Sektenartige Stadt

8. März 2018. Im Märzheft der Kunstzeitschrift Monopol ist ein Kunstprojekt vorgestellt, das nach Recherchen der Autorin Saskia Trebing die Volksbühnen-Intendanz von Chris Dercon am Rosa-Luxemburg-Platz im Herbst 2017 eröffnen sollte. Warum "Berlins geheimstes Kunstprojekt" (wie es Monopol online etwas marktschreierisch verkündet) nicht realisiert wurde, kann der Text nicht aufklären. Weil sich alle Beteiligten in bedeutungsvolles Schweigen hüllen.

Schattenschläge am Rosa-Luxemburg-Platz

7. März 2018. In Kultur heute auf Deutschlandfunk betrieb Karin Fischer gemeinsam mit der Programmdirektorin der Volksbühne Marietta Piekenbrock Ursachenforschung in Sachen Krise der Volksbühne Berlin (zum Nachhören des ganzen Gesprächs hier entlang).

Nur dann

5. März 2018. "Die Verwandlung des Ensembletheaters in ein Unterhaltungstheater ist nichts anderes als ein sanfter Tod", lässt sich der Regisseur Luk Perceval im Vorfeld seines Burgtheater-Debüts in der österreichischen Kleinen Zeitung zitieren. Es gebe kaum noch Regisseure, die wirklich an einem Ensemble interessiert seien. "Auch am Burgtheater gibt's eine starke hierarchische Kultur, ich erfahre hier keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe", so Perceval. (Das Ensemble des Burgtheaters warf kürzlich seinem ehemaligen Intendanten Matthias Hartmann in einem Offenen Brief Machtmissbrauch vor.) Perceval weiter: Die Angst um die eigene soziale Sicherheit werde größer. "Das ist einer der Gründe, warum ich nicht mehr an große Strukturen glaube, sie gehen kaputt an ihrer eigenen Angstkultur."

Offene Baustellen

1. März 2018. Das von der rot-rot-grünen Landesregierung aufgelegte Sanierungsprogramm für Theater in Thüringen ist angelaufen. Sanierungen am Theater Rudolstadt würden aktuell mit neun Millionen Euro, am DNT Weimar mit sechzehn Millionen und am Theater Meiningen mit 1,4 Millionen Euro gefördert. "Die Theater Altenburg und Nordhausen sollen umfassend mit zehn beziehungsweise 21 Millionen Euro saniert werden", schreibt das Portal für klassische Musik musik-heute.de. Über den Sanierungsbedarf in Altenburg und Nordhausen hatte die Thüringische Landeszeitung (26.2.2018) jüngst in einer Reportage berichtet.

Urfaschismus

1. März 2018. In der ZEIT gibt die Schriftstellerin Ivana Sajko einen Erfahrungsbericht über den Rechtsruck in Kroatien und die Auswirkungen auf die Kulturszene. Im Rückgriff auf den politischen Essayisten Marko Kostanić schreibt sie, "dass in Kroatien heute eine dezentralisierte Zensur wirkt, die durch die Vereinigungen der Kriegsveteranen und der katholischen Kirche im Namen der Regierung umgesetzt wird".

"Hybrid-Tänzer" für ein 50/50-Programm

26. Februar 2018. Im Interview mit Wiebke Hüster von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kündigt der designierte Co-Direktor des Berliner Staatsballetts Johannes Öhman "ei­ne eher dem klas­si­schen Tanz ver­pflich­te­te ers­te Sai­son" an. "Da­nach stre­ben wir das 50/50-Ver­hält­nis an und möch­ten fünf klas­si­sche Aben­de und fünf zeit­ge­nös­si­sche zei­gen."

Radikal sozial

21. Februar 2018. Mit Ulrich Khuon, dem Intendanten des Deutschen Theaters in Berlin und Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, spricht Dirk Peitz für Zeit Online (20.2.2018, online 16:20 Uhr) über Machtmissbrauch am Theater.

Islamkritik in der Tradition von Shakespeare

21. Februar 2018. Für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (21.2.2018) hat Simon Strauß mit dem Dramatiker Ayad Akhtar über "das Theater, Religion und das neue Opium fürs Volk" gesprochen. Wir geben im Folgenden einige Auszüge aus dem langen Gespräch, die sich um das umstrittene Stück "Geächtet" drehen.

Das Leid der Volksbühnen-Gewerke

19. Februar 2018. Petra Ahne hat sich für die Berliner Zeitung (18.2.2018) hinter den Kulissen der Berliner Volksbühne des Neu-Intendanten Chris Dercon umgeschaut. Es ist ein Szenario der Unterbeschäftigung und Ratlosigkeit, das sie zeichnet. Um die zweihundert Mitarbeiter der Gewerke bangen um ihren Job, weil ihre Arbeitskraft für das Programm der Dercon-Volksbühne, für das viele Produktionen von außerhalb eingekauft wurden, nicht benötigt wird.