Aus drei mach eins

von Thomas Rothschild

30. September 2020. Bis vor kurzem konnte man im Stuttgarter Raum – in der Stuttgarter Zeitung, den Stuttgarter Nachrichten und der Esslinger Zeitung – jeweils drei kompetente Rezensionen von Stuttgarter Premieren lesen. Das hat sich geändert. "Der Besuch der alten Dame", der am 26. September Premiere hatte, wurde von einer Kollegin besucht, deren Kritik in allen drei genannten Zeitungen, die eine lange und ehrenwerte Geschichte haben, veröffentlicht wurde. Das ist das Ende der journalistischen Vielfalt, des kulturellen Diskurses, der Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Meinungen. Das kann einem Theater nicht egal sein.

Schöner Schein, der eine Welt bedeutet

11. September 2020. Ein Blick – und die erste Botschaft ist überbracht: Kostüme orientieren in Sekundenschnelle über den gedanklichen Ort, an dem eine Inszenierung angesidelt ist. Kleider machen Leute und erst recht machen sie Figuren: ein Faust in schwarzer Bomberjacke und mit Granny-Brille erzählt etwas anderes als ein Faust in Lederhose und schwarzem Mantel. Wenn sie über die Wirkung einer Inszenierung so deutlich mitentscheiden – warum sind die Namen derer, die das Kostümbild gestaltet haben, nicht so bekannt wie die der Regisseur*innen? Im Theaterpodcast #28 zur Frage, warum das so ist und was ein gelungenes Kostüm im Theater bedeutet. Und wie wirken sich die Corona-Regeln auf die Arbeit der Kostümbildner*innen aus?

Macht und Aufsicht

von Thomas Heskia

2. September 2020. Über 300 Theatermitarbeiter*innen demonstrieren vor der Sitzung des Verwaltungsrates ihres Theaters. Es geht um die Person des Generalintendanten, dem interner Machtmissbrauch und ein toxisches Arbeitsklima vorgeworfen werden, und dem in der Sitzung später der Verwaltungsrat dennoch das Vertrauen ausspricht.

Die Krise als Brennglas

14. August 2020. Nach dem Shutdown öffnen die Theater derzeit wieder – und die September-Spielpläne muten an, als hätte es Corona nie gegeben. Rausgehauen wird, was längst geplant und geprobt war, in der Hoffnung, es möge nicht wieder schlimmer kommen. Weiter wie zuvor: Ist das das Motto? Hat die Krise die Häuser nicht verändert? Welche Weichen können und müssen jetzt gestellt werden, um Theater zukunftssicher zu machen? Über Theaterschaffen im Coronamodus, den Intendant*innenjob und zeitgemäße Leitungsmodelle sprechen Susanne Burkhardt und Elena Philipp im Theaterpodcast #27 mit der Potsdamer Intendantin Bettina Jahnke und dem Regisseur Antú Romero Nunes.