Rückbindung an das Leben selbst

von Nina Peters

Montréal, Juni 2007. Es ist ein erstaunlicher Auftritt. Der frankokanadische Regisseur Robert Lepage kommt zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Festivals TransAmérique in Montréal auf die Bühne, und der Saal tobt. Viele junge Leute sitzen im Publikum, jubeln, lachen über die Witze Lepages, der gerne öffentlich spricht. Und sie stellen Fragen. Das Mikrofon macht die Runde, nach eineinhalb Stunden könnte es, scheint es, noch lange weitergehen.

Wir sind alle ein bisschen Elisabeth

von Alexander Schnackenburg

Bremen, 12. Juni 2007. Viel erkennen könne man auf dem kleinen, alten Monitor nicht, entschuldigt sich die Inspizientin – gerade so, als wolle sie jetzt einen Film vorführen. Die Kamera sei schlecht und daher erschienen die Gesichter auf dem Bildschirm fast permanent überblendet. Nichtsdestotrotz haben sich inzwischen, fünf Minuten vor Beginn der Vorstellung, drei Stuhlreihen hinter ihrem Arbeitsplatz gebildet.

Kunst macht gesund

von Esther Boldt

Frankfurt am Main, 10. Juni 2007. Wanda Golonkas Theater ist ein Parasit. Es wuchert in den Stadtraum. Es verleibt ihn sich ein und bricht ihn an Stellen auf, an denen man es nicht erwartet. Ein Stolperstein, ein Fehler im Bild, bemerkenswert, befremdlich, überraschend. Die Assoziationen, mit denen man Wanda Golonkas Projekt "Einladen" belegen kann, sind schier unerschöpflich.

Befriedung für Frankfurt

von Esther Boldt

Frankfurt am Main, 9. Juni 2007. Kaum ist die eine Nachricht medial verdaut, folgt die nächste Überraschung auf dem Fuße: Erst vor zehn Tagen hatte Elisabeth Schweeger, Intendantin des Schauspiels Frankfurt, verkündet, ihren 2009 auslaufenden Vertrag nicht ein weiteres Mal verlängern zu wollen (wir berichteten), schon steht ihr Nachfolger fest: Hinter verschlossenen Türen haben Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzenden der Bühnen GmbH Petra Roth, der geschäftsführende Intendant Bernd Fülle und Kulturdezernent Felix Semmelroth Verhandlungen geführt.

Glückwunsch !

Berlin, 7. Juni 2007. Heute wird Claus Peymann 70 Jahre alt. "Nur noch mittelmäßig als Regisseur", sei er, hat sein langjähriger Protagonist Gert Voss ihm öffentlich mitgeteilt. Seine Triumphe seien "historische Taten" sekundierte umgehend die Süddeutsche Zeitung.
Das ist natürlich zutiefst ungerecht. Deshalb gratulieren wir dem alten Kämpen von Herzen. Mit einem Text, in dem Tomo Mirko Pavlović den Schatten ausmisst, den Claus I. noch nach einem Vierteljahrhundert wirft.

Gemachtes Nest

von Esther Boldt

Frankfurt am Main, 31. Mai 2007. Die Bombe platzte leise. Bei der gestrigen Pressekonferenz zur Festwoche "goethe ffm" sagte Elisabeth Schweeger, Intendantin des Schauspiels Frankfurt, in einem Nebensatz, dass sie 2009 gehen werde. Und schob im Hinblick auf Goethe mit einem leichten Lächeln hinterher, Frankfurt sei eine Stadt für Durchreisende.

Deutschlands schnellster Dramaturg wird Thalia-Chef

von Simone Kaempf

Hamburg, 13. Mai 2007. Nun bekommt das Thalia Theater also doch wieder einen nicht-regieführenden Intendanten. Gerüchte behaupteten zuletzt zwar, dass Stefan Bachmann und Martin Kusej im Rennen um den Posten die Nase vorn haben – beides Regisseure, die auch als Theaterleiter garantiert nicht aufs Inszenieren verzichtet hätten. Aber nun heißt es doch ganz unglamourös: Joachim Lux.