater, wo bekanntlich die Fundamente unseres kulturellen Verständnisses gebildet, in den höheren Altersgruppen auch verhandelt werden. Wo die politischen Verhältnisse gewissermaßen an der Grasnarbe zu packen sind.

#Wakingthefeminists war der Wendepunkt

19. April 2018. Seit Anfang der laufenden Spielzeit ist Selina Cartmell Intendantin des geschichtsträchtigen Gate Theatre in Dublin (wo u.a. Orson Welles seine Schauspielkarriere begann). Ihre Berufung fällt in eine Zeit, in der die irische Kulturszene sich seit 2015 unter dem Label #Wakingthefeminists selbstkritisch zum Thema Geschlechtergerechtigkeit befragt und zunehmend Frauen auf vorher vorwiegend männlich besetzte Leitungspositionen gelangen. Cartmell ist selbst Regisseurin – zu einer weiblichen Perspektive aufs Theatermachen, ihre Forderung nach einer Frauenquote und dem Erfolg von #Wakingthefeminists hat Sophie Diesselhorst sie befragt (read the interview in English here).

"#Wakingthefeminists has been a watershed"

19. April 2018. Selina Cartmell is Artistic Director of The Gate Theatre, Dublin since the beginning of the current season (founded in 1928, The Gate has been home to many famous artists, among others Orson Welles, who started his acting career here). Cartmell's appointment came in the middle of a debate about gender equality in Irish cultural life. Since 2015, the #Wakingthefeminists movement has been campaigning for more women in leading positions and a quota. Sophie Diesselhorst has asked Selina Cartmell about the possibilities of this movement for theatre – and her feminist perspective as a director (deutsche Übersetzung des Interviews hier).

Längst nötige Konsequenz

von Esther Slevogt

Berlin, 13. April 2018. Jetzt wurde also die Notbremse gezogen. Spät, aber hoffentlich nicht zu spät, sowohl für die Berliner Volksbühne als auch für Chris Dercon. In Folge einer beispiellosen kulturpolitischen Fehlentscheidung hatte Dercon erst zu Beginn dieser Spielzeit die Nachfolge von Frank Castorf als Intendant am Rosa-Luxemburg-Platz angetreten.

Sündenböcke und der Stoff, aus dem Legenden sind

von Sabine Leucht

München, 13. April 2018. Etwas Besseres als die Willenskundgebung der CSU gegen seine Vertragsverlängerung hätte Matthias Lilienthal gar nicht passieren können. Denn seit er diese offiziell zum Anlass dafür genommen hat, seine Intendanz der Münchner Kammerspiele über 2020 hinaus nicht zu verlängern, sind ihm kulturpolitische Aufschreie und Solidaritätsbekundungen sicher. Die Debatte über das, was er in bis dato gut zweieinhalb Spielzeiten in München auf die Beine gestellt hat, ist in sichere Fahrwasser zurückgekehrt: Hier das konservative München, dort die Berliner Avantgarde, das alte deutsche Sprech- gegen das internationale Performancetheater, Museum gegen lebendige Veränderung, schwarz gegen bunt. Und noch klarer: Politische Einmischung gegen die Freiheit der Kunst. Wer könnte sich da ernsthaft auf die andere Seite schlagen?

Wir entscheiden, was sich ändert

28. März 2018. Wie sieht es aus mit der Präsenz von Frauen am Theater und mit Frauenfiguren auf den Bühnen? Wir haben nachgefragt bei der Regisseurin Pınar Karabulut, die in ihren Arbeiten die weibliche Perspektive stärkt. (Die Fragen stellte Esther Slevogt per Email.)

Guten Morgen, Österreich!

von Andrea Heinz

Wien, 22. März 2018. Es gab mal eine Zeit, da ging man auf die Barrikaden. Heute gibt es eine Debatte.

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