Zeit des Hoppings und Pendelns

von Tomo Mirko Pavlovic

Ludwigsburg, 17. Oktober 2007. Von Stuttgart nach Ludwigsburg benötigt man mit der S-Bahn 15 Minuten. Das gilt allerdings nur für Körper, nicht für Ideen. Eine solche, nämlich die der Gründung einer Theaterakademie, braucht schon mal gute 21 Jahre für die Reise in die Große Kreisstadt mit dem famosen viel besuchten Barockschloss. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Lustschlösschen mit einem Blümchenpark für Sonntagsausflüge quengelnder Familiencorsos. Es ist ein auratischer Ort, der den Ludwigsburgern immer wieder ein merkwürdig selbstbewusstes Auftreten gegenüber der Landeshauptstadt verschafft.

Großer Titel, kleiner Ertrag

von Esther Boldt

Frankfurt, 2. Oktober 2007. "Europäische Dramaturgien des 21. Jahrhunderts", lautete der furchterregende, fast monströse Titel einer Tagung, die am Sonntag zu Ende ging. Veranstaltet wurde sie vom Master-Studiengang Dramaturgie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, gemeinsam mit der Hessischen Theaterakademie (HTA) – einem Zusammenschluss von Hessischen Theaterinstituten und -häusern, der seit 2002 besteht.

Sputnikschock im deutschen Theater

von Esther Boldt

Frankfurt am Main, 24. September 2007. Bildet Banden! Oder besser: eine Band. Weil das Sprechen mit Zitaten zu ihnen gehört, kann man über andcompany&Co. vielleicht nur mit geliehenen Worten reden. Tocotronic singt: "Wir sind viele – jeder einzelne von uns." Und andcompany&Co. macht dazu Theater. Das Performancekollektiv, 2003 in Frankfurt am Main gegründet, versteht sich als offenes, aber verbindliches Netzwerk. Den Kern bilden Alexander Karschnia, Autor und Theaterwissenschaftler, Nicola Nord, Sängerin und Performerin sowie Sascha Sulimma, Musiker und DJ.

Uns pflegen, heißt euch pflegen

von Rolf Kemnitzer, Andreas Sauter und Katharina Schlender

Berlin, September 2007. Seit Jahren gibt es einen scheinbaren Boom neuer Stücke auf deutschen Bühnen. In immer weniger Tagen immer mehr Uraufführungen zu stemmen, wurde ein Trendsport für Intendanten nach dem Motto: "Schöner Theater machen heißt schneller produzieren und schneller spielen!" Die tatsächlichen Aufführungszahlen sind allerdings rückläufig. Meist werden Stücke kein zweites Mal inszeniert. Die Honorare für Stückaufträge, Ur- und Erstaufführungen gehen in den Keller.