Fehlt das Engagement?

1. August 2018. Kulturstaatsministerin Monika Grütters habe sich in den letzten Jahren "stark der Frage der Frauen in Kultur und Medien angenommen" und viel Lob dafür geerntet, schreibt Petra Kohse in der Berliner Zeitung. Jetzt aber sei die Frage, wie ernst sie es mit diesem Engagement eigentlich in Wirklichkeit meine.

Mehr Aufreger!

23. Juli 2018. Im Tagesspiegel resümiert Christiane Peitz die ersten zehn Jahre von Katharina Wagner an der Spitze der Bayreuther Festspiele. Keine Revoluzzerin sei sie, sondern eine behutsame, auch trotzige Erneuerin, die viele Turbulenzen erlebt habe: 2012 habe der russische "Holländer" Jewgeni Nikitin wegen eines angeblichen Hakenkreuz-Tattoos kurz vor der Premiere ersetzt werden müssen, 2013 erhitzte Frank Castorfs trashiger Ring die Gemüter. Dann wurde Jonathan Meese gefeuert und stattdessen für den Parsifal 2016 Uwe-Eric Laufenberg engagiert.

Kraft der Emotionen

6. Juli 2018. Im Interview mit Alexandra Kedves im Zürcher Tages-Anzeiger spricht Dramatikerin Nino Haratischwili über ihr Verständnis von Theater. Sie finde es "wichtig, dass Figuren zur Sprache kommen, die normalerweise in der Gesellschaft keine Stimme haben. Es ist ein wenig erschreckend, dass post­migrantisches Theater nicht automatisch als Teil der Theaterlandschaft verstanden wird.“

Blackfacing ohne Farbe

4. Juli 2018. Die kanadische Tageszeitung National Post berichtet von öffentlichem Streit um die Ende Juni im Rahmen des Montreal International Jazz Festival herausgekommene Inszenierung "SLĀV" des international bekannten kanadischen Theatermachers Robert Lepage. Das Musical basiert auf Sklavenliedern aus den US-amerikanischen Südstaaten, die von einem fast ausschließlich weißen Cast auf die Bühne gebracht werden.

Jetzt is' auch mal gut, Alter!

3. Juli 2018. Widerstand regt sich gegen die Sprüche, die Frank Castorf jüngst in der Süddeutschen Zeitung von sich gegeben hat (hier unsere Zusammenfassung).

"Männlicher Zugriff"

1. Juli 2018. Sebastian Hartmanns Inszenierung von "In Stanniolpapier" hat gleich zwei Debatten ausgelöst: die um einen potentiellen Sexismus und die Autoren-Regie-Frage. Den gespielt wird eine stark veränderte Fassung. Woraufhin im Programmzettel das Wort Uraufführung durchgestrichen wurde. Im Interview mit dem "Spiegel" spricht dazu nun Stückautor Björn SC Deigner.

"Das ist mir zu wenig Kunst"

29. Juni 2018. In der Süddeutschen Zeitung erklärt Frank Castorf im Interview mit Christine Dössel, warum während seiner langen Volksbühnenintendanz so wenig Frauen inszeniert haben. "Wir haben eine Frauen-Fußballweltmeisterschaft und eine Männer-Fußballweltmeisterschaft, und in der Qualität des Spiels unterscheidet sich das schon sehr." Regieführende Frauen müssten "dieselbe Qualität haben" wie Regisseure: "Ich war ein großer Verehrer von Pina Bausch, oft kopiert, nie ist einer rangekommen. Nicht jeder, der ein Diplom in Theaterwissenschaft hat, ist dafür prädestiniert, Kunst ausüben zu dürfen und andere Menschen damit zu belästigen. Oder sich schlau hinzustellen und zu sagen: Dieses Stück von Shakespeare geht heute aber gar nicht mehr. Wenn eine Frau besser ist, habe ich nichts dagegen. Nur habe ich so viele nicht erlebt."

Kunst bewegt sich in riskanten Zonen

Berlin, 27. Juni 2018. Im Tagesspiegel äußert sich der Intendant des Deutschen Theater Ulrich Khuon zu den Vorwürfen gegen Sebastian Hartmanns Inszenierung "In Stanniolpapier", die im Rahmen der Langen Nacht der Autoren am DT nicht als Uraufführung, sondern als freie Regie-Version herauskam (zu den Vorwürfen siehe hier die Kritikenrundschau und die Kommentare zur Inszenierung).

Gute Aussichten

Bern, 20. Juni 2018. Lena Rittmeyer schreibt in der Berner Zeitung Der Bund über die Zukunft des Berner Theaterfestivals "Auawirleben". Dabei zieht sie einige interessante Vergleiche zu anderen Schweizer Festivals.