Weniger Programm, weniger Einnahmen

Wien, 2. September 2018. In Wien ist ein Streit um die Einnahmensituation der Wiener Festwochen ausgebrochen. Auf Anfrage der liberalen Neo-Fraktion veröffentlichte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler die Bilanz der Festwochen, die der Wiener Kurier wiedergibt: Von 1,5 Millionen Euro Kartenerlösen im Jahr 2014 seien die Einnahmen schon unter Intendant Markus Hinterhäuser auf 887.840 Euro im Jahr 2016 abgesunken. Unter Tomas Zierhofer-Kin lagen die Zahlen 2017 bei 807.382 Euro, 2018 wurden 583.025 Euro erlöst. "Es ist unfassbar, wie die Wiener Festwochen in den letzten Jahren herabgewirtschaftet wurden“, kommentiert Neo-Cheffin Beate Meinl-Reisinger im Kurier.

Es braucht Gärtnerinnen

27. August 2018. Mit Blick auf Führungswechsel (weiblich --> männlich) in Wuppertal und Trier stellt Dorion Weickmann in der Süddeutschen Zeitung fest, dass im Tanzbetrieb auf der Leitungsebene eine grobe Geschlechterungerechtigkeit herrscht. Im Tanz hätten immer noch traditionell die Herren das Sagen, "getreu der Devise, die der Choreograf George Balanchine vor Jahrzehnten ausgab: 'Das Ballett ist eine rein weibliche Angelegenheit', nämlich 'ein Garten voller schöner Blumen, und der Mann ist der Gärtner'", so Weickmann.

Organisierte Verhandlungsmacht

25. August 2018. In der Wiener Tageszeitung Der Standard berichtet Stefan Weiss ausführlich und mit mehreren Beispielen über Lohndumping im Musiktheaterbetrieb. Aufhänger sind die Tiroler Klassikfestspiele Erl, deren Intendant jüngst erst ankündigte sein Amt ruhen zu lassen. Alfons Puschej, zehn Jahre als Bratschist dort im Orchester, hat Weiss jetzt erzählt, dass er vor allem weißrussische Kollegen hatte, ein Kollege sei "jahrelang mit 150 Euro brutto pro Woche bezahlt worden". Dem Verein Artbutfair seien aus Erl "über 30 Berichte möglicherweise arbeits- und strafrechtlich relevanten Inhalts zugetragen" worden, so Weiss.

"Symbol palästinensischer Identität"

24. August 2018. Die britische Tageszeitung The Guardian bringt eine ausführliche Reportage über das am 10. August durch einen Luftangriff der israelischen Armee zerstörte Said al-Mishal Kulturzentrum in Gaza Stadt, das auch ein Theater beherbergt. Bei dem Angriff wurde das Gebäude vollständig zerstört, 18 Menschen wurden verletzt.

Was auf dem Spiel steht

22. September 2018. Der Kölner Professor für Theaterwissenschaft Peter W. Marx beschäftigt sich in der taz (22.8.2018) mit der Absage der beiden Produktionen "SLĀV" und "Kanata" des kanadischen Regisseurs Robert Lepage. Die Produktionen waren kritisiert worden, weil sie zwar von Sklaverei bzw. der Unterdrückung indigener Bevölkerung handelten, aber nur oder fast nur von Weißen gespielt würden, wodurch die Produktion die Marginalisierung der indigenen Künstler*innen fortsetze.

Abschaffen!

18. August 2018. Die Debatte um Stefanie Carps Ruhrtriennale reißt nicht ab. Nun fordert Manuel Brug in der Welt (17.8.2018) sogar die Abschaffung des Festivals. Allerdings nicht wegen Carp. Die Ruhrtriennale selbst sei "längst überflüssig".

"Ich würde es nicht Angst nennen"

9. August 2018. Im Interview mit der Süddeutsche Zeitung äußert sich Stefanie Carp zur Debatte um ihr Krisenmanagement in der Debatte um die Einladung der Band "Young Fathers" – Unterstützer der israelkritischen Kampagne BDS. (Wir berichteten.) Carp weist Kritik an der Einladung der Gruppe zurück.