"Das ist mir zu wenig Kunst"

29. Juni 2018. In der Süddeutschen Zeitung erklärt Frank Castorf im Interview mit Christine Dössel, warum während seiner langen Volksbühnenintendanz so wenig Frauen inszeniert haben. "Wir haben eine Frauen-Fußballweltmeisterschaft und eine Männer-Fußballweltmeisterschaft, und in der Qualität des Spiels unterscheidet sich das schon sehr." Regieführende Frauen müssten "dieselbe Qualität haben" wie Regisseure: "Ich war ein großer Verehrer von Pina Bausch, oft kopiert, nie ist einer rangekommen. Nicht jeder, der ein Diplom in Theaterwissenschaft hat, ist dafür prädestiniert, Kunst ausüben zu dürfen und andere Menschen damit zu belästigen. Oder sich schlau hinzustellen und zu sagen: Dieses Stück von Shakespeare geht heute aber gar nicht mehr. Wenn eine Frau besser ist, habe ich nichts dagegen. Nur habe ich so viele nicht erlebt."

Kunst bewegt sich in riskanten Zonen

Berlin, 27. Juni 2018. Im Tagesspiegel äußert sich der Intendant des Deutschen Theater Ulrich Khuon zu den Vorwürfen gegen Sebastian Hartmanns Inszenierung "In Stanniolpapier", die im Rahmen der Langen Nacht der Autoren am DT nicht als Uraufführung, sondern als freie Regie-Version herauskam (zu den Vorwürfen siehe hier die Kritikenrundschau und die Kommentare zur Inszenierung).

Gute Aussichten

Bern, 20. Juni 2018. Lena Rittmeyer schreibt in der Berner Zeitung Der Bund über die Zukunft des Berner Theaterfestivals "Auawirleben". Dabei zieht sie einige interessante Vergleiche zu anderen Schweizer Festivals.

Belehrungen statt Visionen

20. Juni 2018. Gestern trennten sich die Wiener Festwochen einvernehmlich von ihrem Intendanten Tomas Zierhofer-Kin. Die Zeitungen sind im Wesentlichen einverstanden mit diesem Schritt.

Kein Castorf-Klon-Theater

14. Juni 2018. In der Stuttgarter Zeitung spricht Klaus Dörr, Interims-Intendant der Berliner Volksbühne, im Interview mit Roland Müller über das zukünftige Programm des Hauses, das er bis 2020 verantworten wird. Zunächst werde es noch von den Verabredungen Chris Dercons und Marietta Piekenbrocks geprägt sein: Gastpiele während "Tanz im August", danach eine Uraufführung von Anne Teresa De Keersmaeker.

Dieser Preis ist heiß

7. Juni 2018. Die Vergabe des "St. Galler Kulturpreis" führt zu Streit in der Ostschweiz. Mitten drin: der Regisseur Milo Rau. Die Kulturkommission der Stadt schlug ihn als Preisträger der alle vier Jahre vergebenen Auszeichnung vor. Aber der Stadtrat folgte der Empfehlung nicht und ehrte stattdessen den Kunstgießer Felix Lehner.

Der Intendant macht sich ein Bild der Atmosphäre an seinem Haus

2. Juni 2018. Die neue Ausgabe des Spiegel (Nr. 23, 2.6.2018) veröffentlicht ein Interview mit dem Kölner Schauspielintendanten Stefan Bachmann, in dem dieser zu den Vorwürfen des Mobbing an seinem Haus Stellung nimmt. Für den Spiegel sprach diesmal neben Laura Backes mit Anke Dürr auch eine Theaterexpertin.

Zusammenarbeit zwischen festen Häusern und freier Szene erwünscht

2. Juni 2018. Die Stadt Zürich hat ihre Tanz- und Theaterlandschaft untersuchen lassen, das Ergebnis beschreibt Alexandra Kedves im Tages-Anzeiger (online 31.5.2018, 10:29 Uhr).

Blödsinniges Schema

1. Juni 2018. In der Film- und Theaterbranche der Schweiz regt sich Widerstand gegen den im Juli in Kraft tretenden Inländervorrang bei der Besetzung neuer Stellen. Das berichtet der Schweizer Rundfunk SRF (30.5.2018).