Den Leib finden, der nicht schon da ist

14. Mai 2019. Fabian Hinrichs konstatiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (13.5.2019) eine "durch die immer körperloser gestaltete Arbeits- und Lebenswelt" mächtiger wirkende Verschiebung: "zugunsten eines Zugangs zur Welt durch Begriffe und Erfahrung zulasten eines Zugangs zur Welt durch die Sinne und Wahrnehmung". Er zeigt sich verwundert darüber, dass ein "Theater und damit ein Schauspiel, das in den Interpretationsversuchen von Regie und Dramaturgie seinen Mittelpunkt sucht", als "das Normale", als das "Theater an sich" wahrgenommen werde. Es handele sich um ein Theater, das hinsichtlich "seiner Herstellungsart, seines Schauspielverständnisses und seiner Aufführungswirkung" weitgehend ein "begegnungsloses" und schlimmer noch ein "unkünstlerisches" Theater sei.

Unfreiwillig gegangen?

8. Mai 2019. Das Frank­fur­ter Schau­spiel freut sich zur Spielplan-Präsentation über ein vol­les Haus – aber hin­ter den Ku­lis­sen gibt es Är­ger, schreibt Simon Strauss in der FAZ, weil Inszenierungen von Ulrich Rasche und Luk Perceval abgespielt werden. Und weil Marion Tiedtke geht.

"Die Orestie" in Mossul

13. April 2019. Milo Rau schreibt in einem umfänglichen Text in der taz (13.4.2019) über die "Orestie", die er in Mossul mit belgischen und irakischen Schauspielern inszeniert hat. Wir geben knappe Auszüge.

"Ich würde mitunter auch Menschen vor Wasserwerfern Schutz bieten"

13. April 2019. Der Standard aus Wien veröffentlicht unter der Überschrift "Martin Kušej will Burgtheater zu 'Hort der Opposition' machen" ein langes Gespräch von Margarete Affenzeller und Stephan Hilpold mit dem künftigen Burgtheaterdirektor Martin Kušej (online 12.4.2019, 12. April 2019, 13:00). Es gibt dazu ein kleines Video und unten drunter massenhaft pestige Mails gegen Kušej. Wir geben einige Kernaussagen in Auszügen.

Auslastung gut, Frauen- und Kunstquote schlecht

10. April 2019. Die letzte von 107 Premieren der Ära Karin Bergmann steht an, Margarete Affenzeller fragt im Wiener Standard (online 10.4.2019, 6 Uhr) nach den Erfolgen und den Misserfolgen der ersten Burgtheaterdirektorin.

Geldkämpfe gleich zum Start

4. April 2019. Über ihr genaues Programm am Schauspielhaus Zürich sprechen Benjamin von Blomberg und Nicolas Stemann noch nicht, aber launig liest sich das Interview mit ihnen in der ZEIT. Es geht um Ästhetik, Ankommen – und um den Kampf gegen Subventionskürzungen gleich zum Start.

Langer Marsch durch die Institution

3. April 2019. Wie geraten Menschen mit türkischem Familienhintergrund, aufgewachsen in prekären Verhältnissen ins weiße, deutsche Theater? Im Zürcher Tages Anzeiger (online 2.4.2019, 18:02 Uhr, Paywall) erzählt Alexandra Kedves eine ebenso exemplarische wie rare Geschichte. Sie porträtiert den "Polit-Dramatiker Necati Öziri", der seit Herbst 2017 als Dramaturg beim Theatertreffen der Berliner Festspiele und als Leiter von dessen Internationalem Forum arbeitet.