Seit Dezember neuer Schwung in der Debatte

24. März 2010. In der taz von heute berichtet Alexander Haas, dass die Debatte über Neubau oder Sanierung des Kölner Schauspielhauses in ihre heiße Phase eingetreten sei. "Alles schnurrt hin auf den 13. April", jenen Tag, an dem der Stadtrat auf einer Sondersitzung tagen wird, weil die Initiative "Mut zu Kultur" mit ihrem Bürgerbegehren gegen den vom Rat im Dezember beschlossenen Neubau erfolgreich war.

Eine gewisse Selbstverliebtheit

21. März 2010. Auf Welt-Online untersucht Stefan Keim noch einmal das Scheitern von Elmar Goerden als Bochumer Intendant, weist aber auch auf Meriten wie die Förderung junger Regisseurinnen von Jorinde Dröse bis Anna Bergmann hin. Insgesamt aber könne Goerden Bochum im Sommer erhobenen Hauptes verlassen.

Reduzieren, verkleinern

21. März 2010. "Döblins Biberkopf mit Ex-Häftlingen, Euripides' Medea mit Migrantinnen oder, sagen wir mal, Shakespeares 'Othello' mit Afrikanern", im heutigen Tagesspiegel setzt sich Christine Wahl mit dem grassierenden Wirklichkeitswahn auf deutschen Bühnen auseinander.

Geistesumnachtet

14. März 2010. In der österreichischen Zeitung Die Presse (14.3.) hat die Regisseurin Andrea Breth im Gespräch mit Norbert Mayer denkbar deutlich ihr grundsätzliches Unbehagen an den Kritikern kundgetan: "Kritiker ist ein vermessener Beruf. Man hört und sieht sich eine Sache, die monatelang vorbereitet wurde, einmal an und bildet sich sofort ein Urteil. Da ist man sowieso auf der Verliererseite. Das ist völlig irrational. Die erste Kunst des Kritikers besteht doch in der Beschreibung. Untergriffe finde ich indiskutabel."

Wider alle Konventionen

12. März 2010. Als "Purist der Freiheit" portraitiert Stefan Keim in der Tageszeitung Die Welt (12.3.2010) den New Yorker Theatermacher Richard Maxwell, der morgen in Bonn sein neues Stück Das Mädchen uraufführt. Seine Aufführungen seien sperrig und spröde. Schauspieler sollten bei ihm nicht brillant sein, oft behielten sie den ganzen Abend lang einen Tonfall. Weder Bühnenbilder, noch Beleuchtungseffekte, oft nicht einmal Bewegungen sollten von Texten und Geschichten ablenken. Die Zuschauer könnten sich Maxwell-Abende anschauen wie Installationen. Niemand soll vorgegeben werden, was er fühlen soll. "Die emotionale Frage muss ungelöst bleiben.

Phantomschmerz

10. März 2010. Die heutige Klage über die Zersprengtheit des einstigen Volksbühnenensembles erschallt von Matthias Heine in der Welt. Herbert Fritsch und Astrid Meyerfeldt in Oberhausen, Milan Peschel im Maxim Gorki, Sophie Rois mit Pollesch unterwegs oder in Leipzig, und Kathi Angerer, ach!

Zur Garderobe umfunktionierte Darkrooms

24. Februar 2010. In der Frankfurter Rundschau berichtet Oliver Reese , wie er vor zwei Jahren zum ersten Mal ins Berghain ging, ein Tipp seiner sich gerade im clubfähigen Alter befindlichen Tochter. "Der erste Eindruck ist atemberaubend, überwältigend, unvergleichlich. Man wähnt sich eher in der Bronx als in der eigenen Hauptstadt, wie Herzog Blaubarts Burg, beleuchtet von David Lynch, liegt das ehemalige Heizkraftwerk auf einer Anhöhe im Nowhereland hinterm Ostbahnhof. Hat man es hinein geschafft, beginnt Phase 2 der Überwältigung. Der gigantische, absolut einmalige Ort ist durchgearbeitet bis ins letzte Detail. Kein Licht ist zufällig gesetzt, kein Zementsofa ohne Bedacht aus Fundstücken entworfen."

Sachen in den Kopf gebeamt

7. Februar 2010. Die Performance Hitlerine, die Anne Tismer mit Alexis Brug in der Berliner Volksbühne entwickelt hat, stellt manchen Freund geschlossener Formen vor Rätsel. So auch Volker Corsten, der sich die Sache im Interview in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (7.2. 2010) noch einmal erklären ließ und in diesem Zusammenhang auch einiges andere erfuhr. Zum Beispiel von Anne Tismers Abneigung gegen das Aufsagen von Texten toter Männer.

Ein Drama, das gewissermaßen als Parabel funktioniert

31. Januar 2010. Das ganze Wochenende wurde in Wuppertal für den Erhalt des Schauspielhauses  demonstriert, dessen geplante Schließung zum Symbol für die Strukturkrise der deutschen Theaterlandschaft geworden ist. Auf Spiegel-Online (31.1.2010) berichtet Olaf Sundermeyer von den Demonstrationen und den sie flankierenden kostenlosen Kulturangeboten.