Glitzer

von Teresa Präauer

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10. Februar 2015. Wenn es Glitzer schneit, stehen die Schauspielerinnen und Schauspieler manchmal auf der Bühne wie Goldmarie und Pechmarie. Die winzigen, reflektierenden Partikel aus Plastik sind beharrlich aus der Trickkiste der kleinen Kindergeburtstage und der großen Tanz-Revuen geflattert, hinüber ins zeitgenössische Theater.

Sie merken's nicht mal!

von Wolfgang Behrens

3. Februar 2015. Als ich noch ein Zuschauer war, da hasste ich die Kritiker. Nicht alle, aber doch viele von ihnen. Denn sie waren alt, und sie schrieben nicht über das Theater, das ich sah. Das heißt, natürlich schrieben sie über das Theater, das ich sah, aber sie sahen es nicht. Was sie sahen, diese Herren Iden, Henrichs und Stadelmaier (die Ältesten unter uns werden sich ihrer noch entsinnen, etwa dann, wenn sie morgens die Frankfurter Allgemeine aufschlagen), das war ihre Erinnerung an Aufführungen, die sie vor langer, langer Zeit gesehen hatten. Für das großartige, fantastische, bewegende, aufregende, bewunderungswürdige, grundstürzende, einfach nur geile Theater, das gerade hier – HIER! – und jetzt – JETZT! – stattfand, hatten sie kein Auge und kein Ohr.

Jetzt wird nicht mehr gebrabbelt!

von Dirk Pilz

27. Januar 2015. Kürzlich hat Ulrich Matthes mit der "FAS" gesprochen, das ist eine Wochenzeitung. Er hat gesagt, das RTL-Dschungelcamp gehöre "zu den absolut gelungenen Formen von Unterhaltung". Interessant. Kurz davor hat Matthes mit dem Spiegel geredet, ein Nachrichtenmagazin. Ähnlich wie in der Kunst, meinte Matthes, solle es im Journalismus um die Förderung von "Empathie" gehen, darum, "den Menschen und die Dinge in ihrer Widersprüchlichkeit zu zeigen, in der Reichheit dessen, was möglich ist". Genau. Das sollten sich alle Dschungelcampberichterstatter dringend zu Herzen nehmen, Theaterkritiker sowieso.