Wessen Kampagne?

19. April bis 9. Mai 2020. Mehrere Medien untersuchen und kommentieren die Ankündigung des kamerunischen Historikers und Professors an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg Achille Mbembe als Eröffnungsredner der Ruhrtriennale und die Kritik daran, angeführt vom kulturpolitischen Sprecher der FDP im NRW-Landtag, Lorenz Deutsch und vom Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Felix Klein.

"Die Angst ist groß"

19. April 2020. Der Spiegel interviewt eine Juristin und eine Psychologin von der im Mai 2018 gegründeten Vertrauensstelle für Betroffene von Machtmissbrauch und sexueller Belästigung im Kulturbereich Themis – Maren Lansink und Marina Fischer berichten nach einer Evaluation der bisherigen Fälle erstmals in der Öffentlichkeit von der Arbeit der Vertrauensstelle.

Phantome nicht nur der Oper

30. März 2020. Auf Deutschlandfunk Kultur berichtet Jörn Florian Fuchs von Streit über weiter andauernde Proben an der Bayerischen Staatsoper in München.

Undeut(sch)lich

6. März 2020. Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtet über einen Änderungsantrag der AfD-Landtagsfraktion zum Haushaltsplan 2020/2021 für Sachsen-Anhalt (hier hinter Paywall). Darin fordere die AfD, die Unterstützung der Theater in kommunaler Trägerschaft drastisch zu kürzen: um 18 Millionen Euro (in 2020) bzw. um 19 Millionen Euro (in 2021) gegenüber den von der Regierung vorgesehenen rund 38 Millionen Euro. Aus der Begründung des AfD-Antrags zitiert die MZ folgende Passagen: Die Spielpläne seien "politisch höchst einseitig orientiert", und weiter: "Insbesondere werden kaum deutsche Theaterstücke auf die Bühne gebracht."

"Muss die Zukunft unserer Bühnen wirklich Milliarden kosten?"

24. Januar 2020. Diese Frage stellt ein einigermaßen entnervter Niklas Maak in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (24.1.2020) angesichts der hohen Kosten, die sowohl für den Neubau (809 bis 874 Millionen Euro) als auch für eine mögliche Sanierung (826 bis 918 Millionen Euro) von Oper und Schauspiel Frankfurt gestern bekannt gegeben wurden.

Ein Chor kündigt

16. Januar 2020. Die Wiener Tageszeitung Der Standard berichtet, dass die Chorist*innen aus der Inszenierung "Die Bakchen" (Regie: Ulrich Rasche) am Burgtheater Wien zum Ende der Spielzeit "allesamt ihre Verträge gekündigt" hätten und entweder nachverhandeln oder überhaupt nicht mehr spielen wollten. "Dem Standard wurde ein anonymes Schreiben übermittelt, in dem ein Chormitglied die prekären Bedingungen, unter denen man arbeitet, schildert. Mehrere Choristen haben die Angaben auch mündlich bestätigt und einen Vertrag vorgezeigt", heißt es in dem Artikel von Stefan Weiss.

Der Burgtheater-Prozess

17. November 2019. Vor dem Wiener Landgericht wurde am 14. November 2014 der Prozess gegen die einstige Geschäftsführerin des Wiener Burgtheaters Silvia Stantejsky eröffnet, "ein gerichtliches Nachspiel zur Tragödie, die die gesamte Kulturbranche erschüttert und wohl, ironischerweise, auch zum Besseren verändert hat", wie die Wiener Tageszeitung Der Standard am 9.11.2019 in der Woche vor Beginn des Prozesses schrieb, für den zunächst vier Verhandlungstage anberaumt wurden.