Schauspiel am Limit

11. Januar 2018. Das Rudolstädter Theater zeigt seinen "Faust_eins" als Gastspiel in Eisenach, und das sechs Mal. Eine Besonderheit, weil bis 2004 eine Landestheater-Kooperation bestand, die aufgekündigt wurde und nun wieder zur Debatte steht. Mehr darüber in der Thüringischen Landeszeitung, wir fassen zusammen.

Den Bruch auflösen

11. Januar 2018. Videospiele gehören seit Langem zur Welt des Theaters – schon allein, weil sich zahlreiche, insbesondere immersive Theaterprojekte auf sie beziehen. Jetzt erklärt Matthias Kreienbrink in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (auf faz.net online veröffentlicht am 11.2.2017) sie gar zum Gesamtkunstwerk: Sie seien "nie ganz abgeschlossen, sind immer in einem Prozess des Werdens". Wagners Begriff meinte ja, Dichtung, Musik, Tanz, Architektur in einer großen Synthese zu verschmelzen, in einem Großprojekt, in dem am Ende auch eine in soziale Gruppen zersplitterte Gesellschaft zusammenkommen sollte. "Ein Kunstwerk für das Volk, aus dem Volk."

Grundeinkommen statt Gießkanne

10. Januar 2018. In der Berliner Zeitung (10.1.2018) macht Petra Kohse grundlegende "Anmerkungen zu den Vorgaben unserer Förderstrukturen", die z.B. von freischaffenden Künstler*innen ohne Budget einen gewissen "Eigenmittel"-Anteil und fast immer detaillierte Angaben zu den geplanten Projekten verlangen (künstlerische Absicht, Probentage, Honorare, Materialkosten, Werbung etc.). Man müsse sich, "um an öffentliches Geld ranzukommen, in Sachen Kameralistik und Antragskunde promovieren" und "so tun, als wüsste man schon im Detail, wie die Sache hinterher aussehen soll, als wäre Kunst kein Weg ins Ungefähre, keine Frage, auf die es nicht unbedingt eine Antwort gibt." Kein*e Kulturpolitiker*in habe "offenbar jemals versucht, die Kunstförderung aus dieser der Kunst widersprechenden Buchungslogik zu befreien."

Es muss nicht so sein

7. Januar 2018. Deutschlandfunk Kultur interviewt die Schauspielerin Maren Kroymann zum Thema Sexismus in der Filmbranche und #MeToo.

Berliner Paradoxien

6. Januar 2018. In einem ausführlichen Beitrag für die Schweizer Wochenzeitung (5.1.2017) identifiziert Tobi Müller im Streit um Chris Dercons Volksbühne Berlin einige Widersprüche. "Castorfs Volksbühne verachtete die Norm. Jetzt muss seine Regentschaft für diese Norm selbst stehen. Es ist so vieles verkehrt an dieser Debatte."

No Billag bedeutet Anarchie

31. Dezember 2017. "Anfang März entscheiden die Stimmbürger über die Initiative 'Zur Abschaffung der Billag-Zwangsgebühren' – doch die Fragen, die dieses Volksbegehren aufwirft, werden die Schweiz das ganze Jahr 2018 und weit darüber hi­naus beschäftigen," schreibt Lukas Bärfuss auf der Online-Plattform der auflagenstarken Schweizer Boulevardzeitung "Blick" (des Ringier-Medienkonzerns), denn diese Fragen werfen aus seiner Sicht ein Schlaglicht auf den Zustand des Landes, seiner Eliten und Institu­tionen.

Privatisierung der Schweizer Debattenkuktur

31. Dezember 2017. Vor ein paar Tagen habe ihn der Ringier-Publizist Frank A. ­Meyer in einem Essay als 'Liliput-Lenin' und 'Parlaments-Verächter' verspottet, schreibt Milo Rau in der Berner Zeitung Der Bund. Daraufhin habe er in seiner letzten Kolumne mit einem Verriss von Meyers Blick'-Videoblog reagiert. Einen Tag später sei er, so Rau weiter, obwohl bereits aus Deutschland angereist, aus dem Ringier-Debattenformat 'Denkwerkstatt' ausge­laden worden.

Nur ein Pausenbrot?

30. Dezember 2017. Die Zeitungen und Rundfunkanstalten ziehen nach einem halben Jahr Dercon-Volksbühne Zwischenbilanz. Hier eine Auswahl an Stimmen kurz zusammengefasst.

Das neuartige Mischwesen

28. Dezember 2017. Im Gespräch mit Barbara Behrendt äußerte sich Chris Dercon auf Deutschlandfunk (26.12.2017) zur Kritik an der gegenwärtigen Praxis der Berliner Volksbühne.