Was auf dem Spiel steht

22. September 2018. Der Kölner Professor für Theaterwissenschaft Peter W. Marx beschäftigt sich in der taz (22.8.2018) mit der Absage der beiden Produktionen "SLĀV" und "Kanata" des kanadischen Regisseurs Robert Lepage. Die Produktionen waren kritisiert worden, weil sie zwar von Sklaverei bzw. der Unterdrückung indigener Bevölkerung handelten, aber nur oder fast nur von Weißen gespielt würden, wodurch die Produktion die Marginalisierung der indigenen Künstler*innen fortsetze.

Abschaffen!

18. August 2018. Die Debatte um Stefanie Carps Ruhrtriennale reißt nicht ab. Nun fordert Manuel Brug in der Welt (17.8.2018) sogar die Abschaffung des Festivals. Allerdings nicht wegen Carp. Die Ruhrtriennale selbst sei "längst überflüssig".

"Ich würde es nicht Angst nennen"

9. August 2018. Im Interview mit der Süddeutsche Zeitung äußert sich Stefanie Carp zur Debatte um ihr Krisenmanagement in der Debatte um die Einladung der Band "Young Fathers" – Unterstützer der israelkritischen Kampagne BDS. (Wir berichteten.) Carp weist Kritik an der Einladung der Gruppe zurück.

7. August 2018

Andere Mehrheiten

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht hat unter der Überschrift "Aufstehen" eine Sammlungsbewegung für die aus ihrer Sicht zersplitterte Linke ins Leben gerufen. Vorsitzender des in Gründung begriffenen Trägervereins ist der Dramaturg Bernd Stegemann, Professor für Theatergeschichte an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Innerhalb von zwei Tagen hat die Bewegung Informationen von Zeit-Online zufolge bereits 36.000 Untrerstützer*innen gewinnen können. U.a. in der in Oldenburg erscheinenden Nord-West-Zeitung haben Wagenknecht und Stegemann nun ein kleines Manifest veröffentlicht.

"Eine katastrophale Doktrin"

5. August 2018. Zwei Inszenierungen des kanadischen Regisseurs Robert Lepage wurden kurzfristig abgesetzt. Es handelt sich um die Arbeiten "Kanata" und "SLAV". In ersterer geht es um den Umgang Kanadas mit seinen Ureinwohnern. "SLAV" beschreibt die FAZ (3.8.2018) als musikalische Erinnerung an die Zeit afroamerikanischer Sklavenarbeit. Die Inszenierung stand schon vor einem Monat in der Kritik. Wir berichteten.

Fehlt das Engagement?

1. August 2018. Kulturstaatsministerin Monika Grütters habe sich in den letzten Jahren "stark der Frage der Frauen in Kultur und Medien angenommen" und viel Lob dafür geerntet, schreibt Petra Kohse in der Berliner Zeitung. Jetzt aber sei die Frage, wie ernst sie es mit diesem Engagement eigentlich in Wirklichkeit meine.

Mehr Aufreger!

23. Juli 2018. Im Tagesspiegel resümiert Christiane Peitz die ersten zehn Jahre von Katharina Wagner an der Spitze der Bayreuther Festspiele. Keine Revoluzzerin sei sie, sondern eine behutsame, auch trotzige Erneuerin, die viele Turbulenzen erlebt habe: 2012 habe der russische "Holländer" Jewgeni Nikitin wegen eines angeblichen Hakenkreuz-Tattoos kurz vor der Premiere ersetzt werden müssen, 2013 erhitzte Frank Castorfs trashiger Ring die Gemüter. Dann wurde Jonathan Meese gefeuert und stattdessen für den Parsifal 2016 Uwe-Eric Laufenberg engagiert.

Kraft der Emotionen

6. Juli 2018. Im Interview mit Alexandra Kedves im Zürcher Tages-Anzeiger spricht Dramatikerin Nino Haratischwili über ihr Verständnis von Theater. Sie finde es "wichtig, dass Figuren zur Sprache kommen, die normalerweise in der Gesellschaft keine Stimme haben. Es ist ein wenig erschreckend, dass post­migrantisches Theater nicht automatisch als Teil der Theaterlandschaft verstanden wird.“

Blackfacing ohne Farbe

4. Juli 2018. Die kanadische Tageszeitung National Post berichtet von öffentlichem Streit um die Ende Juni im Rahmen des Montreal International Jazz Festival herausgekommene Inszenierung "SLĀV" des international bekannten kanadischen Theatermachers Robert Lepage. Das Musical basiert auf Sklavenliedern aus den US-amerikanischen Südstaaten, die von einem fast ausschließlich weißen Cast auf die Bühne gebracht werden.