"Einfach großartig"

26. September 2018. Peter Stein und Thomas Ostermeier inszenieren zum Saisonauftakt in der Pariser Theaterszene, und zwar mit Erfolg, schreibt Joseph Haniman in der Süddeutschen Zeitung. Ostermeier an der Comédie Française sogar großartig. 

Greift Euch die Volksbühne!

26. September 2018. Ein "Plädoyer für ein selbstbewusstes Autorentheater" hat der Schriftsteller Volker Lüdecke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (26.9.2018) verfasst. "Gerade jetzt wäre es höchste Zeit für eine Renaissance des Textes am Theater: Denn während auf der Bühne alle erdenklichen ästhetisch-formalen Revolutionen längst stattgefunden haben, setzt man bei den Inhalten immer noch auf postdramatischen Mainstream und sozialpädagogischen Ersatzdienst. Oder kaut, wie in vielen Stadttheatern, seit Jahren den immer gleichen Texte- und Themenfundus durch."

Eine Prise Aufklärung, bitte

24. September 2018. Noch ehe der Münchner Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) die Opposition im Stadtrat über seinen Vorschlag informieren konnte, Barbara Mundel zur neuen Intendantin der Kammerspiele zu machen, "wussten schon kommunalpolitische Twitterer aus der AZ und anderen Redaktionen Bescheid", schreibt Robert Braunmüller in der Münchner Abendzeitung (AZ). "Solche Demütigungen mag kein Politiker besonders."

Macht das Wiener Burgtheater den Rassismus salonfähig?

22. September 2018. Am Akademietheater wird das Stück "Kampf des N**** und der Hunde" [Schreibweise mit *** vom Redakteur] von Bernard-Marie Koltès aufgeführt. Auch in Wien gibt es dagegen Proteste. Eine sich "malaika & friends" nennende Gruppe wirft dem Burgtheater vor, durch den Gebrauch des N-Wortes Rassismus salonfähig zu machen, schreibt Ronald Pohl in der Wiener Tageszeitung Der Standard (online 21.9.2018, 11:00).

Menschen sind kein Material

17. September 2018. "Was auch immer dabei künstlerisch herauskommen mag – die Zeit der allmächtigen Inszenatoren scheint gestundet. Menschen sind kein Material. Auch nicht auf der Bühne", schreibt Petra Kohse in der Berliner Zeitung mit Blick auf die Vorwürfe gegen den belgischen Künstler und Choreografen Jan Fabre, gegenüber Tänzer*innen seines Ensembles sexuell übergriffig geworden zu sein. 

Szenische Putztruppen

13. September 2018. In der Wochenzeitung "Die Zeit" (13.9.2018) diagnostiziert Theaterkritiker Peter Kümmel im Anschluss an die Theatertreffen-Reden von Schauspieler Fabian Hinrichs und von Regisseur Milo Rau eine Krise der Schauspielkunst, genauer: des Verwandlungsschauspiels. "Viele Inszenierungen, die ich in den letzten Jahren sah, wirkten so, als sei der Darsteller auf der Bühne dazu da, uns vor dem Stück, der Aufführungstradition und dem toten Autor zu beschützen. Er steht an der Rampe wie ein Mediator."

Unguter Einfluss oder Hilfe zur Heilung?

7. September 2018. Im Berliner Tagesspiegel führt der Co-Feuilleton-Chef Rüdiger Schaper ein kritisches Interview mit dem Intendanten der Berliner Festspiele Thomas Oberender. Das Thema: Das für Oktober geplante, große Immersionsprojekt "Dau", für das vier Wochen lang zwischen Staatsoper Unter den Linden und Schlossplatz ein Areal mit einer Replika der Berliner Mauer umgeben werden soll. In dieser Zeit sollen 13 Filme des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky uraufgeführt werden, die in den letzten Jahren in der Ukraine entstanden sind. Für die Filme hatten Hundert Spieler*innen "für mehrere Jahre in der fiktiven Welt eines wissenschaftlichen Instituts" in der Sowjetunion "ganz real zusammengelebt" und sich dabei filmen lassen.