Kunstkosmos aus Fake-Mythen

8. Oktober 2018. Im Tagesspiegel erinnert der Dramaturg Felix Schnieder-Henninger sich kritisch an seine Zeit als Mitarbeiter des Choreografen Jan Fabre, dem 20 Tänzer*innen im September in einem Offenen Brief sexistischen Machtmissbrauch vorgeworfen haben.

"Du A****loch!"

4. Oktober 2018. Schweizer Zeitungen, darunter die Südostschweiz, berichten von einem Eklat am Theater Chur. Im Rahmen des zweitägigen Camps der Zukunft entgleiste kurz nach Beginn ein Podiumsgespräch zwischen "der deutschen Theaterlegende" Claus Peymann und dem Schweizer Regisseur Samuel Schwarz. Schwarz und die von ihm mitgegründete Digitalbühne Zürich hatten das Camp kuratiert, bei dem laut Webseite des Theaters Chur "die Aktualität von Brechts epischem Theater und seine Radiotheorie in unterschiedlichsten Veranstaltungen" im Zentrum stehen sollte.

Rücklagen in drei Jahren aufgebraucht

27. September 2018. "Theater ist ein Zuschussgeschäft, das gilt auch für den 9,5 Millionen Euro schweren Etat des Lüneburger Theaters. Dabei steht die von Stadt und Landkreis Lüneburg getragene Einrichtung, die in der abgelaufenen Saison 2017/18 immerhin 112 000 Zuschauer zählte, sogar noch gut da. 25 Prozent des Etats spielt sie selbst ein. Pro Karte fließen 62 Euro Steuermittel ins Theater, im Bundesdurchschnitt sind es 125 Euro", heißt es in der Allgemeinen Zeitung zur Situation des Theaters in Lüneburg.

"Einfach großartig"

26. September 2018. Peter Stein und Thomas Ostermeier inszenieren zum Saisonauftakt in der Pariser Theaterszene, und zwar mit Erfolg, schreibt Joseph Haniman in der Süddeutschen Zeitung. Ostermeier an der Comédie Française sogar großartig. 

Greift Euch die Volksbühne!

26. September 2018. Ein "Plädoyer für ein selbstbewusstes Autorentheater" hat der Schriftsteller Volker Lüdecke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (26.9.2018) verfasst. "Gerade jetzt wäre es höchste Zeit für eine Renaissance des Textes am Theater: Denn während auf der Bühne alle erdenklichen ästhetisch-formalen Revolutionen längst stattgefunden haben, setzt man bei den Inhalten immer noch auf postdramatischen Mainstream und sozialpädagogischen Ersatzdienst. Oder kaut, wie in vielen Stadttheatern, seit Jahren den immer gleichen Texte- und Themenfundus durch."

Eine Prise Aufklärung, bitte

24. September 2018. Noch ehe der Münchner Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) die Opposition im Stadtrat über seinen Vorschlag informieren konnte, Barbara Mundel zur neuen Intendantin der Kammerspiele zu machen, "wussten schon kommunalpolitische Twitterer aus der AZ und anderen Redaktionen Bescheid", schreibt Robert Braunmüller in der Münchner Abendzeitung (AZ). "Solche Demütigungen mag kein Politiker besonders."

Macht das Wiener Burgtheater den Rassismus salonfähig?

22. September 2018. Am Akademietheater wird das Stück "Kampf des N**** und der Hunde" [Schreibweise mit *** vom Redakteur] von Bernard-Marie Koltès aufgeführt. Auch in Wien gibt es dagegen Proteste. Eine sich "malaika & friends" nennende Gruppe wirft dem Burgtheater vor, durch den Gebrauch des N-Wortes Rassismus salonfähig zu machen, schreibt Ronald Pohl in der Wiener Tageszeitung Der Standard (online 21.9.2018, 11:00).